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Trump will Soldaten nach Portland entsenden – doch es gibt Unsicherheiten

Trump will Soldaten nach Portland entsenden. Rechtsexperten warnen vor illegaler Eskalation. Oregon verklagt die Regierung bereits.

Die Ankündigung von Präsident Donald Trump, Truppen nach Portland, Oregon, zu entsenden und ihnen zu erlauben, „notfalls mit voller Gewalt“ vorzugehen, ist laut Rechtsexperten eine beunruhigende – und möglicherweise illegale – Eskalation der Kampagne des Präsidenten, das Militär in amerikanischen Städten einzusetzen. Vieles bleibt ungewiss über Trumps Pläne, darunter auch, ob er die Nationalgarde oder aktive Truppen entsenden würde und was genau er unter „voller Gewalt“ versteht.

US-Präsident Donald Trump (Symbolbild).

Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass der Einsatz möglicherweise kleiner und begrenzter ausfallen wird, als die hitzige Rhetorik des Präsidenten vermuten lässt. Am Sonntag schickte Verteidigungsminister Pete Hegseth ein Memo an die Gouverneurin von Oregon, Tina Kotek (D), in dem er 200 Mitglieder der Nationalgarde des Bundesstaates „zum Schutz der US-Einwanderungs- und Zollbehörde und anderer Mitarbeiter der US-Regierung“ unter Bundesbefehl stellte. Das Memo berief sich auf dieselbe Rechtsgrundlage, auf die sich Trump im Juni berufen hatte, um 4.000 Soldaten der Nationalgarde nach Los Angeles zu entsenden.

Trump kündigt Truppeneinsatz in Portland an: Rechtsexperten warnen vor möglicher Illegalität

Diese Ankündigung löste eine schnelle Reaktion der Behörden in Oregon aus – eine Klage des Bundesstaates und der Stadt Portland vor einem Bundesgericht, in der die Föderalisierung der Nationalgarde als „offensichtlich rechtswidrig“ und auf einem „unbegründeten, maßlos übertriebenen Vorwand“ beruhend angefochten wurde.

Es bleibt unklar, ob die begrenzte Einberufung das gesamte Ausmaß der Absichten der Regierung darstellt. Rechtsexperten sagten, dass die weiterreichenden Auswirkungen von Trumps Plan gegen langjährige Traditionen und Gesetze zu verstoßen scheinen, die in den meisten Fällen den Einsatz von Truppen zur inneren Strafverfolgung verbieten und die Handlungsmöglichkeiten von Soldaten bei Einsätzen auf US-amerikanischem Boden einschränken.

