VonAnna-Katharina Ahnefeldschließen
Bereits jetzt ein Symbolfoto des Grauens des russischen Angriffskriegs: Eine hochschwangere Frau wird verletzt aus einer Klinik evakuiert. Sie und ihr Kind haben nicht überlebt.
Mariupol – Eine schwangere Frau wird von Helfenden auf einer Liege durch Trümmer getragen. Die eine Hand vor den Mund gepresst, die andere umgreift den blutverschmierten Bauch. Russische Truppen hatten die Geburtsklinik in der umkämpften Hafenstadt Mariupol beschossen. Zahlreiche Schwangere mussten nach ukrainischen Angaben aus dem Gebäude evakuiert werden. Bereits jetzt ist die Fotoaufnahme der hochschwangeren jungen Frau auf der Liege Symbol für das Grauen, das durch die russische Invasion in die Ukraine kam. Jetzt heißt es aus dem Kriegsgebiet: Die Frau und ihr ungeborenes Kind haben den Angriff nicht überlebt.
Das ukrainische Außenministerium hat den Tod der beiden bestätigt. In einem Tweet heißt es: „Eine schwangere Frau, die aus einem bombardierten Entbindungsheim in #Mariupol evakuiert wurde, ist zusammen mit ihrem ungeborenen Kind gestorben.“ Es ist ein Fall, der das Ausmaß des menschlichen Leids im Ukraine-Krieg erneut unterstreicht. Mehr zur Chronologie der Eskalation des Ukraine-Konflikts finden Sie hier.
A pregnant woman pictured being evacuated from a bombed maternity hospital in #Mariupol has died along with her unborn child.#StopRussianAggression#CloseUAskyNOW pic.twitter.com/hIM8ZizilC
— MFA of Ukraine 🇺🇦 (@MFA_Ukraine) March 14, 2022
Ukraine-Krieg: Schwangere und ihr Baby sterben - ihr Foto ging um die Welt
Auch der behandelnde Arzt der schwangeren Frau bestätigte laut CNN den Tod. „Während sie reanimiert wurde und die Anti-Schock-Maßnahmen ergriffen wurden, führten wir einen Kaiserschnitt durch und entnahmen ein Kind ohne Lebenszeichen. Die Reanimation des Kindes für mehr als eine halbe Stunde hat nicht funktioniert. Reanimation der Mutter über eine halbe Stunde oder länger – ohne Ergebnis. Sie starben beide“, zitiert der US-Sender das Statement gegenüber einem ukrainischen Fernsehsender in Mariupol. Bei dem Angriff auf das Krankenhaus starben dem Bericht zufolge mindestens drei Menschen.
Der russische Angriff auf das Gebäude einer Geburtsklinik in Mariupol hat international besonders großes Entsetzen ausgelöst. „Es gibt wenige Dinge, die verkommener sind, als die Verletzlichen und Hilflosen ins Visier zu nehmen“, schrieb der britische Premierminister Boris Johnson bei Twitter. Die Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, Jen Psaki, sprach von „barbarischer Anwendung militärischer Gewalt gegen Zivilisten“.
Angriff auf Geburtsklinik in Mariupol: Ukraine-Krieg hat entsetzliche Auswirkungen
Die Vereinten Nationen haben Vorwürfe aus Russland zu angeblichen Falschnachrichten über den Angriff zurückgewiesen. Zuvor hatte Moskau behauptet, dass ultraradikale Kämpfer in der Geburtsklinik stationiert gewesen seien. „Das dortige Menschenrechtsteam hat bestätigt und dokumentiert, was sie als wahllosen Luftangriff auf das Krankenhaus bezeichneten, und dass das Krankenhaus zu dieser Zeit Frauen und Kinder versorgte“, sagte UN-Sprecher Stephane Dujarric am Donnerstag in New York.
Die russische Kritik hat sich an einem Tweet von Guterres entzündet, in dem dieser am Mittwochabend (Ortszeit) geschrieben hatte: „Der heutige Angriff auf ein Krankenhaus in Mariupol, Ukraine, wo sich Entbindungs- und Kinderstationen befinden, ist entsetzlich“. Mariupol ist aktuell eine der vom Krieg am schwersten getroffenen Städte. Die Unterhändler von Russland und der Ukraine wollen ihre Verhandlungen am Dienstag, 15. März, fortsetzen, bisher sind Bemühungen um eine Waffenruhe gescheitert. (aka mit Material von dpa und AFP)
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