Eskalation in der Karibik: Trump lässt Boot aus Venezuela bombardieren – Hegseth zieht „Al-Qaida“-Vergleich
VonPaula Völkner
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Spannungen zwischen den USA und Venezuela: Trump verstärkt die Militärpräsenz in der Karibik und lässt erneut Angriffe durchführen. Auch der Kreml schaltet sich ein.
Update, 15:46 Uhr: Die USA sollen einen seit Langem verlassenen Marinestützpunkt in der Karibik modernisieren. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Verweis auf eine Bild-Recherche. Die Bauarbeiten auf dem ehemaligen Marinestützpunkt Roosevelt Roads in Puerto Rico sollen demnach bereits am 17. September begonnen haben – ein Zeichen für Vorbereitungen für einen längerfristigen Einsatz des US-Militärs?
Gegenüber der Nachrichtenagentur erklärte ein US-Beamter, dass sich der Stützpunkt in strategisch günstiger Lage befinde und viel Platz für die Lagerung von Ausrüstung biete. Zudem würde das US-Militär Einrichtungen an zivilen Flughäfen auf den Jungferninseln modernisieren – etwa 805 Kilometer von Venezuela entfernt. US-Beamte erklärten zudem, dass die Bauprojekte auf Vorbereitungen hindeuten, die es dem US-Militär ermöglichen könnten, Operationen in Venezuela durchzuführen.
Wachsende Spannungen zwischen USA und Venezuela: Hegseth zieht „Al-Qaida“-Vergleich
Seit Wochen greifen US-Streitkräfte immer wieder angeblich mit Drogen beladene Boote in der Karibik und im Pazifik an. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump beschuldigt insbesondere Venezuela, in den Schmuggel verwickelt zu sein. Erst am Sonntag verkündete Verteidigungsminister Pete Hegseth weitere Angriffe auf mutmaßliche Drogenhändler in der Karibik. Hegseth sprach erneut von „Drogenterroristen“, gegen die die USA vorgehen würden: „Das Ministerium wird sie GENAU so behandeln, wie wir Al-Qaida behandelt haben. Wir werden sie weiterhin verfolgen, kartieren, jagen und töten“, schrieb er in einem Post auf der Plattform X.
Trumps Eskalation in der Karibik: Kreml schaltet sich im Konflikt zwischen USA und Venezuela ein
Update, 12.32 Uhr: Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela spitzt sich zu, jetzt mischt sich auch Russland ein. Die US-Regierung hatte bereits eine Belohnung von 50 Millionen Dollar ausgelobt für Hinweise, die zu einer Festnahme des venezolanischen Regierungschefs Maduro führen können – der autoritär regierende Sozialist bestreitet die Vorwürfe und wirft den USA vor, ihn stürzen zu wollen. Russland und Venezuela wiederum hatten im Mai ein strategisches Partnerschaftsabkommen unterzeichnet.
Konflikt zwischen den USA und Venezuela: Russland fordert „friedliche Lösung“
Update, 10.34 Uhr: Der Kreml fordert jetzt eine friedliche Lösung zwischen den USA und Venezuela: „Natürlich wollen wir, dass alles in einem friedlichen Rahmen bleibt und in der Region nicht neue Konflikte entstehen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow jetzt der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Russland ist ein Verbündeter des venezolanischen Staatschefs Maduro – doch es ist offen, wie weit Moskau ihn gegen Druck aus Washington verteidigen kann.
US-Einsätze in der Karibik: Experten kritisieren Trump für Angriffe vor Venezuela
Update, 9.45 Uhr: Die US-Einsätze in der Karibik werden auch von westlichen Rechtsexperten kritisch gesehen. Sie stellen die Rechtmäßigkeit der Operationen infrage und fordern Klarstellung über die Zuständigkeiten. Die Rechtsexperten bemängeln laut Reuters, dass das Militär statt der eigentlich zuständigen Küstenwache die Angriffe ausführe. Zudem kritisieren sie, dass nicht zunächst andere, weniger gefährliche Mittel zum Stoppen der Schiffe eingesetzt würden, bevor es zu potenziell tödlichen Angriffen komme.
Update, 8.23 Uhr: Russland hat die USA wegen ihrer jüngsten Militäreinsätze gegen mutmaßliche Drogenkuriere vor der venezolanischen Küste scharf kritisiert. Das russische Außenministerium verurteilte am gestrigen Samstag (1. November) den Einsatz „exzessiver militärischer Gewalt“ bei Anti-Drogen-Operationen auf das Schärfste, wie Reuters berichtet.