Besuche im Weißen Haus: Trumps legendäre Momente im Oval Office

Friedrich Merz trifft Donald Trump
529408025.jpg © Evan Vucci/dpa
Friedrich Merz beim Besteigen der „Konrad Adenauer“, dem deuschen Pendant der Air Force One.
Friedrich Merz beim Besteigen der „Konrad Adenauer“, dem deutschen Pendant der Air Force One. Das Flugzeug bringt den Bundeskanzler am Mittwoch nach Washington DC. In der US-Hauptstadt wird Merz zum Antrittbesuch bei Donald Trump erwartet. Es ist das erste persönliche Treffen der beiden und das erste Mal, dass Merz zu Gast im Weißen Haus ist. © Michael Kappeler/dpa
Für Friedrich Merz ist es der erste offizielle Besuch im Weißen Haus.
Für Friedrich Merz ist es der erste offizielle Besuch im Weißen Haus. In den USA kennt sich der neue Bundeskanzler aber aus. Von 2009 bis 2019 war er Vorsitzender der „Atlantik-Brücke“, ein Verein, dem etwa 800 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft angehören. Die „Atlantik-Brücke“ dient ihren Mitgliedern als Netzwerk und Austauschforum und hat zum Ziel, die transatlantische Zusammenarbeit zwischen den USA auf der einen und Deutschland sowie Europa auf der anderen Seite zu fördern. © Bernd Von Jutrczenka/dpa
 Per Dekret benannte der neue US-Präsident den Golf von Mexiko in Golf von Amerika um
Kaum angekommen im Oval Office sorgte Donald Trump für den nächsten Eklat. Per Dekret benannte der neue US-Präsident den Golf von Mexiko in Golf von Amerika um. Weil die Nachrichtenagentur AP diese Umbenennung nicht mitmachen wollte, verbannte die Trump-Administration ihre Vertreterinnen und Vertreter von den Pressekonferenzen des Weißen Hauses. © imago
Statuette, die an das Attentatsversuch auf Trump im Wahlkampf erinnert.
Das Oval Office hat Donald Trump längst nach seinen Vorstellungen umgestaltet. Der neue Präsident scheute dabei keine Kosten. Der Teppichboden wurde ausgetauscht, deutlich mehr Flaggen aufgestellt und zahlreiche neue Bilder aufgehängt. Daneben finden sich im Oval Office etliche Memorabilias wie eine Statuette, die an das Attentatsversuch auf Trump im Wahlkampf erinnert.  © Alex Brandon/dpa
Donald Trump, hier in Begleitung von Verteidigungsminister Pete Hegseth
Einen besonders prominenten Platz vergab Donald Trump, hier in Begleitung von Verteidigungsminister Pete Hegseth bei der Präsentation eines neuen Kampfjets, an ein Bild Ronald Reagans. Der 40. Präsident der USA gilt Trump seit jeher als Vorbild. Seinen Wahlspruch, „Make America Great Again“, der zum Namen einer ganzen Bewegung geworden ist, hat sich Trump ebenfalls bei Reagan abgeschaut. © IMAGO/Pool/ABACA
X Æ A-Xii, der jüngste Sohn von Elon Musk
Ein außergewöhnlicher Moment im Oval Office war der Auftritt von X Æ A-Xii, der jüngste Sohn von Elon Musk. Donald Trump hatte den reichsten Mann der Welt damit beauftragt, die Regierungsausgaben der USA radikal zu kürzen. Musk stellte sich daraufhin derart auffällig ins Rampenlicht, das viele Beobachterinnen und Beobachter in dem gebürtigen Südafrikaner den eigentlichen US-Präsidenten sahen. © JIM WATSON/AFP
Kid Rock und Donald Trump im Oval Office
Elon Musk und Sohnemann X Æ A-Xii waren aber nicht die Einzigen, die seit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus ihre Momente im Oval Office hatten. Einen solchen feierte auch Kid Rock. Der in die Jahre gekommene Rockstar ist seit langem Anhänger Trumps und besuchte diesen kurz nach seiner Wahl in Washington DC. Für seine Audienz im Oval Office wählte Kid Rock ein Outfit, das an menschliche Kanonenkugeln und furchtlose Motorrad-Stuntfahrer erinnerte. © SAUL LOEB/AFP
Donald Trump beim Interview im Oval Office
Ebenfalls im Oval Office kam es zu einem weiteren Eklat, an dem Donald Trump maßgeblich beteiligt war. Während eines Fernsehinterviews behauptete der US-Präsident, man habe die Tätowierung „MS13“ auf den Knöcheln eines abgeschobenen Südamerikaners gefunden, was wiederum dessen Mitgliedschaft in der gleichnamigen Kriminellen-Gang beweisen würde. Mehrfach wies der Reporter Trump daraufhin, dass es sich bei seinem angeblichen Beweisfoto um eine mit Photoshop bearbeitete Aufnahme handle. Trump wiederum ließ sich davon aber nicht stören. © IMAGO/White House
Wolodymyr Selenskyj mit seinem Outfit in Washington DC
