Update, 12:58 Uhr: Nach den russischen Angriffen in der Nacht zu Sonntag beklagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass noch immer viele Komponenten der russischen Waffen aus dem Ausland stammen – auch aus Deutschland. In einem Beitrag auf der Plattform X schrieb Selenskyj: „Während des massiven kombinierten Angriffs auf die Ukraine in der Nacht des 5. Oktober hat Russland 549 Waffensysteme benutzt, die 102.785 im Ausland hergestellte Komponenten enthielten.“
Darunter: Bauteile von Unternehmen aus Deutschland, den USA, China und Taiwan sowie Großbritannien. Die Partner der Ukraine hätten bereits detaillierte Informationen über die Firmen und Produkte. „Es ist entscheidend, jede Umgehung von Sanktionen zu unterbinden, denn Russland nutzt jede, um weiter zu töten“, forderte Selenskyj.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Update, 12:15 Uhr: Der Kreml hat Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz zurückgewiesen, wonach Russland vermutlich hinter den meisten Drohnenflügen steckt, die kürzlich unter anderem in Deutschland für Aufsehen gesorgt haben. „Viele Politiker in Europa neigen nun dazu, Russland für alles die Schuld zu geben“, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow vor der Presse. „Sie tun dies unbegründet und wahllos.“
Während Ukraine-Krieg läuft: Medwedew äußert sich zu Drohnen in Europa
Update, 11:20 Uhr: Die jüngsten Flugstörungen durch Drohnen sind dem früheren russischen Präsidenten Dmitri Medwedew zufolge nützliche Erinnerung für die Menschen in Europa an die Kriegsgefahr. Vorwürfe, Russland könne hinter den Vorfällen in Deutschland und Dänemark stecken, wies Medwedew laut Reuters zurück. Russlands Sympathisanten würden ihre Ressourcen nicht verschwenden. Die „Agenten und Maulwürfe“ Russlands warteten auf gesonderte Befehle, schreibt er auf seinem Telegram-Kanal. Das Wichtigste sei, dass die Europäer die Kriegsgefahr am eigenen Leib spürten.
Update, 10:20 Uhr: Ukrainische Drohnen haben das größte Ölterminal auf der besetzten Krim getroffen und einen weithin sichtbaren Brand ausgelöst. Das Feodossija-Terminal kann bis zu 250.000 Tonnen Treibstoff lagern und versorgt russische Streitkräfte. Nach Angaben des pro-ukrainischen Telegram-Kanals Crimean Wind schlugen die Drohnen in der Nacht zu Montag ein und entfachten Flammen, die über Dutzende Kilometer zu sehen waren. Zusätzliche Explosionen wurden in der Nähe der Luftwaffenstützpunkte Saki und Katscha gemeldet.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Update, 9:35 Uhr: Nach einem Drohnenangriff in der Nacht ist es in der russischen Oblast Belgorod zu einem teilweisen Stromausfall gekommen. Tausende Bewohner in 24 Siedlungen sind ohne Elektrizität, wie Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow mitteilte. Rund 40.000 Menschen sind von den Ausfällen betroffen. „Die Reparaturarbeiten sind im Gange. Wir hoffen, dass sie bald abgeschlossen werden“, sagte Gladkow laut Ukrainska Prawda. Das russische Verteidigungsministerium behauptete zudem, über 250 Drohnen abgeschossen zu haben.
Update, 8:55 Uhr: Kiew hat neue Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Nach Angaben des Generalstabs haben die russischen Streitkräfte binnen 24 Stunden etwa 1090 russische Soldaten verloren. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der russischen Verluste auf rund 1.116.340 Soldaten. Mit Verlusten sind stets getötete oder schwer verwundete Soldaten gemeint. Die Zahlen lassen sich unabhängig nicht überprüfen.
Russland zerstört 251 Drohnen aus der Ukraine
Update, 7:50 Uhr: Russland hat nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums in der Nacht 251 ukrainische Drohnen abgefangen. 61 davon seien über dem Schwarzen Meer zerstört worden, teilte das Ministerium auf Telegram mit. Eine Drohne sei auf Kurs Richtung Moskau gewesen.
Update, 6. Oktober, 5:35 Uhr: Die russische Luftabwehr hat am Montag eine Drohne mit Kurs auf Moskau zerstört. Dies teilte der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin mit. Rettungskräfte seien zu der Stelle entsandt worden, an der die Trümmerteile niedergingen, schrieb Sobjanin über den Nachrichtendienst Telegram.
Radikaler Kurswechsel von Selenskyj im Ukraine-Krieg?
