Neue Erkenntnisse über Autismus

Trump spricht plötzlich über Autismus – seltsame Ankündigung während Kirks Trauerfeier

Trump hat während Charlie Kirks Trauerfeier angekündigt, am Montag eine „große Ankündigung“ zu Autismus zu haben.

Glendale/Washington D.C. – Am Sonntag hat US-Präsident Donald Trump während der Trauerfeier zu Ehren des ermordeten rechten Aktivisten Charlie Kirk angekündigt, am Montag eine der „größten medizinischen Ankündigungen“ zu haben. Das sagte er während seiner fast einstündigen Rede. Kirk bezeichnete er darin als „Martyrer“.

Gedenken an Charlie Kirk mit Trump und Co.: die Trauerfeier in Bildern

Die Utah Valley Universität, Tatort des Attentats auf Kirk
Am 10. September wurde der rechte Influencer Charlie Kirk während einer Veranstaltung in Utah erschossen. Die Trauer um den Vertrauten Donald Trumps ist groß. Der US-Präsident ordnete an, die Flaggen auf Bundesgebäuden auf Halbmast zu hängen. Die Utah Valley Universität, Tatort des Attentats auf Kirk, folgte dem Beispiel aus Washington DC. © imago
Bereits im Morgengrauen sammelte sich die MAGA-Bewegung rund um das Stadion in Arizona, in dem die gigantische Trauerfeier für Charlie Kirk am Vormittag starten sollte.
Bereits im Morgengrauen sammelte sich die MAGA-Bewegung rund um das Stadion in Arizona, in dem die gigantische Trauerfeier für Charlie Kirk am Vormittag starten sollte. © imago
Das Stadion selbst war zu Beginn der Trauerfeier von Charlie Kirk bis auf den letzten Platz besetzt.
Das Stadion selbst war zu Beginn der Trauerfeier von Charlie Kirk bis auf den letzten Platz besetzt. Mehr als 70.000 Menschen sollen letztlich dabei gewesen sein. Darunter befanden sich neben US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident J. D. Vance zahlreiche weitere Vertreterinnen und Vertreter des Trump-Kabinetts. © imago
Verteidigungsminister Pete Hegseth
Im Publikum bei der Trauerfeier Charlie Kirks befand sich auf Verteidigungsminister Pete Hegseth, der gemeinsam mit seiner Frau Jennifer Rauchet aus Washington DC nach Phoenix im US-Bundesstaat Arizona gereist war. © imago
Höhepunkt der mehrstündigen Veranstaltung in Arizona war die Rede Donald Trumps
imago834700717.jpg © imago
Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.,
Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., wie Hegseth in Begleitung seiner Frau, der Schauspielerin Cheryl Hines, hielt ebenfalls eine Rede bei der Trauerfeier für Charlie Kirk. © afp
Festnahme eines Tatverdächtigen namens Tyler Robinson.
Wenige Tage nach dem Attentat auf Charlie Kirk meldete das FBI die Festnahme eines Tatverdächtigen namens Tyler Robinson. Dem 22-Jährigen droht die Todesstrafe. © afp
State Farm Stadium in Phoenix, Arizona.
Während die Ermittlungen rund um das Attentat auf Charlie Kirk noch laufen, starten bereits die Vorbereitungen für eine gigantische Trauerfeier. Stattfinden wird diese im State Farm Stadium in Phoenix, Arizona. Das mehr als 60.000 Zuschauer fassende Stadion wird sonst von der American Football Mannschaft Arizona Cardinals als Heimspielstätte genutzt. © PATRICK T. FALLON
Tod von Charlie Kirk im State Farm Stadium
