„Terrorismus, Tod und Hass“

Trump verkündet neue Iran-Warnung in der Rede zur Lage der Nation: „Haben das stärkste Militär der Welt“

In seiner Rede zur Lage der Nation kommt Trump auch auf den Iran zu sprechen. Er fordert eine deutliche Atom-Absage seitens Teheran.

Präsident Donald Trump nutzte seine Rede zur Lage der Nation, um eine neue, hochrangige Warnung an den Iran auszusprechen, während die Nuklearverhandlungen unter der Drohung eines möglichen US-Militäreinsatzes gegen die Islamische Republik weitergehen.

Ali Chamenei (l.) ist das politische und religiöse Oberhaupt des Iran. US-Präsident Donald Trump warnte Teheran während seiner Rede zur Lage der Nation.

„Wir befinden uns in Verhandlungen mit [Iran]. Sie wollen ein Abkommen schließen, aber wir haben diese geheimen Worte nicht gehört: ‚Wir werden niemals eine Atombombe besitzen‘“, sagte Trump in seiner Rede.

Rede zur Lage der Nation: Trump attackiert den Iran und spricht von „Terrorismus, Tod und Hass“

„Mir ist es lieber, dieses Problem durch Diplomatie zu lösen, aber eines ist sicher: Ich werde niemals zulassen, dass der weltweit größte Sponsor des Terrors, was sie mit großem Abstand sind, eine Atombombe besitzt“, fügte er hinzu. „Und niemand sollte jemals an der Entschlossenheit Amerikas zweifeln. Wir haben das stärkste Militär der Erde.“

Trumps Warnung erfolgte, als er die Islamische Republik wegen seiner Geschichte der Gewalt kritisierte, darunter die Unterstützung verbündeter Milizen im Irak, die nach der US-geführten Invasion 2003 US-Truppen ins Visier nahmen und laut Pentagon mehr als 600 Soldaten töteten. Trump pries zudem seine eigene Rolle bei der Anordnung des Angriffs, bei dem der Kommandeur der Quds-Brigade der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC), Generalmajor Qassem Soleimani, im Januar 2020 getötet wurde.

Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran

Haft-e Tir in Teheran
Am 13. Juni 2025 startete die israelische Armee Luftangriffe auf die Islamische Republik Iran unter dem Codenamen „Operation Rising Lion“. Ziel der Angriffe waren die Atomanreicherungsanlagen des Landes sowie Zentren der Macht des Mullah-Regimes. Doch auch Irans Hauptstadt Teheran geriet unter Beschuss, wie dieses Bild einer Frau auf dem Haft-e Tir Platz in Teheran zeigt. © afp
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu
Befohlen hatte Israels Angriff auf den Iran Premierminister Benjamin Netanjahu. Er begründete den Angriff auf das Mullah-Regime mit der atomaren Gefahr, die von diesem für den jüdischen Staat ausgehen würde. Teheran sei kurz davor, eine Atombombe fertigzustellen. Und solange der Iran die Vernichtung Israels als Teil seiner Staatsdoktrin verstehe, könne man mit Blick auf den Iran in Jerusalem kein Risiko eingehen. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Noch am selben Tag schlug der Iran zurück.
Noch am selben Tag schlug der Iran zurück. Unter dem Codenamen „Operation True Promise III“ flogen Raketen Richtung Israel, die auch die Regionen rund um Tel Aviv trafen. Hier zu sehen ist ein Rettungshelfer mit einem Kind auf dem Arm in der Stadt Ramat Gan, einem Vorort der Millionenmetropole am Mittelmeer. © Ilia Yefimovich/dpa
Sowohl im Iran als auch wie hier in der israelischen Großstadt Tel Aviv waren die Schäden der gegenseitigen Luftangriffe enorm.
Sowohl im Iran als auch wie hier in der israelischen Großstadt Tel Aviv waren die Schäden der gegenseitigen Luftangriffe enorm. Laut unbestätigten Meldungen sollen im Iran bis zum 16. Juni 2025 etwa 800 Menschen getötet worden sein. In Israel sollen nach offiziellen Angaben acht Menschen infolge der Raketenangriffe aus dem Iran gestorben sein. © Oded Balilty/dpa
Nahostkonflikt - Trump über Angriff auf iranische Atomanlagen
Doch wer sind die wichtigsten Akteure im Israel-Iran-Krieg? Und gibt es eine Opposition im Mullah-Regime? Antworten auf diese Frage finden Sie in den folgenden Bildern. Neben dem bereits erwähnten Benjamin Netanjahu steht auf der einen Seite Donald Trump. Der US-Präsident befahl am 22. Juni 2025 einen koordinierten Angriff aus der Luft und von der See auf die Atomanreicherungsanlagen des Iran. Die Operation lief unter dem Codenamen „Operation Midnight Hammer“. Die US-Streitkräfte nahmen die iranischen Atomanlagen in Fordo, Natanz und Isfahan unter Beschuss. Laut Trump, hier bei der Verkündung der Operation und in Begleitung von Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth, wurden alle drei Anlagen vollständig zerstört. © Carlos Barria/dpa
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat nach Donald Trump im Pentagon für die Fernsehkameras
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat nach Donald Trump im Pentagon für die Fernsehkameras. Hegseth nannte die Militäroperation gegen den Iran einen vollen Erfolg. An dem Angriff waren laut dem Verteidigungsministerium insgesamt rund 125 Flugzeuge beteiligt, darunter sieben B-2-Bomber, mehrere Tankflugzeuge sowie Aufklärungs- und Unterstützungsmaschinen Ebenfalls beteiligt an dem Angriff war laut Hegseth ein U-Boot, das im Golf von Oman stationiert war und insgesamt 30 Tomahawk-Raketen auf Ziele im Iran abfeuert. © Alex Brandon/dpa
Israel Katz, seit November 2024 Verteidigungsminister im Kabinett von Benjamin Netanjahu
Ein weiterer Protagonist im eskalierenden Nahostkonflikt ist Israel Katz, seit November 2024 Verteidigungsminister im Kabinett von Benjamin Netanjahu. Beide gehören der rechtskonservativen Likud-Partei an. Katz gilt parteiintern als Konkurrent Netanjahus. In Sachen israelischer Außenpolitik vertritt er aber ähnliche Position. So lehnt Katz, hier bei einem Truppenbesuch an der israelischen Grenze zum Libanon, eine Zweistaatenlösung im Konflikt mit den Palästinensern ebenso ab wie Netanjahu. © Ariel Hermoni/dpa
Majorgeneral Amir Hatami, hier mit Admiral Mahmoud Mousavi (rechts) und Admiral Habibollah Sayyari
Ein mächtiger Mann im Iran ist Verteidigungsminister und Majorgeneral Amir Hatami, hier mit Admiral Mahmoud Mousavi (rechts) und Admiral Habibollah Sayyari bei einer Sitzung im Hauptquartier in der iranischen Stadt Zolfaghar. Hatami drohte Israel nach deren Raketenangriff mit Vergeltung und warf der „zionistischen Armee“ Versagen im Bodenkampf vor, weshalb sie ihre Angriffe auf die Luft beschränken würden. © imago
Als noch mächtigerer Militärvertreter im Iran galt zeit seines Lebens Qasem Soleimani
Als noch mächtigerer Militärvertreter im Iran galt zeit seines Lebens Qasem Soleimani. Er war seit 1998 Kommandeur der Quds-Einheit, einer Unterabteilung der iranischen Revolutionsgarde, die Spezialeinsätze außerhalb des Irans durchführt. Er galt als Vertrauter von Ajatollah Ali Chamenei und als einer der Hauptverantwortlichen für die Ausweitung des iranischen Einflusses auf weite Teile des Nahen Ostens. Am 3. Januar 2020 wurde Soleimani während eines Besuch im benachbarten Irak auf Befehl von US-Präsident Donald Trump von einer Drohne des US-Militärs getötet. An jedem Jahrestag veranstaltet das Mullah-Regime in Teheran eine große Gedenkdemonstration. © Ameer Al Mohammedaw/dpa
Esmail Qa‘ani zum Oberbefehlshaber der Quds-Brigaden
Nach dem Tod von Qasem Soleimani wurde sein Stellvertreter Esmail Qa‘ani zum Oberbefehlshaber der Quds-Brigaden des Iran ernannt. © imago
Der mächtigste Mann auf der anderen Seite ist Irans „Oberster Führer“ Ajatollah Ali Chamenei.
Der mächtigste Mann im Iran ist der „Oberste Führer“ Ajatollah Ali Chamenei. Der Anführer des Mullah-Regimes, hier bei einer Zeremonie im Rahmen des „Festivals der Engel“ im Jahr 2023, ist seit 1989 das politische und religiöse Oberhaupt des schiitisch geprägten Iran. Diese Position macht Chamenei auch zum „Revolutionsführer“. Er ist außerdem die höchste geistliche Instanz im Range eines Ajatollah und der Oberbefehlshaber der iranischen Streitkräfte in der Islamischen Republik Iran. © imago
Ruhollah Khomeini, besser bekannt als Ajatollah Khomeini.
Sein Vorgänger im Amt des Ajatollahs war Ruhollah Khomeini, besser bekannt als Ajatollah Khomeini. Er führte die Islamische Republik Iran seit der Islamischen Revolution 1979 bis zu seinem Tod 1989 an. Hier betet Khomeini im französischen Exil, aus dem heraus er die Revolution in seinem Heimatland organisierte, und das er erst am 1. Februar 1979 in Richtung des Iran wieder verließ. © imago
Ajatollah Ali Chamenei tat dies zuletzt im Jahr 2024 in Teheran
Dem obersten Führer des Landes kommt auch die Aufgabe zu, die Präsidentschaftswahlen im Iran zu eröffnen. Ajatollah Ali Chamenei tat dies zuletzt im Jahr 2024 in Teheran. In der Hochsicherheitszone der Hauptstadt der islamischen Republik gab das Staatsoberhaupt seine Stimme ab. © Arne Immanuel Bänsch/dpa
Der Wächterrat, hier bei einer Sitzung im Jahr 2009
Von einer freien Wahl kann bei der Präsidentschaftswahl im Iran aber keine Rede sein. Der Wächterrat, hier bei einer Sitzung im Jahr 2009, entscheidet unter dem Vorsitz des Ajatollahs, welche Kandidaten überhaupt an der Wahl teilnehmen dürfen. Von insgesamt 80 Bewerbungen blieben gerade einmal sechs Kandidaten übrig, bei denen es sich allesamt um systemtreue Politiker handelte. © imago
Die Präsidentschaftswahl 2024 im Iran gewann Massud Peseschkian.
Die Präsidentschaftswahl 2024 im Iran gewann Massud Peseschkian. Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2021 hatte der Wächterrat der Islamischen Republik Iran seine Kandidatur noch verhindert. Peseschkian gilt innerhalb des Irans als eher moderate Kraft. Er versprach eine Öffnung seines Landes hin zum Westen und betonte, der Iran strebe keine Atomwaffen an. Gleichzeitig forderte auch Peseschkian das „Verschwinden des zionistischen Regimes [Israel] von der Landkarte“ und feierte die iranischen Raketenangriffe auf Israel im Jahr 2024. © imago
Trauerfeier für Irans Präsident und Außenminister Ebrahim Raisi
Eigentlich hätte die Präsidentschaftswahl im Iran erst 2025 stattfinden sollen. Doch weil der amtierende Präsident, der ultrakonservative Ebrahim Raisi, im Mai 2024 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben kam, wurde die Wahl nach vorverlegt. © dpa
Hossein Amir-Abdollahian, Außenminister des Iran
Bei dem Hubschrauberabsturz kam auch Hossein Amir-Abdollahian, Außenminister des Iran und hier beim Weltwirtschaftsforum in Davos, ums Leben. © Hannes P Albert/dpa
Abbas Araghtschi (m.), der hier gemeinsam mit dem iranischen Botschafter in Russland, Kazem Jalali, auf Staatsbesuch bei Präsident Wladimir Putin
Nachfolger von Massud Peseschkian im Amt des Außenministers wurde Abbas Araghtschi (m.), der hier gemeinsam mit dem iranischen Botschafter in Russland, Kazem Jalali, auf Staatsbesuch bei Präsident Wladimir Putin im Kreml aufschlägt. Russland gilt als strategischer Verbündeter der Islamischen Republik Iran. Die beiden Länder bilden gemeinsam mit Armenien eine diplomatische Achse im Kaukasus und sind militärische Partner bei den Konflikten in Syrien, Irak und Afghanistan. Russland ist aber nicht der einzige internationale Verbündete des Mullah-Regimes. © Alexander Kazakov/dpa
