„Pläne auf dem Tisch“: Trump prüft offenbar Landangriffe auf Venezuela
VonLaura May
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Trump bricht die Diplomatie mit Venezuela ab und hat CIA-Aktionen gegen Präsident Maduro genehmigt. Angeblich gibt es auch Pläne für Angriffe auf das Land.
Washington – Will US-Präsident Donald Trump in Venezuela einmarschieren? Seine Rhetorik Richtung Caracas wird aggressiver und sorgen für Sorge in ganz Lateinamerika. Die Spannungen in der Region nehmen zu, nachdem Verteidigungsminister Pete Hegseth am Freitag (23. Oktober) die modernste Flugzeugträger-Kampfgruppe der US-Marine aus Europa in die Karibik beordert hat, wo bereits eine massive Truppenverstärkung stattfindet.
Die Trump-Administration hat zudem die CIA ermächtigt, verdeckte Operationen in Venezuela durchzuführen. „Es liegen Pläne auf dem Tisch, die der Präsident in Erwägung zieht“, erklärte ein US-Beamter gegenüber CNN, betonte aber auch Gesprächsbereitschaft und sagte, dass Trump „diplomatische Schritte nicht ausgeschlossen hat.“ Nach Berichten der New York Times wies Trump jedoch Anfang Oktober 2025 seinen Sondergesandten Richard Grenell an, sämtliche Kontakte zur Regierung unter den sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro abzubrechen .
US-Regierung will Venezuelas Staatschef Maduro mit Drogen in Verbindung bringen
Bereits zuvor wurde darüber berichtet, dass Trump im Rahmen einer umfassenderen Strategie zur Schwächung Maduros auch Angriffe innerhalb Venezuelas erwägt. Trump selbst hat öffentlich über Operationen an Land nachgedacht. Der US-Präsident hat sich jedoch noch nicht dazu geäußert, was das bedeuten würde. Außenminister Marco Rubio deutete an, dass Drogenrouten ins Visier genommen werden könnten.
Obwohl Venezuela nicht als Hauptlieferant von Kokain gilt, bemüht sich die US-Regierung intensiv, Maduro mit dem Drogenhandel in Verbindung zu bringen. Der jüngste nächtliche Angriff auf Anweisung von Präsident Trump zielte laut Verteidigungsminister Hegseth auf die aus Venezuela stammende Drogenbande Tren de Aragua. Mit diesem Einsatz erhöht sich die Zahl der US-Angriffe in der Karibik und im Ostpazifik auf zehn, wobei nach Angaben aus Washington bisher mindestens 43 Menschen getötet wurden.
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Kritik gegen Trump-Eskalation mit Venezuela: „Wo bleibt Respekt vor Souveränität?“
International wird die Eskalation mitr Venezuela durch die USA weitgehend verurteilt. Die UN haben die Trump-Regierung offiziell zur Zurückhaltung aufgerufen. Völkerrechtler stellen die Rechtmäßigkeit der Angriffe grundsätzlich infrage, da die rechtliche Basis für das amerikanische Vorgehen unklar bleibt. Maduro selbst mahnte Trump mit den Worten: „Kein verrückter Krieg, bitte!“
Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva äußerte laut dpa kurz vor einem möglichen Treffen mit Trump beim ASEAN-Gipfel in Malaysia deutliche Bedenken: „Wenn sich das durchsetzt, glaubt jeder, er könne in das Territorium des anderen eindringen, um zu tun, was er will. Wo bleibt dann der Respekt vor der Souveränität der Länder?“
Die kolumbianische Regierung hat den USA kürzlich vorgeworfen, bei einer der Operationen einen unschuldigen Fischer getötet zu haben. Die Regierung von Venezuela bezeichnet die US-Aktionen als illegale „Hinrichtungen“ und hat als Reaktion auf die amerikanische Militärpräsenz Verteidigungsmanöver durchgeführt.
USA haben bisher keine Beweise vorgelegt, dass es sich um Drogenbanden handelt
Medienberichten zufolge hat das US-Militär in den vergangenen Wochen zusätzlich zu der Flugzeugträger-Kampfgruppe weitere Kampfflugzeuge, Marineschiffe und Hubschrauber in die Karibik verlegt. Die USA haben in diesem Zeitraum mehrfach Schnellboote in der Karibik und im Pazifik versenkt, die angeblich Drogen transportierten. Bei diesen Operationen kamen über 30 Menschen ums Leben.
Die Trump-Regierung beschuldigt Venezuela, den Drogenschmuggel in die USA aktiv zu fördern und damit die nationale Sicherheit zu gefährden. Kritiker bemängeln jedoch, dass Washington bislang keine Beweise vorgelegt hat, dass es sich bei den Zielen tatsächlich um Drogenschmuggler handelte. Sie argumentieren, dass die Angriffe selbst dann völkerrechtswidrig wären, wenn sie sich gegen tatsächliche Drogenhändler richten würden. (Quellen: DPA, AFP, TV Globo, CNN) (lm)