Während die Garderobe von Elon Musk und Kid Rock bei ihren Besuchen im Oval Office die MAGA-Welt um Donald Trump unbeeindruckt hinterließ, sorgte Wolodymyr Selenskyj mit seinem Outfit in Washington DC für einen handfesten Eklat. Der ukrainische Präsident erschien zum Antrittbesuch im schwarzen Pullover – für den ebenfalls anwesenden Brian Glenn offenbar zu viel des Guten. „Haben Sie keinen Anzug“, fragte der rechtsradikale Kommentator Selenskyj, der sich im Oval Office auch von Vizepräsident JD Vance so einiges anhören durfte. © imago
das Treffen zwischen Donald Trump und Emmanuel Macron im Weißen Haus
Harmonischer lief dagegen das Treffen zwischen Donald Trump und Emmanuel Macron im Weißen Haus. Frankreichs Präsident ließ bei dem Besuch seinen Charme spielen, was Trump offensichtlich gefiel. Selbst als Macron ihn bei der Frage, welches Land wie viel Hilfe an die Ukraine geleistet habe, korrigierte, quittierte Trump das nur mit einem Lächeln. © LUDOVIC MARIN/AFP
Keir Starmer folgte bei seinem Besuch im Oval Office
Keir Starmer folgte bei seinem Besuch im Oval Office dem Vorbild Emmanuel Macrons. Wie schon Frankreichs Präsident bemühte sich auch der britische Premierminister um ein harmonisches Verhältnis zu Donald Trump. Starmer brachte sogar eine schriftliche Einladung Trumps an den Hof von König Charles III. mit – wohl wissend, dass Trump schon immer ein Faible für die britischen Royals hatte. Der britische Premierminister war der sechste Regierungschef, der Trump im Oval Office einen Besuch abstattete. © Carl Court/dpa
Beste Laune herrschte im Oval Office bei dem Staatsbesuch von Giorgia Meloni
Beste Laune herrschte im Oval Office bei dem Staatsbesuch von Giorgia Meloni. Donald Trump nannte Italiens Regierungschefin „eine großartige Premierministerin.“ Sie mache „einen fantastischen Job in Italien“ und sei „eine der wirklichen Führungspersönlichkeiten der Welt.“ Die Post-Faschistin Meloni habe laut Trumps Laudatio im Weißen Haus seit ihrem Amtsantritt „Europa im Sturm erobert“. © imago
Nato-Generalsekretär Marc Rutte in Washington DC.
Was zu anderen Zeiten ein dröger Standard-Termin gewesen wäre, wird unter Donald Trump zum Treffen mit Zündstoff: Der Besuch von Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Washington DC. Der amtierende US-Präsident gilt als Kritiker des Verteidigungsbündnisses und will, dass sein Land weniger Verantwortung für die anderen Mitglieder übernimmt. Rutte bemühte sich bei seinem Besuch, die so entstandenen Wogen zu glätten. © imago
Mark Carney und Donald Trump im Weißen Haus
Ähnlich gestaltete sich die Situation beim Antrittsbesuch von Mark Carney, dem neuen Premierminister Kanadas, in Washington DC. Trump hatte im Vorfeld zur Wahl in Kanada die Idee in Umlauf gebracht, die USA könnten sich den nordischen Nachbarstaat einfach einverleiben. Kanada würde so der 51. Bundesstaat werden. Doch im Oval Office stellte Carney klar: „Kanada steht nicht zum Verkauf.“ © imago
Donald Trump beim Besuch von Cyril Ramaphosa
Einen weiteren Eklat verursachte Donald Trump beim Besuch von Cyril Ramaphosa. Der Präsident Südafrikas sah sich im Oval Office mit Videoaufnahmen konfrontiert, die einen angeblichen Genozid an der weißen Bevölkerung seines Landes dokumentieren sollen. Ramaphosa war eigentlich nach Washington DC gereist, um mit Trump über Zollabkommen zu verhandeln. Dessen plötzlichen Themenwechsel nahm Südafrikas Präsident gelassen hin. © imago
Donald Trump Trikot im weißen haus
Nicht nur Staats- und Regierungschefs gehen ein und aus im Weißen Haus. Donald Trump empfängt dort auch regelmäßig Vertreter aus Kultur und Sport. Im Mai 2025 verkündete der US-Präsident aus dem Oval Office, dass der Draft der American Football Liga (NFL) im Jahr 2027 in Washington DC stattfinden werde. Dafür bekam Trump ein persönliches Trikot des städtischen Football-Teams, der Washington Commanders, überreicht. Die Nummer 47 steht dabei für sein Amt: Trump ist der 47. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Der dazugehörige Football erinnert zudem an seine erste Amtszeit, als Trump der 45. US-Präsident war. © imago
Eine Sportart, für die Donald Trump viel Begeisterung aufbringt, ist die Ultimate Fighting Championship (UFC)
Eine Sportart, für die Donald Trump viel Begeisterung aufbringt, ist die Ultimate Fighting Championship (UFC). Deren im Ruhestand befindlicher Superstar ist der Ire Conor McGregor. Zum St. Patricks Day lud der US-Präsident den ehemaligen UFC-Weltmeister mitsamt Familie ins Weiße Haus ein. Im Oval Office gefiel es McGregor offenbar so gut, dass er im Anschluss an das Familienfoto mit Trump und Elon Musk beschloss, eine eigene politische Karriere zu beginnen und bei der nächsten Wahl in seiner Heimat Irland für das Amt des Präsidenten zu kandidieren. © imago