Update, 2. November, 6.28 Uhr: Spannungen in der Karibik: Erneut hat das US-Militär ein angeblich mit Drogen beladenes Boot in der Karibik angegriffen. Bei der Attacke in internationalen Gewässern seien drei Männer getötet worden, die sich auf dem Boot befanden, teilte Pentagon-Chef Pete Hegseth auf der Plattform X mit. Seine Angaben ließen sich nicht zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Erstmeldung: Caracas – In seinem Kampf gegen Drogenkartelle verschärft US-Präsident Donald Trump den Druck in der Karibik zunehmend: Venezuelas Präsident Nicolás Maduro soll sich nun nach Unterstützung gegen die drohende Eskalation umsehen. Wie die Washington Post unter Berufung auf interne Dokumente der US-Regierung berichtet, soll Maduro Kontakt zu Russland, China und dem Iran aufgenommen haben. Der venezolanische Präsident bittet demnach um Verteidigungsradargeräte, Flugzeugreparaturen und möglicherweise auch um Raketen.
Seit Wochen greifen die USA Boote in der Karibik und dem Pazifik an, die Drogen transportiert haben sollen. Dutzende Menschen sollen dabei getötet worden sein. In vielen Fällen stellte die Trump-Regierung einen Zusammenhang zu Venezuela her. Der US-Präsident wirft dem venezolanischen Staatschef vor, Drogenbanden zu kontrollieren: Die venezolanische Führung weist dies zurück. Trump hatte zudem öffentlich gemacht, verdeckte Operationen des US-Auslandsgeheimdienstes CIA in Venezuela genehmigt zu haben.
Eskalation in der Karibik: Trump verneint Frage nach Angriffsplänen – Maduro sucht Hilfe bei Putin
Berichte über geplante Angriffe innerhalb von Venezuela wies Trump am Freitag (31. Oktober) zurück. Auf die Frage, ob er entsprechende Manöver erwäge, sagte er auf seinem Flug nach Florida: „Nein, das ist nicht wahr.“ Dabei ließ Trump jedoch offen, ob damit künftig US-Angriffe vom Tisch sind oder ob er bislang nur noch keine endgültige Entscheidung dazu getroffen hat, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Zuvor hatte etwa die Financial Times berichtet, dass ein US-Schlag in Venezuela zeitnah erfolgen könnte.
Die Führung in Venezuela scheint dennoch in Aufruhr: Die Anfrage nach Unterstützung an Russland soll in Form eines Briefes an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gerichtet worden sein. Laut den Dokumenten, auf die sich die US-Zeitung beruft, sei eine Übergabe während des Besuchs eines hochrangigen Beraters in Moskau in diesem Monat geplant gewesen.
Rückblick auf die ersten 100 Tage: Trump krempelt die USA um – eine Chronik
„Eskalation zwischen den USA und Venezuela“: Maduro wendet sich an Xi Jinping
Auch an den chinesischen Präsidenten Xi Jinping soll Maduro einen Brief verfasst haben. Den chinesischen Staatschef bitte er darin um eine „ausgeweitete militärische Zusammenarbeit“ zwischen beiden Ländern, um der „Eskalation zwischen den USA und Venezuela“ entgegenzuwirken. Wie Russland, China und der Iran reagierten, geht aus den Dokumenten nicht hervor, heißt es in dem Bericht der Washington Post.
Russland sagt Venezuela Unterstützung „bei der Verteidigung ihrer nationalen Souveränität“ zu
Das russische Außenministerium veröffentlichte jedoch am Freitag eine Stellungnahme von Pressesprecherin Maria Sacharowa: „Wir unterstützen die Führung Venezuelas bei der Verteidigung ihrer nationalen Souveränität unter Berücksichtigung der aktuellen internationalen und regionalen Lage“, heißt es in der Erklärung auf der Plattform X. Und weiter: „Wir sind bereit, angesichts neuer Bedrohungen angemessen auf die Anfragen unserer Partner zu reagieren.“
Neben Kuba, Nicaragua und China ist Russland der wichtigste Verbündete von Venezuela. Russland und Venezuela schlossen jüngst eine strategische Partnerschaft. Die beiden Länder wollen ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Bergbau, Transport und Sicherheit ausbauen, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtete. Putin unterzeichnete demnach am Montag die Vereinbarung und setzte das Abkommen damit in Kraft. (Washington Post, Tass, Financial Time, dpa) (pav)