News-Ticker

„Offenes und konstruktives Gespräch“: Xi und Macron rufen zu Friedensverhandlungen auf

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Frankreich und China sprechen sich für Verhandlungen aus. Putin entlässt derweil einen ranghohen Kommandeur. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

HINWEIS DER REDAKTION: Dieser Ticker ist beendet. Über die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg informiert unser neuer Newsticker.

Update vom 6. April, 16.10 Uhr: Chinas Staatschef Xi Jinping und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben zu baldigen Friedensgesprächen für die Ukraine aufgerufen. Ziel sei eine „Wiederaufnahme der Gespräche, so schnell wie möglich, für einen dauerhaften Frieden“, sagte Macron nach einem bilateralen Treffen am Donnerstag in Peking. Xi betonte bei einem gemeinsamen Pressetermin seinerseits, dass Atomwaffen „nicht eingesetzt werden können“. Er verurteilte „Angriffe auf Zivilisten“.

Die beiden Präsidenten hätten ein „offenes und konstruktives Gespräch“ miteinander geführt, das etwa eineinhalb Stunden gedauert habe, teilte der Elysée mit. Xi habe sich dabei auch bereit gezeigt, mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu telefonieren, hieß es in Diplomatenkreisen. Fragen von Journalisten waren bei dem Pressetermin nicht vorgesehen.

Emmanuel Macron und Xi Jinping während einer Begrüßungszeremonie vor der Großen Halle des Volkes.

News zum Ukraine-Krieg: Von der Leyen warnt vor Waffenlieferungen an Russland

Update vom 6. April, 15.23 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat China vor Waffenlieferungen an Russland gewarnt. Nach Gesprächen mit Staats- und Parteichef Xi Jinping gemeinsam mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte von der Leyen am Donnerstag vor der Presse in Peking, sie setze darauf, dass China Russland keine militärische Ausrüstung „direkt oder indirekt“ zur Verfügung stelle. „Den Aggressor zu bewaffnen wäre gegen internationales Recht und es würde unsere Beziehungen erheblich schädigen.“

Als ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat habe China eine große Verantwortung. „Wir erwarten, dass China seine Rolle spielt und einen gerechten Frieden unterstützt - einer, der die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine respektiert, einen der Eckpfeiler der UN-Charta.“ In ihren Gesprächen habe sie betont, dass sie fest hinter dem Friedensplan des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj stehe. China habe eine große Verantwortung, seinen Einfluss auf Russland zu nutzen: „Wir zählen auf China.“

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

News zum Ukraine-Krieg: Kiew stockt Panzerbestellung bei Polen auf

Update vom 6. April, 13.52 Uhr: Die Ukraine hat eine Bestellung von Radschützenpanzern im Nachbarland Polen von 100 auf 150 Exemplare aufgestockt. Dies kündigte der polnische Regierungssprecher Piotr Müller nach Angaben der Agentur PAP einen Tag nach dem Besuch von Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag in Warschau an. Die Panzer vom Typ KTO Rosomak sollen mit Finanzhilfen der USA und der EU finanziert werden. Dabei handelt es sich um eine Lizenzversion auf Basis des finnischen Militärfahrzeugs Patria AMV.

Zudem gab die Ukraine den Bau von mehr als 50 selbstfahrenden Mörsern des Typs M120 Rak („Krebs“) in Auftrag. Geplant sei zudem die Lieferung von 100 Raketen für Kurzstrecken-Flugabwehrraketensystem. Der Gesamtwert der bisher aus Polen an die Ukraine gelieferten Rüstungsgüter beläuft sich nach Regierungsangaben aus Warschau auf 2,1 Milliarden Euro.