So fand Skandal-Rapper Kanye West seinen Weg ins Weiße Haus
Bereits während seiner ersten Amtszeit im Oval Office lud Donald Trump jeden ein, der ihm mit seinem Besuch Schlagzeilen versprechen konnte. So fand Skandal-Rapper Kanye West seinen Weg ins Weiße Haus, um dort mit dem US-Präsidenten über Schusswaffengewalt, Sozialpolitik und Trumps Strategie zu sprechen. West trug während seines Besuchs die Trumps berühmte rote MAGA-Mütze. Sie sorge dafür, dass er sich „wie Superman“ fühle, so West. © SAUL LOEB/AFP
First Lady Melania Trump ganz alleine auf dem Sofa,
Im Jahr 2017 machte ein weiteres Bild aus dem Oval Office die Runde. Dort zu sehen: First Lady Melania Trump ganz alleine auf dem Sofa, umringt von Fotografen und Journalisten, die ihr aber keine Beachtung zu schenken scheinen. Das Weiße Haus verbreitete das Foto auf seinen Social-Media-Kanälen ausgerechnet als Geburtstagsgruß an die Ehefrau Donald Trumps. © BRENDAN SMIALOWSKI
Bundeskanzlerin Merkel trifft US-Präsident Trump
Merz-Vorgängerin Angela Merkel hatte gleich mehrere Treffen mit Donald Trump im Weißen Haus. Die Ex-Kanzlerin regierte von 2017 bis 2021 zeitgleich mit Trump. Wie der US-Präsident dabei auf Merkel wirkte, beschrieb sie ausführlich in ihren Memoiren. „Je mehr Menschen im Raum waren, desto größer war sein Drang, der Sieger zu sein. Man kann mit ihm nicht plaudern, jede Begegnung ist ein Wettkampf: Du oder ich“, so die ehemalige Kanzlerin über Trumps Verhalten im Oval Office.  © Evan Vucci/dpa
Angela Merkel und Barack Obama
Ganz anders gestaltete sich dagegen die Beziehung zwischen Angela Merkel und Barack Obama, Donald Trumps Vorgänger im Amt des US-Präsidenten. Merkel besuchte Obama mehrfach im Weißen Haus. Der US-Präsident beschrieb die damalige Bundeskanzlerin nach ihrer Amtszeit als „nett und freundlich.“ © imago
Obama und Merkel im Weißen Haus
Dabei stand die Beziehung der deutschen Bundeskanzlerin und des neuen US-Präsidenten zu Beginn unter einem ungünstigen Stern. Präsidentschaftskandidat Barack Obama wollte im Wahlkampf der US-Wahl 2008 vor dem Brandenburger Tor auftreten. Merkel aber verhinderte den Auftritt des Demokraten, damit nicht der Eindruck entstünde, sie würde sich gegen den Kandidaten der Republikaner, John McCain, stellen. Nach Obamas Wahlsieg soll Merkel befürchtet haben, der neue US-Präsident trage ihr die Entscheidung noch nach. „Sie war immer besorgt, dass ich deshalb noch wütend bin“, sagte Obama bei der Vorstellung von Merkels Memoiren in Washington DC. „Das bin ich aber wirklich nicht“, versicherte er der ehemaligen Kanzlerin. © imago
Obama und Trump im Oval Office
Ein deutlich unangenehmer Termin für Barack Obama dürfte dagegen das Treffen mit Donald Trump im Weißen Haus gewesen sein. Der alte US-Präsident empfing seinen Nachfolger nach dessen Sieg bei der US-Wahl 2016 zur Übergabe der Amtsgeschäfte im Oval Office. © Michael Reynolds/dpa
Merkel und Barroso bei Bush in Washington
Für Friedrich Merz wird der Besuch bei Donald Trump eine Premiere sein. Noch nie war der Bundeskanzler zu Gast im Weißen Haus. Seine Vorgängerin im Amt, Angela Merkel, traf dagegen gleich vier US-Präsidenten in deren Amtssitz. Neben Barack Obama und Donald Trump luden auch Joe Biden und George W. Bush die deutsche Bundeskanzlerin nach Washington DC ein. © dpa
Kanzler Scholz in den USA
Vor Friedrich Merz regierte Olaf Scholz Deutschland als Bundeskanzler. In seiner weniger als vier Jahre dauernden Amtszeit besuchte Scholz gleich mehrfach das Weiße Haus. Donald Trumps Vorgänger Joe Biden empfing den deutschen Bundeskanzler jedes Mal freundlich zum Gespräch im Oval Office. © Michael Kappeler/dpa
Schröder zu Treffen mit Bush im Weißen Haus
Bundeskanzler Gerhard Schröder war ebenfalls Gast im Weißen Haus. Im Jahr 2005 empfing der damalige US-Präsident George W. Bush den Sozialdemokraten im Oval Office.  © dpa
Bush und Kohl im Weißen Haus
Vor Gerhard Schröder reiste Bundeskanzler Helmut Kohl ebenfalls nach Washington DC. Der Altkanzler traf dort George Bush, Vorgänger und Vater des späteren US-Präsideten George W. Bush, zum Gespräch im Oval Office des Weißen Hauses. © imago