OIC-Sitzung in Istanbul mit Irans Außenminister
Ein weiterer, wenn auch deutlich weniger enger, Verbündeter des Iran ist Pakistan. Hier unterhält sich der iranische Außenminister Abbas Araghtschi (r) mit seinem pakistanischen Amtskollegen Ishaq Dar während der Sitzung des Außenministerrats der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC). © Khalil Hamra/dpa
die islamistische Terrormiliz Hisbollah im Libanon
Einer der engsten internationalen Verbündeten des Mullah-Regimes im Iran ist die islamistische Terrormiliz Hisbollah im Libanon. Der Iran unterstützt die Gruppierung mit bis zu einer Milliarde US-Dollar pro Jahr. Wie die Führer der Islamischen Republik Iran gilt auch die Hisbollah als schiitisch geprägte Organisation und als Teil der „Achse des Widerstands“ gegen den Einfluss der USA und Israels in der Region. © imago
mehrere tausend Pager wie den im Bild und andere elektronische Geräte der Hisbollah im Vorfeld mit dem Sprengstoff Nitropenta zu präparieren
Dem israelischen Geheimdienst Mossad gelang im September 2024 ein empfindlicher Schlag gegen die Hisbollah-Miliz. Den Mossad-Agenten gelang es, mehrere tausend Pager wie den im Bild und andere elektronische Geräte der Hisbollah im Vorfeld mit dem Sprengstoff Nitropenta zu präparieren und nahezu zeitgleich explodieren zu lassen. Mindestens 37 zum Teil hochrangige Mitglieder der Hisbollah starben, rund 3.000 Menschen wurden teils schwer verletzt. © imago
Huthi-Rebellen im Jemen
Ebenfalls zu der „Achse des Widerstands“ gehören die Huthi-Rebellen im Jemen. Die schiitische Terrororganisation zettelte dort 2004 einen Bürgerkrieg an. 2014 eroberten sie jemenitische Hauptstadt Sanaa, 2015 schließlich die Kontrolle über den Rest des Landes. Der Iran ist bislang das einzige Land, das die Huthis als legitimie Herrscher des Jemen anerkennen. Während die alte Regierung im Jemen von dem sunnitisch geprägten Königshaus in Saudi-Arabien unterstützt wurde, erhalten die Huthi-Rebellen finanzielle, militärische und logistische Hilfe aus dem Iran. Im Gegenzug vertreten die Huthis die Interessen der Mullahs in der Region und führen für sie einen Stellvertreterkrieg gegen Israel und die USA im Roten Meer. © imago
die radikal-islamistische Terrororganisation Hamas
Das letzte Mitglied der „Achse des Widerstands“ ist die radikal-islamistische Terrororganisation Hamas, die seit 2006 über den Gazastreifen herrscht, und die seit den 1990er Jahren von der Islamischen Republik Iran unterstützt wird. Laut israelischen Geheimdiensten erhält die Hamas bis zu 350 Millionen US-Dollar jährlich aus dem Iran - obwohl die palästinensische Terrororganisation sunnitisch geprägt ist und damit im Gegensatz steht zum schiitisch dominierten Mullah-Regime im Iran. © imago
Hamas-Führer Yahya Sinwar
Geeint sind die palästinensische Hamas und die iranischen Mullahs in ihrem Hass auf Israel. Der äußerte sich in seiner ganzen Grausamkeit am 7. Oktober 2023, als Terror-Einheiten der Hamas den Süden Israels überfielen, 1.200 Menschen töteten und 200 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppten. Geplant wurde der Angriff durch den mittlerweile verstorbenen Hamas-Führer Yahya Sinwar (m.), der dabei umfangreiche Hilfe aus dem Iran erhielt. Unter anderem wurden mehr als 500 Hamas-Kämpfer im Vorfeld der Attacke im Iran ausgebildet.  © imago
Proteste gegen die Regierung des Iran im Jahr 2009
Doch bei weitem nicht alle Menschen im Iran stehen hinter der Herrschaft des autoritären Mullah-Regimes. Das bewiesen zuletzt die Proteste gegen die Regierung im Jahr 2009. In Teheran kam es im Zuge dessen zu gewaltsamen Ausschreitungen. © imago
Reza Pahlavi, Sohn des gestürzten iranischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi
Das bekannteste Gesicht der iranischen Opposition ist Reza Pahlavi, Sohn des gestürzten iranischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi. Der Schah-Erbe lebt im Exil in den USA und ruft von dort aus seine Landsleute regelmäßig zum Widerstand gegen das Mullah-Regime auf. © Thomas Padilla/dpa
Reza Pahlavi, hier als sieben Jahre alter Kronprinz des Iran, verließ das Land 1978 und reiste für seine Ausbildung in die USA
Reza Pahlavi, hier als sieben Jahre alter Kronprinz des Iran, verließ das Land 1978 und reiste für seine Ausbildung in die USA. Ein Jahr später kam es zur Islamischen Revolution im Iran und dem Ende der dortigen Schah-Herrschaft. © imago
Mohammed Reza Pahlavi, Schah im Iran
Sein Vater, Mohammed Reza Pahlavi, regierte den Iran als letzter Schah seit 1941. Nach der Islamischen Revolution in seinem Heimatland und der Machtübernahme der Mullahs floh Pahlavi mit seiner Frau nach Kairo.  © imago
Mohammed Reza Pahlavi regierte als autoritärer Herrscher im Iran und besuchte in dieser Funktion 1967 auch Deutschland.
Mohammed Reza Pahlavi regierte als autoritärer Herrscher im Iran und besuchte in dieser Funktion 1967 auch Deutschland. Während seines Besuchs in Berlin kam es zu heftigen Protesten gegen die Schah-Monarchie der noch jungen Studentenbewegung. Anhänger des Schah-Regimes und Agenten des iranischen Geheimdienstes prügelten unbehelligt auf Demonstranten und Passanten ein. In die gewalttätigen Auseinandersetzungen schaltete sich die schließlich die Berliner Polizei ein. Im Zuge dessen erschoss der Polizist Karl-Heinz Kurras den Studenten Benno Ohnesorg. Kurras wurde 2009 als Stasi-Agent enttarnt. © imago
Yasmine Pahlavi und Iman Pahlavi in Washington DC
Im Gegensatz zu seinem Vater strebt Reza Pahlavi nach eigener Aussage den Aufbau einer demokratischen Regierung im Iran an. Dafür tritt er immer wieder auf öffentlichen Kundgebungen auf, wie hier in Washington DC im April 2025. Zu der Veranstaltung begleiteten den Schah-Erbe seine Frau Yasmine Pahlavi und die gemeinsame Tochter Iman Pahlavi. © imago
Ein weiteres prominentes Gesicht der iranischen Opposition ist Maryam Rajavi.
Ein weiteres prominentes Gesicht der iranischen Opposition ist Maryam Rajavi. Die 71 Jahre alte Politikerin lebt im Exil in Paris und ist Präsidentin des „Nationalen Widerstandsrates im Iran“ (NWRI). Zu Beginn der Islamischen Revolution im Iran im Jahr 1979 stand Rajavi noch auf der Seite der Mullahs. Zum Bruch kam es erst ab 1981. Ein Jahr später verließ Rajavi den Iran. Die Politikerin will einen Regimewechsel im Iran durch das iranische Volk und bietet laut einem Interview mit Fox News eine „demokratische und inklusive Alternative“ zum Mullah-Regime. © imago
Rudy Giuliani. Der ehemalige Bürgermeister von New York sprach auf einer Kundgebung von Reza Pahlavi in Washington DC.
Hinter Maryam Rajavi stehen auch prominente Figuren der US-Politik aus dem Umfeld von Donald Trump. Dazu gehört unter anderem Rudy Giuliani. Der ehemalige Bürgermeister von New York sprach auf einer Kundgebung vor Anhängerinnen und Anhängern Rajavis in Washington DC. © imago
Elahe Tavakolian auf einer Demonstration gegen das Mullah Regime im Iran
Ohnehin ist ein Großteil der Führungspersönlichkeiten der iranischen Opposition weiblich. Zum Symbol des weiblichen Widerstands gegen das patriarchale Mullah-Regime wurden seit den 2010ern Augenverletzungen. Zahlreiche Demonstrantinnen erlitten diese infolge der Aufstände gegen die Islamische Republik Iran. Eine solche erlitt auch Elahe Tavakolian, die mittlerweile in Italien lebt und dort regelmäßig an Demonstrationen teilnimmt. © imago
Studentin Kosar Eftekhari aus dem Iran
Auch die Studentin Kosar Eftekhari erlitt eine solche Verletzung und verließ den Iran infolgedessen. Sie lebt mittlerweile in Berlin und engagiert sich dort in der iranischen Oppositionsbewegung. © imago
Journalistin, Autorin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad
Eine weitere bekannte Persönlichkeit der iranischen Opposition ist die Journalistin, Autorin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad, die hier auf einer Kundgebung in Washington DC spricht. Die heute 48 Jahre alte Frau wurde 1994 im Iran verhaftet, weil sie regierungskritische Flugblätter in Umlauf gebracht haben soll. Heute lebt Alinejad in den USA und gründete dort im Jahr 2010 die Gruppe IranNeda, in der sich Schritstellerinnen und Schriftsteller sowie Intelektuelle aus dem Iran gemeinsam gegen das Mullah-Regime engagieren. © imago
2009 in Teheran verstorbenen Neda Agha-Soltan
Der Name IranNeda leitet sich von der 2009 in Teheran verstorbenen Neda Agha-Soltan ab. Die iranische Studentin wurde während einer Demonstration gegen das Mullah-Regime von einem Mitglied der Bürgermiliz Basidsch erschossen. Ihr Vorname, der auf persisch „Stimme“ oder „Ruf“ bedeutet, wurde zum Symbol und Kampfbegriff der iranischen Oppositionsbewegung. © imago
Sara Seyed ist Schauspielerin, Autorin, Produzentin und internationale Menschenrechtsanwältin.
Gegen das Mullah-Regime im Iran kämpft auch Sara Seyed. Sie ist Schauspielerin, Autorin, Produzentin und internationale Menschenrechtsanwältin.  © imag

