Bei Pokrowsk ist die Lage weiter angespannt. Auch im Süden müssen sich ukrainische Truppen zurückziehen. Die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg.
Update, 8.10 Uhr: Nach Durchsuchungen wegen Korruptionsermittlungen ist der ukrainische Justizminister Herman Haluschtschenko von seinen Aufgaben entbunden worden. Das habe die Regierung in einer außerordentlichen Sitzung beschlossen, teilte Regierungschefin Julia Swyrydenko bei Telegram mit.
Der Verdacht: Der ehemalige Energieminister Haluschtschenko soll als einer von mehreren Verdächtigen in einen beispiellosen Korruptionsskandal in der Ukraine verwickelt sein. Er war seit Juli 2025 Justizminister. Es geht um Bestechungsgeld, das beim Bau von Schutzvorrichtungen um Energieanlagen gegen russische Luftangriffe geflossen sein soll. Die Verdächtigen sollen etwa 100 Millionen US-Dollar (86,4 Millionen Euro) an Schmiergeld gewaschen haben. Im Zentrum der Ermittlungen steht Tymur Minditsch, ein langjähriger Wegbegleiter von Präsident Wolodymyr Selenskyj.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Ukrainischer Generalstab: 76 Angriffe in Pokrowsk an einem Tag
Update, 7.05 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat auf Facebook ein Update zur Lage an der Front veröffentlicht. Insgesamt seien am vergangenen Tag 217 Kampfzusammenstöße verzeichnet worden. „In Richtung Pokrowsk stoppten unsere Verteidiger 76 offensive Aktionen des Aggressors“, heißt es unter anderem in dem Bericht. Die ukrainische Armee gerät in der Stadt Pokrowsk zunehmend unter Druck, wie auch unabhängige internationale Beobachter bestätigen.
Korruptionsvorwürfe gegen Selenskyj-Vertrauten in der Ukraine
Update, 6.16 Uhr: Wolodymyr Selenskyj fällt jetzt „auf die Füße“, dass er Korruptionsermittler entmachten wollte, wie ntv es formuliert. Nach Razzien im Energiesektor haben Antikorruptionsermittler in der Ukraine Timur Minditsch der weitverzweigten Korruption beschuldigt – er gilt als Vertrauter Selenskyjs. Der Verdächtige habe „freundschaftliche Beziehungen zum Präsidenten der Ukraine“ für seine kriminellen Aktivitäten genutzt, erklärte ein Vertreter der Antikorruptions-Staatsanwaltschaft (Sapo) gestern (11. November) vor Gericht.
Lage in Saporischschja im Ukraine-Krieg aktuell extrem angespannt
Update, 12. November, 5.16 Uhr: Russische Truppen haben nach ukrainischen Angaben drei Ortschaften in der Region Saporischschja eingenommen. Der ukrainische Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj berichtete auf Telegram von einer erheblichen Verschlechterung der Lage im Südosten des Landes. Der Feind nutze seine zahlenmäßige Überlegenheit bei Personal und Material aus, erklärte Syrskyj laut Reuters.
Ukraine-Krieg aktuell: Kiew meldet verschlechterte Lage in Saporischschja
Update, 22:02 Uhr: Nach Rückschlägen in der Ostukraine gerät die ukrainische Armee auch an der Südfront im Gebiet Saporischschja immer stärker unter Druck. Mittels des Einsatzes von „allen vorhandenen Waffenarten“ würden die ukrainischen Truppen zurückgedrängt. Ziel der russischen Angriffsbemühungen ist es demnach, die Kleinstadt Huljajpole von Osten her zu erobern. Zusätzlich sollen nördlicher liegende Nachschubrouten abgeschnitten werden, die nach Pokrowsk im angrenzenden Gebiet Dnipropetrowsk führen. Die nur noch etwas mehr als zehn Kilometer von der Frontlinie entfernte Siedlung wird bereits regelmäßig von russischen Drohnen und Gleitbomben angegriffen.
Update, 20:11 Uhr: Nach Angaben des Oberbefehlshabers der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrsky, haben Kiews Drohnen im Ukraine-Krieg im Oktober 77.000 russische Ziele getroffen. Laut Bericht der Nachrichtenagentur ukrinform erklärte der Armeechef auf Facebook, dass die Zahl steige. Um welche Ziele es sich dabei genau handelt, bleibt in dem Bericht offen. Die besten Kampfergebnisse hätten FPV-Drohnen und schwere Bomber erzielt, heißt es zudem.
