„Ich glaube, wir haben eine Antwort auf Autismus gefunden“, sagte Trump. Dabei geht es laut der Washington Post um den Wirkstoff Acetaminophen – in den USA besser bekannt unter dem Medikamentennamen Tylenol. In Deutschland kennt man Acetaminophen als Paracetamol.
Trump verkündet wohl: Paracetamol soll für Autismus mitverantwortlich sein
Die Washington Post stützt ihre Berichterstattung auf vier anonyme Quellen. Laut diesen sollen offizielle Stellen in den letzten Monaten mehrere Studien untersucht haben, die die Einnahme von Acetaminophen in der frühen Schwangerschaft mit einem höheren Autismus-Risiko der Kinder in Verbindung gebracht haben. Darunter soll auch eine Studie von Wissenschaftlern aus Harvard und Mount Sinai sein. Laut der Washington Post will das Weiße Haus am Montag Schwangere davor warnen, Tylenol während den ersten Schwangerschaftsmonaten einzunehmen, es sein denn, sie haben Fieber.
Außerdem wolle die Regierung das Medikament Leucovorin als Mittel gegen Autismus vorstellen. Leucovorin wird bisher gegen Nebenwirkungen bestimmter Medikamente und Vitamin-B9-Mangel eingesetzt. Doppelblinde, placebokontrollierte Versuche hätten laut der Washington Post gezeigt, dass Leucovorin bei autistischen Kindern zu bemerkenswerten Verbesserungen ihrer Sprach- und Verständnisfähigkeiten führt. Die Versuche sind noch nicht abgeschlossen und befinden sich in frühen Test-Stadien. Bei einer doppelblinden Studie wissen weder die Teilnehmenden noch die Ärzte, ob es sich bei dem verabreichten Medikament um ein Placebo oder den tatsächlichen Wirkstoff handelt. Die Ergebnisse der Versuche haben nach Berichten der Washington Post in Fachkreisen Wellen geschlagen, da bisher davon ausgegangen wird, dass genetische Faktoren eine wichtige Rolle für Autismus spielen.
In den USA wird Autismus oft als Schreckensbild benutzt
Die Autismus-Spektrums-Störung ist eine angeborene neurologische Entwicklungsstörung, die je nach Patient unterschiedlich stark und mit unterschiedlichen Symptomen in Erscheinung tritt. Betroffene erfahren oft Besonderheiten in der Kommunikation mit anderen Menschen, entwickeln andere Verhaltensweisen und nehmen ihre Umwelt anders wahr als neurotypische Menschen. Aufgrund dessen werden sie von ihnen manchmal als anders oder fremd wahrgenommen.
Autismus wird in konservativen und verschwörungstheoretischen Kreisen in den USA als Feind- und Schreckensbild genutzt. Vor allem während der Covid-19-Pandemie verbreitete sich die Verschwörungstheorie, dass Impfungen zu Autismus führen würden. Das ist wissenschaftlich nicht bestätigt.
Donald Trump will „Autismus-Epidemie“ in den USA bekämpfen
Donald Trump hat sich während seiner zweiten Amtszeit dem Kampf gegen Autismus verschrieben und seine Mitarbeiter damit betraut, Lösungen zu finden. Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte der Washington Post: „Präsident Trump hat versprochen, sich mit der steigenden Autismusrate in Amerika zu befassen und dabei auf wissenschaftliche Spitzenforschung zurückzugreifen. Die morgige Ankündigung wird einen historischen Fortschritt in Bezug auf beide Versprechen darstellen.“
Trumps Gesundheitsminister, Robert F. Kennedy Jr. hat Autismus zu einem Schwerpunkt seiner Agenda „Make America Healthy Again“ gemacht. Bei einer Kabinettssitzung im April sagte er: „Wir haben eine groß angelegte Test- und Forschungsinitiative gestartet, an der Hunderte von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt beteiligt sein werden”, so Kennedy. „Bis September werden wir wissen, was die Autismus-Epidemie verursacht hat, und wir werden in der Lage sein, diese Ursachen zu beseitigen.”
In den USA haben immer mehr Kinder Autismus – Ursachen unklar
Wissenschaftler haben alarmiert auf diese Ankündigung reagiert und angemerkt, dass ein solches Unterfangen eine lange Zeit dauern würde. In den USA werden in den letzten Jahrzehnten immer mehr Kinder mit Autismus diagnostiziert. Die Gründe dafür sind nicht klar, laut Wissenschaftlern spielen das gestiegene Bewusstsein über Autismus und verbesserte Tests eine Rolle. Aber laut einigen Forschen könnten auch Lebensstil und Umwelteinflüsse dafür verantwortlich sein, schreibt die Washington Post. (Quelle: Washington Post, eigene Recherche) (cdz)