Größte Vorkommen weltweit

Trump spricht nach Venezuela-Schlag über Öl: Was der US-Präsident jetzt plant

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Donald Trump hat es nach der Inhaftierung von Nicolás Maduro auch auf das venezolanische Öl abgesehen. Dazu würde er auch Truppen entsenden.

Palm Beach – Donald Trump hat weitreichende Pläne für Venezuela. Das wurde auf seiner Pressekonferenz deutlich, die der US-Präsident nur Stunden nach der erfolgreichen Militäroperation abhielt. Nach der Festnahme von Caracas‘ Machthaber Nicolás Maduro will der Republikaner seinen Einfluss auf das südamerikanische Land ausweiten und mitbestimmen, wer dort künftig das Sagen hat.

Will auch das Kommando über das venezolanische Öl übernehmen: US-Präsident Donald Trump hat Pläne für die Zeit nach Caracas‘ Machthaber Nicolás Maduro. (Montage)

„Wir werden das Land so lange regieren, bis wir einen sicheren, ordentlichen und vernünftigen Übergang gewährleisten können“, versprach Trump an der Seite von Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth auf seinem Anwesen Mar-a-Lago in Palm Beach. Dabei wird der mächtigste Mann der Welt nicht nur aus politischem Kalkül seine Hand nach dem vorerst führungslosen Staat ausstrecken.

Trump und Venezuelas Öl: Größte Rohölreserven aller OPEC-Staaten

Denn Trump erwähnte auch, dass sich große US-Ölkonzerne in Venezuela engagieren werden. Das dürfte sich für sie lohnen: Laut OPEC verfügt das gut 900.000 Quadratkilometer umfassende Land über die größten Rohölreserven aller zwölf Mitgliedsstaaten. Im Jahr 2024 waren es 303,22 Milliarden Barrel, was 24,4 Prozent der gesamten OPEC-Ölreserven ausmacht. Auf Platz zwei folgte Saudi-Arabien mit 21,5 Prozent, dahinter der Iran mit 16,8 Prozent. Außerdem beherberge das Land Erdgas, Eisenerz, Gold, Bauxit, Diamanten und andere Mineralien.

Allerdings zeigen auch die Daten des Energy Institute, eine Berufsorganisation für den Energiesektor, dass die Öl-Produktion in Venezuela trotz der immensen Vorkommen deutlich zurückging. Wurden einst mehr als drei Millionen Barrel am Tag gefördert, sind es seit einigen Jahren nur noch weniger als eine Million. Daher schimpfte Trump auch: „Sie pumpen fast nichts im Vergleich zu dem, was sie hätten tun können.“