News zum Ukraine-Krieg: Kiew unter Umständen bereit für Gespräche mit Moskau

Update vom 6. April, 12.15 Uhr: Der stellvertretende Chef des Präsidentenbüros in Kiew, Andrij Sybiha, gab bekannt, dass die ukrainische Führung nach einer geplanten Frühjahrsoffensive bereit sei, Gespräche mit Russland über die Krim zu führen. „Wenn wir auf dem Schlachtfeld unsere strategischen Ziele erreichen und an die Verwaltungsgrenzen der Krim gelangen, so sind wir bereit, die diplomatische Seite zu öffnen und die Sache zu bereden“, sagte Sybiha gegenüber der Financial Times am Donnerstag (6. April). Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor Verhandlungen mit Moskau abgelehnt, solange sich russische Soldaten auf ukrainischem Gebiet, einschließlich der bereits 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim, aufhalten.

Laut Financial Times stellt Sybihas Aussage den ersten diplomatischen Vorstoß Kiews seit dem Abbruch der Waffenstillstandsverhandlungen vor einem Jahr, kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine dar. Militärexperten erwarten in diesem Frühjahr eine Offensive der ukrainischen Truppen, um die von Russen besetzten Gebiete zurückzuerobern.

News zum Ukraine-Krieg: Russland startet neue Luftangriffe

Update vom 6. April, 11.40 Uhr: Russische Truppen haben einen Luftangriff auf die Stadt Wuhledar in der Region Donezk geflogen und das Dorf Zvanivka massiv beschossen. Es wird von Opfern unter der Zivilbevölkerung berichtet. Eine entsprechende Erklärung wurde vom Leiter der Militärverwaltung der Region Donezk, Pavlo Kyrylenko, auf Telegram abgegeben.

„In Richtung Wolnowacha wurde Wuhledar von einem Luftangriff getroffen, ohne dass es Verletzte gab. […] In Richtung Lyssytschansk wurde Swaniwka massiv mit Artillerie beschossen: eine Schule, ein Kultursaal, ein Geschäft und über 20 Einfamilienhäuser wurden beschädigt. In Siversk wurden Häuser in zwei Straßen beschädigt“, schrieb Kyrylenko in seinem Post.

News zum Ukraine-Krieg: Kreml setzt Kommandeur ab

Update vom 6. April, 10.00 Uhr: Nach schweren Niederlagen der russischen Truppen in der Ostukraine ist nach britischer Einschätzung der für die Heeresgruppe Ost der russischen Streitkräfte zuständige Kommandeur abgesetzt worden. Berichte in russischen sozialen Netzwerken zu Generaloberst Rustam Muradows Ablösung seien „höchstwahrscheinlich“ richtig, erklärte das Verteidigungsministerium in London am Donnerstag (6. April) unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse. „Es handelt sich um die bislang ranghöchste russische Militärentlassung im Jahr 2023, aber weitere sind wahrscheinlich, da Russland seine Ziele im Donbass weiterhin nicht erreicht“, hieß es weiter.

Offiziell gibt es in Moskau keine Informationen zur Entlassung Muradows. Über die Ablösung des 50-jährigen Generals hatten aber bereits Ende März russische Militärblogger berichtet, darunter auch der kürzlich bei einem Sprengstoffanschlag getötete kremlnahe Wladlen Tatarski.

Russische Verluste im Ukraine-Krieg: Moskau verliert 390 Soldaten an einem Tag

Update vom 6. April, 8.45 Uhr: Russland hat im Ukraine-Krieg erneut mit schweren Verlusten zu kämpfen. Innerhalb eines Tages sind weitere 390 Soldaten gefallen. Das geht aus dem täglichen Lagebericht des ukrainischen Verteidigungsministeriums hervor. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

  • Soldaten: 176.630 (+390)
  • Fahrzeuge: 5.574 (+1)
  • Mannschaftstransportwagen: 7.013 (+8)
  • Hubschauber: 292 (+1)
  • Flugzeuge: 306
  • Panzer: 3.631 (+2)
  • Drohnen: 2287 (+4)
  • Artilleriesysteme: 2.714 (+7)
  • Flugabwehrsysteme: 281 (+1)
  • Mehrfachraketenwerfer: 532 (+4)
  • Schiffe: 18
  • Quelle: Ukrainischer Generalstab vom 5. April. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

News zum Ukraine-Krieg: Erbitterte Häuserkämpfe in Bachmut

Update vom 6. April, 5.30 Uhr: Russische Angreifer und ukrainische Verteidiger haben sich in Bachmut schwere Häuserkämpfe geliefert. Eine Reihe von Angriffen russischer Soldaten in der Industriezone der ostukrainischen Stadt seien mit Unterstützung von Artillerie und Granatwerfern abgeschlagen worden, teilte die Militärführung in Kiew am Mittwoch mit. Trotz einer personellen Übermacht sei den russischen Einheiten kein Durchbruch gelungen, hieß es.

