VonJan Knötzschschließen
Immer wieder macht im Ukraine-Krieg das Szenario vom Atomkrieg 2022 die Runde. Mögliches Ziel von Russlands Präsident Wladimir Putin dabei: Deutschland.
Berlin – Das Wort und der Gedanke schwirren über allem. Und mit ihnen die Angst: Aktuell ist der Ukraine-Krieg für die Menschen in Deutschland weit weg. Zumindest das eigentliche Kriegsgeschehen. Doch bei Russlands Präsident Wladimir Putin, der jüngst mit einem bizarren Witz wieder einmal auf sich aufmerksam machte, weiß man nie, was kommt. Und so macht immer wieder auch der Begriff Atomkrieg 2022 die Runde.
Die bange Frage: Will Wladimir Putin einen Atomkrieg 2022 anzetteln oder einfach nur mit seiner Macht spielen? Zuletzt hatte der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, vermutet, Putins Atom-Drohung „zielt in erster Linie auf Deutschland“. Um Einfluss auf Deutschland und die Politik auszuüben. Um Angst zu schüren. Und die wächst.
Denn in all den Diskussionen um einen möglichen Atomkrieg 2022 scheint die Gefahr, die für Deutschland von Russland und seinem Präsidenten ausgeht, tatsächlich realer zu sein, als sich dies mancher vorstellt. Dies zumindest geht aus einem Bericht des Spiegel hervor. Demnach soll Russland über einen Atomschlag gegen Deutschland spekulieren. Oder aber zumindest spekuliert haben.
51 Prozent der Deutschen halten Atomkrieg 2022 für möglich – 37 Prozent rechnen mit Putin-Attacke auf Deutschland
Rückblende: Im April 2022 sagte Olaf Scholz, als es darum, ging, ob oder dass der russische Präsident Wladimir Putin einen dritten Weltkrieg vom Zaun brechen könnte: „Ich tue alles, um eine Eskalation zu verhindern, die zu einem dritten Weltkrieg führt.“ Seine Aussage ergänzte Scholz im Hinblick auf einen Atomkrieg 2022: „Es darf keinen Atomkrieg geben.“ Doch die Furcht vor eben einem solchen Atomkrieg 2022 – die NATO bereitet sich für den Ernstfall vor – lässt sich nicht von der Hand weisen oder weg diskutieren: Nach einer aktuellen Civey-Umfrage, die der Spiegel in Auftrag gegeben hat, sind 51 Prozent der deutschen Bürgerinnen und Bürger besorgt, dass es zu einem Atomkrieg 2022 kommen könnte.
Bei der Civey-Umfrage gehen dabei 57 Prozent der Deutschen davon aus, dass das russische Ziel im Falle eines Atomkriegs die Ukraine sein werde. Aber: 37 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland halten es auch für möglich, dass Deutschland das russische Ziel bei einem Atomkrieg 2022 – das würde der Welt dann drohen – sein könnte. Laut einer Umfrage des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr aus dem Sommer haben 42 Prozent der Deutschen Angst vor einem Atomkrieg 2022, in dessen Falle eben auch Christoph Heusgen, ehemaliger Sicherheitsberater von Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel, Deutschland für ein Angriffsziel von Wladimir Putin hält. „Wir sind zurück in der Logik des Kalten Krieges“, sagte Heusgen den Medien der Zeitungsgruppe Bayern.
Angst vor Atomkrieg 2022: Ex-Merkel-Berater warnt vor Angriff auf Deutschland – Russische Funksprüche nennen drei mögliche Ziele
Heusgens Begründung, warum es bei einem Atomkrieg 2022 Deutschland treffen könnte? Weil die Amerikaner dem Kreml klipp und klar zu verstehen gegeben hätten, dass der Einsatz von Atomwaffen und ein Atomkrieg 2022 katastrophale Konsequenzen für Russland hätte, so der Ex-Merkel-Berater. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es selbstmörderische russische Generäle gibt, die eine solche Anordnung umsetzen würden“, konstatierte Heusgen mit Blick auf das Szenario für einen Atomkrieg 2022, für den die Russen laut Spiegel über einen Atomschlag gegen Deutschland bereits diskutiert haben. Denn: Der Aussage von Kanzler Olaf Scholz (SPD), dass er eine Eskalation verhindern wolle und es keinen dritten Weltkrieg geben dürfe, sollen laut Spiegel Informationen von mehreren westlichen Geheimdiensten vorausgegangen sein.
Laut des Spiegels hätten selbigem mehrere Quellen aus Sicherheitskreisen bestätigt, dass westliche Geheimdienste Ende des Jahres 2022 Funksprüche der russischen Marine von einem Manöver auf der Ostsee abgefangen haben. Schon zuvor habe es laut Spiegel Gerüchte gegeben, dass Putin Scholz am Telefon mit einem Atomschlag gegen Deutschland gedroht habe. Scholz selbst lässt das dementieren. In den abgefangenen Funksprüchen der russischen Marine seien derweil für einen Atomkrieg 2022 drei Ziele in Deutschland genannt worden: zum einen die Bundeshauptstadt Berlin, dann die US-Airbase in Ramstein und den Fliegerhorst Büchel, auf dem die Amerikaner ihre Atombomben lagern.
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