Mehrere Explosionen: Angriff auf russischen Tanker nahe Krim-Brücke
VonChristian Stör
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In der Nacht wird erneut ein russischer Tanker beschädigt. Mutmaßlich handelt es sich um eine ukrainische Drohnenattacke. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.
Die verarbeiteten Informationen zum Ukraine-Krieg stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber teils auch von den Kriegsparteien aus Russland und der Ukraine sowie deren Verbündeten. Einige Angaben lassen sich deshalb zum Teil nicht unabhängig überprüfen.
Hinweis der Redaktion: Dieser Ticker ist beendet. Die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg können Sie in unserem neuen Ticker verfolgen.
Update vom 5. August, 6.15 Uhr: Nach Angaben russischer und ukrainischer Medien hat es in der Nacht zum Samstag mehrere Explosionen nahe der Krim-Brücke gegeben. Dabei ist ein russischer Tanker beschädigt worden. Medienberichten zufolge soll es sich bei dem Vorfall um eine ukrainische Drohnenattacke gehandelt haben.
Update vom 4. August, 22.40 Uhr: Deutschland hat weiteres militärisches Gerät und Waffen an die Ukraine geliefert. Im Vergleich zur Vorwoche wurden Kiew unter anderem zwei weitere Minenräumpanzer, neun weitere Grenzschutzfahrzeuge und drei weitere Aufklärungsdrohnen übergeben, wie aus einer aktualisierten Übersicht auf der Seite der Bundesregierung hervorgeht. Zudem wurden demnach auch etwa Antiminenpflüge für T-72-Panzer, automatisierte Aufklärungssysteme und mobile Antennenmastkomplexe geliefert.
Auch die Liste der geplanten Militärhilfen wurde aktualisiert. Neue Pläne umfassen demnach die Lieferung von 40 zusätzlichen Schützenpanzern vom Typ Marder, sechs Bergepanzern, sieben Fernminenräumgeräten, fünf weiteren Aufklärungssystemen und 18.000 Panzerabwehrhandwaffen. Nach Angaben der Bundesregierung belaufen sich die Mittel des gesamten Unterstützungspakets für die Ukraine auf rund 5,4 Milliarden Euro für das Jahr 2023 (nach 2 Milliarden Euro im Jahr 2022). Diese Mittel sollen vornehmlich für militärischen Unterstützung des Landes eingesetzt werden.
Nach Angriff auf russisches Schiff: Selenskyj dankt dem Geheimdienst
Update vom 4. August, 20.55 Uhr: Nach dem ukrainischen Seedrohnenangriff auf ein russisches Kriegsschiff hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dem Geheimdienst SBU für seine Arbeit gedankt. Der SBU habe den Krieg zurück zum russischen Aggressor gebracht, merkte Selenskyj in seiner allabendlichen Videoansprache in seinem Telegram-Kanal an. „Was man in die Welt hineinbringt, darauf bleibt man schlussendlich sitzen.“
Update vom 4. August, 19.10 Uhr: Wegen der russischen Wagner-Söldner in Belarus will der Baltenstaat Litauen zwei von sechs Grenzübergängen zum Nachbarland schließen. „Wir bereiten eine entsprechende Entscheidung vor“, sagte der litauische Vize-Innenminister Arnoldas Abramavicius. Litauen und Polen hatten kürzlich die Zahl der Wagner-Söldner in dem mit Russland verbündeten Belarus auf etwa 4000 geschätzt. Die Regierungen sowohl in Warschau als auch in Vilnius erwägen, ihre Grenze zu Belarus komplett zu schließen.
Indes warnte ein Experte gegenüber Merkur.de, dass Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin den russischen Machthaber Wladimir Putin fürchten muss. Der Experte verwies auf Putins „Rachsucht“.
Ukraine verzeichnet weitere Geländegewinne bei Bachmut
Update vom 4. August, 16.20 Uhr: Die ukrainische Armee hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kiew bei der russisch kontrollierten Stadt Bachmut weitere Geländegewinne erzielt. „An der südlichen Flanke setzen unsere Streitkräfte trotz dichtem Artilleriefeuer und Minen ihre Vorwärtsbewegung Schritt für Schritt fort“, schrieb Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar bei Telegram über die Situation in der Ostukraine. Konkrete Angaben machte sie nicht. In den Generalstabsberichten wurde indirekt gesagt, dass der Ort Klischtschijiwka südlich von Bachmut nicht mehr völlig unter russischer Kontrolle stehe. Parallel dazu seien russische Angriffe nördlich von Bachmut und an den Abschnitten Kupjansk, Lyman und Swatowe an den Grenzen zwischen den ostukrainischen Gebieten Luhansk, Charkiw und Donezk abgewehrt worden.