„Seit sie vor 47 Jahren die Kontrolle über diese stolze Nation übernommen haben, haben das Regime und seine mörderischen Stellvertreter nichts als Terrorismus, Tod und Hass verbreitet“, sagte Trump. „Sie haben Tausende amerikanische Soldaten getötet und Hunderttausende, ja sogar Millionen von Menschen durch Sprengfallen. Sie waren die Könige der Sprengfallen.“

„Und wir haben Soleimani ausgeschaltet, das habe ich während meiner ersten Amtszeit getan“, fuhr der Präsident fort. „Das hatte enorme Auswirkungen. Er war der Vater der Sprengfalle.“

Trump prahlt in Rede zur Lage der Nation mit der Iran-Operation „Midnight Hammer“

Trump beschuldigte die iranische Regierung anschließend, bis zu 32.000 Demonstranten getötet zu haben, die bei den landesweiten Protesten und Unruhen im vergangenen Monat im ganzen Iran auf die Straße gegangen waren, und schrieb sich das Verhindern der Hinrichtung einer Reihe der Festgenommenen „mit der Drohung ernsthafter Gewalt“ zu. Die iranische Regierung hat die offizielle Zahl der Toten auf etwas mehr als 3100 Menschen beziffert, darunter mehr als 500 Sicherheitskräfte, während ausländische Beobachter die Gesamtzahl der Opfer jedoch auf deutlich mehr schätzen.

Trump warnte auch vor den Gefahren, die vom Raketenprogramm Irans ausgehen, und prahlte mit den beispiellosen Angriffen, bekannt als Operation „Midnight Hammer“, die er im vergangenen Juni während des 12-Tage-Krieges zwischen Iran und Israel gegen drei iranische Atomanlagen anordnete. Er warf Teheran den Versuch vor, die Bemühungen um die Entwicklung einer Atombombe wiederaufzunehmen, obwohl die iranische Führung offiziell und konsequent jegliche Bestrebungen zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen bestreitet.

„Sie haben bereits Raketen entwickelt, die Europa und unsere Stützpunkte im Ausland bedrohen können, und sie arbeiten daran, Raketen zu bauen, die bald die Vereinigten Staaten von Amerika erreichen werden“, sagte Trump. „Nach Midnight Hammer wurden sie gewarnt, keine weiteren Versuche zu unternehmen, ihr Waffenprogramm, insbesondere Atomwaffen, wiederaufzubauen. Dennoch machen sie einfach wieder von vorn weiter.“

Rede zum „State of the Union“: Iranische Medien nehmen Trumps Aussagen auf

„Wir haben alles ausgelöscht, und sie wollen wieder ganz von vorne anfangen“, fügte Trump hinzu, „und sie verfolgen in diesem Moment erneut ihre finsteren Ambitionen.“

Trumps Äußerungen wurden von den iranischen Medien genau verfolgt. Eine Reihe halbstaatsnaher iranischer Medien kritisierte die Behauptungen des US-Präsidenten in Bezug auf das iranische Atomprogramm und hob Stellungnahmen demokratischer Abgeordneter hervor, die das Weiße Haus aufforderten, keinen Konflikt mit Teheran zu provozieren.

