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Ukraine aktuell: Pokrowsk eingekreist? Kiew dementiert russische Darstellung

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Die aktuelle Lage zum Ukraine-Krieg: Drohnen treffen Treibstofflager auf der Krim. Gefechte in Pokrowsk dauern an. Der News-Ticker.

Dieser Ticker ist beendet. Aktuelle Informationen zum Krieg in der Ukraine finden Sie in unserem neuen News-Ticker.

Update, 15:05 Uhr: Russlands Streitkräfte haben nach ukrainischen Angaben die Zahl der Angriffe auf Stellungen der ukrainischen Truppen im Ballungsraum Pokrowsk in der Oblast Donezk erhöht. Das berichtet das 7. Schnellreaktionskorps der ukrainischen Luftlandetruppen auf Telegram. Die heftigsten Kämpfe in Pokrowsk finden demnach im Industriegebiet statt.

Die Truppe halte dennoch ihre Verteidigungslinie und berichtet von russischen Verlusten an der Pokrowsk-Front im Ukraine-Krieg: „In der vergangenen Woche haben ukrainische Truppen 236 russische Soldaten getötet und weitere 136 verwundet.“ Zudem sollen die ukrainischen Soldaten einen Panzer, drei gepanzerte Kampffahrzeuge und 23 Fahrzeuge zerstört haben.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Update, 13:05 Uhr: Kiew dementiert erneut, dass russische Truppen die umkämpfte Stadt Pokrowsk im Osten der Region Donezk eingekreist hätten. Gleichzeitig erklärte Andrii Kovalev, Sprecher des Generalstabs der Ukraine, gegenüber Ukrainska Pravda, dass die logistische Versorgung der dort stationierten Truppen schwierig sei. Dennoch würde die Logistik nach Pokrowsk im Ukraine-Krieg weiterhin funktionieren, so der Sprecher: und die Truppen, einschließlich verwundeter Soldaten, würden im Wechsel eingesetzt.

Russland hatte zuvor berichtet, alle Fluchtrouten der ukrainischen Armee aus der Stadt Pokrowsk blockiert zu haben. Die Stadt Pokrowsk gilt als wichtiger Logistikknotenpunkt im Ukraine-Krieg.

Aktuelle Angriffe im Ukraine-Krieg: Kiew nimmt die Stadt Tuapse ins Visier – Bericht über Marinedrohnen

Update, 11:50 Uhr: Im Ukraine-Krieg hat Kiew offenbar in der Stadt Tuapse in der Region Krasnodar angegriffen. Russische Telegram-Kanäle und das russische Medienunternehmen Astra meldeten demnach Attacken, die auf Pieranlagen des Schwarzmeerhafens gezielt haben soll. Mutmaßlich kamen dabei Marinedrohnen zum Einsatz. Ukrainska Pravda beruft sich auf Anwohner, die von Explosionen in der Stadt berichteten. Insgesamt war die Warnung vor Drohnenangriffen für fast acht Stunden aktiv.

Ukraine-Krieg aktuell: Tschechiens Außenminister ruft zu Unterstützung für Kiew auf

Update, 10:45 Uhr: Der tschechische Außenminister Jan Lipavsky sagte am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, Europa müsse in die Verteidigung der Ukraine investieren, um Russlands Krieg zu stoppen und die eigene Sicherheit des Kontinents zu gewährleisten. Im Zusammenhang mit dem Wahlsieg von Andrej Babiš im vergangenen Monat sagte der Minister: Er gehe nicht davon aus, dass die neue Regierung die NATO verlassen werde, da diese „der ultimative Garant für Sicherheit ist und uns vorgibt, wie wir unsere Verteidigung gestalten sollten“.

Lipavsky warnte jedoch davor, dass Russland den ehemaligen sowjetischen Satellitenstaat immer noch als „eine Art Territorium betrachtet, das es beeinflussen und von dem es Ressourcen stehlen möchte“. In diesem Sinne wäre eine rechtsextreme Regierung in Tschechien „ein wunderbares Geschenk für Wladimir Putin“, sagte der Minister.

Update, 9:26 Uhr: Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen weiter. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden hat Putins Armee nach Angaben des Generalstabs der Streitkräfte der Ukraine auf Facebook 1090 Soldaten verloren. Die Kämpfer wurden entweder getötet oder verwundet. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs sind die Verluste auf etwa 1.152.160 Soldaten gestiegen. Zusätzlich soll Russland 11.342 Panzer, 23.552 gepanzerte Kampffahrzeuge sowie 34.349 Artilleriesysteme.