„Es finden schwere Kämpfe statt“, sagte Maljar. Das russische Militär wolle dabei im vergangenen Jahr verlorene Gebiete zurückerobern. An den südukrainischen Frontabschnitten setze die ukrainische Armee ihre Vorwärtsbewegung trotz „erbittertem Widerstand“ fort. Minen und Betonbefestigungen erschwerten den stetigen Vormarsch.
Ukrainischer Geheimdienst verspricht weitere Angriffe auf russische Flotte
Update vom 4. August, 14.45 Uhr: Nach dem Angriff einer ukrainischen Seedrohne auf ein russisches Landungsschiff im Schwarzmeerhafen von Noworossijsk hat ein Geheimdienstsprecher in Kiew weitere solche Attacken angekündigt. Der Treffer am Landungsschiff „Olenegorski gornjak“ (Olenegorsker Bergmann) sei ein großer Verlust für die Flotte der Besatzer, sagte der Sprecher des Militärgeheimdienstes HUR, Andrij Jussow, im russischsprachigen Auslandssender Freedom des ukrainischen Staatsfernsehens. „Für die Ukraine ist das eine gute und gerechte Nachricht“, sagte er und ergänzte: „Das wird weitergehen.“
Jussow betonte, dass gerade diese Landungsschiffe eine Gefahr seien für die Ukraine. Für die russische Propaganda sei das eine Tragödie, sagte er. Das russische Verteidigungsministerium hatte behauptet, die Attacke auf seine Schwarzmeerflotte sei abgewehrt worden. Dagegen ist auf Videos und Bildern zu sehen, dass das Schiff Schlagseite hat.
Update vom 4. August, 14.22 Uhr: Russlands Verteidigungsminister Sergei Schoigu besucht offenbar erneut Invasionstruppen in der Ukraine. Nach offiziellen Angaben ist er am Freitag (4. August) ins Kriegsgebiet gereist. Das Ministerium in Moskau veröffentlichte am Freitag ein kurzes Video, in dem unter anderem zu sehen ist, wie Schoigu in einem Hubschrauber sitzt und sich mit Offizieren bespricht. Den Angaben zufolge soll er die russische Heeresgruppe „Zentrum“ des Kommandeurs Andrej Mordwitschjow besucht haben.
Es ist unklar, wo und wann genau die Aufnahmen entstanden sind. In der Vergangenheit hatte das russische Verteidigungsministerium bereits Aufnahmen von Reisen Schoigus veröffentlicht, die Beobachter wenig später als veraltet einstuften.
Russland will Belarus offenbar in Ukraine-Krieg ziehen
Update vom 4. August, 13.00 Uhr: Die Ukraine wirft Russland vor, Belarus mit einem Täuschungsmanöver in den Krieg hineinziehen zu wollen. Dem ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU zufolge, bereitet Moskau einen Anschlag unter „falscher Flagge“ auf die Ölraffinerie Mozyr in Belarus vor, der ukrainischen Saboteuren in die Schuhe geschoben werden soll. Diese Informationen beruhten auf verschiedenen Quellen, darunter sei auch ein gefangen genommener russischer Soldat. Demnach soll die Vorbereitung des Angriffs von einer „Sabotage- und Geheimdienstgruppe“ durchgeführt werden, die sich aus Angehörigen der russischen Streitkräfte und Mitgliedern der Wagner-Gruppe zusammensetze.
Update vom 4. August, 11.55 Uhr: Russland sieht für dieses Jahr mehr als 100 Milliarden Dollar an Verteidigungsausgaben vor – doppelt so viel wie ursprünglich angesetzt. Das geht aus Regierungsdokumenten hervor, die die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. Bereits in der ersten Jahreshälfte habe Russland zwölf Prozent mehr ausgegeben als die 54 Milliarden Dollar (4,98 Billionen Rubel), die für das Gesamtjahr vorgesehen waren. Somit entfiel ein Drittel der Staatsausgaben auf Verteidigung.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Ukraine: Russisches Landungsschiff bei Drohnenangriff beschädigt
Update vom 4. August, 11.00 Uhr: Der Angriff auf das russische Marineschiff „Olenegorski Gornjak“ im russischen Hafen Noworossijsk am Schwarzen Meer ist inzwischen vom ukrainischen Geheimdienst bestätigt worden (s. Update v. 9.55 Uhr). Infolge des Angriffs sei das Schiff der russischen Schwarzmeerflotte „schwer beschädigt“ worden und könne seine Kampfeinsätze nicht ausüben, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Das Bekenntnis überrascht. Normalerweise hält sich die Ukraine mit offiziellen Bestätigungen solcher Angriffe zurück.