Trumps Angriffsoptionen: Die USA drohen Iran seit geraumer Zeit mit Militärschlägen

Während sich die überwiegende Mehrheit von Trumps nahezu zweistündiger Rede auf innenpolitische Themen konzentrierte, darunter eine Reihe rhetorischer Angriffe auf die Demokraten, kommt seine Bemerkung über den Iran zu einem potenziell entscheidenden Moment für die beiden langjährigen Erzfeinde.

Die Äußerungen erfolgten etwa fünf Tage, nachdem Trump für Teheran eine Frist von 10 bis 15 Tagen gesetzt hatte, um einen neuen Vorschlag für die laufenden Nuklearverhandlungen vorzulegen, deren zweite Runde vergangenen Dienstag in Genf stattfand. Beide Seiten signalisierten einen gewissen Fortschritt bei den Gesprächen, doch je näher die erwartete dritte Runde am kommenden Donnerstag rückt, desto größer erscheint der Abstand zwischen den Positionen.

Trump setzt auf Härte: ICE und Nationalgarde im Einsatz - Razzien, Proteste und Ausschreitungen

ICE-Razzia in New York
Seit dem Amtsantritt von Donald Trump brodelt es in den USA. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die harte Migrationspolitik des US-Präsidenten. In seiner Antrittsrede hatte er angekündigt, „Millionen und Abermillionen“ Menschen ohne Papiere abschieben zu wollen. Trumps verlängerter Arm ist die Einwanderungsbehörde ICE. Deren Beamte treten in der Regel vermummt auf, nehmen Menschen fest und transportieren sie in unmarkierten Fahrzeugen ab. Im Oktober kam es beispielsweise in der Canal Street in New York zu brutalen Szenen (im Bild). © Michael Nigro/Imago
Anti-Trump
Völlig unklar ist dabei, wer überhaupt festgenommen wird. Handelt es sich um gefährliche Kriminelle, wie die Trump-Regierung es darstellt? Sind es Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus? Es gibt zudem Berichte, dass bei ICE-Razzien auch Personen verhaftet wurden, die die US-Staatsbürgerschaft besitzen. Im Sommer erinnerten die Menschen in New York an die Betroffenen. © Aashish Kiphayet/Imago
Proteste gegen Trump
Schon früh warf der Fall eines Familenvaters ein Schlaglicht auf das harte Vorgehen von Trump. Der Salvadorianer Kilmar Abrego Garcia war trotz Abschiebeschutzes in das berüchtigte Hochsicherheitsgefängnis „Cecot“ in El Salvador gebracht worden. Nach langem juristischem Tauziehen wurde er im Juni in die USA zurückgebracht. Die US-Regierung sprach damals von einem „administrativen Fehler“. © Jim West/Imago
Kilmar Abrego Garcia
Kilmar Abrego Garcia (Mitte) ist mit einer US-Bürgerin verheiratet und lebte bis zu seiner Abschiebung im Bundesstaat Maryland im Osten der USA. Ende Oktober teilte die US-Regierung in einem Gerichtsdokument mit, sie plane, ihn in die „blühende Demokratie“ Liberia abzuschieben. Sein Anwalt Simon Sandoval-Moshenberg erklärte, der Salvadorianer habe keinerlei Verbindung zu Liberia. Eine Abschiebung dorthin sei „grausam und verfassungswidrig“.  © Andrew Harnik/AFP
Proteste gegen Aktion von US-Bundeseinwanderungsbehörde
Am 6. Juni 2025 begannen in der Innenstadt von Los Angeles die ersten Proteste gegen die ICE-Razzien. Los Angeles hatte bereits im November 2024 nach der Wiederwahl von Donald Trump ein Gesetz verabschiedet, um die Zusammenarbeit der örtlichen Strafverfolgung mit den Bundesbehörden zu begrenzen. © Matthew Hoen/dpa
Proteste gegen Aktion von US-Bundeseinwanderungsbehörde
Die Proteste in Los Angeles blieben zunächst friedlich, entwickelten sich jedoch über mehrere Wochen zu anhaltenden Demonstrationen. Immer wieder versammelten sich die Menschen in der Innenstadt von Los Angeles und forderten ein Ende der ICE-Razzien. © Jill Connelly/dpa
Proteste gegen Aktion von US-Bundeseinwanderungsbehörde
Als Reaktion auf die anhaltenden Proteste ordnete Trump im Juni 2025 die Entsendung von 700 Marines und 4000 Nationalgardisten nach Los Angeles an. Diese Entscheidung erfolgte gegen den Widerstand von Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom, der die Bundesintervention ablehnte.  © Brian Cahn/dpa
Proteste in den USA
Kalifornien reichte am 9. Juni 2025 eine Klage gegen die Trump-Regierung vor einem US-Bezirksgericht ein. Die Klage, bekannt als Newsom v. Trump, forderte eine einstweilige Verfügung gegen die Entsendung der kalifornischen Nationalgarde. © Apu Gomes/AFP
Trump in Alligator Alcatraz
Ende Juni eröffnete Trump dann eine als „Alligator Alcatraz“ bekannt gewordene Haftanstalt in einem Sumpfgebiet Floridas. Sie sollte helfen, seine Abschiebepolitik umzusetzen. Innerhalb weniger Tage wurden auf einem wenig genutzten Flugplatz Zelte für 3000 Gefangene sowie Hunderte mobile Unterkünfte für 1000 Angestellte errichtet. Der Name spielt auf das berüchtigte Hochsicherheitsgefängnis Alcatraz in der Bucht von San Francisco an. Von 1934 bis 1963 war es die am meisten gefürchtete Haftanstalt der USA.  © Imago
Proteste gegen Trump
Am 11. August 2025 erließ Trump ein Dekret, um erstmals in der Geschichte die Kontrolle über die Polizei von der Stadtregierung in Washington, DC, an die Bundesregierung zu übertragen. Trump begründete diese Maßnahme mit „grassierender Kriminalität“. Trump stützte seine Anordnung auf ein Gesetz namens „Home Rule Act“, das im Notstand die Polizei in der US-Hauptstadt unter Bundeskommando stellt. © Allison Bailey/Imago
Donald Trump Proteste
Noch am selben Tag kam es zu Protesten gegen Trumps Entscheidung, die Präsenz von Bundesbehörden und der Nationalgarde in der Hauptstadt zu verstärken. Unter anderem warfen die Menschen dem Präsidenten vor, die USA in den Faschismus zu führen.  © Cheriss May/Imago
Vance und Hegseth
Am 20. August besuchten US-Vizepräsident JD Vance (rechts) und Verteidigungsminister Pete Hegseth die in Washington, DC, stationierten Nationalgardisten. Vance lobte die Einsatzkräfte, die seiner Darstellung nach binnen weniger Tage für einen deutlichen Rückgang der Kriminalität gesorgt hätten. Auch hier kam es zu Protesten. Die Menschen riefen „Free DC“ (Befreit Washington) und buhten lautstark, als Vance und Hegseth sich im Hauptbahnhof Union Station aufhielten. © Alexander Kubitza/Imago
Donald Trump
Zwei Tage später stattete auch Trump selbst den von ihm dorthin entsandten Polizisten und Soldaten einen Besuch ab. „Wir werden die Stadt sicher machen und dann an andere Orte weiterziehen, aber wir werden eine Weile hier bleiben“, erklärte Trump vor einem Gebäude der US Park Police, einer Polizeibehörde des Bundes, im Stadtteil Anacostia. „Wir wollen, dass alles absolut perfekt läuft“, sagte der Republikaner. © Tia Dufour/Imago
'Operation Midway Blitz'
Am 9. September 2025 startete ein Großeinsatz der ICE-Behörde in der Millionenmetropole Chicago – gegen den Widerstand der Stadtverwaltung und des Gouverneurs von Illinois, JB Pritzker. Die „Operation Midway Blitz“ sollte sich nach Angaben des Heimatschutzministeriums gegen „kriminelle, illegale Ausländer“ richten.  © Chris Riha/Imago
Protest in Chicago