Update, 7:10 Uhr: Die Ukraine hat offenbar erneut ein russisches Öldepot auf der Krim angegriffen. Das berichtet The Kyiv Independent unter Berufung auf den russischen Telegram-Kanal ASTRA. Demnach haben ukrainische Drohnen am späten Sonntagabend ein Treibstofflager nahe dem Dorf Gwardejskoje getroffen. Menschen vor Ort berichteten von mehreren Explosionen in der Nähe des Depots während eines größeren Drohnenangriffs auf die Halbinsel. Russlands Verteidigungsministerium behauptete, zehn ukrainische Drohnen über der Krim abgeschossen zu haben. Das Öldepot ist bereits im Oktober Ziel ukrainischer Angriffe gewesen – damals bestätigten die ukrainischen Spezialkräfte Schäden an der Anlage.

Die Ukraine überzieht Russland mit Drohnen-Angriffe auf die Öl-Infrastruktur – hier brennt ein Tanklager auf der russisch besetzten Krim.

Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Kiew startet neue Drohnenangriffe

Update, 5:45 Uhr: Kiew hat Russland erneut mit Drohnen angegriffen. Die Nachrichtenagentur RIA meldete unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium den Abschuss von 71 ukrainischen Drohnen in der Nacht durch die russische Luftabwehr.

Update, 10. November, 5:00 Uhr: Nach den massiven russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur in der Ukraine laufen die Reparaturarbeiten nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Hochdruck. „Die Reparaturarbeiten halten an“, sagte er in seiner abendlichen Ansprache. In fast allen Regionen des Landes werde rund um die Uhr gearbeitet. „Obwohl die Lage schwierig ist, sind tausende Menschen an der Stabilisierung des Systems und der Reparatur der Schäden beteiligt“, fügte Selenskyj hinzu.

Update, 21.49 Uhr: Russlands Truppen haben nach Angaben der russischen Besatzungsmacht alle Fluchtrouten der ukrainischen Armee aus der Stadt Pokrowsk blockiert. Die Einheiten, die sich noch immer in der Stadt befänden, hätten ihre letzte Chance verpasst, die Stadt vor der Eroberung durch Russland zu verlassen, gab ein Sprecher der sogenannten „Volksrepublik Donezk“ laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass bekannt. Die Stadt Pokrowsk gilt als wichtiger Logistikknotenpunkt im Ukraine-Krieg.

Ein russischer Soldat beobachtet den Abschuss einer Rakete in der Region rund um die Stadt Pokrowsk.

Update, 20.49 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Bevölkerung vor weiteren Drohnen- und Raketenangriffen aus Russland gewarnt. „Die Russen haben ihre Angriffskraft erhöht und setzen mehr ballistische Waffen ein“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft, die auf Telegram veröffentlicht wurde. Man müsse deshalb die Luftverteidigung verstärken, und sich auf weitere Attacken einstellen, so der Präsident aus Kiew.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

Ukraine-Krieg aktuell: Schwere Vorwürfe gegen Russland

Update, 18.50 Uhr: Aus Berlin und London kommen schwere Vorwürfe gegen Moskau. Russland soll seine Spionageaktivitäten im Weltraum massiv erhöht haben, sagte Boris Pistorius (SPD) bei einer Konferenz in Berlin. Der Bundesverteidigungsminister sprach von einer „fundamentalen Bedrohung“, die durch russische Satelliten für die weltweiten Kommunikationsnetzwerke ausgehe. Mit diesen würden die Geheimdienste von Russlands Präsidenten Wladimir Putin westliche Satelliten verfolgen und behindern. Nach Angaben der deutschen Streitkräfte haben zwei russische Überwachungssatelliten in jüngster Zeit militärisch genutzte deutsche Satelliten observiert. Einem CNN-Bericht zufolge hat Russland seine Spionage-Fähigkeiten seit Beginn des Ukraine-Kriegs massiv ausgebaut. Dabei kooperiere Wladimir Putins Regierung immer häufiger auch mit der Volksrepublik China.

Update, 17.29 Uhr: Russische Drohnen haben im Ukraine-Krieg ein Biomasse-Wärmekraftwerk schwer beschädigt. Der Angriff ereignete sich in der Nacht und traf eine Anlage, die 2016 als erste große Biomasse-Station des Landes errichtet worden war. Das meldet die Ukrainska Pravda und bezieht sich dabei auf den Betreiber des Kraftwerks. Seit Samstagmorgen wurden Angriffe aus Russland auf die Energieinfrastruktur von zahlreichen Städten der Ukraine gemeldet, darunter Kiew, Kirowohrad, Poltawa, Charkiw und Dnipropetrowsk.

Update, 15.56 Uhr: Bei den massiven Angriffen auf die ukrainische Stromversorgung soll Russland auch Umspannwerke attackiert haben, die zwei ukrainische Atomkraftwerke versorgen. Das berichtete Außenminister Andrii Sybiha. „Das waren keine zufälligen, sondern geplante Angriffe“, sagte er der Nachrichtenagentur AP.

