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Bona Hyun
Jens Kiffmeier
Stefan Krieger
Russland kämpft mit schweren Verlusten. Die Slowakei will einen Nato-Beitritt der Ukraine verhindern. Die aktuelle Lage im News-Ticker.
- Rede in Kiew: Selenskyj hält russischer Regierung „Wahnsinn“ vor
- Mehr als 100 Angriffe: Bodentruppen aus Russland verstärken ihre Attacken im Osten und Süden der Ukraine
- Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien Russland und Ukraine sowie ihren Verbündeten. Insbesondere die Angaben zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
HINWEIS DER REDAKTION: Dieser Ticker ist beendet. Über die aktuelle Lage informieren wir in unserem neuen News-Ticker zum Ukraine-Krieg.
Update vom 20. Januar, 22.54 Uhr: Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico will offenbar einen Nato-Beitritt der Ukraine blockieren. Die Slowakei lehne einen Nato-Beitritt der Ukraine ab und wolle notfalls ein Veto dagegen einlegen. Ein Beitritt „wäre nichts anderes als die Grundlage für einen Dritten Weltkrieg“, sagte Fico.
Der slowakische Premierminister, der wie der ungarische Regierungschef Viktor Orbán immer wieder anti-ukrainische Aussagen abgibt, behauptete anschließend, Kiew werde von Washington dominiert. Er sagte, die Ukraine werde ein Stück ihres Territoriums an Russland abtreten müssen, was er als „Kompromiss“ bezeichnete. „Was erwarten sie, dass die Russen die Krim, den Donbas und Luhansk verlassen? Das ist unrealistisch“, sagte er gegenüber dem slowakischen Rundfunk.
Update vom 20. Januar, 16.45 Uhr: Der russische Präsident Putin wird einem Bericht einer türkischen Zeitung zufolge am 12. Februar zu einem Staatsbesuch in Ankara erwartet. Dies berichtet das der Erdogan-Regierung nahestehende Medium „Türkiye Gazetesi“. Details zum Besuch werden nicht verkündet. Es dürfte jedoch auch um den Ukraine-Krieg gehen, da die Türkei eines der Länder ist, die mit am meisten in Vermittlungsversuche zwischen beiden Kriegsparteien eingebunden ist. Auch die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet unter Berufung auf das türkische Medium vom geplanten Besuch Putins in Ankara.
Ukraine plant weitere Angriffe auf Krim, um Druck auf Russland auszuüben
Update vom 20. Januar, 12.25 Uhr: Immer wieder versucht Kiew im Ukraine-Krieg, die Krim zu attackieren. Dies soll auch so weitergehen. Der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, versprach in einem Interview weitere Angriffe. Es sei notwendig, den Druck auf Russland aufrechtzuerhalten, sagte Budanow der Financial Times. Dies ist laut Budanow vor allem durch Angriffe aus der Luft, den Einsatz von Kampfdrohnen zur See und verdeckte Spezialoperationen möglich. Ziel sei, die Militärlogistik der russischen Truppen zu zerstören.
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland




Update vom 20. Januar, 9.20 Uhr: Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte hat neue Details zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg bekannt gegeben. Demnach sind seit Beginn der Kampfhandlungen etwa 375.000 russische Soldaten schwer verwundet oder getötet worden, 750 davon in den vergangenen 24 Stunden. Hier eine Übersicht über die Verluste Russlands im Ukraine-Krieg:
- Soldaten: 375.270 (+750 zum Vortag)
- Panzer: 6171 (+4)
- Gepanzerte Fahrzeuge: 11.455 (+10)
- Artilleriesysteme: 8868 (+14)
- Mehrfachraketenwerfer: 967 (+1)
- Luftabwehrsysteme: 654
- Flugzeuge: 331
- Helikopter: 324
- Drohnen: 6.934 (+5)
- Marschflugkörper: 1818
- Kriegsschiffe: 23
- U-Boote: 1
- Tanklastzüge und weitere Fahrzeuge: 11.848 (+17)
- Spezialausrüstung: 1389 (+5)
Quelle: Ukrainischer Generalstab vom 20. Januar. Die Angaben über Verluste Russlands stammen von der ukrainischen Armee. Sie lassen sich nicht unabhängig prüfen. Russland selbst macht keine Angaben über die eigenen Verluste im Ukraine-Krieg.
