Reichweite sinkt extrem

Ukraine bangt um Drohnen-Hoheit am Himmel – China spielt eine Rolle

  • schließen

Russland ist offenbar immer besser in der Lage, von der Ukraine eingesetzte Drohnen zu stören. Der Hersteller der Geräte kommt aus China.

München/Donbass - Regelmäßig teilt der ukrainische Generalstab Videos davon, wie Drohnen vom Himmel Sprengsätze in Schützengräben russischer Soldaten und Söldner fallen lassen. Oder wie die fliegenden Geräte eingesetzt werden, um mit derselben Taktik liegen gebliebene T-72-Panzer in Brand zu setzen.

Ukraine-Krieg: Kiews Armee bangt um den Vorteil bei den Drohnen

Bislang galt der Einsatz der kleinerer Ausführungen der unbemannten Luftfahrzeuge für die Verteidiger im Ukraine-Krieg als besonders effektiv, um russische Stellungen zu entdecken und deren Beschuss durch die eigene Artillerie besser zu koordinieren.

Aber: Laut einem Bericht schildern ukrainische Soldaten von der Donbass-Front in Bachmut von wachsenden Problemen beim militärischen Gebrauch der Drohnen. Demnach wären die Russen immer besser in der Lage, diese mittels Sender zu stören und deren Radius deutlich einzugrenzen.

Dienen der militärischen Aufklärung: Ukrainische Soldaten nutzen bei der Verteidigung gegen die russische Invasion verschieden Drohnen.

Ukraine-Krieg: Russische Armee will westliche Panzer mit Drohnen aufspüren

Das berichtet der britische Guardian. Demnach würden ukrainische Drohnen-Piloten aus Bachmut beklagen, dass die eingesetzten Aufklärungsdrohnen kaum noch von Nutzen seien. Die Reichweite sei bis auf ein Zehntel und mehr geschrumpft. Womöglich brächten die Geräte bald gar keinen Vorteil mehr, während die russische Armee offenbar plant, ihrerseits kleine Drohnen einzusetzen, um gelieferte westliche Kampfpanzer wie den Leopard 2 aufzuspüren.

Auf ukrainischer Seite geht es demnach um Quadcopters Mavic 3T, die mit Infrarotsensorik und Zoomobjektiven ausgestattet sind. Diese werden, wie der Spiegel schreibt, teils von privaten Sponsoren wie der ukrainischen Monobank oder dem Influencer Igor Latschenkow bereitgestellt.

Drohnen der ukrainischen Armee: Reichweite sinkt in Bachmut

Markant: Der Hersteller DJI kommt aus China, das unlängst seine politisch Solidarität mit Russland unterstrich. Ob es einen Zusammenhang mit erwähnten russischen Störgeräten gibt, ist gegenwärtig reine Spekulation. Laut den ukrainischen Soldaten, die der Guardian zitiert, liege die Reichweite der DJI-Drohnen in Bachmut jetzt nur noch bei 500 Metern, in Mykolajiw habe man dagegen früher noch 15 Kilometer weit fliegen können.

Aber: Auch eigene Truppen würden immer mehr Drohnen vom Himmels holen, weil sich die der Ukrainer und die der Russen aus der Ferne nicht unterscheiden ließen, heißt es in dem Bericht. Drohnen sind seit Monaten maßgeblich für das Kriegsgeschehen mitentscheidend.

Drohnen-Krieg in der Ukraine: Schießt russische Armee die Bayraktar TB2 ab?

Zuletzt hatte die russische Armee behauptet, 100 Drohnen vom Typ Bayraktar TB2 abgeschossen zu haben, die die Ukraine aus der Türkei bekam. Experten stellten dies in Frage, unter dem Hinweis, dass so viele Drohnen aus der Türkei gar nicht an Kiew geliefert worden seien. Was sich nicht unabhängig überprüfen lässt. Ebenso wenig, welche Rolle China als Unterstützer Russlands und Produzent von Drohnen für die Ukraine spielt. An der Front verpufft deren Wirkung offenbar zunehmend. (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Ashley Chan

Kommentare