TV-Triell zur Landtagswahl: Politikforscher analysiert Frohnmaiers Taktik gegen Özdemir und Hagel
VonFranziska Schwarz
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Das TV-Triell im SWR war einer der Höhepunkte im Wahlkampf zur Landtagswahl in Baden-Württemberg. Was bleibt hängen?
Update, 25. Februar, 6:25 Uhr: Hunderttausende Menschen dürften die Debatte zur Landtagswahl in Baden-Württemberg im SWR verfolgt haben. Wer konnte glänzen, wer nicht? Die dpa hat den Freiburger Politikforscher Michael Wehner um eine Einschätzung gebeten. Cem Özdemir (Grüne), Manuel Hagel (CDU) und Markus Frohnmaier (AfD) kämpften um die Gunst der Wähler.
Zum AfD-Spitzenkandidaten sagte Wehner: „Frohnmaier konnte sich inszenieren als sich kühl gebender, argumentativ abwägender Kandidat, während die anderen eben sehr emotional gegen die AfD geschossen haben.“ Frohnmaier gilt eigentlich als einer der einflussreichsten Vertreter des rechten Flügels seiner Partei. Er ist Mitbegründer der mittlerweile aufgelösten AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative. Die AfD wird in Baden-Württemberg vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft.
TV-Triell vor Landtagswahl in Baden-Württemberg: AfD-Kandidat Frohnmaier attackiert CDU und Grüne
Update, 21:18 Uhr: Der Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahl, Markus Frohnmaier, hat Grünen und CDU Versäumnisse vorgeworfen. „Sie beide regieren, Sie hätten jederzeit die Möglichkeit, alles, was Sie heute Abend ankündigen und verstanden haben, umzusetzen“, sagte Frohnmaier am Abend während des TV-Triells in Richtung der Spitzenkandidaten von CDU und Grünen, Manuel Hagel und Cem Özdemir. „Die Probleme hier in Baden-Württemberg sind hausgemacht.“
Die CDU habe in Baden-Württemberg seit zehn Jahren die Kontrolle über das Wirtschaftsministerium, sagte Frohnmaier. Mit Blick etwa auf Bürokratieabbau sagte er: „Lassen Sie uns das sofort zusammen machen.“ Er verwies auf die Sondersitzung des Bundestags zur Änderung der Schuldenbremse. „Also kann man doch auch mit politischem Willen jetzt noch vor der Wahl in Baden-Württemberg alles umsetzen, was Sie uns heute Abend versprechen.“
Landtagswahl in Baden-Württemberg: Özdemir strebt Kretschmann-Nachfolge an
Update, 24. Februar, 12:44 Uhr: Die Teilnahme der AfD am TV-Triell zur Baden-Württemberg-Wahl löst im Vorfeld weiter heftige Kritik aus. Für den Abend ist jetzt eine Gegendemonstration angekündigt, unter anderem von der Gewerkschaft Verdi, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Kritiker bemängeln, dass einer vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuften Partei eine große Bühne geboten werde. Am Abend duellieren sich die Spitzenkandidaten von CDU, Grüne und AfD live im SWR, die FDP scheiterte mit einer Klage auf Teilnahme.
Vor TV-Triell zur Baden-Württemberg-Wahl: Bewegung in den Umfragen
Update, 24. Februar, 11.45 Uhr: Ist Özdemir in Baden-Württemberg seinem Konkurrenten Hagel dichter auf den Fersen, als man glaubt? Letzte Umfragen vor dem TV-Triell zur Landtagswahl in Baden-Württemberg heute zeichnen folgendes Bild: Die Grünen holen in Umfragen in der Wählergunst auf – auch wenn die CDU mit Abstand stärkste Kraft bleibt.
Wäre bereits an diesem Sonntag Landtagswahl, kämen die Grünen auf 22 Prozent der Stimmen, wie die Bild-Zeitung unter Berufung auf eine repräsentative Insa-Umfrage am Montag (23. Februar) berichtete. Damit verringern die Grünen den Abstand zur CDU, die bei 28 Prozent liegt, auf sechs Prozentpunkte. Bei den letzten Insa-Umfragen war der Abstand noch größer.
Landtagswahl Baden-Württemberg: Fünf Gründe, warum das Triell heute wichtig wird
Update, 24. Februar, 9:52 Uhr: Das TV-Triell zur Landtagswahl in Baden-Württemberg heute ist aus fünf Gründen entscheidend: Es bietet erstens eine enorme Bühne vor Hunderttausenden Zuschauern, um zweitens die vielen noch unentschlossenen Wähler kurz vor dem Termin zu überzeugen und die jüngste Dynamik in den Umfragen zu nutzen, wie es in einer dpa-Analyse heißt.
