Militärische Lage in der Ukraine

Slowakei will Nato-Beitritt der Ukraine blockieren: „Wäre Grundlage für einen dritten Weltkrieg“

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  • Jens Kiffmeier
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    Stefan Krieger

Russland kämpft mit schweren Verlusten. Die Slowakei will einen Nato-Beitritt der Ukraine verhindern. Die aktuelle Lage im News-Ticker.

  • Rede in Kiew: Selenskyj hält russischer Regierung „Wahnsinn“ vor
  • Mehr als 100 Angriffe: Bodentruppen aus Russland verstärken ihre Attacken im Osten und Süden der Ukraine
  • Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien Russland und Ukraine sowie ihren Verbündeten. Insbesondere die Angaben zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

HINWEIS DER REDAKTION: Dieser Ticker ist beendet. Über die aktuelle Lage informieren wir in unserem neuen News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Update vom 20. Januar, 22.54 Uhr: Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico will offenbar einen Nato-Beitritt der Ukraine blockieren. Die Slowakei lehne einen Nato-Beitritt der Ukraine ab und wolle notfalls ein Veto dagegen einlegen. Ein Beitritt „wäre nichts anderes als die Grundlage für einen Dritten Weltkrieg“, sagte Fico.

Der slowakische Premierminister, der wie der ungarische Regierungschef Viktor Orbán immer wieder anti-ukrainische Aussagen abgibt, behauptete anschließend, Kiew werde von Washington dominiert. Er sagte, die Ukraine werde ein Stück ihres Territoriums an Russland abtreten müssen, was er als „Kompromiss“ bezeichnete. „Was erwarten sie, dass die Russen die Krim, den Donbas und Luhansk verlassen? Das ist unrealistisch“, sagte er gegenüber dem slowakischen Rundfunk.

Update vom 20. Januar, 16.45 Uhr: Der russische Präsident Putin wird einem Bericht einer türkischen Zeitung zufolge am 12. Februar zu einem Staatsbesuch in Ankara erwartet. Dies berichtet das der Erdogan-Regierung nahestehende Medium „Türkiye Gazetesi“. Details zum Besuch werden nicht verkündet. Es dürfte jedoch auch um den Ukraine-Krieg gehen, da die Türkei eines der Länder ist, die mit am meisten in Vermittlungsversuche zwischen beiden Kriegsparteien eingebunden ist. Auch die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet unter Berufung auf das türkische Medium vom geplanten Besuch Putins in Ankara. 

Ukraine plant weitere Angriffe auf Krim, um Druck auf Russland auszuüben

Update vom 20. Januar, 12.25 Uhr: Immer wieder versucht Kiew im Ukraine-Krieg, die Krim zu attackieren. Dies soll auch so weitergehen. Der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, versprach in einem Interview weitere Angriffe. Es sei notwendig, den Druck auf Russland aufrechtzuerhalten, sagte Budanow der Financial Times. Dies ist laut Budanow vor allem durch Angriffe aus der Luft, den Einsatz von Kampfdrohnen zur See und verdeckte Spezialoperationen möglich. Ziel sei, die Militärlogistik der russischen Truppen zu zerstören.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

Update vom 20. Januar, 9.20 Uhr: Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte hat neue Details zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg bekannt gegeben. Demnach sind seit Beginn der Kampfhandlungen etwa 375.000 russische Soldaten schwer verwundet oder getötet worden, 750 davon in den vergangenen 24 Stunden. Hier eine Übersicht über die Verluste Russlands im Ukraine-Krieg:

  • Soldaten: 375.270 (+750 zum Vortag)
  • Panzer: 6171 (+4)
  • Gepanzerte Fahrzeuge: 11.455 (+10)
  • Artilleriesysteme: 8868  (+14)
  • Mehrfachraketenwerfer: 967 (+1)
  • Luftabwehrsysteme: 654
  • Flugzeuge: 331
  • Helikopter: 324
  • Drohnen: 6.934  (+5)
  • Marschflugkörper: 1818
  • Kriegsschiffe: 23
  • U-Boote: 1
  • Tanklastzüge und weitere Fahrzeuge: 11.848  (+17)
  • Spezialausrüstung: 1389 (+5)

Quelle: Ukrainischer Generalstab vom 20. Januar. Die Angaben über Verluste Russlands stammen von der ukrainischen Armee. Sie lassen sich nicht unabhängig prüfen. Russland selbst macht keine Angaben über die eigenen Verluste im Ukraine-Krieg.