Schon während des Heimspiels der Arizona Cardinals gegen die Carolina Panthers wurde an den Tod von Charlie Kirk im State Farm Stadium erinnert. Kirk lebte mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Kindern im US-Bundesstaat Arizona, wo sich auch das Hauptquartier der von ihm gegründeten Organisation Turning Point USA befindet. © afp
Donald Trump. Der US-Präsident, hier mit Kirk auf einer Veranstaltung seiner Organisation Turning Point USA
Zahlreiche prominente Persönlichkeiten aus dem rechtspolitischen Spektrum der USA haben ihre Teilnahme an der Trauerfreier für Charlie Kirk bekanntgegeben. Allen voran Donald Trump. Der US-Präsident, hier mit Kirk auf einer Veranstaltung seiner Organisation Turning Point USA, wird als Redner im State Farm Stadium in Phoenix erwartet. © afp
Vance moderiert „Charlie Kirk Show“
Neben Donald Trump wird auch sein Stellvertreter in Phoenix erwartet. Vizepräsident J. D. Vance verband nach eigener Aussage eine „enge Freundschaft“ mit dem ermordeten Charlie Kirk. Nach dessen Tod und zu seinen Ehren moderierte Vance den Podcast „The Charlie Kirk Show“. In der Folge versammelte er zahlreiche Verbündete und Freunde des rechten Influencers. © dpa
Verteidigungsminister Pete Hegseth (l.), hier in Begleitung seiner Frau Jennifer Rauchet und Air Force General Dan Caine
Neben Vizepräsident J. D. bringt Donald Trump sein halbes Kabinett mit nach Arizona. Verteidigungsminister Pete Hegseth (l.), hier in Begleitung seiner Frau Jennifer Rauchet und Air Force General Dan Caine ist ebenso dabei wie.... © AFP
Tulsi Gabbard, die in der Trump-Administration den Posten der Direktorin für die US-Geheimdienste bekleidet
Ebenfalls erwartet aus Washington DC wird Tulsi Gabbard, die in der Trump-Administration den Posten der Direktorin für die US-Geheimdienste bekleidet. Die ehemalige Demokratin und neuerliche Republikanerin sprach bereits bei einer Gedenkfeier für Krik in Washington DC. Dort verglich Gabbard den Mord an Kirk mit dem Terroranschlag vom 11. September 2001.  © AFP
Sergio Gor (l.), der unter Donald Trump Direktor für Personalangelegenheiten im Weißen Haus ist
Ebenso Redner bei der Trauerfeier für Charlie Kirk ist laut Ankündigung Sergio Gor (l.), der unter Donald Trump Direktor für Personalangelegenheiten im Weißen Haus ist. Hier kommt Gor in Begleitung von Finanzminister Scott Bessent nach einer Reise nach Florida auf dem Rasen des Weißen Hauses an.  © AFP
Trumps Berater Stephen Miller
Trumps Berater Stephen Miller ist der nächste Gast, der Charlie Kirks Trauerfeier besuchen wird. Miller, hier mit FBI-Direktor Kash Patel im Oval Office des Weißen Hauses, gilt als radikaler Einflüsterer der Trump-Regierung. Als Gast in der von Vizepräsident J. D. Vance moderierten Folge des Podcasts „The Charlie Kirk Show“ kündigte Miller - im Namen Kirks - einen erbarmungslosen Kampf gegen die politische Linke in den USA an. Daraum habe Kirk persönlich in einer letzten Textnachricht vor seinem Tod gebeten. © afp
US-Außenminister Rubio in Israel
Marco Rubio komplettiert die Reisegruppe des Trump-Kabinetts, die sich am Sonntag auf den Weg nach Phoenix zur Trauerfeier Charlie Kirks macht. Mit der Teilnahme des Außenministers befinden sich drei der ersten sechs Personen, die im Fall eines Ausscheidens von Trump dessen Posten als US-Präsident übernehmen würden, in Arizona. © dpa
