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Donald Trump macht mit seiner Politik in der zweiten Amtszeit Schlagzeilen. Für den Republikaner Darrell Issa ist die Arbeit des US-Präsidenten sogar friedensnobelpreiswürdig.
Washington, D.C. – Donald Trump wurde bereits mehrfach für den Friedensnobelpreis nominiert, doch gewonnen hat er ihn bislang nicht. Das könnte sich in seiner zweiten Amtszeit als US-Präsident ändern – zumindest, wenn es nach dem republikanischen Abgeordneten Darrell Issa geht. „Heute werde ich Donald Trump für den Friedensnobelpreis nominieren“, schrieb Issa auf der Social-Media-Plattform X. Niemand habe es mehr verdient als der US-Präsident, fügte der Abgeordnete aus Kalifornien hinzu.
Trumps Nominierungen für den Friedensnobelpreis: Bereits 2020 und 2024
Es ist nicht das erste Mal, dass Trump für den Preis vorgeschlagen wird. Schon im vergangenen Jahr wurde Trump für den Friedensnobelpreis nominiert. Vorgeschlagen wurde er aufgrund des Abraham-Abkommens, an dem Trump beteiligt gewesen ist. Die Republikanerin Claudia Tenney reichte deshalb den Vorschlag ein. Das Abraham-Abkommen wurde im September 2020 zwischen Israel, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterzeichnet. Es soll die Dialogbereitschaft und Zusammenarbeit zwischen den Unterzeichnerstaaten fördern.
Auch 2020 durfte Trump auf einen Nobelpreis hoffen. Damals schlug der norwegische Abgeordnete Christian Tybring-Gjedde ihn wegen des Abraham-Abkommens vor. Kurz darauf forderten die schwedische Partei Perussuomalaiset (Basisfinnen) und eine Gruppe australischer Gesetzgeber den Preis für Trump. Doch trotz mehrfacher Vorschläge ging Trump bisher immer leer aus.
Donald Trumps politisches Schaffen in der zweiten Amtszeit: Konfrontation statt Frieden
Der Friedensnobelpreis ist eine Auszeichnung, die in der Regel für langjährige und nachhaltig positive Beiträge zur globalen Friedenssicherung vergeben wird. Kann Trump in der kurzen Zeit seiner zweiten Präsidentschaft bereits solche Verdienste vorweisen? Issas X-Beitrag folgte unmittelbar auf eine einschlägige Entscheidung Trumps: Der US-Präsident kappte die US-Militärhilfe für die Ukraine. Ein fataler Schlag für das Land, das dringend auf Unterstützung angewiesen ist, um sich gegen Russland zu behaupten. Generell deutet das Verhalten des US-Präsidenten seit seines Amtsantritts eher auf Konfrontation als auf Frieden hin:
- Grönland als US-Territorium: Noch vor seiner Amtseinführung hatte Trump mehrfach signalisiert, dass die USA Grönland kaufen sollten. Auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete er den „Besitz und die Kontrolle“ der Insel als „absolute Notwendigkeit für die nationale Sicherheit“. Doch Grönlands Regierungschef Múte B. Egede stellte klar: „Über Grönlands Zukunft entscheiden allein Grönland und das grönländische Volk.“ Auch Anders Vistisen, Mitglied des Europäischen Parlaments für die Dansk Folkeparti, richtete deutliche Worte direkt an den US-Präsidenten: „Lassen Sie es mich in Worte fassen, die Sie vielleicht verstehen: Mr. Trump, verpissen Sie sich.“
- Kanada als 51. Bundesstaat: Mehrfach betonte Trump, dass er Kanada zum 51. Bundesstaat machen wolle. In einem Interview mit Fox News bestätigte er, dass er dieses Ziel ernsthaft verfolge. Obwohl der kanadische Premierminister Justin Trudeau diese Idee als völlig unrealistisch zurückwies, blieb Trump in seinen Aussagen hartnäckig.
- Panamakanal in US-Hand: In seiner Amtsantrittsrede erklärte Trump, er wolle sich den Panamakanal zurückholen. Es sei ein „törichtes Geschenk“ gewesen, „das niemals hätte gemacht werden dürfen“. Die USA hatten den Bau des Kanals Anfang des 20. Jahrhunderts übernommen und kontrollierten die Kanalzone bis Ende 1999. Die Kontrolle über den Kanal wurde im Rahmen der Torrijos-Carter-Verträge von den USA an Panama übergeben.
- Umbenennung des „Golfs von Mexiko“: Trump hatte das Innenministerium der USA direkt nach seinem Amtsantritt im Januar angewiesen, innerhalb von 30 Tagen den „Golf von Mexiko“ in „Golf von Amerika“ umzubenennen. In der Exekutiv-Order 14172 begründete der US-Präsident den Schritt unter anderem mit Wirtschaftsinteressen.
- Vision für den Gazastreifen: Der US-Präsident veröffentlichte ein künstlich generiertes Video, das den Gazastreifen nach einem angeblich von ihm selbst geförderten Wiederaufbau zeigte. Trump hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass er den Gazastreifen militärisch einnehmen wolle, um die Region zu stabilisieren und wiederaufzubauen.
- Ukraine-Krieg beenden: Im Wahlkampf versprach Trump, den Ukraine-Krieg innerhalb von 24 Stunden zu beenden – ein potenzieller Friedensnobelpreis-Moment? Doch nach über einem Monat im Amt blieb das Versprechen unerfüllt. Nach Gesprächen mit Wladimir Putin kam es zum Eklat: Beim Treffen mit Selenskyj im Weißen Haus wiesen Trump und sein Vize J.D. Vance den ukrainischen Präsidenten vor laufenden Kameras zurecht. Die Gespräche wurden abgebrochen, Selenskyj verließ das Weiße Haus – kurz darauf stellte Trump die Militärhilfe für die Ukraine ein.
Friedensnobelpreis für Donald Trump? Nominierung für 2025 zu spät
Der Friedensnobelpreis wird jährlich an Einzelpersonen, Organisationen oder Bewegungen verliehen, die „besondere Verdienste in der Friedensarbeit“ erbracht haben. Gestiftet wurde er 1901 vom schwedischen Erfinder Alfred Nobel. Die Preisverleihung findet traditionell am 10. Dezember, dem Todestag Nobels, in Oslo statt. Neben der hohen symbolischen Bedeutung gibt es auch ein Preisgeld – zuletzt rund eine Million Euro. Bekannte Preisträger sind unter anderem Nelson Mandela, Mutter Teresa, Martin Luther King Jr. und Barack Obama. Kann sich Donald Trump in diese Reihe einfügen?
Darrell Issas Vorschlag kommt für dieses Jahr ohnehin zu spät. Die Frist für Nominierungen für den Friedensnobelpreis 2025 endete bereits am 31. Januar, wie die zuständige Stiftung bestätigt. Damit verschiebt sich Trumps potenzielle Berücksichtigung um ein weiteres Jahr. Issa ist aber zumindest qualifiziert, Trump zu nominieren. Vorschläge für den Friedensnobelpreis dürfen von auch Abgeordneten der nationalen Parlamente gemacht werden. Bleibt die Frage: Wird Trump bis dahin zum Friedensengel? (lw)
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