Im Ukraine-Krieg versuchen russische Truppen seit dem Spätsommer, Bachmut im Gebiet Donezk einzunehmen. Der Großteil der Stadt und Teile des Zentrums stehen bereits unter russischer Kontrolle. Im Westteil der Stadt mit ehemals 70.000 Einwohnern leisten die ukrainischen Einheiten jedoch weiter hartnäckigen Widerstand. Russland ist vor mehr als 13 Monaten in die Ukraine einmarschiert.

News zum Ukraine-Krieg: Ukrainisches Flugzeug stürzt ab

Update vom 5. April, 20.40 Uhr: In der russischen Region Brjansk an der Grenze zur Ukraine ist laut Angaben des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB ein ukrainisches Kleinflugzeug abgestürzt. Der Geheimdienst habe den Piloten festgenommen, der zuvor versucht hatte, auf ukrainisches Gebiet zu fliehen. Bevor ihm dies gelingen konnte, sei er allerdings von Grenzschützern gefasst worden. Die Ursache des Flugzeugabsturzes nahe der Ortschaft Butowsk war zunächst unklar. Das berichtete Russlands staatliche Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf den FSB.

Update vom 5. April, 20.05 Uhr: In der ukrainischen Stadt Kostjantyniwka berichten Einwohner, dass die russischen Streitkräfte scheinbar wahllos öffentliche Gebäude und Wohnhäuser beschießen. Die Ortschaft in der Region Donezk könnte nach den schon schwer zerstörten Städten Bachmut und Tschassiw Jar bald ebenfalls vollständig zur Trümmerlandschaft werden.

News im Ukraine-Krieg: Waffenlieferungen von China an Russland wären aus Nato-Sicht historischer Fehler

Update vom 5. April, 18.32 Uhr: Waffenlieferungen von China an Russland wären aus Sicht der NATO ein historischer Fehler. „Wir beobachten sehr genau, was China tut“, sagt Generalsekretär Jens Stoltenberg nach einem Treffen der Außenminister der 31 Bündnisstaaten in Brüssel. „Die Alliierten waren deutlich, dass jede tödliche Unterstützung Chinas für Russland ein historischer Fehler mit weitreichenden Folgen wäre.“ Bisher gebe es keine Bestätigung für derlei Waffenlieferungen, sagt der Norweger. Man verfolge das sehr genau und mache Peking gegenüber deutlich, dass dies ein großer Fehler wäre.

News zum Ukraine-Krieg: Situation in Bachmut laut Selenskyj weiterhin „sehr schwer“

Update vom 5. April, 16.30 Uhr: In der umkämpften ostukrainischen Stadt Bachmut ist die Situation nach Einschätzung von Präsident Wolodymyr Selenskyj weiter „sehr, sehr schwer“. „Dort wird die größte Zahl verschiedener Waffen wie Artillerie eingesetzt“, sagte der 45-Jährige am Mittwoch in Warschau bei einer Pressekonferenz mit seinem polnischen Kollegen Andrzej Duda. Die Situation hinsichtlich verfügbarer Munition ändere sich täglich und die ukrainischen Truppen kämpften mit unterschiedlichem Erfolg, sagte er. „Doch wir befinden uns in Bachmut und der Feind kontrolliert Bachmut nicht“, unterstrich Selenskyj.

Selenskyj widersprach damit auch jüngsten Äußerungen aus Moskau. Der Chef der in Bachmut kämpfenden Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, hatte behauptet, seine Einheiten hätten Bachmut „rechtlich“ eingenommen, weil sie das Gebäude der Stadtverwaltung kontrollierten. „Um so mehr Munition in die Ukraine gelangt, um so schneller werden wir die Lage nicht nur in Bachmut, sondern auf dem ganzen Territorium unseres Staates klären“, sagte Selenskyj.