Selenskyj hält russischer Regierung „Wahnsinn“ vor

Update vom 20. Januar, 6.25 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat der russischen Regierung „Wahnsinn“ vorgehalten und gleichzeitig vor potenziellen neuen globalen Konflikten gewarnt. „Wegen des Wahnsinns der russischen Führung sind alle Nationen der Welt nun mit einer Periode der Unbestimmtheit und Unsicherheit konfrontiert“, sagte er in einer abendlichen Videobotschaft. Selenskyj appellierte erneut an die internationale Gemeinschaft, gemeinsam gegen Russland vorzugehen. „Wir haben die Stärke, das normale Leben zu erhalten“, betonte er. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Weltgemeinschaft dazu in der Lage sei. „Die Stärke muss gerade jetzt eingesetzt werden, um Russland zu stoppen.“

Ein russischer Panzer der Heeresgruppe Süd im Sektor Artjomowsk. (Archivbild)

Update vom 19. Januar, 20.50 Uhr: Um Russlands Militär logistisch zu schwächen, plant die Ukraine weitere Angriffe auf die von Russland besetzte Krim. Das kündigte der ukrainische Militärgeheimdienst-Chef Kyrylo Budanow gegenüber der Financial Times an. Budanow zufolge sei die Krim ein wichtiger Ort, um mithilfe von Luft- oder Drohnenangriffen militärischen Druck auf die russischen Besatzer auszuüben. Angriffe auf die Halbinsel hätten vor allem die Zerstörung von militärischer Ausrüstung zum Ziel.

Baltische Staaten planen neue Verteidigungsanlagen an der Grenze zu Russland und Belarus

Update vom 19. Januar, 18.55 Uhr: Ein Strategiewechsel der ukrainischen Streitkräfte könnte eine neue Offensive Russlands im Ukraine-Krieg andeuten. Das berichtet die Financial Times. Demnach sei die „aktive Defensivtaktik“, die die Ukraine im Krieg gerade verfolge, ein Zeichen dafür, dass Russland bereits für diesen Sommer eine neue Offensive planen könnte. Dabei wird auch auf Aussagen des russischen Machthabers Wladimir Putin verwiesen, der mehrfach wiederholt hat, dass sich Russlands Kriegsziel, die Regionen im Osten der Ukraine zu „befreien“ nicht geändert habe. Auch erneute Angriffe auf Charkiw oder Kiew seien offiziellen Quellen zufolge nicht ausgeschlossen.

Update vom 19. Januar, 16.23 Uhr: Angesichts der russischen Invasion in der Ukraine haben die drei baltischen Staaten den Bau neuer Verteidigungsanlangen an ihren Grenzen zu Belarus und Russland vereinbart. Das Verteidigungsministerium Estlands teilte am Freitag mit, die Minister der Länder hätten in Riga ein Abkommen unterzeichnet, wonach „Estland, Lettland und Litauen in den kommenden Jahren Verteidigungsanlagen zur Einschränkung der Mobilität bauen wollen“. Ziel sei es, „abzuschrecken und sich, falls nötig, gegen militärische Bedrohungen zu verteidigen“.

Russland reagiert offenbar gelassen auf Nato-Manöver im Ukraine-Krieg

Update vom 19. Januar, 15.38 Uhr: Bislang reagiert Putin offenbar gelassen auf das angekündigte Nato-Manöver an der Grenze zu Russland. Laut Einschätzung des n-tv Reporters Rainer Munz geht Russland nicht von einem Angriff der Nato aus. Besonders vor dem Hintergrund, dass Moskau im Ukraine-Krieg Truppen von der russisch-finnischen Grenze abgezogen hat, sei klar: „Der Kreml glaubt nicht an eine Aggression der Nato.“ Das russische Außenministerium habe verlauten lassen, dass es sich lediglich um eine „Fortsetzung einer Provokation“ handelt.