Zugleich verbreitete Trump eine mit KI erstellte Grafik, die die Skyline der Millionenstadt zeigte und in Gestaltung und Wortwahl an den Kriegsfilm „Apocalypse Now“ erinnerte. Trumps martialischer Post auf der Plattform Truth Social war mit den Worten „Ich liebe den Geruch von Abschiebungen am Morgen“ versehen – eine Anspielung auf das bekannte Film-Zitat „Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen.“ Die Menschen in Chicago waren entsetzt und verglichen ICE mit der Gestapo. © Jacek Boczarski/Imago
Proteste gegen ICE
Die Ankündigung des Einsatzes fiel mit einer Entscheidung des Supreme Courts zusammen, das den Behörden verdachtsunabhängige Kontrollen von Migranten im Raum Los Angeles vorerst wieder erlaubte. Im Juli hatte ein Gericht Beamten in Los Angeles verboten, wahllos Personen etwa aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Sprache und ohne hinreichenden Verdacht anzuhalten. Kritiker sprechen in diesen Fällen von „Racial Profiling“.  © Jonathan Alcorn/dpa
Sonia Sotomayor
Die Entscheidung galt zwar zunächst nur für den Raum Los Angeles. Doch viele befürchteten einen gefährlichen Präzedenzfall. Auch am Supreme Court gab es scharfe Kritik. Die Regierung habe „so gut wie erklärt, dass alle Latinos, ob US-Bürger oder nicht, die schlecht bezahlte Jobs haben, jederzeit zur Festnahme freigegeben sind“, schrieb Richterin Sonia Sotomayor in ihrer abweichenden Meinung. „Anstatt tatenlos zuzusehen, wie unsere verfassungsmäßigen Freiheiten verloren gehen, lege ich Widerspruch ein.“  © Matias J. Ocner/Imago
Donald Trump in Quantico
Bei einem Treffen am 30. September mit mehr als 800 Generälen und Admirälen stimmte Trump das Militär auf einen „Krieg“ in den Vereinigten Staaten ein. Dabei warf er „radikalen linken Demokraten“ erneut vor, von ihnen regierte Städte wie San Francisco, Chicago oder New York unkontrollierter Kriminalität und Einwanderung preisgegeben zu haben. Die US-Regierung müsse eingreifen, bevor die Lage außer Kontrolle gerate, sagte Trump, der laut Verfassung Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist.  © Jim Watson /AFP
US-Bundesbeamte in Portland
Kurz zuvor hatte Trump die Nationalgarde auch in die ebenfalls von den oppositionellen Demokraten regierte Stadt Portland im Nordwesten der USA beordert. Er begründete dies damit, dass dort unkontrollierte Gewalt auf den Straßen herrsche. Zudem bezeichnete er die Stadt als „vom Krieg verwüstet“.  © Ethan Swope/dpa
Portland - Proteste
Vor allem in sogenannten Sanctuary Cities, die Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung Schutz gewähren und zu denen Portland zählt, sind Proteste gegen Trumps rigide Migrationspolitik an der Tagesordnung.  © Jenny Kane/dpa
Proteste in den USA - Portland
Die von Demokraten regierten Städte versuchen mit allen juristischen Mitteln, sich gegen die von Trump angeordnete Entsendung von Nationalgardisten zu wehren. Eine Bundesrichterin untersagte im Oktober in Portland die Stationierung von Soldaten. Es gebe „keinen Aufstand in Portland noch eine Bedrohung für die nationale Sicherheit“, urteilte Karin J. Immergut. Die Proteste in Portland gegen Trumps Migrationspolitik bedeuteten keine „Aufruhrgefahr“.  © Jenny Kane/dpa
Stephen Miller
Trumps Vize-Stabschef im Weißen Haus, Stephen Miller, brandmarkte daraufhin die Gerichtsentscheidung von Immergut in Online-Netzwerken als „Aufstand“. Er warf den führenden Politikerinnen und Politikern in Oregon einen „organisierten terroristischen Angriff auf die Bundesregierung“ vor. © Andrew Leyden/Imago
Kristi Noem In Indiana
Bei ihrem radikalen Vorgehen setzt die US-Regierung zunehmend auf eine Rhetorik, die mit der Realität vor Ort nichts zu tun hat. Heimatschutzministerin Kristi Noem (Mitte) sagte dem Sender Fox News, Chicago sei „ein Kriegsgebiet“. „Kriminelle“ würden dort „das Leben von Menschen zerstören“. In Bezug auf Portland erklärte Trump, die Stadt brenne. „Überall sind Aufständische.“ © Tia Dufour/Imago
US-Nationalgarde in Memphis
Einsatzkräfte der Nationalgarde wurden auch in die von den Demokraten regierte Stadt Memphis entsandt. Sie seien an „Sicherheitspatrouillen, der Sicherung von Standorten und Verkehrskontrollen“ beteiligt, erklärten die Behörden im Bundesstaat Tennessee. Die Truppen stünden „unter dem Befehl des Präsidenten“, ihr Einsatz sei von Gouverneur Bill Lee genehmigt worden. © George Walker IV/dpa
ICE in Chicago
Trump hat die umstrittenen Razzien Anfang November verteidigt und ein noch härteres Vorgehen gefordert. In einem Interview mit dem Sender CBS antwortete Trump auf die Frage, ob die Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE zu weit gegangen seien: „Ich denke, sie sind nicht weit genug gegangen.“ Interviewerin Norah O‘Donnell verwies auf Fälle, in denen ICE-Beamte eine Frau zu Boden warfen, Tränengas in Wohngebieten einsetzten und Autoscheiben einschlugen. „Sind Sie mit diesen Taktiken einverstanden?“, fragte sie. „Ja, denn man muss die Leute rausbekommen“, antwortete der Präsident. © Octavio Jones/AFP
Gregory Bovino
Kaum ein Name und ein Gesicht wird so sehr mit den Razzien in Verbindung gebracht wie Gregory Bovino (Mitte). Er besitzt den Ruf, bei seinen Feldzügen rücksichtslos vorzugehen. Teils wird ihm vorgeworfen, sich einer Nazi-Ästhetik zu bedienen, wegen seines militärischen Haarschnitts und eines zweireihigen Mantels mit ausladendem Kragen. Bovinos Garderobe sehe aus, als habe er gezielt bei Ebay nach einer SS-Kluft Ausschau gehalten, sagte der demokratische Gouverneur Kaliforniens, Gavin Newsom. © Octavio Jones/AFP
Proteste in Minneapolis
Im Januar 2026 eskaliert schließlich die Lage im US-Bundesstaat Minnesota. Minneapolis und ihre Schwesterstadt Saint Paul werden von Tausenden Beamten der Migrationsbehörde ICE heimgesucht. Die maskierten Beamten zerren Menschen teils mit roher Gewalt von der Straße und aus ihren Häusern. © Holden Smith/Imago
Renee Good
Dann geschieht das Unfassbare: Anfang Januar tötet ein ICE-Beamter die unbewaffnete US-Bürgerin Renee Good in ihrem Auto mit drei Schüssen. Good war bereits das vierte Todesopfer bei ICE-Einsätzen seit Beginn der massiven Abschiebekampagne der Regierung von Präsident Donald Trump. © Seth Herald/Imago
Alex Pretti
Wenig später ist auch Alex Pretti (links) tot. Auf mehreren Videos ist zu sehen, wie mehrere Beamte den Krankenpfleger niederringen und auf ihn einschlagen. Dann feuert ein Beamter auf den wehrlosen Mann. Die demokratische Abgeordnete Ilhan Omar bezeichnet die tödlichen Polizeischüsse danach als „Hinrichtung“. Sie wirft Trump vor, Minneapolis in ein „Kriegsgebiet“ zu verwandeln. © AFP
Good und Pretti
Auch Trump äußert sich gegenüber Fox News dazu: „Unterm Strich war es schrecklich. Beide Vorfälle waren schrecklich.“ Doch er scheint den Einsatz im Interview aber grundsätzlich zu verteidigen: „Wir haben Tausende unbelehrbare Kriminelle aus Minnesota entfernt“, sagt der Präsident. © Octavio Jones/AFP