News zum Ukraine-Krieg: Lukaschenko soll sich bei Putin erklären

Update vom 5. April, 15.00 Uhr: Gemeinsam mit Wladimir Putin will der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko am Mittwoch über seinen „Friedensvorschlag“ diskutieren, wie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow gegenüber der russischen Presse erklärte. Vergangenen Freitag forderte Lukaschenko ein Stopp der „Feindseligkeiten“ sowie eine Beschränkung des Transports von Ausrüstung und Waffen beider Seiten – sowohl Russland als auch die Ukraine lehnten dies ab.

Lukaschenko werde „es wahrscheinlich für notwendig erachten, Klarheit in dieser Angelegenheit zu schaffen. Dann werden sie natürlich ihre Ansichten austauschen“, sagte Peskow.

News zum Ukraine-Krieg: Russland will AKW-Sicherheitszone offenbar zustimmen

Update vom 5. April, 13.30 Uhr: Russland will nach eigenen Angaben die Forderung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nach einer Schutzzone um das Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine unterstützen. Moskau sei bereit, an der Umsetzung der Initiative von IAEA-Chef Rafael Grossi mitzuarbeiten, teilte die staatliche russische Atombehörde Rosatom am Dienstag nach einem Treffen ihrer Vertreter mit Grossi in der Ostseeregion Kaliningrad mit. Der Argentinier bemüht sich, mittels einer Pendeldiplomatie zwischen Russland und der Ukraine eine Lösung für das von Moskau besetzte Atomkraftwerk zu erreichen.

Die IAEA versucht seit Monaten, um das Gelände der Nuklearanlage eine Schutzzone einzurichten, um die Gefahr einer atomaren Katastrophe zu bannen. Grossi selbst war bereits zweimal im Kernkraftwerk – zuerst im September letzten Jahres, nun noch einmal Ende März. In der Ukraine sprach er dabei in der vergangenen Woche auch mit Präsident Wolodymyr Selenskyj, in Kaliningrad traf er eigenen Angaben nach „hochrangige Vertreter verschiedener Behörden“. Er habe dabei noch einmal auf die Dringlichkeit einer Lösung für das Kraftwerk hingewiesen.

News zum Ukraine-Krieg: Russland droht weiterhin mit Atomwaffen

Update vom 5. April, 12.30 Uhr: Einer neuen Einschätzung zufolge versucht Russland, mit Atomwaffen-Drohungen die westlichen Unterstützer Kiews davon abzuhalten, militärische Hilfe im Vorfeld der erwarteten Gegenoffensive zu leisten. Der russische Verteidigungsminister Sergei Shoigu äußerte sich am Dienstag laut dem Washingtoner Think Tank Institute for the Study of War (ISW) in „neu belebter atomarer Erpressungsrhetorik“.

Shoigu verteidigte Russlands Entscheidung, Atomwaffen nach Belarus zu verlegen, und sagte, dass die Nato das Kampftraining und die Aufklärung an Russlands Grenzen verstärkt habe. Laut einer Kreml-Mitteilung teilte er mit, dass die westliche Hilfe für die Ukraine „eine erhebliche Ausweitung des Konflikts darstellt“.

Ukraine wehrt Angriff von Wagner-Söldnern in Bachmut ab

Update vom 5. April, 11.20 Uhr: Die Einheiten des staatlichen ukrainischen Grenzschutzes als Teil der ukrainischen Streitkräfte haben in der Nacht den Angriff der privaten russischen Söldnertruppe Wagner abgewehrt. Dabei wurden 29 Angreifer ausgeschaltet und mehr als 40 verwundet.

„Der Feind konzentrierte seine Hauptanstrengungen auf den Versuch, die Verteidigungslinie im Industriegebiet der Festungsstadt Bachmut zu durchbrechen. Unsere Stellung wurden gleichzeitig von sechs Gruppen der Wagner-Sturmtruppen angegriffen“. Die Angriffe seien mit Mörsern, schweren Maschinengewehren und Scharfschützen abgewehrt worden, teilte der Pressedienst des staatlichen Grenzschutzes der Ukraine auf Telegram mit.