Ein ukrainischer Soldat der Einheit Kraken 1654 beobachtet eine Vampire-Drohne, die während einer Vorführung für Associated Press am 5. November 2025 über ihn hinwegfliegt.
„Die Ukraine setzt verstärkt auf automatisierte Systeme – dabei handelt es sich nicht nur um unbemannte Luftfahrzeuge, sondern auch um unbemannte Bodenroboter, die zum Schlüsselelement des modernen Krieges werden und das Leben der Soldaten retten“, schreibt der ukrainische Armee-Chef. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor erklärt, dass Drohnen für die ukrainische Armee weiterhin höchste Priorität hätten.
Bevorstehender Winter im Ukraine-Krieg: Deutschland stellt 40 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung
Update, 19:31 Uhr: Deutschland stellt der Ukraine angesichts anhaltender russischer Angriffe auf die Infrastruktur des Landes zusätzlich 40 Millionen Euro Winterhilfe zur Verfügung. „Wir helfen, dass Wohnungen warm und erleuchtet bleiben und es Russland mit seinen gezielten Terrorangriffen auf die zivile Gas- und Wärmeversorgung nicht gelingt, die Moral der Verteidigerinnen und Verteidiger ihrer Heimat zu brechen“, teilte Außenminister Johann Wadephul (CDU) zu seiner Teilnahme am Treffen der G7-Außenminister in Kanada mit.
Das Geld soll für humanitäre Maßnahmen verwendet werden und etwa der Reparatur von Heizsystemen und beschädigten Häusern sowie der Lieferung von Stromaggregaten und Sachgütern wie Decken oder Hygienemitteln dienen. Den Menschen in der Ukraine droht der vierte Winter im Ukraine-Krieg mit oft minus 20 Grad.
Update, 18:25 Uhr: Der ukrainische Präsident berichtet unter Berufung auf Informationen des ukrainischen Oberbefehlshabers Oleksandr Syrskyj von der aktuellen Lage an der Front im Ukraine-Krieg: „Unser Hauptaugenmerk liegt derzeit auf der Richtung Pokrowsk und der Region Saporischschja, wo die Russen die Anzahl und den Umfang ihrer Angriffe verstärken“, schreibt Selenskyj in einem Post auf der Online-Plattform X.
„Die Lage dort bleibt schwierig“, die ukrainischen Truppen würden jedoch ihre „Zerstörungsarbeit gegen den Besatzer“ fortsetzen. „Etwas entspannter“ sei die Lage in Kupjansk: „Unsere Streitkräfte haben dort Erfolge erzielt, und dies ist seit einigen Wochen der Fall.“
Ukraine-Krieg aktuell: Kiew meldet 46 Gefechte an der Front bei Pokrowks am Dienstag
Update, 17:16 Uhr: Die aktuelle Lage an der Front im Ukraine-Krieg: Kiews Generalstab meldet 118 Gefechte zwischen ukrainischen und russischen Truppen im Laufe des Tages. Im Raum Pokrowsk habe Russland allein 46 Angriffe gestartet - 38 dieser Angriffe haben Kiews Truppen laut Bericht des Generalstabs abgewehrt. Die Kämpfe um die strategisch wichtige Stadt im Ukraine-Krieg dauern demnach an.
Aktuelle Lage an der Ukraine-Front: Kiews Truppen müssen sich im Süden bei fünf Ortschaften zurückziehen
Update, 16:39 Uhr: In der Region Saporischschja müssen sich ukrainische Truppen von ihren Stellungen bei fünf Ortschaften zurückziehen. Das berichtet die ukrainische Nachrichtenagentur ukrinform unter Berufung auf Angaben des ukrainischen Einsatzkommandos „Süd“. Das Einsatzkommando berichtet von „heftigen Kämpfen“ in den vergangenen Tagen. Russland setze „alle möglichen Waffen ein“, um die ukrainischen Einheiten zurückzudrängen.
Durch verstärkte Sturmangriffe, zahlreiche Infiltrationsversuche sowie massiven Artilleriebeschuss im Ukraine-Krieg „mussten sich ukrainische Einheiten von ihren Stellungen bei Novouspenivske, Nove, Okhotnyche, Uspenivka und Novomykolaivka zurückziehen, um das Leben der Soldaten zu schützen“. Zudem seien alle Unterstände und Befestigungsanlagen zerstört.