Trumps Warnungen vor einer neuen Operation, die über die Bombardierungen iranischer Atomanlagen im Juni 2024 während eines früheren Versuchs nuklearer Diplomatie und des von Israel gegen den Iran geführten 12-Tage-Krieges hinausgehen würde, stehen vor dem Hintergrund eines massiven US-Militäraufmarschs in der Region, wie es ihn seit der Invasion des Irak vor 23 Jahren nicht mehr gegeben hat.

Und obwohl die auf Trumps Befehl hin zusammengezogene „Armada“ für einen umfassenden Landkrieg wenig geeignet scheint, bieten die schiere Zahl an Schiffen und Flugzeugen, sowohl auf See als auch in der weiteren Region stationiert, umfangreiche Kapazitäten, um einen verheerenden Schlag gegen die verbliebenen Atomanlagen des Iran und seine weitverzweigte Militärinfrastruktur zu führen, einschließlich schwer befestigter Produktions- und Abschussanlagen für Raketen.

Der Iran ist nicht mit Venezuela zu vergleichen

Analysten und ehemalige Regierungsvertreter haben Newsweek berichtet, dass US-Angriffe auf die militärische Infrastruktur Irans, insbesondere Raketeneinrichtungen, wohl die wahrscheinlichste Option für einen Präsidenten seien, der dafür bekannt ist, präzise und begrenzte Aktionen mit unmittelbaren Ergebnissen zu bevorzugen. Gleichzeitig seien weiterreichende Operationen, einschließlich der gezielten Angriffe auf hochrangige Führungskräfte, sogar auf den Obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei selbst, oder ein langwieriger Konflikt mit dem Ziel, ein Abkommen oder einen Regimewechsel zu erzwingen, nicht ausgeschlossen worden.

Mit der US-Delta-Force, die im vergangenen Monat den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seine Frau aus ihrem Haus in Caracas festnahm, gelang es Trump, sowohl einen schnellen Sieg zu erringen als auch das Staatsoberhaupt des Landes zu entführen, ohne in einen Schusswechsel verwickelt zu werden. In seiner Rede zur Lage der Nation bezeichnete Trump Venezuela – das nun von Maduros früherer Stellvertreterin, der amtierenden Präsidentin Delcy Rodríguez, geführt wird – angesichts neuer Energiekooperationen, die im Zuge der Operation entstanden, sogar als Washingtons „neuen Freund und Partner“.

Iran könnte sich jedoch als komplexer erweisen, angesichts seines tief verankerten Sicherheitsapparats, der ideologischen Wurzeln von Khameneis Velayat-e-Faqih-System und einer Geschichte des Abnutzungskrieges.