Selenskyj hält russischer Regierung „Wahnsinn“ vor
Update vom 20. Januar, 6.25 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat der russischen Regierung „Wahnsinn“ vorgehalten und gleichzeitig vor potenziellen neuen globalen Konflikten gewarnt. „Wegen des Wahnsinns der russischen Führung sind alle Nationen der Welt nun mit einer Periode der Unbestimmtheit und Unsicherheit konfrontiert“, sagte er in einer abendlichen Videobotschaft. Selenskyj appellierte erneut an die internationale Gemeinschaft, gemeinsam gegen Russland vorzugehen. „Wir haben die Stärke, das normale Leben zu erhalten“, betonte er. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Weltgemeinschaft dazu in der Lage sei. „Die Stärke muss gerade jetzt eingesetzt werden, um Russland zu stoppen.“
Update vom 19. Januar, 20.50 Uhr: Um Russlands Militär logistisch zu schwächen, plant die Ukraine weitere Angriffe auf die von Russland besetzte Krim. Das kündigte der ukrainische Militärgeheimdienst-Chef Kyrylo Budanow gegenüber der Financial Times an. Budanow zufolge sei die Krim ein wichtiger Ort, um mithilfe von Luft- oder Drohnenangriffen militärischen Druck auf die russischen Besatzer auszuüben. Angriffe auf die Halbinsel hätten vor allem die Zerstörung von militärischer Ausrüstung zum Ziel.
Baltische Staaten planen neue Verteidigungsanlagen an der Grenze zu Russland und Belarus
Update vom 19. Januar, 18.55 Uhr: Ein Strategiewechsel der ukrainischen Streitkräfte könnte eine neue Offensive Russlands im Ukraine-Krieg andeuten. Das berichtet die Financial Times. Demnach sei die „aktive Defensivtaktik“, die die Ukraine im Krieg gerade verfolge, ein Zeichen dafür, dass Russland bereits für diesen Sommer eine neue Offensive planen könnte. Dabei wird auch auf Aussagen des russischen Machthabers Wladimir Putin verwiesen, der mehrfach wiederholt hat, dass sich Russlands Kriegsziel, die Regionen im Osten der Ukraine zu „befreien“ nicht geändert habe. Auch erneute Angriffe auf Charkiw oder Kiew seien offiziellen Quellen zufolge nicht ausgeschlossen.
Update vom 19. Januar, 16.23 Uhr: Angesichts der russischen Invasion in der Ukraine haben die drei baltischen Staaten den Bau neuer Verteidigungsanlangen an ihren Grenzen zu Belarus und Russland vereinbart. Das Verteidigungsministerium Estlands teilte am Freitag mit, die Minister der Länder hätten in Riga ein Abkommen unterzeichnet, wonach „Estland, Lettland und Litauen in den kommenden Jahren Verteidigungsanlagen zur Einschränkung der Mobilität bauen wollen“. Ziel sei es, „abzuschrecken und sich, falls nötig, gegen militärische Bedrohungen zu verteidigen“.
Russland reagiert offenbar gelassen auf Nato-Manöver im Ukraine-Krieg
Update vom 19. Januar, 15.38 Uhr: Bislang reagiert Putin offenbar gelassen auf das angekündigte Nato-Manöver an der Grenze zu Russland. Laut Einschätzung des n-tv Reporters Rainer Munz geht Russland nicht von einem Angriff der Nato aus. Besonders vor dem Hintergrund, dass Moskau im Ukraine-Krieg Truppen von der russisch-finnischen Grenze abgezogen hat, sei klar: „Der Kreml glaubt nicht an eine Aggression der Nato.“ Das russische Außenministerium habe verlauten lassen, dass es sich lediglich um eine „Fortsetzung einer Provokation“ handelt.