Nach dem Attentat auf Charlie Kirk in Utah
Entsprechend groß werden die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Gedenkveranstaltung für Charlie Kirk in Phoenix, Arizona, sein. Bereits nach dem Attentat in Utah waren, wie hier zu sehen, schwer bewaffnete Polizisten im Einsatz. © imago
Tucker Carlson, der ehemalige Moderator von Fox News.
Nicht nur Politiker nehmen Abschied von Charlie Kirk, sondern auch mehrere Vertreter der politischen Rechten aus der Welt der Sozialen Medien und des Fernsehens. Darunter auch Tucker Carlson, der ehemalige Moderator von Fox News, der Stammgast auf Veranstaltungen von Kirks Organisation Turning Point USA ist. © afp
Kirks Witwe, Erika Kirk, wird wohl ebenfalls an der Trauerfeier für ihren ermordeten Ehemann teilnehmen. Die 36-Jährige, hier gemeinsam mit Vizepräsident JD Vance und seiner Frau Usha, hat bereits kurz nach dem Attentat angekündigt, die politische Arbeit ihres Mannes fortsetzen zu wollen. Am 18. September wurde sie zum neuen CEO von Kirks Organisation Turning Point USA gewählt.
547911086.jpg © Ross D. Franklin/imago
Donald Trump Jr und Bettina Anderson
Die Familie Trump vertritt in Phoenix bei der Trauerfeier für Charlie Kirk neben Familienoberhaupt Donald auch dessen ältester Sohn, Donald Trump Jr. Der 47-Jährige, hier in Begleitung von Lebensgefährtin Bettina Anderson, soll seinen Vater und Kirk miteinander bekannt gemacht und so den Grundstein gelegt haben für die erfolgreiche Zusammenarbeit des damaligen Präsidentschaftskandidaten und des rechten Influencers. © afp
Wandbild von Charlie Kirk in Israel
Doch nicht nur in den USA wird in diesen Tagen an den Tod von Charlie Kirk erinnert. In der israelischen Stadt Ashdod verewigte der Graffiti-Künslter Dudi Shaval den rechten Influencer mit einem Wandbild, das Kirk mit Engelsflügeln zeigt. © imago
Trauer und Hingabe im Arizona Cardinals Stadium: Anhänger des erschossenen rechten Aktivisten Charlie Kirk zeigen ihre Verbundenheit.
Trauer und Hingabe im Arizona Cardinals Stadium: Anhänger des erschossenen rechten Aktivisten Charlie Kirk zeigen ihre Verbundenheit mit dem verstorbenen Turning Point USA-Gründer. © Jae C. Hong/dpa
Imposante Gedenkfeier im State Farm Stadium: Große Leinwände zeigen „Remembering Charlie Kirk“ (1993-2025), während US-Flaggen das Stadion schmücken.
Imposante Gedenkfeier im State Farm Stadium: Große Leinwände zeigen „Remembering Charlie Kirk“ (1993-2025), während US-Flaggen das Stadion schmücken.  © Ross D. Franklin/dpa
Hochkarätige Teilnahme bei Charlie Kirks Trauerfeier: Tesla-Chef Elon Musk und weitere prominente Vertreter der konservativen Bewegung sind zur Gedenkfeier nach Arizona gereist.
Hochkarätige Teilnahme bei Charlie Kirks Trauerfeier: Tesla-Chef Elon Musk und weitere prominente Vertreter der konservativen Bewegung sind zur Gedenkfeier nach Arizona gereist.  © Ross D. Franklin/dpa
Glaube und Politik vereint: Die Trauerfeier für Charlie Kirk verbindet christliche Symbolik mit politischer Botschaft, wie das prominente Kreuz im State Farm Stadium verdeutlicht.
Glaube und Politik vereint: Die Trauerfeier für Charlie Kirk verbindet christliche Symbolik mit politischer Botschaft, wie das prominente Kreuz im State Farm Stadium verdeutlicht. © John Locher/dpa