Nato warnt vor „totalen Krieg“ mit Russland – auch Pistorius äußert Bedenken

Update vom 19. Januar, 13.27 Uhr: Nachdem Verteidigungsminister Boris Pistorius ernste Bedenken hinsichtlich einer möglichen Eskalation des Ukraine-Krieges geäußert hatte, schlug auch die Nato ähnliche Töne an. Rob Bauer, Vorsitzender des Nato-Militärausschusses, hat die Zivilbevölkerung im Westen gewarnt, sich auf einen „totalen Krieg“ mit Russland vorzubereiten. „Wir müssen begreifen, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass wir in Frieden leben. Und deshalb haben wir die Pläne. Deshalb bereiten wir [die NATO-Streitkräfte] uns auf einen Konflikt mit Russland vor.“ Das berichtet skynews.

Inmitten des Ukraine-Kriegs: Russland lehnt neuen Getreide-Deal ab

Update vom 19. Januar, 12.45 Uhr: Nach russischer Darstellung wird es kein neues Abkommen mit der Ukraine über Getreide-Exporte geben. Alternative Routen für die Verschiffung seien mit großem Risiko behaftet, teilt das Präsidialamt in Moskau mit. Russland lehnte es im vergangenen Jahr ab, das von den UN und der Türkei vermittelte Abkommen zu verlängern.

Dieses hatte eine sichere Passage von Getreidefrachtern aus der Ukraine über das Schwarze Meer erlaubt. Die Regierung in Kiew hat nun einen Korridor dort eingerichtet. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete gestern, dass insbesondere der Konflikt im Roten Meer zu einem Einbruch bei den ukrainischen Getreideexporten führt.

Waffen im Ukraine-Krieg: SPD bekräftigt Nein zur Taurus-Lieferung

Update vom 19. Januar, 10.24 Uhr: Aus Angst vor einem Angriff Russlands: Die SPD will die Waffenkapazitäten der Bundeswehr nicht schröpfen. So rechtfertigte der SPD-Verteidigungspolitiker Johannes Arlt das Nein der Bundesregierung zur Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine und begründete dies mit der Gefährdung von Deutschlands Verteidigungsfähigkeit. „Ich rede auch davon, dass wenn wir die einmal abgegeben haben, dass diese Taurus auch weg sind, diese Marschflugkörper und wir im Moment auch keine Möglichkeit haben, die nachzuproduzieren in einem absehbaren Zeitraum und die in unseren Beständen aufzufüllen oder weitere zu liefern“, sagte er dem Deutschlandfunk am Freitag. Einen Tag zuvor hatte die Ampel-Koalition einen Antrag der Opposition im Bundestag abgelehnt, in dem die Lieferung an die Ukraine gefordert worden war.

Ukraine startet offenbar Drohnenangriff

Update vom 19. Januar, 8.00 Uhr: Die Ukraine hat in der russischen Oblast Brjansk offenbar einen Drohnenangriff gestartet. Dabei ist nach Angaben des dortigen Gouverneurs in der Stadt Klinzy ein Öllager in Brand geraten. Das russische Militär habe die Drohne abgeschossen, erklärte Alexander Bogomas auf Telegram. Die Drohne sei auf Ziele in der Stadt gerichtet gewesen. Nach vorläufigen Angaben gebe es keine Verletzten. Die Feuerwehr habe den Brand rasch gelöscht. Brjansk grenzt an den Nordosten der Ukraine.

Bodentruppen aus Russland verstärken ihre Angriffe im Osten und Süden der Ukraine

Update vom 18. Januar, 21.03 Uhr: Auch am Donnerstag ist es an den Fronten in der Ukraine zu mehr als 100 Kampfhandlungen gekommen, von denen die Streitkräfte der Ukraine Dutzende abgewehrt haben. Das berichtet der Generalstab der Ukraine in seinem abendlichen Lagebericht. Im Laufe des Tages hätten russische Truppen dabei 48 Luftangriffe und 38 Angriffe durch Mehrfach-Raketenwerfer auf ukrainisches Gebiet verübt. Die Truppen der Ukraine hätte bei mehreren Luftangriffen fünf russische Militärstützpunkte und Waffenlager beschossen sowie bei einem Raketenangriff einen Kommandoposten der russischen Streitkräfte getroffen.

