Markus Lanz

Söder beantwortet private Frage zu Merz und greift dann Lanz an: „Manchmal sehr seltsame Gäste“

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Unionschefs im ZDF: Markus Söder (CSU) und Friedrich Merz (CDU) bei „Markus Lanz“.

Mögen sie sich? Markus Söder und Friedrich Merz waren am Donnerstag gemeinsam im ZDF zu sehen. Dabei stellte Moderator Markus Lanz auch eine private Frage.

München – CDU und CSU erholen sich allmählich vom Horrorjahr 2021. In Umfragen liegt die Union teils deutlich vor SPD und Grüne und die Vorsitzenden der beiden Schwesterparteien wirken geeinter als noch vor der Bundestagswahl. Friedrich Merz ist seit Februar CDU-Chef, Markus Söder sein CSU-Pendant im Süden. Nun waren beide zu Gast bei in der ZDF-Sendung „Markus Lanz - Das Jahr 2022“. Ob sie befreundet sind?

Merz ein echter Freund? Söder zückt Brille

Merz und Söder betonten im ZDF die Zusammenarbeit. „Wir sind zwei Parteivorsitzende, die sich ausgesprochen gut verstehen“, meinte Merz. Auf die Frage, ob beide befreundet seien, antwortete der CDU/CSU-Fraktionschef im Bundestag: „Wir beide gehören nicht zu unserem engsten Freundeskreis jeweils. Aber ich würde sagen, Markus, ja: Wir sind befreundet in der Zusammenarbeit in der CDU und der CSU.“

Söder verwies darauf, dass Merz bereits der dritte CDU-Vorsitzende sei, seit er an der Spitze der CSU stehe. „Aber ich muss sagen: Was wir beide nicht geglaubt hätten, wir arbeiten ehrlich gesagt super zusammen. Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut, so reibungslos ist.“ In der Politik sei Freundschaft so eine Sache. „Ich glaube, wir sind Gemeinschaften, die etwas voranbringen wollen. Aber aus Sympathie haben wir mittlerweile schon fast die gleiche Brille“, scherzte Söder. Dazu zeigte er eine Lesebrille mit schwarzem Rand, die dem Modell von Merz ähnelt.

Auf die Frage, „welche Brille“ der Kanzlerkandidat der Union werde, sagte Merz: „Wenn die Brillen so ähnlich sind, wird die Antwort doch nicht ganz schwer sein: Wir entscheiden das gemeinsam.“

Traute Einigkeit: CSU-Boss Markus Söder (li.) und CDU-Chef Friedrich Merz am Kirchsee südlich von München.

Zoff um Staatsbürgerschaft für Zuwanderer – Söder kündigt Bayern-Alleingang an

Politisch wurde es in dem Talk freilich auch. Beim Thema Fachkräftemangel wisse Söder nicht, ob Deutschland die richtigen Konzepte habe. „Die Antwort der Bundesregierung ist, die Staatsbürgerschaft nach kürzester Zeit zu verleihen – in der Hoffnung, damit die Zuwanderung für Arbeitsmigration zu erleichtern“, meinte Söder mit Blick auf das geplante Staatsbürgerschaftsrecht der Ampel. „Ich glaube, es gibt kein Land der Welt, das das so löst.“ Bayern arbeite daher an einem Gegenvorschlag.

So will Söder „Kontaktbüros“ im Westbalkan eröffnen. Dadurch sollen Fachkräfte zielgerichteter nach Deutschland kommen. „Wir spüren, dass im deutschen Außenministerium, das für die Botschaften zuständig ist, viel geredet wird über feministische Außenpolitik“, sagte Söder dazu über das Ministerium von Annalena Baerbock (Grüne). „Aber in den deutschen Botschaften zum Beispiel am Westbalkan gibt es kein Personal, das Visa-Anträge ausfüllen kann. Das dauert zigfach Monate.“ Deshalb werden „wir in Bayern“ die Botschaften aufstocken. Beim Thema erleichterte Staatsbürgerschaft, bleibe Söder jedoch „ein bisschen zurückhaltend“.

Perfekter Endlager-Platz in Bayern? Lanz setzt Söder zu, der gegen seine Gäste schießt

Offensiver wurde der bayerische Ministerpräsident, als es um bayerische Interessen ging. Zunächst forderte er ein „Endlager für Ideologien“, denn: „Alles, was wir machen, ist zu ideologisch.“ Moderator Lanz nahm den Ball auf und wollte wissen, ob Söder dann auch bereit wäre, „Ideologie über Bord zu werfen“ beim Thema Atommüll-Endlager. Ein Geologe habe ihm nämlich gesagt, dass der Freistaat ideal dafür geeignet wäre.

Daraufhin griff Söder Lanz’ Gäste an. „Ich weiß nicht, wen Sie immer treffen, mit wem Sie immer so seltsam reden.“ Lanz habe „manchmal sehr seltsame Gäste“, meinte der CSU-Boss. Das Endlager sei schließlich woanders besser aufgehoben. Lanz sprach Söder auch auf die Proteste der „Letzten Generation“ an. Darauf reagierte der Ministerpräsident spöttisch. (as)

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