TV-Triell als Wendepunkt? AfD nutzt Chance zur Normalisierung auf großer Bühne
Drittens ermöglicht das Format den weniger bekannten Kandidaten Hagel und Frohnmaier einen massiven Schub an Bekanntheit gegenüber dem prominenten Özdemir, während viertens die einzigartige Konstellation den persönlichen, charakterlichen Eindruck über die reine Sachpolitik stellt. Fünftens dient der Abend als strategischer Härtetest, bei dem Özdemir seine rhetorische Überlegenheit beweisen muss, Hagel seine Führungsrolle verteidigt und die AfD die Chance zur Normalisierung auf großer Bühne nutzt.
Vor TV-Triell zur Landtagswahl: Hagel und Özdemir scherzen über ihren Wahlsieg
Update, 24. Februar, 7:18 Uhr: Das TV-Triell vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg steigt heute Abend – Thema ist es natürlich schon seit Tagen. Gestern debattierten die Spitzenkandidaten schon beim Podium des Reutlinger General-Anzeigers und wurden gefragt: Was würden sie im Fall eines Wahlsiegs als Erstes tun? Dabei bewiesen sie Humor.
Hagel (CDU) antwortete unter anderem: „Ich würde zuallererst Winfried Kretschmann zum Frühstück einladen und eine Übergabe machen.“ Özdemir (Grüne) sagte, er würde zuerst Hagel anrufen und dann Stoch und Rülke. „Und sagen, dass wir auch die Opposition brauchen.“
TV-Duell vor Landtagswahl Baden-Württemberg: Hagel, Özdemir und Frohnmaier debattieren ohne FDP
Das TV-Triell vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 geht heute über die Bühne: Der SWR hat für den Dienstag (24. Februar) die Sendung „Die Debatte – wer überzeugt Baden-Württemberg?“ geplant. Die FDP in Baden-Württemberg ist zuvor endgültig mit ihrem Versuch gescheitert, sich per Klage die Teilnahme am Fernseh-Triell zu erstreiten.
Der Fall ist ein spannendes Beispiel für das Prinzip der abgestuften Chancengleichheit, das im deutschen Rundfunkrecht eine zentrale Rolle spielt. Dieses Prinzip besagt, dass Medien zwar alle Parteien angemessen berücksichtigen müssen, aber nicht jeder Partei die exakt gleiche Sendezeit oder das gleiche Format einräumen müssen. Größere/bedeutendere Parteien dürfen mehr Raum erhalten.
So sehen Sie das Triell zur Landtagswahl Baden-Württemberg im TV und Live-Stream
Landtagswahl Baden-Württemberg heute live im TV und im Livestream
Format
TV-Debatte zur Landtagswahl Baden-Württemberg
Datum:
24. Februar 2026
Uhrzeit:
20:15 Uhr
Sender:
SWR
Livestream
SWR Mediathek
Die Besonderheit des TV-Triells vor der Landtagswahl Baden-Württemberg ist also die Abwesenheit der FDP. Die FDP (Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke) forderte die Teilnahme mit Verweis auf ihr Ergebnis von 10,5 Prozent bei der Landtagswahl 2021. Das Verwaltungsgericht in Stuttgart wies dies jedoch in einer Entscheidung vom 12. Februar ab.
Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH) betonte jedoch, dass die „politische Bedeutung“ einer Partei nicht nur am vergangenen Wahlergebnis, sondern auch an aktuellen Umfragen gemessen wird. Da die FDP in Umfragen derzeit bei unter fünf Prozent liegt und um den Einzug in den Landtag bangen muss, sei die Auswahl des SWR (Triell der drei Stärksten) zulässig, wie unter anderem tagesschau.de berichtete. Die AfD wird in Umfragen aktuell stabil bei 20 Prozent taxiert.
Landtagswahl Baden-Württemberg: „Wahlarena“ mit allen Spitzenkandidaten
Seit der vergangenen Landtagswahl sei es zu „erheblichen politischen Gewichtsverschiebungen“ gekommen. Dies betreffe insbesondere auch das Verhältnis der Gewichte der AfD zur FDP. Dies rechtfertige die Nichtberücksichtigung der Liberalen. Die Chancengleichheit sei gewährleistet, da die FDP zu einer SWR-„Wahlarena“ eingeladen sei, argumentierte der VGH.
Ereignis:
SWR-Wahlarena
Datum:
26. Februar 2026
Uhrzeit:
20:15 Uhr
Sender:
SWR
Livestream:
SWR Mediathek
Auf SWR-Anfrage hatte der FDP-Landesvorsitzende und Spitzenkandidat Rülke mitgeteilt, er werde die weitere Berichterstattung genau verfolgen und nicht damit aufhören, „Qualität und Ausgewogenheit“ zu fordern. (Quellen: AFP, tagesschau.de, swr.de) (frs)