Update vom 4. August, 9.55 Uhr: Eigenen Angaben zufolge hat die Ukraine ein Schiff der russischen Schwarzmeerflotte außer Gefecht gesetzt. Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) soll in einer Spezialoperation zusammen mit der ukrainischen Marine die „Olenegorski Gornjak“ so schwer beschädigt haben, dass das Schiff derzeit nicht mehr im Kampf eingesetzt werden könne. Das berichtet die Ukrainska Pravda. Sie veröffentliche auch ein Video dazu. Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor behauptet, über Nacht ukrainische Angriffe auf einen Marinestützpunkt im Schwarzen Meer und auf der Halbinsel Krim vereitelt zu haben (s. Update v. 6.35 Uhr).
Update vom 4. August, 8.55 Uhr: Das Kaspische Pipeline-Konsortium, das in Noworossijsk Erdöl in Erdöltanker verlädt, hat nach den dortigen Angriffen der Ukraine auf einen russischen Marinestützpunkt mitgeteilt, dass der Hafen der Stadt vorerst alle Schiffsbewegungen unterbunden habe (s. Update v. 6.35 Uhr).
Update vom 4. August, 7.25 Uhr: Die Ukraine hat in der Nacht offenbar massive Angriffe auf die Krim unternommen. Laut Russland wurden sämtliche Attacken abgewehrt (s. Update v. 6.35 Uhr). In sozialen Medien kursieren Videos, die die Stadt Feodossija auf der Krim zeigen sollen. Dort sind Schüsse der Flugabwehr zu sehen. Einen Einschlag am Boden gibt es aber auch. Es ist aber unklar, ob es sich um den Treffer einer Drohne handelt.
Update vom 4. August, 6.35 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium meldet laut der russischen Nachrichtenagentur Tass den Abschuss von zehn ukrainischen Drohnen über der Krim. Drei weitere Drohnen seien mit elektronischen Gegenmaßnahmen ausgeschaltet worden.
Zudem hat Russland eigenen Angaben zufolge einen Angriff der Ukraine auf den Marinestützpunkt in Noworossijsk an der Schwarzmeer-Küste abgewehrt. In der Nacht seien zwei Seedrohnen auf die Hafenstadt am südrussischen Festland zugefahren, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Russische Wachboote hätten daraufhin das Feuer eröffnet und die unbemannten Objekte zerstört. Aus Kiew gab es zunächst keine offizielle Reaktion.
Russland rekrutiert neue Soldaten für Ukraine-Krieg: Medwedew nennt aktuelle Zahlen
Erstmeldung vom 4. August: Moskau - In Russland haben nach offiziellen Angaben seit Januar freiwillig mehr als 231.000 Menschen ihre Dienste im Ukraine-Krieg angeboten und einen entsprechenden Vertrag mit dem Verteidigungsministerium unterschrieben. Es sei einiges getan worden, um den Dienst attraktiver zu machen, sagte der Vizechef des russischen nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, bei einer Versammlung zur Ausstattung der Streitkräfte. Der frühere Kremlchef veröffentlichte dazu ein Video in seinem Telegram-Kanal.
Die russische Führung hatte angesichts von Ängsten in der Bevölkerung vor einer neuen Mobilmachung zuletzt mehrfach erklärt, dass ein solcher Schritt nicht nötig sei, weil es angeblich viele Freiwillige gebe. Trotzdem trauen viele Bürger den Beteuerungen des Kreml nicht. Die von Medwedew unter Berufung auf Militärangaben genannte Zahl ist damit etwa doppelt so hoch wie die vom Mai, als er von 117.000 Freiwilligen und Zeitsoldaten gesprochen hatte.
Genaue Zahlen über die Stärke und Neuaufstellungen der russischen Armee sind nur schwer zugänglich. Russland hatte im vergangenen Jahr nach massiven Kriegsverlusten bei einer Teilmobilmachung rund 300.000 Reservisten eingezogen. Zugleich flohen damals aber auch Zehntausende vor einem möglichen zwangsweisen Kriegseinsatz gegen die Ukraine ins Ausland.
Selenskyj spricht von schweren Kämpfen: „Die Angriffe sind sehr brutal“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selensykj sprach unterdessen in seiner allabendlichen Ansprache von schweren Kämpfen im Osten und Süden des Landes. „Die Besatzer versuchen mit aller Kraft, unsere Jungs aufzuhalten. Die Angriffe sind sehr brutal“, sagte Selenskyj in einem Video, das auf seinem Telegram-Kanal veröffentlicht wurde. Er lobte zudem das Militär im ukrainisch-rumänischen Grenzgebiet um die Hafenstadt Ismail für ihre Bekämpfung russischer Kamikaze-Drohnen.
Selenskyj zufolge setzte Russland seit Beginn des Krieges mindestens 1961 Shahed-Drohnen gegen die Ukraine ein. Die Vergrößerung der Zahl von Luftabwehrsystemen ist daher laut Selenskyj Aufgabe jedes ukrainischen Botschafters und jedes ukrainischen Vertreters im Ausland. (dpa/cs)