Update vom 18. Januar, 19.18 Uhr: An der Front in der Region Donezk im Osten der Ukraine haben russische Truppen eine weitere Ortschaft besetzt. Das berichtet der britische Guardian auf Basis von Informationen des russischen Verteidigungsministeriums. Bei der Ortschaft handle es sich laut Guardian um das Dorf Vesele mit rund hundert Einwohnerinnen und Einwohnern etwa 20 Kilometer nordöstlich von Bachmut. Zu Details über die angebliche Besetzung oder die taktische Rolle des Orts war zunächst nichts bekannt.

Unterlegenheit im Ukraine-Krieg: Es mangelt an Munition

Update vom 18. Januar, 17.53 Uhr: Im Rahmen der Eröffnung der Artillerie-Koalition in Paris sagte Rustem Umjerow, Verteidigungsminister der Ukraine, dass es der Armee seines Landes im laufenden Krieg an Munition mangele. Man müsse die Artilleriekapazitäten der Ukraine erhöhen, so Umjerow laut Ukrainsksa Pravda. „Der Munitionsmangel ist ein äußerst dringendes Problem, mit dem unsere Streitkräfte derzeit konfrontiert sind. Wir müssen einen Weg finden, dieses Problem gemeinsam zu lösen“, so Umjerow.

Die Realität dieses Krieges bestehe darin, dass Russland bei seinen tagtäglichen Artillerieangriffen einen enormen Vorteil gegenüber der Ukraine hat. „In verschiedenen Abschnitten der Kontaktlinie und in verschiedenen Phasen der Kampfhandlungen haben sie fünf- bis zehnmal mehr Artilleriegeschosse abgefeuert als die ukrainischen Streitkräfte“, sagte Umjerow. Mehr Artilleriemunition würde die Lage der Ukraine deutlich verbessern. „Dies wird uns viel mehr Möglichkeiten für nachhaltige Fortschritte auf dem Schlachtfeld geben. Und das wird unseren Sieg näher bringen“, sagte er.

Ukraine-Krieg: Russland greift Großstadt Cherson am Dnipro verstärkt an

Update vom 18. Januar, 14.51 Uhr: Russland bombardiert weiterhin die südukrainische Stadt Cherson vom linken Ufer des Flusses Dnipro aus, das von den Russen besetzt ist. Das geht laut Ukrainska Pravda aus einer Nachricht hervor, die Roman Mrochko, Chef der Militärverwaltung von Cherson, auf Telegram zur aktuellen Lage des Frontabschnitts im Ukraine-Krieg veröffentlicht hat. Darin heißt es, in verschiedenen Teilen der Stadt sei es zu Explosionen gekommen. Mrochko forderte die Bewohner auf, vorsichtig zu sein und Schutz zu suchen.

Erstmeldung vom 18. Januar: Kiew – Das russische Militär hat nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe in der Nacht zu Donnerstag (18. Januar) 33 Drohnen und zwei Raketen auf die Ukraine abgefeuert. 22 Drohnen seien abgefangen und zerstört worden. Mehrere weitere Drohnen hätten ihr Ziel nicht erreicht. „Die Hauptangriffsgebiete waren der Süden und Norden“, erklärte die Luftwaffe auf dem Kurznachrichtendienst Telegram.

In der Stadt Cherson im Süden seien Wohngebiete angegriffen worden. Mehrere Gebäude seien beschädigt, eine Frau sei verletzt worden, teilt das Militär mit. Auch ein landwirtschaftlicher Betrieb in Beryslaw, das in der Oblast Cherson liegt, sei von Drohnen angegriffen worden. Ziel der Angriffe sei auch die Oblast Mykolajiw gewesen, wo Trümmer herabstürzender Drohnen ein Lagergebäude eines Agrarbetriebes beschädigt hätten. Verletzte habe es dort nicht gegeben.

Ukraine-Krieg: Ukrainische Luftangriffe in mehreren russischen Regionen abgewehrt

Auch Russland meldet Angriffe des Gegners. Die russischen Streitkräfte haben nach Behördenangaben in der Nacht zu Donnerstag eine Drohne südlich von Moskau abgeschossen. In der Stadt Podolsk sei eine Drohne abgewehrt worden, die auf die russische Hauptstadt zugesteuert sei, teilte Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin in Onlinediensten mit. Nach vorläufigen Informationen gebe es weder Schäden oder Verletzte durch herabfallende Trümmerteile, erklärte er. (red mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Szilard Koszticsak/dpa

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