Nato warnt vor „totalen Krieg“ mit Russland – auch Pistorius äußert Bedenken
Update vom 19. Januar, 13.27 Uhr: Nachdem Verteidigungsminister Boris Pistorius ernste Bedenken hinsichtlich einer möglichen Eskalation des Ukraine-Krieges geäußert hatte, schlug auch die Nato ähnliche Töne an. Rob Bauer, Vorsitzender des Nato-Militärausschusses, hat die Zivilbevölkerung im Westen gewarnt, sich auf einen „totalen Krieg“ mit Russland vorzubereiten. „Wir müssen begreifen, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass wir in Frieden leben. Und deshalb haben wir die Pläne. Deshalb bereiten wir [die NATO-Streitkräfte] uns auf einen Konflikt mit Russland vor.“ Das berichtet skynews.
Inmitten des Ukraine-Kriegs: Russland lehnt neuen Getreide-Deal ab
Update vom 19. Januar, 12.45 Uhr: Nach russischer Darstellung wird es kein neues Abkommen mit der Ukraine über Getreide-Exporte geben. Alternative Routen für die Verschiffung seien mit großem Risiko behaftet, teilt das Präsidialamt in Moskau mit. Russland lehnte es im vergangenen Jahr ab, das von den UN und der Türkei vermittelte Abkommen zu verlängern.
Dieses hatte eine sichere Passage von Getreidefrachtern aus der Ukraine über das Schwarze Meer erlaubt. Die Regierung in Kiew hat nun einen Korridor dort eingerichtet. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete gestern, dass insbesondere der Konflikt im Roten Meer zu einem Einbruch bei den ukrainischen Getreideexporten führt.
Waffen im Ukraine-Krieg: SPD bekräftigt Nein zur Taurus-Lieferung
Update vom 19. Januar, 10.24 Uhr: Aus Angst vor einem Angriff Russlands: Die SPD will die Waffenkapazitäten der Bundeswehr nicht schröpfen. So rechtfertigte der SPD-Verteidigungspolitiker Johannes Arlt das Nein der Bundesregierung zur Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine und begründete dies mit der Gefährdung von Deutschlands Verteidigungsfähigkeit. „Ich rede auch davon, dass wenn wir die einmal abgegeben haben, dass diese Taurus auch weg sind, diese Marschflugkörper und wir im Moment auch keine Möglichkeit haben, die nachzuproduzieren in einem absehbaren Zeitraum und die in unseren Beständen aufzufüllen oder weitere zu liefern“, sagte er dem Deutschlandfunk am Freitag. Einen Tag zuvor hatte die Ampel-Koalition einen Antrag der Opposition im Bundestag abgelehnt, in dem die Lieferung an die Ukraine gefordert worden war.
Ukraine startet offenbar Drohnenangriff
Update vom 19. Januar, 8.00 Uhr: Die Ukraine hat in der russischen Oblast Brjansk offenbar einen Drohnenangriff gestartet. Dabei ist nach Angaben des dortigen Gouverneurs in der Stadt Klinzy ein Öllager in Brand geraten. Das russische Militär habe die Drohne abgeschossen, erklärte Alexander Bogomas auf Telegram. Die Drohne sei auf Ziele in der Stadt gerichtet gewesen. Nach vorläufigen Angaben gebe es keine Verletzten. Die Feuerwehr habe den Brand rasch gelöscht. Brjansk grenzt an den Nordosten der Ukraine.
Bodentruppen aus Russland verstärken ihre Angriffe im Osten und Süden der Ukraine
Update vom 18. Januar, 21.03 Uhr: Auch am Donnerstag ist es an den Fronten in der Ukraine zu mehr als 100 Kampfhandlungen gekommen, von denen die Streitkräfte der Ukraine Dutzende abgewehrt haben. Das berichtet der Generalstab der Ukraine in seinem abendlichen Lagebericht. Im Laufe des Tages hätten russische Truppen dabei 48 Luftangriffe und 38 Angriffe durch Mehrfach-Raketenwerfer auf ukrainisches Gebiet verübt. Die Truppen der Ukraine hätte bei mehreren Luftangriffen fünf russische Militärstützpunkte und Waffenlager beschossen sowie bei einem Raketenangriff einen Kommandoposten der russischen Streitkräfte getroffen.
Update vom 18. Januar, 19.18 Uhr: An der Front in der Region Donezk im Osten der Ukraine haben russische Truppen eine weitere Ortschaft besetzt. Das berichtet der britische Guardian auf Basis von Informationen des russischen Verteidigungsministeriums. Bei der Ortschaft handle es sich laut Guardian um das Dorf Vesele mit rund hundert Einwohnerinnen und Einwohnern etwa 20 Kilometer nordöstlich von Bachmut. Zu Details über die angebliche Besetzung oder die taktische Rolle des Orts war zunächst nichts bekannt.
