Trump über Atomwaffen: „Ich möchte nicht das einzige Land sein, das keine Tests durchführt“
Trump wirft Russland und China heimliche Atomtests vor und verteidigt US-Atomtests. Energieminister Wright betont jedoch, es gehe um Systemtests.
Washington, D.C. – „Ich möchte nicht das einzige Land sein, das keine Tests durchführt“, sagte US-Präsident Donald Trump in Bezug auf Atomwaffen am Sonntagabend (02. Oktober) im Interview mit dem Fernsehsender CBS. „Russland nimmt Tests vor, China nimmt Tests vor, aber sie sprechen nicht darüber.“ Die Interviewerin fragte Trump, ob auch in den USA erstmals seit 1992 wieder eine Atomwaffe zur Explosion gebracht werden solle. „Ich sage, dass wir Atomwaffen testen werden, so wie es andere Länder auch tun, ja“, antwortete Trump. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete über das Interview.
Am Mittwoch (29. Oktober) hatte Trump als Reaktion auf russische Tests angekündigt, dass die Vereinigten Staaten wieder Atomwaffentests durchführen wollten. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte zuvor bekanntgegeben, die atomfähigen Waffen Burewestnik und Poseidon erfolgreich getestet zu haben. Laut russischen Angaben waren die Waffen nicht mit Atomsprengköpfen bestückt.
Was meint Trump mit seiner Ankündigung von Atomwaffentests?
Trumps Ankündigung löste international Sorge aus. Es war unklar, ob Trump mit seiner Ankündigung tatsächlich Tests von aktiven Nuklearsprengköpfen meint oder wie Russland nur die Waffensysteme testen will, die mit Nuklearsprengköpfen bestückt werden können. Das CBS-Interview von Sonntagabend brachte nun wenig Klarheit. Erst ein paar Stunden zuvor hatte Donald Trumps Energieminister Chris Wright beim Sender Fox News dargestellt, dass die USA keine nuklearen Explosionen durchführen werden.
Trumps Energieminister stellt klar: Systemtests, keine nuklearen Explosionen
„Die Tests, über die wir gerade sprechen, sind Systemtests. Das sind keine nuklearen Explosionen“, sagte er am Sonntag im Sunday Briefing von Fox News. Man werde dabei neue Waffensysteme testen, keine alten Systeme. Die Modernisierung des nuklearen Arsenals sei eine entscheidende Priorität. „Viele unserer Waffen sind sehr alt.“ Man müsse das Waffenarsenal modern und auf dem neuesten Stand halten, um weltweit führend zu sein. „Das ist die einzige Möglichkeit, Frieden im Ausland und Wohlstand im eigenen Land zu garantieren“, sagte Wright. Wright stellte auch klar, dass viele Tests mit modernen Computersimulationen sehr akkurat durchgeführt werden könnten.
Comeback der Atomwaffen-Tests: die nukleare Bedrohung kehrt zurück
Die USA verfügen über ein umfangreiches Programm, um die Zuverlässigkeit ihres Atomarsenals sicherzustellen. Dazu gehören Computersimulationen, Tests mit Atommaterial, bei denen keine Kettenreaktion stattfindet sowie Tests von Raketen und Sprengkopftechnologien. Solche Maßnahmen machen laut dpa nach Ansicht mancher Experten Atomtests überflüssig. Die USA haben vor 1992 tausende Atomtests durchgeführt und haben aufgrund dessen sehr viele Daten, auf denen sie neue Berechnungen aufbauen können. Das Energieministerium ist in den USA für viele Aspekte des nuklearen Arsenals zuständig, unter anderem über die ihm untergeordnete Atomsicherheitsbehörde NNSA.
Seit mehr als 30 Jahren keine Atomtests mehr in den USA
Seitdem 1992 in Nevada der letzte Atomwaffentest durchgeführt wurde, gab es in den USA keine Tests mehr mit nuklearen Sprengköpfen. Aufgrund der Geschichte des Kalten Kriegs haben sie sich gemeinsam mit Russland und China bislang an ein seit Jahrzehnten bestehendes Moratorium für Atomexplosionen gehalten.
Unter Präsident Bill Clinton unterzeichneten die USA 1996 den Vertrag über das umfassende Verbot von Atomtests (CTBT), der alle Explosionstests international verbietet. Die USA haben den Vertrag allerdings wie China nicht ratifiziert, auch deshalb ist er nie in Kraft getreten. Russland machte seine Ratifizierung 2023 unter Präsident Wladimir Putin rückgängig – was die USA scharf kritisierten. Der atomare Abrüstungsvertrag New Start, das letzte große Rüstungskontrollabkommen zwischen den USA und Russland, läuft im Februar 2026 aus. (Quellen: Fox News, dpa, AFP) (cdz)