Posse Comitatus Act: Einsatz von Soldaten zur inneren Strafverfolgung seit 1870 verboten

Ein Bundesgesetz aus den 1870er Jahren, bekannt als Posse Comitatus Act, verbietet den Einsatz von Soldaten zur inneren Strafverfolgung, es sei denn, dies ist „ausdrücklich durch die Verfassung oder ein Gesetz des Kongresses genehmigt“.

Die wichtigste Ausnahme von diesem Verbot ergibt sich aus einem anderen Gesetz, dem Insurrection Act, der es dem Präsidenten erlaubt, das Militär zur Bekämpfung von zivilen Unruhen, bewaffneten Rebellionen oder Aufständen einzusetzen. Trump hat in der Vergangenheit davon gesprochen, dieses Gesetz anzuwenden, hat dies aber bisher nicht getan. Seine Anwendung wäre politisch umstritten und würde sicherlich Gegenreaktionen von Demokraten, Bürgerrechtsgruppen und möglicherweise einigen republikanischen Gesetzgebern hervorrufen.

Elizabeth Goitein, Senior Director des Liberty and National Security Program am Brennan Center for Justice, sagte, dass das Militär in der Regel nur in Krisen- oder Notfällen im Inland eingesetzt wird.

Insurrection Act erlaubt Militär bei Aufständen: Trump hat ihn bisher nicht angewendet

Unklar ist, inwieweit Gerichte bereit wären, die Entscheidung eines Präsidenten, dass eine ausreichende Notlage vorliegt, um die Entsendung von Truppen zu rechtfertigen, nachträglich zu hinterfragen. Der Insurrection Act wurde erstmals 1792 verabschiedet, und seine Bedeutung ist seit mehr als einem Jahrhundert nicht mehr umfassend gerichtlich geprüft worden.

Präsidenten haben in der Regel nur auf Ersuchen der Gouverneure Truppen in die Bundesstaaten entsandt, und zwar während Protesten, Unruhen oder Ausschreitungen, wenn die lokalen Strafverfolgungsbehörden überfordert sind und die öffentliche Ordnung zu zerfallen droht, sagte Goitein. Derzeit scheinen solche Bedingungen in Portland nicht zu bestehen, fügte sie hinzu.