Update, 15:48 Uhr: Kiews Streitkräfte sollen am Dienstag Anlagen der russischen Ölraffinerie in Orsk in Russland angegriffen haben. Das meldet der ukrainische Generalstab auf Facebook. Ersten Berichten zufolge wurde eine der wichtigsten Ölverarbeitungsanlagen der Raffinerie getroffen, schreibt Ukrainska Pravda. Der Generalstab berichtet von Explosionen und ein Brand. Die genauen Auswirkungen des Angriffs würden derzeit ermittelt.
In dem Post des ukrainischen Generalstabs heißt es zudem, dass die Anlage unter anderem Benzin, Dieselkraftstoff, Flugturbinenkraftstoff und Schmieröle produziere – mit einer geplanten Raffineriekapazität von 6,6 Millionen Tonnen Öl pro Jahr. Das Unternehmen beliefere damit russische Truppen im Ukraine-Krieg.
Ukraine soll nordkoreanisches Mehrfachraketenwerfer-System zerstört haben
Update, 14:52 Uhr: Ukrainische Streitkräfte haben ein nordkoreanisches Mehrfachraketenwerfer-System vom Typ 75 bei Pokrowsk zerstört. Drohnen der Einheit „Height Predators“ der 59. Separaten Sturmbrigade der Ukraine gelang es wohl den Raketenwerfer anzugreifen, wie aus einem bei Telegram veröffentlichten Video hervorgeht. Das 107-mm-System vom Typ 75, eine nordkoreanische Kopie des chinesischen Typs 63, kann hochexplosive Splitter- und Streumunition bis zu einer Reichweite von über acht Kilometern abfeuern. Laut dem Portal Militarnyi montieren russische Kräfte die Werfer auf Fahrzeuge, um Mobilität und Einsatzgeschwindigkeit zu verbessern.
Ukraine-Krieg aktuell: Kiews Bürgermeister Klitschko rechnet mit wenigen Rückkehrern nach Krieg
Update, 14:29 Uhr: Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko rechnet damit, dass viele junge Ukrainer nach Kriegsende nicht zurückkehren werden. „Wir wären glücklich, wenn die Hälfte der jungen Menschen wieder zurückkommen“, sagte er am Dienstag dem Sender Welt TV.
Jüngere integrierten sich schnell in die Aufnahmeländer, lernten die Sprache und gründeten Familien, begründete Klitschko seine Einschätzung. Für eine Rückkehr seien Frieden, Arbeitsplätze und eine mit Europa vergleichbare Lebensqualität in der Ukraine erforderlich. Die Ukraine stehe nach dem Krieg vor „riesigen Herausforderungen“, erklärte der Bürgermeister.
Ukraine-Krieg aktuell: Ukraine mit Gegenangriffen in Pokrowsk – „Verteidigung geht weiter“
Update, 14:00 Uhr: Ukrainische Streitkräfte haben in der umkämpften Stadt Pokrowsk Gegenangriffe gestartet und werden den russischen Angriff abwehren. Das hat Generaloberst Oleksandr Syrskyj, Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, am Montag erklärt. Pokrowsk sei ein „solides befestigtes Gebiet“, sagte Syrskyj laut einer Mitteilung des ukrainischen Generalstabs. Zwar seien die Russen an einigen Stellen durch die Verteidigungsanlagen gebrochen, doch die Kommandoführung wisse, wo diese Stellen sind. Russland hat nach Syrskys Angaben mehr als 150.000 Mann für die Eroberung der strategisch wichtigen Logistik-Drehscheibe im Ukraine-Krieg konzentriert.
Major Andriy Kovalev, ein Sprecher des ukrainischen Generalstabs, erklärte über die Lage in Pokrowsk: „Die Verteidigung des Ballungsraums Pokrowsk-Myrnohrad geht weiter. Die Lage bleibt komplex und dynamisch. Hier setzt der Feind alle verfügbaren Reserven ein, erleidet dafür jedoch nur enorme Verluste.“
Update, 13:30 Uhr: Die russische Region Uljanowsk hat das mobile Internet bis zum Ende des Ukraine-Kriegs gesperrt. Das berichtet die unabhängige russische Exil-Zeitung Moscow Times. Die Regionalregierung gab am 8. November bekannt, dass die Entscheidung vom Bundeszentrum zur Gewährleistung der „nationalen Sicherheit“ getroffen wurde. Laut dem regionalen Minister für digitale Entwicklung, Oleg Jagfarow, können die örtlichen Behörden die Sperrung nicht aufheben – nur eine Entscheidung aus Moskau könne die Einschränkung beenden. Die Internetprobleme dauern wohl bereits seit über einer Woche an.
