VonJens Kiffmeierschließen
Bewusst schürt Putin die Angst vor einem Atomkrieg 2022. Seine Generäle scheinen im Ukraine-Krieg zum Äußersten bereit zu sein – offenbar aus Frust.
Moskau/Washington – Die Angst vor einem Atomkrieg 2022 bleibt spürbar: Nach Drohungen von hochrangigen russischen Generälen vor dem Einsatz von nuklearen Waffen im Ukraine-Krieg hat sich US-Präsident Joe Biden besorgt gezeigt. Das Gerede von einem Atomschlag sei „sehr beunruhigend“, zitierte die New York Times einige Vertreter aus dem Umfeld der US-Regierung. Es zeige jedoch, wie frustriert die Armee von Russlands Präsident Wladimir Putin sei. Doch was ist dran an der Provokation?
Atomkrieg 2022: Putins Generäle erwägen laut US-Geheimdienst den Einsatz von Atomwaffen im Ukraine-Krieg
Offenbar schrecken einige hochrangige Militärs in Russland nicht grundsätzlich vor dem Einsatz von Atomwaffen im Ukraine-Krieg zurück. Nach dem Medienbericht ist die US-Regierung von Präsident Joe Biden im Besitz von Geheimdienstinformationen, wonach hochrangige Militärs von Wladimir Putin die Möglichkeiten für einen Nuklearschlag im Oktober ausgelotet haben sollen. Offiziell bestätigen wollte das die US-Administration nicht. Jedoch teilte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, der Zeitung mit, dass man grundsätzlich die Drohungen vor einem Atomkrieg 2022 sehr ernst nehme.
Konkrete Details zum angedachten Szenario wurden nicht bekannt. Jedoch gibt es reichlich Spekulationen. Nachdem die russische Armee bei ihrer Offensive im Ukraine-Krieg stark ins Hintertreffen geraten ist und herbe Verluste verzeichnet hat, gab es immer wieder Gerüchte um den Einsatz von taktischen Atomsprengköpfen, mit denen der Kriegsverlauf erneut gewendet werden könnte. Diese Art der nuklearen Waffen sind in ihrer Auswirkung kleiner und haben nichts mit den Interkontinentalraketen zu tun, die ganze Landstriche auf dem Erdball verwüsten können.
Drohung vor einem Atomkrieg: Dmitri Medwedew schürt immer wieder die Angst vor einem Atomangriff
Zwar betont die US-Regierung, dass es aktuell keine Anzeichen für die Vorbereitung eines Atomkrieges gibt. Dennoch droht der Kreml in regelmäßigen Abständen mit einem nuklearen Angriff. So sorgte der stellvertretende Vorsitzendes des russischen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, bereits in der Vergangenheit immer wieder mit entsprechenden Drohungen für Aufsehen. Erst am Dienstag, 1. November 2022, provozierte er wieder mit der Aussage, dass das Handeln des Westens im Ukraine-Krieg ein ausreichender Grund für einen russischen Gegenschlag darstelle. Und auch Putin selber hatte in einer Rede betont, dass es sich bei den Warnungen nicht um einen „Bluff“ handeln würde.
Atomkrieg 2022: Hat Russland bereits Ziele in Deutschland im Visier? Experten halten das für Taktik
Insbesondere in Deutschland schürt dies die Angst vor einem Atomkrieg. Erst recht, seit dem bekannt geworden war, dass der Kreml angeblich bereits drei Ziele im Visier für einen Atomangriff auserkoren haben soll. Doch Experten vermuten dahinter vor allem eines: reine Taktik. Mit dem Schüren von Ängsten solle in Deutschland die Unterstützung für die Ukraine und die Russland-Sanktionen untergraben werden, vermuten Experten.
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Und auch darüber hinaus halten die Fachleute die Gefahr für einen Atomkrieg als gering. So verwies der Chef der Münchener Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, auf die Folgen für Russland. Denn ein russischer Atomschlag bliebe von den USA sicherlich nicht unbeantwortet, sagte er am vergangenen Wochenende und fügte hinzu: „Wer einen Atomkrieg auslöst, ist fünf Minuten später selber tot.“
Rubriklistenbild: © Mikhail Klimentyev/Pavel Golovkin/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP/Montage