USA greifen Venezuela an: Bilder zeigen Zerstörung und Maduro in Gefangenschaft

Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Matias Delacroix/dpa
Soldaten bewachen die Gegend um den Präsidentenpalast Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Soldaten bewachen die Gegend um den Präsidentenpalast Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Das Feuer im Fuerte Tiuna, Venezuelas größtem Militärkomplex, ist nach einer Reihe von Explosionen in Caracas am 3. Januar 2026 aus der Ferne zu sehen.
Das Feuer im Fuerte Tiuna, Venezuelas größtem Militärkomplex, ist nach einer Reihe von Explosionen in Caracas am 3. Januar 2026 aus der Ferne zu sehen. © STR / AFP
Explosionen erschüttern die venezolanische Hauptstadt Caracas.
Explosionen erschüttern die venezolanische Hauptstadt Caracas.  © IMAGO/Stringer
Menschen gehen am Präsidentenpalast Miraflores vorbei, nachdem in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, Explosionen und tieffliegende Flugzeuge zu hören waren.
Menschen gehen am Präsidentenpalast Miraflores vorbei, nachdem in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, Explosionen und tieffliegende Flugzeuge zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Anwohner verlassen ein Gebäude in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Anwohner verlassen ein Gebäude in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Fußgänger rennen, nachdem Explosionen in Caracas zu hören waren.
Fußgänger rennen, nachdem Explosionen in Caracas zu hören waren. © Matias Delacroix/dpa
Anwohner aus einem Gebäude, das evakuiert wurde, stehen in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Anwohner aus einem Gebäude, das evakuiert wurde, stehen in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Eine Frau verfolgt die Nachrichten im Fernsehen, nachdem es in Caracas zu mehreren Explosionen gekommen war.
Eine Frau verfolgt die Nachrichten im Fernsehen, nachdem es in Caracas zu mehreren Explosionen gekommen war.  © IMAGO/Boris Vergara
Schäden nach der US-Attacke auf den Hafen La Guaira in Venezuela.
Schäden nach der US-Attacke auf den Hafen La Guaira in Venezuela. © Pedro Mattey/imago
Blick auf Caracas bei Nacht, aufgenommen nach einer Reihe von Explosionen am 3. Januar 2026.
Blick auf Caracas bei Nacht, aufgenommen nach einer Reihe von Explosionen am 3. Januar 2026. © Federico Parra/afp
Menschen versammeln sich in einem Einkaufszentrum in der Nähe eines großen Bildschirms, auf dem der US-Angriff auf Venezuela überträgt und über den gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau berichtet wird.
Menschen versammeln sich in einem Einkaufszentrum in der Nähe eines großen Bildschirms, auf dem der US-Angriff auf Venezuela überträgt und über den gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau berichtet wird.  © Andy Wong/dpa
Das Foto soll den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in US-Gewahrsam zeigen. Er trägt einen Jogginganzug, einen Gehörschutz, eine Brille und Handschellen.
Das Foto soll den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in US-Gewahrsam zeigen. Er trägt einen Jogginganzug, einen Gehörschutz, eine Brille und Handschellen. © @realDonaldTrump/Truth Social
Ein Flugzeug, in dem der gefangene venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro an Bord sein soll, landet auf der Stewart Air National Guard Base.
Ein Flugzeug, in dem der gefangene venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro an Bord sein soll, landet auf der Stewart Air National Guard Base. © Noah K. Murray/dpa
Eine Wagenkolonne mit dem gefangenen venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seiner Frau Cilia Flores fährt vom West 30th Street Heliport ab.
Eine Wagenkolonne mit dem gefangenen venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seiner Frau Cilia Flores fährt vom West 30th Street Heliport ab. © Stefan Jeremiah/dpa
Bundespolizisten stehen vor dem Metropolitan Detention Center Wache, während sie auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro warten.
Bundespolizisten stehen vor dem Metropolitan Detention Center Wache, während sie auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro warten. © Yuki Iwamura/dpa
New Yorker Polizeibeamte versammeln sich vor dem Metropolitan Detention Center kurz nach der Ankunft des festgenommenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seiner Frau Cilia.
New Yorker Polizeibeamte versammeln sich vor dem Metropolitan Detention Center kurz nach der Ankunft des festgenommenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seiner Frau Cilia. © Yuki Iwamura/dpa
Beamte warten vor dem Hubschrauberlandeplatz in der West 30th Street auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro.
Beamte warten vor dem Hubschrauberlandeplatz in der West 30th Street auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro. © Stefan Jeremiah/dpa
Präsident Donald Trump spricht in seinem Club Mar-a-Lago nach dem Angriff auf Venezuela.
Präsident Donald Trump spricht in seinem Club Mar-a-Lago nach dem Angriff auf Venezuela. © Alex Brandon/dpa
US-Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Chef John Ratcliffe überwachen die Militäroperation in Venezuela.
US-Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Chef John Ratcliffe überwachen die Militäroperation in Venezuela. © Donald Trump's Truth Social Account/imago
Eine Frau sitzt vor einem Gebäude, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.
Nach dem US-Militäreinsatz: Eine Frau sitzt vor einem Gebäude, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.  © Javier Campos/dpa
Ein Mann schaut sich die Schäden an einem Apartmentgebäude an, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.
Ein Mann schaut sich die Schäden an einem Apartmentgebäude an, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde. © Javier Campos/dpa
Bewaffnete Zivilisten, die der Regierung nahestehen, stoppen Motorradfahrer in Caracas nach US-Angriffen auf Venezuela.
Bewaffnete Zivilisten, die der Regierung nahestehen, stoppen Motorradfahrer in Caracas nach US-Angriffen auf Venezuela.  © Ariana Cubillos/dpa
Ein Anhänger der Regierung hält eine Actionfigur von Super Bigote während einer Demonstration, bei der die Freilassung von Präsident Nicolás Maduro gefordert wird.
Protest in Caracas: Ein Anhänger der Regierung hält eine Actionfigur von Super Bigote während einer Demonstration, bei der die Freilassung von Präsident Nicolás Maduro gefordert wird. © Ariana Cubillos/dpa
Demonstranten verbrennen in der Nähe der US-Botschaft in Manila eine US-Flagge.
Protest auch auf den Philippinen: Demonstranten verbrennen in der Nähe der US-Botschaft in Manila eine US-Flagge. © Aaron Favila/dpa