Unterlegenheit im Ukraine-Krieg: Es mangelt an Munition
Update vom 18. Januar, 17.53 Uhr: Im Rahmen der Eröffnung der Artillerie-Koalition in Paris sagte Rustem Umjerow, Verteidigungsminister der Ukraine, dass es der Armee seines Landes im laufenden Krieg an Munition mangele. Man müsse die Artilleriekapazitäten der Ukraine erhöhen, so Umjerow laut Ukrainsksa Pravda. „Der Munitionsmangel ist ein äußerst dringendes Problem, mit dem unsere Streitkräfte derzeit konfrontiert sind. Wir müssen einen Weg finden, dieses Problem gemeinsam zu lösen“, so Umjerow.
Die Realität dieses Krieges bestehe darin, dass Russland bei seinen tagtäglichen Artillerieangriffen einen enormen Vorteil gegenüber der Ukraine hat. „In verschiedenen Abschnitten der Kontaktlinie und in verschiedenen Phasen der Kampfhandlungen haben sie fünf- bis zehnmal mehr Artilleriegeschosse abgefeuert als die ukrainischen Streitkräfte“, sagte Umjerow. Mehr Artilleriemunition würde die Lage der Ukraine deutlich verbessern. „Dies wird uns viel mehr Möglichkeiten für nachhaltige Fortschritte auf dem Schlachtfeld geben. Und das wird unseren Sieg näher bringen“, sagte er.
Ukraine-Krieg: Russland greift Großstadt Cherson am Dnipro verstärkt an
Update vom 18. Januar, 14.51 Uhr: Russland bombardiert weiterhin die südukrainische Stadt Cherson vom linken Ufer des Flusses Dnipro aus, das von den Russen besetzt ist. Das geht laut Ukrainska Pravda aus einer Nachricht hervor, die Roman Mrochko, Chef der Militärverwaltung von Cherson, auf Telegram zur aktuellen Lage des Frontabschnitts im Ukraine-Krieg veröffentlicht hat. Darin heißt es, in verschiedenen Teilen der Stadt sei es zu Explosionen gekommen. Mrochko forderte die Bewohner auf, vorsichtig zu sein und Schutz zu suchen.
Erstmeldung vom 18. Januar: Kiew – Das russische Militär hat nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe in der Nacht zu Donnerstag (18. Januar) 33 Drohnen und zwei Raketen auf die Ukraine abgefeuert. 22 Drohnen seien abgefangen und zerstört worden. Mehrere weitere Drohnen hätten ihr Ziel nicht erreicht. „Die Hauptangriffsgebiete waren der Süden und Norden“, erklärte die Luftwaffe auf dem Kurznachrichtendienst Telegram.
In der Stadt Cherson im Süden seien Wohngebiete angegriffen worden. Mehrere Gebäude seien beschädigt, eine Frau sei verletzt worden, teilt das Militär mit. Auch ein landwirtschaftlicher Betrieb in Beryslaw, das in der Oblast Cherson liegt, sei von Drohnen angegriffen worden. Ziel der Angriffe sei auch die Oblast Mykolajiw gewesen, wo Trümmer herabstürzender Drohnen ein Lagergebäude eines Agrarbetriebes beschädigt hätten. Verletzte habe es dort nicht gegeben.
Ukraine-Krieg: Ukrainische Luftangriffe in mehreren russischen Regionen abgewehrt
Auch Russland meldet Angriffe des Gegners. Die russischen Streitkräfte haben nach Behördenangaben in der Nacht zu Donnerstag eine Drohne südlich von Moskau abgeschossen. In der Stadt Podolsk sei eine Drohne abgewehrt worden, die auf die russische Hauptstadt zugesteuert sei, teilte Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin in Onlinediensten mit. Nach vorläufigen Informationen gebe es weder Schäden oder Verletzte durch herabfallende Trümmerteile, erklärte er. (red mit Agenturen)
Rubriklistenbild: © Szilard Koszticsak/dpa