News zum Ukraine-Krieg: Russische Angriffe töten vier Menschen

Update vom 5. April, 10.10 Uhr: Bei russischen Angriffen in acht Oblasten wurden in den vergangenen 24 Stunden vier Menschen getötet und 14 verletzt, wie das ukrainische Verteidigungsministerium am 5. April nach Angaben von kyivindependent mitteilte.

Nach den vorliegenden Informationen beschossen russische Truppen in den letzten 24 Stunden die Oblaste Tschernihiw, Sumy, Charkiw, Saporischschja, Cherson, Dnipropetrowsk, Luhansk und Donezk. Zweiundneunzig Siedlungen in den acht Oblasten wurden mit verschiedenen Waffentypen angegriffen, darunter Granatwerfer, Mörser, Panzer, MLRS, Drohnen und taktische Flugzeuge, so das Verteidigungsministerium.

Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Russische Angriffe lassen nicht nach: Ukraine wehrt Drohnen ab

Update vom 5. April, 7.20 Uhr: Die russischen Streitkräfte setzen weiterhin ihre Hauptbemühungen auf offensive Operationen in den Richtungen Lyman, Bachmut, Avdiivka und Marinka. Dort wurden nach Angaben des ukrainischen Generalstabs über 60 Angriffe in den letzten 24 Stunden abgewehrt.

„In den letzten 24 Stunden hat der Feind 3 Raketenangriffe und 47 Luftangriffe gestartet, unter anderem mit 17 Shahed-136-Drohnen. 14 von ihnen wurden von unseren Verteidigern zerstört. Der Feind hat auch 42 Angriffe mit Raketenwerfersystemen gestartet. Es wurden zivile Opfer gemeldet“, so der Generalstab in seinem morgendlichen Briefing vom 5. April.

Russland bietet an, entführte Kinder ihren ukrainischen Eltern zurückzugeben

Update vom 4. April, 20.40 Uhr: Die russische Kinderrechtsbeauftragte Maria Lwowa-Belowa, gegen die ein internationaler Haftbefehl vorliegt, hat sich bereit erklärt, aus der Ukraine verschleppte Kinder zurück in ihre Heimat zu schicken, wenn deren Eltern darum bitten. „Schreiben Sie mir (...), um ihr Kind wiederzufinden“, sagte Lwowa-Belowa am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Nach Angaben der ukrainischen Regierung wurden bis Februar dieses Jahres mehr als 16.000 Kinder aus der Ukraine nach Russland oder in russisch kontrollierte Gebiete verschleppt. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hatte wegen der Verschleppung der Kinder Mitte März Haftbefehle gegen Russlands Präsident Wladimir Putin und Lwowa-Belowa erlassen.

Lwowa-Belowa sagte am Dienstag, sie sei „von keinem ukrainischen Verantwortlichen“ wegen der Kinder kontaktiert worden. Einem von ihrer Behörde am Dienstag veröffentlichten Bericht zufolge wurden seit Ende März 16 Kinder aus neun Familien wieder mit ihren Angehörigen in der Ukraine oder anderswo vereint. Lwowa-Belowa lehnte es erneut ab, eine vollständige Liste mit Namen der verschleppten ukrainischen Kindern zu veröffentlichen.

Ukraine-Krieg: Angriffe auf beiden Seiten

Update vom 4. April, 19.42 Uhr: Russische und ukrainische Kampfflugzeuge haben am Dienstag Stellungen der jeweiligen Gegenseite im Osten der Ukraine angegriffen. Daneben lieferten sich Kanoniere beider Seiten heftige Artillerieduelle, teilte der ukrainische Generalstab am Abend ohne genaue Ortsangaben mit. Nach ukrainischen Angaben wurden dabei zwei russische Anlagen zur elektronischen Kriegsführung zerstört. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Aus der Kleinstadt Awdijiwka im Donbass wurden neue russische Artillerieangriffe gemeldet. Obwohl die noch verbliebenen Bewohner zuletzt mehrfach aufgerufen worden waren, den Ort zu verlassen, hielten sich nach Angaben von Bürgermeister Vitali Barabasch weiter Zivilisten in der Stadt auf. „Es sind noch acht Kinder in der Stadt, aber man müsste schon leidenschaftlicher Spion sein, um sie zu finden“, wurde er von der „Ukrajinska Prawda“ zitiert. Awdijiwka liegt knapp 15 Kilometer nördlich der von Russen und Aufständischen kontrollierten Großstadt Donezk entfernt.