In seiner Rede betonte der Republikaner weiter, dass „unsere sehr großen US-Ölkonzerne, die größten auf der ganzen Welt“, Milliarden US-Dollar investieren würden, um Venezuelas „schwer beschädigte“ Öl-Infrastruktur zu modernisieren. Das Land solle wirtschaftlich wieder aufgebaut werden. Dank der Partnerschaft mit den USA würde Venezuela wieder „reich, unabhängig und sicher“ werden. Profiteure seien Millionen Venezolaner im Exil – auch jene in den Vereinigten Staaten.

Trump schimpft auf Venezuela und das Öl: „Größter Diebstahl amerikanischen Eigentums“

Analysten unterstrichen bereits, dass das Ende von Maduros Herrschaft einen positiven Effekt auf die Öl-Produktion und die venezolanische Wirtschaft haben könne. Die internationale Nachrichtenagentur Reuters zitierte Arne Lohmann Rasmussen von Global Risk Management: „Wenn die Entwicklungen letztlich zu einem echten Regimewechsel führen, könnte dies mit der Zeit sogar zu mehr Öl auf dem Markt führen.“ Es werde jedoch einige Zeit dauern, bis sich die Produktion vollständig erhole.

Im selben Artikel erklärt Saul Kavonic vom australischen Analysehaus MST Marquee: „Wenn Trump mit dem Regimewechsel Erfolg hat, könnten die venezolanischen Exporte wachsen, da die Sanktionen aufgehoben werden und ausländische Investitionen zurückkehren.“ Allerdings stellte der US-Präsident klar, dass das aus seiner ersten Amtszeit stammende Öl-Embargo gegen Caracas aufrechterhalten werde.

Den US-Präsidenten durchschaut? In Argentinien muss Donald Trump nach der Militäroperation in Venezuela lesen, dass Öl seine Droge ist.

Die Öl-Industrie Venezuelas sei „mit amerikanischem Talent, Tatendrang und Können aufgebaut“ worden, führte Trump weiter aus, um folgen zu lassen: „Das sozialistische Regime hat sie uns gestohlen. Dies stellt einen der größten Diebstähle amerikanischen Eigentums in der Geschichte unseres Landes dar.“ Das venezolanische Regime habe sich das Öl „einfach angeeignet“.

Trump will Venezuelas Öl: Experte lobt „besondere Qualität“ des Rohstoffs

Befragt wurde Trump auch dazu, wie sich die US-Kontrolle über Venezuelas Energieversorgung auf die Beziehungen zu China, Russland und dem Iran auswirken werde, die als Partner von Caracas gelten. „Wir sind im Ölgeschäft. Wir werden es ihnen verkaufen“, lautete seine Antwort.

Weiter stellte er klar, dass US-Truppen ins Land entsendet werden könnten, um die Ölversorgung zu sichern. Bezüglich des benötigten Umfangs an Einsatzkräften sagte der 79-Jährige: „Wir bringen unsere Expertise ein, also werden wir etwas brauchen, aber nicht viel.“

Inwiefern die USA auch selbst vom venezolanischen Öl profitieren könnten, verdeutlicht John Kilduff bei NBC. Der Partner des auf Energie- und Rohstoffmärkte spezialisierten Unternehmens Again Capital erklärte: „US-Verbraucher könnten zusätzlich zu den Preissenkungen der vergangenen Monate mit weiteren Preisrückgängen an den Zapfsäulen rechnen.“

Zu bedenken sei: „Venezuela-Öl ist von besonderer Qualität. Es ist sehr dickflüssig und sauer und eignet sich daher besonders gut für die Öl-Raffinerien an der US-Golfküste.“ Die USA, einst Hauptabnehmer des schwarzen Goldes aus Venezuela, dürften also auch wirtschaftlich Profit aus der Geheim-Operation schlagen, die Trump als „brillant“ bezeichnete. (Quellen: OPEC, Energy Institute, Reuters, NBC) (mg)

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