Zur Abwehr Russlands: Nato eröffnet alten Sowjet-Luftwaffenstützpunkt in Albanien
VonChristoph Gschoßmann
schließen
Die Nato rüstet sich für einen zukünftigen Konflikt mit Russland. In Albanien wurde ein alter Sowjet-Luftwaffenstützpunkt neu eröffnet.
Kuçova – Russland stellt für viele osteuropäische Länder eine Bedrohung dar. In der Ukraine tobt weiterhin der Angriffskrieg Moskaus. Auch in der Republik Moldau gibt es abtrünnige Regionen, die sich ein Eingreifen der Kreml-Truppen wünschen. Wie weit dringt Russland vor, und wie schützt sich die Nato? Kürzlich trat Schweden dem Bündnis bei, weil auch im hohen Norden die Bedrohung immer realer scheint. Rumänien sicherte die Grenze mit Bunkern ab.
Nato baut Luftverteidigung in Osteuropa aus: Russland hat „neoimperialistische Ambitionen“
Die Nato denkt zumindest schon jetzt an die Luftverteidigung. In der Stadt Kuçova in Albanien wurde ein Luftwaffenstützpunkt aus der Sowjetzeit wieder aufgebaut und wiedereröffnet – allerdings jetzt, um Nato-Flugzeuge zu bedienen. Grund soll ebenjene Bedrohung Russlands sein.
„Dies ist eine Basis, die ein weiteres Element der Sicherheit für unsere Westbalkanregion hinzufügen wird, von der wir alle wissen, dass sie durch die Bedrohung und die neoimperialistischen Ambitionen der Russischen Föderation gefährdet ist“, wird der albanische Premierminister Edi Rama zitiert. Dies äußerte er während der Einweihung des Luftwaffenstützpunkts am Montag, den 4. März 2024.
Kuçova hieß früher Stalinstadt - Luftwaffenstützpunkt wurde modernisiert
Die Einweihung beweise, dass das westliche Militärbündnis „in dieser wichtigen Region stark engagiert ist“, sagte Nato-Vertreter Juan Pablo Sánchez de Lara während der Zeremonie in Kuçova. Die Bedeutung des Stützpunktes gehe dabei „über die Grenzen Albaniens hinaus“, fügte der Militär hinzu.
Nawalny verlängert die Liste der Opfer Putins – ein Überblick
Kuçova war bis zum Zusammenbruch des Kommunismus nach dem sowjetischen Diktator Josef Stalin benannt und hieß Stalinstadt. Der Fliegerhorst war jahrelang Heimat dutzender sowjetischer und chinesischer Militärflugzeuge, die nach dem Ende des Kommunismus auf offenem Gelände jahrelang vor sich hin rosteten. Seit Anfang 2022 - kurz vor der russischen Invasion in der Ukraine – wurde es mithilfe von Nato-Geldern zu einem modernen Stützpunkt umgebaut.
50 Millionen Euro von der Nato
Für die Modernisierung dieses Stützpunkts hat die Nato etwa 50 Millionen Euro investiert. Weitere fünf Millionen Euro kamen vom albanischen Staat. Allerdings hat Albaniens Luftwaffe derzeit keine Kampfjets, sondern nur Hubschrauber und Drohnen, darunter seit Dezember 2022 auch türkische Bayraktar-Drohnen vom Typ TB2. Diese Art von Drohnen werden von der Ukraine gegen Russland eingesetzt und tragen leichte, lasergesteuerte Bomben.
Albanien ist seit 2009 Mitglied des westlichen Militärbündnisses. Der Stützpunkt in Kuçova gilt als weiteres Symbol für die Zuwendung des Balkanlandes zum Westen. Er soll als „taktischer Luftwaffenstützpunkt der Nato“ dienen. Albanien verhandelt zudem mit der Nato über den Bau eines Marinestützpunkts in Porto-Romano an der Adriaküste. Ungarn warnte zuletzt indes vor einem „Weltkrieg“ mit Russland. (cgsc mit afp und dpa)