Laut ukrainischen Berichten kam es in der Millionenstadt Woronesch zu einem mehrstündigen Strom- und Heizungsausfall. In Belgorod sind laut örtlichen Behörden nach einem Raketenangriff rund 20.000 Haushalte von der Energieversorgung abgeschnitten. In Russland wiederum kam es in Taganrog in der Region Rostow zu einem stundenlangen Stromausfall. Die Behörden der rund 240.000 Einwohner zählenden Stadt begründeten den Ausfall mit einer Notabschaltung einer Stromleitung. Eine Ursache wurde nicht genannt. Lokale Medien berichteten aber von einem Brand in einem nahe gelegenen Umspannwerk.

Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Ukrainische Streitkräfte attackieren russische Regionen

Erstmeldung vom 9. November 2025: Kiew – Nach einem der schwersten russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur seit Kriegsbeginn haben ukrainische Streitkräfte ihrerseits russische Regionen attackiert. In mehreren Gebieten lösten die Behörden Luftalarm aus und meldeten Strom- und Heizungsausfälle. Auch in der Ukraine haben die Angriffe aus Russland zu massiven Energieausfällen geführt.

Betroffen von den Angriffen im Ukraine-Krieg waren laut verschiedener Meldungen die Regionen Belgorod und Woronesch. Der Gouverneur von Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, teilte über Telegram mit, dass die Systeme der Energie- und Wärmeversorgung nach ukrainischen Angriffen beschädigt seien. Die Instandsetzungsarbeiten liefen bereits, berichtete die Nachrichtenagentur dpa. Belgorod grenzt im Westen direkt an die Ukraine. Im benachbarten Gebiet Woronesch, das im Osten an Belgorod grenzt, rief Gouverneur Alexander Gussew ebenfalls Raketen- und Drohnenalarm aus. Die Flugabwehr habe einige Drohnen unschädlich gemacht, teilte er mit. In einem kommunalen Betrieb habe ein Feuer gelöscht werden müssen. Nach unbestätigten Berichten in sozialen Netzwerken wurde das Heizkraftwerk der Stadt getroffen. In der Stadt Taganrog im Gebiet Rostow gab es ebenfalls Berichte in sozialen Netzwerken über Explosionsgeräusche und Stromausfälle.

In der Ukraine selbst meldeten die Behörden die schwersten russischen Raketen- und Drohnenangriffe auf ihre Energieinfrastruktur seit Kriegsbeginn. Von 69 Drohnenangriffen seien 34 abgewehrt worden, teilte die ukrainische Flugabwehr mit. Am Vortag habe man russische Angriffe mit 458 Drohnen und 45 Raketen und Marschflugkörpern erlitten.

Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Energieausfälle im ganzen Land

Die Folgen der russischen Angriffe im Ukraine-Krieg für die Bevölkerung sind gravierend. Im ganzen Land kommt es immer wieder zu Strum-, Heizungs- und Warmwawsserausfällen, während die Temperaturen mit dem beginnenden Winter immer weiter sinken. In den Regionen Poltawa, Sumy und Charkiw saßen viele im Dunkeln und in der Kälte, berichtete dpa. Die Behörden sprachen von einer schwierigen Lage, weil viele der gerade erst reparierten Anlagen bei den neuen Attacken schwer beschädigt worden seien.

Die Lage im Ukraine-Krieg spitzt sich indes weiter zu, weil die Truppen von Russlands Machthaber Wladimir Putin ihre Strategie geändert haben. Angriffe auf Kraft- und Umspannwerker erfolgen gleichzeitig zu Angriffen auf das Stromverteilungsnetz. Das berichtet das Nachrichtenportal Ukrainska Pravda. Dadurch soll der Schaden auf die Versorgung maximiert werden. Das ukrainische Staatsunternehmen Centrenergo teilte mit, dass alle seine Heizkraftwerke den Betrieb eingestellt hätten und keine Energie mehr produzierten. Das Unternehmen hat laut Medien einen Anteil an der Energieproduktion von acht Prozent. Laut Rodion Miroshnik, Sonderbotschafter Russland in der besetzten Region Luhansk, attackiere Russland nur militärische Ziele in der Ukraine.

Russland erleidet aktuell Verluste im Ukraine-Krieg

Putin wiederum muss aktuell im Ukraine-Krieg neben den Angriffen auf die eigene Infrastruktur weiter hohe personelle Verluste in Kauf nehmen. Laut unbestätigten Meldungen fielen in den vergangenen 24 Stunden 970 russische Soldaten in Kämpfen in der Ukraine. Seit Kriegsbeginn vor drei Jahren Russland 1.151.070 Soldaten in der Ukraine verloren haben. Russland selbst macht keinerlei Angaben über eigene Verluste im Ukraine-Krieg. (Verwendete Quellen: AP, DPA, Ukrainska Pravda, eigene Recherche) (dil)

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