Experten: Militär wird normalerweise nur in echten Krisen im Inland eingesetzt werden

Das Aufstandsgesetz wurde zuletzt während der Bürgerrechtsbewegung gegen den Widerstand eines Bundesstaates angewendet, als die Präsidenten Dwight D. Eisenhower und John F. Kennedy es nutzten, um Truppen in die Südstaaten zu entsenden, die sich nach der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in der Rechtssache Brown v. Board of Education gegen die Aufhebung der Rassentrennung in Schulen wehrten.

„In der 250-jährigen Geschichte dieses Landes haben Präsidenten insgesamt 30 Mal Truppen eingesetzt, um Unruhen zu unterdrücken oder das Gesetz durchzusetzen“, sagte Goitein. „Dies wäre das dritte Mal in neun Monaten für Präsident Trump.“

Trump nutzte andere rechtliche Begründungen als den Insurrection Act für den Einsatz in Los Angeles und als er im August die Nationalgarde nach Washington D.C. schickte. Die Truppen der Nationalgarde sollen bereits nächste Woche nach Memphis entsandt werden, aber dieser Schritt erfolgte mit Zustimmung des Gouverneurs von Tennessee, Bill Lee (R).

Trump beschreibt Portland als kriegsverwüstet: ICE-Einrichtungen angeblich belagert

Trump bezeichnete Portland in seinem Truth Social-Beitrag, in dem er den Truppeneinsatz ankündigte, als „vom Krieg verwüstet“ und beschrieb „ICE-Einrichtungen, die von Angriffen der Antifa und anderer inländischer Terroristen belagert werden“.

Trump hat kürzlich eine Verordnung erlassen, in der er Antifa zu einer „inländischen terroristischen Organisation“ erklärt. Die rechtliche Wirkung dieser Erklärung ist unklar. In den USA gibt es kein Gesetz, das es der Regierung erlaubt, inländische Gruppen als Terroristen zu bezeichnen, und Antifa ist eine dezentrale Bewegung oder Ideologie, keine organisierte Gruppe. Trump hat sie jedoch zunehmend als Quelle der Gewalt von links angeführt.

Einwohner Portlands reagieren empört: Hashtag zeigt friedliche Bauernmärkte und Parks

Am Wochenende reagierten die Einwohner von Portland mit einer Mischung aus Empörung und Verwirrung auf Trumps Beschreibung ihrer Stadt. „WarRavagedPortland“ wurde schnell zu einem beliebten Hashtag in den sozialen Medien für Fotos und Videos, die belebte Bauernmärkte, friedliche Parks und glitzernde Ausblicke auf den Willamette River zeigen.

Die Einwanderungshaftanstalt in Portland war in diesem Sommer Schauplatz häufiger Proteste, die zu Verhaftungen geführt haben. Stephen Miller, ein hochrangiger Berater Trumps, konzentrierte sich am Wochenende bei der Verteidigung von Trumps Anordnung auf diese Proteste.

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Aber sowohl Kotek als auch der Bürgermeister von Portland, Keith Wilson, sagten, Trumps Darstellungen seien übertrieben und es bestehe kein Notfall. „Die Anzahl der erforderlichen Truppen ist null“, so Wilson auf einer Pressekonferenz am Samstag.

Oregon-Klage: Proteste erreichten Höhepunkt im Juni und haben seitdem nachgelassen

In ihrer Klage sagten die Beamten aus Oregon, dass der Höhepunkt der Proteste Mitte Juni erreicht war und sie seitdem in den meisten Nächten nachgelassen haben. „An jedem beliebigen Wochenende erfordert das Nachtleben in Portlands Vergnügungsviertel mehr Ressourcen [der Polizei von Portland] als die kleinen, nächtlichen Proteste vor der ICE-Einrichtung ein paar Blocks weiter“, heißt es in der Klage.

„Es gibt keine Bedrohung der nationalen Sicherheit in Portland“, schrieb Kotek auf X. „Unsere Gemeinden sind sicher und ruhig.“

Kalifornien lehnte Truppeneinsatz ab: Gouverneur Newsom verklagte Trump-Regierung erfolglos

Als Trump Truppen der Nationalgarde nach Los Angeles entsandte, stützte er sich auf einen Abschnitt des Bundesgesetzes, bekannt als Title 10, der es dem Präsidenten erlaubt, die Nationalgarde zu nationalisieren, wenn es zu einer ausländischen Invasion oder Rebellion kommt oder der Präsident nicht in der Lage ist, das Gesetz durchzusetzen.