„Ich glaube, wir haben eine Antwort auf Autismus gefunden“, sagte Trump. Dabei geht es laut der Washington Post um den Wirkstoff Acetaminophen – in den USA besser bekannt unter dem Medikamentennamen Tylenol. In Deutschland kennt man Acetaminophen als Paracetamol.

Trump verkündet wohl: Paracetamol soll für Autismus mitverantwortlich sein

Die Washington Post stützt ihre Berichterstattung auf vier anonyme Quellen. Laut diesen sollen offizielle Stellen in den letzten Monaten mehrere Studien untersucht haben, die die Einnahme von Acetaminophen in der frühen Schwangerschaft mit einem höheren Autismus-Risiko der Kinder in Verbindung gebracht haben. Darunter soll auch eine Studie von Wissenschaftlern aus Harvard und Mount Sinai sein. Laut der Washington Post will das Weiße Haus am Montag Schwangere davor warnen, Tylenol während den ersten Schwangerschaftsmonaten einzunehmen, es sein denn, sie haben Fieber.

Außerdem wolle die Regierung das Medikament Leucovorin als Mittel gegen Autismus vorstellen. Leucovorin wird bisher gegen Nebenwirkungen bestimmter Medikamente und Vitamin-B9-Mangel eingesetzt. Doppelblinde, placebokontrollierte Versuche hätten laut der Washington Post gezeigt, dass Leucovorin bei autistischen Kindern zu bemerkenswerten Verbesserungen ihrer Sprach- und Verständnisfähigkeiten führt. Die Versuche sind noch nicht abgeschlossen und befinden sich in frühen Test-Stadien. Bei einer doppelblinden Studie wissen weder die Teilnehmenden noch die Ärzte, ob es sich bei dem verabreichten Medikament um ein Placebo oder den tatsächlichen Wirkstoff handelt. Die Ergebnisse der Versuche haben nach Berichten der Washington Post in Fachkreisen Wellen geschlagen, da bisher davon ausgegangen wird, dass genetische Faktoren eine wichtige Rolle für Autismus spielen.

Donald Trump bei der Trauerfeier zu Ehren Charlie Kirks

In den USA wird Autismus oft als Schreckensbild benutzt

Die Autismus-Spektrums-Störung ist eine angeborene neurologische Entwicklungsstörung, die je nach Patient unterschiedlich stark und mit unterschiedlichen Symptomen in Erscheinung tritt. Betroffene erfahren oft Besonderheiten in der Kommunikation mit anderen Menschen, entwickeln andere Verhaltensweisen und nehmen ihre Umwelt anders wahr als neurotypische Menschen. Aufgrund dessen werden sie von ihnen manchmal als anders oder fremd wahrgenommen.

Autismus wird in konservativen und verschwörungstheoretischen Kreisen in den USA als Feind- und Schreckensbild genutzt. Vor allem während der Covid-19-Pandemie verbreitete sich die Verschwörungstheorie, dass Impfungen zu Autismus führen würden. Das ist wissenschaftlich nicht bestätigt.

Donald Trump will „Autismus-Epidemie“ in den USA bekämpfen

Donald Trump hat sich während seiner zweiten Amtszeit dem Kampf gegen Autismus verschrieben und seine Mitarbeiter damit betraut, Lösungen zu finden. Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte der Washington Post: „Präsident Trump hat versprochen, sich mit der steigenden Autismusrate in Amerika zu befassen und dabei auf wissenschaftliche Spitzenforschung zurückzugreifen. Die morgige Ankündigung wird einen historischen Fortschritt in Bezug auf beide Versprechen darstellen.“

Trumps Gesundheitsminister, Robert F. Kennedy Jr. hat Autismus zu einem Schwerpunkt seiner Agenda „Make America Healthy Again“ gemacht. Bei einer Kabinettssitzung im April sagte er: „Wir haben eine groß angelegte Test- und Forschungsinitiative gestartet, an der Hunderte von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt beteiligt sein werden”, so Kennedy. „Bis September werden wir wissen, was die Autismus-Epidemie verursacht hat, und wir werden in der Lage sein, diese Ursachen zu beseitigen.”

In den USA haben immer mehr Kinder Autismus – Ursachen unklar

Wissenschaftler haben alarmiert auf diese Ankündigung reagiert und angemerkt, dass ein solches Unterfangen eine lange Zeit dauern würde. In den USA werden in den letzten Jahrzehnten immer mehr Kinder mit Autismus diagnostiziert. Die Gründe dafür sind nicht klar, laut Wissenschaftlern spielen das gestiegene Bewusstsein über Autismus und verbesserte Tests eine Rolle. Aber laut einigen Forschen könnten auch Lebensstil und Umwelteinflüsse dafür verantwortlich sein, schreibt die Washington Post.
(Quelle: Washington Post, eigene Recherche) (cdz)

Rubriklistenbild: © IMAGO / UPI Photo/Eduardo Barraza

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