Update, 13:01 Uhr: Russische Truppen haben ihre Infiltrationsversuche in die ostukrainische Stadt Pokrowsk massiv verstärkt. Das berichtet das ukrainische Portal Ukrainska Pravda. Über 300 russische Soldaten befinden sich nach Angaben des 7. Korps der ukrainischen Luftlandetruppen bereits in der Stadt im Gebiet Donezk. Die Angreifer nutzen laut den Verteidigern schlechte Wetterbedingungen mit dichtem Nebel aus, um mit leichten Fahrzeugen über die südlichen Stadtränder vorzudringen. „In den letzten Tagen haben die Russen ihre Versuche verstärkt, Pokrowsk zu infiltrieren“, teilten die Luftlandetruppen mit. Seit Anfang November töteten ukrainische Kräfte 162 russische Soldaten in Pokrowsk und verwundeten 39 weitere.
Ukraine-Krieg aktuell: Russland zielt auf ukrainische Energieanlagen ab – Lage „kritisch“
Update, 12:43 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben in der Nacht zum Dienstag erneut die südukrainische Region Odessa mit Drohnen angegriffen und dabei Energie- und Verkehrsinfrastruktur beschädigt. Nach Angaben der regionalen Verwaltung und des ukrainischen Katastrophenschutzes waren die Luftabwehrsysteme die ganze Nacht über aktiv, konnten aber nicht alle Treffer verhindern.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Bei den Angriffen wurden mehrere zivile Energieanlagen und ein Depot der ukrainischen Eisenbahn beschädigt, wie die Behörden mitteilten. Eine Person erlitt Splitterverletzungen. Vizeenergieminister Mykola Kolesnyk bezeichnete die Lage im ukrainischen Stromnetz nach dem russischen Großangriff vom Samstag mit 45 Raketen und 458 Drohnen als „kritisch“. Laut Kolesnyk ziele Russland gezielt auf die verwundbarsten Teile des Energienetzes, um das System vor dem Winter zu destabilisieren.
Ukraine-Krieg aktuell: USA stellen diplomatische Gespräche mit Russland ein
Update, 11:53 Uhr: Die USA haben die diplomatischen Gespräche mit Russland zur Normalisierung der Beziehungen eingestellt. Eine neue Verhandlungsrunde zum vollen Botschaftsbetrieb in Moskau und Washington ist derzeit nicht geplant, wie die US-Mission in Russland der russischen Tageszeitung Iswestija mitteilte.
Das letzte Konsultationstreffen fand vor über sechs Monaten am 10. April in Istanbul statt. Obwohl der russische Botschafter in Washington, Alexander Dartschiew, im Juni ein baldiges drittes Treffen ankündigte, wurden die Gespräche nach russischen Angaben auf US-Initiative abgesagt. Außenminister Sergej Lawrow bestätigte, dass der Dialog fortgesetzt werde, „aber nicht so schnell, wie wir es uns wünschen würden“, zitiert die Moscow Times den Außenminister.
Ukraine-Krieg aktuell: Kreml spricht von versuchter Entführung eines Jets
Update, 11:19 Uhr: Der russische FSB behauptet, die geplante Entführung einer MiG-31 mit Kinschal-Hyperschallrakete durch die Ukraine verhindert zu haben. Ein russischer Pilot sollte für drei Millionen Dollar zur Desertion bewegt werden und den NATO-Stützpunkt Constanta in Rumänien ansteuern. Der FSB macht den ukrainischen Militärgeheimdienst HUR und britische Dienste verantwortlich. Die MiG sollte beim Anflug auf Constanta abgeschossen werden, so der FSB.
Ukrainische Quellen für die Behauptung gibt es nicht. Der Geheimdienst präsentierte angebliche Beweisvideos und behauptete, die Kontaktaufnahme sei über das Recherchenetzwerk Bellingcat erfolgt. Der FSB meldet regelmäßig angebliche Ermittlungserfolge gegen Terroristen oder ukrainische Anschlagspläne, die selten überprüfbar sind. Diese Veröffentlichungen sind wohl Teil der russischen psychologischen Kriegsführung. (red mit Agenturen) (dil)