Der Einsatz folgte auf Proteste gegen die Durchsetzung der Einwanderungsgesetze in der Stadt, die zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und den Strafverfolgungsbehörden führten. Die meisten Truppen wurden im Laufe des Sommers aus der Stadt abgezogen.

Kalifornische Beamte lehnten den Einsatz ab, und Gouverneur Gavin Newsom (D) verklagte die Trump-Regierung vor einem Bundesgericht – ein Rechtsstreit, der noch immer andauert.

Berufungsgericht erlaubte Föderalisierung: Bundesrichter schränkte Befugnisse jedoch ein

Das Berufungsgericht des 9. Bezirks entschied, dass Trump trotz der Einwände lokaler Beamter die Nationalgarde unter Bundesbefehl stellen könne, aber ein Bundesrichter befand, dass deren Handlungsmöglichkeiten durch den Posse Comitatus Act eingeschränkt seien.

Der US-Bezirksrichter Charles R. Breyer in San Francisco erklärte, die Regierung habe gegen das Gesetz verstoßen, indem sie den Truppen mitteilte, sie könnten „bestimmte Strafverfolgungsmaßnahmen durchführen: Einrichtung von Schutzzonen, Verkehrsblockaden, Kontrolle von Menschenmengen und Ähnliches“.

Breyer verbot den Truppen die Teilnahme an Festnahmen, Verhaftungen, Durchsuchungen, Beschlagnahmungen, Sicherheitspatrouillen und Verkehrskontrollen. Diese Entscheidung wurde vom 9. Bundesberufungsgericht vorerst ausgesetzt, da das Gerichtsverfahren noch andauert.

Der Richter gestattete der Regierung jedoch, die Truppen für bestimmte Zwecke einzusetzen, darunter zum „Schutz von Bundesvermögen in Übereinstimmung mit dem Posse Comitatus Act”.

Dieses Urteil legt nahe, dass ein Einsatz, der sich auf den Schutz des ICE-Haftzentrums beschränkt und nicht auf das gesamte Stadtgebiet ausgedehnt wird, rechtlich zulässig sein könnte.

Ein begrenzter Einsatz von Truppen zum Schutz von Bundesanlagen könnte auch mehr politische Unterstützung finden. Am Sonntag sagte beispielsweise Senator Rand Paul (R-Kentucky) in der CBS-News-Sendung „Face the Nation“, dass er „lieber keine Truppen in unseren Städten hätte“, aber dass „die Bundesregierung meiner Meinung nach in bestimmten Situationen eine Rolle zu spielen hat“.

Washington DC hat besonderen Status: Präsident hat dort größere Befugnisse über Stadt

Die Trump-Regierung hat auch Truppen der Nationalgarde nach Washington D.C. entsandt und kurzzeitig die Kontrolle über die Polizei der Stadt übernommen, aber die Stadt hat einen besonderen Status als Bundesenklage, der dem Präsidenten größere Befugnisse über ihre Angelegenheiten einräumt.

Goitein sagte, Trumps Plan, dem Militär die Anwendung „voller Gewalt“ zu erlauben, sei besonders beunruhigend. Sie sagte, dies könnte gegen den Posse Comitatus Act und militärische Richtlinien verstoßen.

„Die geltenden Regeln für die Anwendung von Gewalt unterscheiden sich [im Inland] erheblich von den Einsatzregeln, die im Ausland gelten“, sagte Goitein.

Zum Autor

Justin Jouvenal berichtet über den Obersten Gerichtshof. Zuvor berichtete er über Polizeiarbeit und Gerichte auf lokaler und nationaler Ebene. Er kam 2009 zur Post.

Wir testen zurzeit maschinelle Übersetzungen. Dieser Artikel wurde aus dem Englischen automatisiert ins Deutsche übersetzt.

Dieser Artikel war zuerst am 30. September 2025 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.

Rubriklistenbild: © BONNIE CASH/Imago

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