„Sie behaupten, unbesiegbar zu sein, aber dies ist eine falsche und vergebliche Behauptung“, sagte der Oberbefehlshaber der iranischen Armee, Generalmajor Amir Hatami, am Montag laut der halbstaatsnahen Nachrichtenagentur Tasnim. „Dieser Feind ist derselbe, der 20 Jahre lang in Vietnam und Afghanistan gekämpft und diese Länder schließlich gedemütigt verlassen hat, dasselbe ist ihnen im Irak und in anderen Ländern widerfahren.“

„Sie kommen mit Angeberei und Einschüchterung, aber sie gehen immer in Demütigung“, sagte Hatami. „Der Sieg über den Feind ist daher unausweichlich, doch seine Verwirklichung erfordert ein klares Verständnis des aktuellen Zustands der Welt und die Standhaftigkeit und den Widerstand der iranischen Nation.

Vor Trumps Rede zur Lage der Nation: Iran lässt große Militärübung abhalten

Am folgenden Tag, nur wenige Stunden bevor Trump seine Rede zur Lage der Nation hielt, führte das Korps der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) eine kombinierte Militärübung im Süden Irans und auf Inseln im Persischen Golf durch, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Straße von Hormus.

Das IRGC ist direkt an dem regionalen Konflikt beteiligt, der nach dem Krieg im Gazastreifen ausbrach, der im Oktober 2023 mit einem von der Hamas geführten Angriff auf Israel begann. Dutzende hochrangige IRGC-Kommandeure wurden während des 12-Tage-Krieges von Israel getötet.

Die Rolle des IRGC und seiner paramilitärischen Basij-Einheit bei der blutigen Niederschlagung der landesweiten Proteste und Unruhen im vergangenen Monat könnte dazu führen, dass Personal und Hauptquartiere ebenfalls ins Visier Trumps geraten, der zu dieser Zeit gewarnt hatte, dass „Mörder und Täter von Misshandlungen“, die an der Niederschlagung beteiligt seien, „einen hohen Preis zahlen werden“, als er erstmals den massiven US-Militäraufmarsch in der Region anordnete.

Welche Optionen bleiben dem Iran gegen Trump?

Während die USA und Israel ihre konventionelle Überlegenheit gegenüber den Verteidigungsfähigkeiten des Iran unter Beweis gestellt haben, verfügt die Islamische Republik über eine Reihe von Optionen, um zu versuchen, die Kosten eines Angriffs in die Höhe zu treiben.

Von der langjährigen Drohung, die Straße von Hormus zu schließen, bis hin zur Mobilisierung der gesamten Schlagkraft verbündeter Milizen der Achse des Widerstands, darunter die libanesische Hisbollah, der Islamische Widerstand im Irak und Jemens Ansar Allah, auch bekannt als Huthi-Bewegung, könnte Teheran bereit sein, eine Eskalation zu riskieren, sofern es sich in der Lage sieht, die Hoffnungen des Weißen Hauses auf einen weiteren entscheidenden Sieg zu durchkreuzen.

„Wir waren nicht diejenigen, die irgendeinen Krieg begonnen haben, und unser Ansatz in der Vergangenheit bestand darin, eine Ausweitung des Krieges zu verhindern und die Zahl der Opfer zu verringern, aber die Handlungen Amerikas haben uns dazu veranlasst, unseren Ansatz zu ändern“, sagte der Generalstabschef der iranischen Streitkräfte, General Abdolrahim Mousavi, bei einem Treffen am Dienstag mit seinem armenischen Amtskollegen, wie aus einer IRGC-Mitteilung hervorgeht.

„Und dieses Mal werden wir, wenn es einen Fehler macht, dem Feind schwere Verluste zufügen“, sagte er, „und unsere Nation und unsere Streitkräfte sind entschlossen, sich dem System der Vorherrschaft bis zum Ende entgegenzustellen.“

Die mit einem solchen Konflikt verbundenen Risiken lasten auch schwer auf den Gemütern der engsten US-Partner im Nahen Osten, darunter arabische Staaten am gegenüberliegenden Ufer des Persischen Golfs und der NATO-Verbündete Türkei, der direkt an Iran grenzt. Eine Reihe von Ländern, darunter Jordanien, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, hat erklärt, sie werde den USA nicht gestatten, Angriffe gegen Iran von Stützpunkten auf ihrem Staatsgebiet aus zu starten, und hat eine diplomatische Lösung gefordert.

Eigentlich will Trump mit seinem „Friedensrat“ für Frieden im Nahen Osten sorgen

Zu den zahlreichen Interessen, für die die Regierung auf gute Beziehungen zu diesen Ländern der Region angewiesen ist, gehört auch Trumps „Board of Peace“-Initiative, die im September angekündigt und im vergangenen Monat gestartet wurde, um den 20-Punkte-Friedensplan des Weißen Hauses zur Beendigung des Krieges im Gazastreifen durchzusetzen.

Trump, der das Projekt als Teil seines friedensstiftenden Erbes betrachtet, sprach in seiner Rede zur Lage der Nation über seine Bemühungen zur Beilegung des Israel-Hamas-Krieges sowie über acht weitere Konflikte und Streitigkeiten weltweit. „Ich werde überall dort Frieden schaffen, wo ich kann“, sagte Trump bei der Veranstaltung, „aber ich werde niemals zögern, Bedrohungen für Amerika überall dort entgegenzutreten, wo wir es müssen.“

Hinzu kommt die potenzielle Gegenreaktion, die die Instabilität im Nahen Osten auf die Ölpreise haben könnte, wobei Trump in seiner Rede am Dienstag auch die Senkung der Benzinpreise als einen seiner Erfolge hervorgehoben hat.

Während das Weiße Haus über seine nächsten Schritte berät, hat Trump versucht, Berichte über wachsende Besorgnis im Pentagon über die Folgen eines Konflikts mit Iran herunterzuspielen. In einem Beitrag auf Truth Social am Montag wies der Präsident „zahlreiche Geschichten der Fake-News-Medien“ zurück, denen zufolge Luftwaffengeneral Daniel Caine, der als Vorsitzender der Vereinigten Stabschefs fungiert, zu jenen gehöre, die solche Bedenken äußerten.

„Alles, was über einen möglichen Krieg mit Iran geschrieben wurde, wurde falsch und mit Absicht falsch geschrieben“, schrieb Trump damals. „Ich bin derjenige, der die Entscheidung trifft, ich hätte lieber ein Abkommen als keines, aber wenn wir kein Abkommen schließen, wird es ein sehr schlechter Tag für dieses Land und, sehr bedauerlich, sein Volk sein, denn sie sind großartig und wunderbar, und so etwas hätte ihnen niemals passieren dürfen.“ (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)

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