Will auch das Kommando über das venezolanische Öl übernehmen: US-Präsident Donald Trump hat Pläne für die Zeit nach Caracas‘ Machthaber Nicolás Maduro. (Montage)
Trump und Venezuelas Öl: Größte Rohölreserven aller OPEC-Staaten
Denn Trump erwähnte auch, dass sich große US-Ölkonzerne in Venezuela engagieren werden. Das dürfte sich für sie lohnen: Laut OPEC verfügt das gut 900.000 Quadratkilometer umfassende Land über die größten Rohölreserven aller zwölf Mitgliedsstaaten. Im Jahr 2024 waren es 303,22 Milliarden Barrel, was 24,4 Prozent der gesamten OPEC-Ölreserven ausmacht. Auf Platz zwei folgte Saudi-Arabien mit 21,5 Prozent, dahinter der Iran mit 16,8 Prozent. Außerdem beherberge das Land Erdgas, Eisenerz, Gold, Bauxit, Diamanten und andere Mineralien.
Allerdings zeigen auch die Daten des Energy Institute, eine Berufsorganisation für den Energiesektor, dass die Öl-Produktion in Venezuela trotz der immensen Vorkommen deutlich zurückging. Wurden einst mehr als drei Millionen Barrel am Tag gefördert, sind es seit einigen Jahren nur noch weniger als eine Million. Daher schimpfte Trump auch: „Sie pumpen fast nichts im Vergleich zu dem, was sie hätten tun können.“
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In seiner Rede betonte der Republikaner weiter, dass „unsere sehr großen US-Ölkonzerne, die größten auf der ganzen Welt“, Milliarden US-Dollar investieren würden, um Venezuelas „schwer beschädigte“ Öl-Infrastruktur zu modernisieren. Das Land solle wirtschaftlich wieder aufgebaut werden. Dank der Partnerschaft mit den USA würde Venezuela wieder „reich, unabhängig und sicher“ werden. Profiteure seien Millionen Venezolaner im Exil – auch jene in den Vereinigten Staaten.
Trump schimpft auf Venezuela und das Öl: „Größter Diebstahl amerikanischen Eigentums“
Analysten unterstrichen bereits, dass das Ende von Maduros Herrschaft einen positiven Effekt auf die Öl-Produktion und die venezolanische Wirtschaft haben könne. Die internationale Nachrichtenagentur Reuters zitierte Arne Lohmann Rasmussen von Global Risk Management: „Wenn die Entwicklungen letztlich zu einem echten Regimewechsel führen, könnte dies mit der Zeit sogar zu mehr Öl auf dem Markt führen.“ Es werde jedoch einige Zeit dauern, bis sich die Produktion vollständig erhole.
Im selben Artikel erklärt Saul Kavonic vom australischen Analysehaus MST Marquee: „Wenn Trump mit dem Regimewechsel Erfolg hat, könnten die venezolanischen Exporte wachsen, da die Sanktionen aufgehoben werden und ausländische Investitionen zurückkehren.“ Allerdings stellte der US-Präsident klar, dass das aus seiner ersten Amtszeit stammende Öl-Embargo gegen Caracas aufrechterhalten werde.
Die Öl-Industrie Venezuelas sei „mit amerikanischem Talent, Tatendrang und Können aufgebaut“ worden, führte Trump weiter aus, um folgen zu lassen: „Das sozialistische Regime hat sie uns gestohlen. Dies stellt einen der größten Diebstähle amerikanischen Eigentums in der Geschichte unseres Landes dar.“ Das venezolanische Regime habe sich das Öl „einfach angeeignet“.
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Befragt wurde Trump auch dazu, wie sich die US-Kontrolle über Venezuelas Energieversorgung auf die Beziehungen zu China, Russland und dem Iran auswirken werde, die als Partner von Caracas gelten. „Wir sind im Ölgeschäft. Wir werden es ihnen verkaufen“, lautete seine Antwort.
Weiter stellte er klar, dass US-Truppen ins Land entsendet werden könnten, um die Ölversorgung zu sichern. Bezüglich des benötigten Umfangs an Einsatzkräften sagte der 79-Jährige: „Wir bringen unsere Expertise ein, also werden wir etwas brauchen, aber nicht viel.“
Inwiefern die USA auch selbst vom venezolanischen Öl profitieren könnten, verdeutlicht John Kilduff bei NBC. Der Partner des auf Energie- und Rohstoffmärkte spezialisierten Unternehmens Again Capital erklärte: „US-Verbraucher könnten zusätzlich zu den Preissenkungen der vergangenen Monate mit weiteren Preisrückgängen an den Zapfsäulen rechnen.“
Zu bedenken sei: „Venezuela-Öl ist von besonderer Qualität. Es ist sehr dickflüssig und sauer und eignet sich daher besonders gut für die Öl-Raffinerien an der US-Golfküste.“ Die USA, einst Hauptabnehmer des schwarzen Goldes aus Venezuela, dürften also auch wirtschaftlich Profit aus der Geheim-Operation schlagen, die Trump als „brillant“ bezeichnete. (Quellen: OPEC, Energy Institute, Reuters, NBC) (mg)