Ukraine-News: Russland stationiert Atomwaffen in Belarus

Erstmeldung vom 3. April: Kiew – Russland hält an der angekündigten Stationierung seiner taktischen Atomwaffen in Belarus fest und will sie an der Grenze zum Nato-Staat Polen positionieren. Das kündigte der russische Botschafter in der belarussischen Hauptstadt Minsk am Sonntag an. Bis 1. Juli sollen die benötigten Bunker für die Lagerung der Waffen demnach fertiggestellt sein. Während eine Serie russischer Angriffe auf ukrainische Städte mehreren Zivilisten das Leben kostete, wurde in Sankt Petersburg ein russischer Militärblogger bei einem Sprengstoffanschlag getötet. Vizekanzler Robert Habeck traf am Montagmorgen zu politischen Gesprächen in Kiew ein.

Russlands Botschafter in Minsk, Boris Gryslow, bewertete es als positiv, dass die beabsichtigte Stationierung der Atomwaffen in Belarus bereits „eine Menge Lärm“ in westlichen Medien verursacht habe. „Endlich wird beachtet, dass es eine gewisse Parität geben sollte“, sagte er mit Blick auf den Vorwurf der russischen Führung, die USA hätten eigene Atomwaffen in Europa stationiert und Moskau damit provoziert.

Kremlchef Wladimir Putin hatte zuletzt vor dem Hintergrund starker Spannungen mit dem Westen infolge des von ihm befohlenen Angriffskriegs gegen die Ukraine angekündigt, taktische Atomwaffen in Belarus zu stationieren. Er begründete die Verlagerung der Waffen in die benachbarte Ex-Sowjetrepublik damit, dass die USA seit Jahren Ähnliches in Europa täten.

In einer Analyse des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) hieß es vor einer Woche, Putin wolle im Westen Ängste vor einer atomaren Eskalation schüren, um so die Unterstützung für die Ukraine etwa bei der Lieferung schwerer Waffen zu brechen. Nach ISW-Einschätzung ist es weiter „sehr unwahrscheinlich, dass Russland nukleare Waffen in der Ukraine oder anderswo einsetzt“. Putins Schritt habe sich bereits vor dem Krieg in der Ukraine angekündigt, teilte das ISW mit. Russland zementiere mit der Stationierung nuklearer Waffen in Belarus vor allem seinen Einfluss in der Ex-Sowjetrepublik.

Ukraine-News: Weiter schwere Kämpfe im Osten des Landes

Unterdessen lieferten sich russische Angreifer und ukrainische Soldaten am Sonntag erneut schwere Kämpfe im Osten der Ukraine. Im Mittelpunkt der Gefechte lagen die Ortschaften Liman, Bachmut, Awdijiwka und Marjinka, wie der Generalstab in Kiew in seinem täglichen Lagebericht mitteilte. Insgesamt seien im Laufe des Tages rund 50 russische Angriffe abgewehrt worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

In Bachmut sei die Lage weiterhin „sehr angespannt“, schrieb Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar auf Facebook. Der Gegner setze dort neben Kräften der Söldnertruppe Wagner inzwischen auch Fallschirmjägereinheiten ein. „Der Feind lässt sich durch die exorbitanten Verluste an Personal nicht abschrecken, die Entscheidungen werden emotional getroffen.“ Die Reaktion der Verteidiger erfolge „kompetent und unter Berücksichtigung aller Umstände, Aufgaben und des Grundsatzes der militärischen Zweckmäßigkeit“, betonte Maljar. „Wir vertrauen auf unser Militär.“ (mit Agenturmaterial)

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