Update, 22:00 Uhr: In russischen Staatsmedien wird die Aussage Wolodymyr Selenskyjs als radikaler Kurswechsel bewertet. Der ukrainische Präsident hatte nach erneuten Angriffen aus Russland via Telegram einen „einseitigen Waffenstillstand im Himmel“ ins Gespräch gebracht. Dieser sei „durchaus möglich“, so Selenskyj. Russlands staatliche Nachrichtenagentur Tass, die vom Kreml kontrolliert wird, bezeichnete den Vorschlag als Folge der Probleme der ukrainischen Luftabwehr, Russlands Angriffe zu verhindern.
Update, 20:51 Uhr: Drei chinesische Aufklärungssatelliten überflogen während des russischen Luftangriffs auf Lwiw die Westukraine. Dies berichtet das Portal Militarnyi unter Berufung auf Analysen der Satelliten-Überwachungsdaten von heavens-above. Die Satelliten Yaogan 33, Yaogan 33-03 und Yaogan 33-04 hätten zwischen Mitternacht und 11.30 Uhr neun Mal die Region Lwiw passiert. Die chinesischen Satelliten verfügen dabei über Fähigkeiten zur optischen, Radar- und elektronischen Aufklärung, so Militarnyi. Der ukrainische Auslandsgeheimdienst hatte diese Woche mitgeteilt, es gebe Belege dafür, dass China Russland Satellitenaufklärungsdaten für Raketenangriffe auf die Ukraine liefere.
Update, 16.26 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Westen scharf für die ausbleibende Reaktion auf die russischen Angriffe in der Nacht auf Sonntag kritisiert. Laut BBC sagte er, es gebe „keine würdevolle, starke Reaktion der Welt auf alles, was geschieht, auf die ständige Eskalation des Ausmaßes und der Dreistigkeit der Angriffe“. Russland habe alle Angebote zur Beendigung des Krieges zurückgewiesen und versuche nun offen, die zivile Gas- und Energieinfrastruktur kurz vor dem Winter zu zerstören.
Selenskyj erklärte, die bei dem Angriff eingesetzten Drohnen enthielten mehr als 100.000 Bauteile ausländischer Produktion. „Jede russische Rakete, jede russische Kampfdrohne enthält Komponenten, die Russland noch immer aus westlichen Ländern und aus verschiedenen Ländern in der Nähe Russlands geliefert werden.“ Er forderte strengere Exportkontrollen und ein entschiedeneres Vorgehen gegen Lieferungen an Russland.
Update, 16:03 Uhr: Nach den jüngsten russischen Angriffen auf die Ukraine hat der Außenminister von Litauen, Kęstutis Budrys, europäische Staaten aufgefordert, den Import von russischem Öl und Gas vollständig zu beenden. Auf der Plattform X schrieb er: „Wie viele Ukrainer müssen noch sterben, bevor Europa die russischen Öl- und Gasimporte entschlossen stoppt und der Ukraine hilft, sich ausreichend zu bewaffnen, um diesem Übel ein für alle Mal ein Ende zu setzen?“
Nach Angaben des Europäischen Rates und des Rats der Europäischen Union zählen derzeit Frankreich, Spanien, Italien, die Niederlande und Belgien zu den größten Importeuren von russischem Gas in der EU. Die Europäische Union plant, bis 2027 vollständig auf russisches Gas zu verzichten.
Update, 14:24 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat die USA erneut vor Lieferungen von Tomahawk-Marschflugkörpern gewarnt. „Das wird unsere Beziehungen ruinieren oder zumindest den sich abzeichnenden positiven Trend in diesen Beziehungen zunichte machen“, sagte Putin laut der russischen Nachrichtenagentur TASS gegenüber einem Reporter. Bereits am Donnerstag sagte Putin in Sotschi, eine solche Lieferung würde eine neue Eskalationsstufe bedeuten.
Nach Medienberichten soll Wolodymyr Selenskyj Donald Trump im September nach Tomahawk-Marschflugkörpern gefragt haben. Mit dem Waffensystem könnte die Ukraine bisher nicht erreichbare Ziele im russischen Hinterland treffen.
EU-Außenbeauftragte verurteilt russische Angriffe im Ukraine-Krieg
Update, 13:47 Uhr: Die Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, hat die jüngsten Angriffe Russlands auf die Ukraine im Ukraine-Krieg verurteilt. Auf X schrieb sie: „Russland verschleiert seine gescheiterte Sommeroffensive mit Terroranschlägen auf ukrainische Zivilisten und Infrastruktur.“ Sie bekräftigte noch einmal den Willen der EU, die Ukraine weiter zu unterstützen und schloss ihren Post mit dem Satz: „Russland wird nicht aufhören, bis es dazu gezwungen wird.“
Vierköpfige Familie stirbt bei russischem Angriff im Ukraine-Krieg
Update, 13:25 Uhr: Bei den vier Todesopfern des russischen Luftangriffs in der Region Lwiw handelt es sich nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft um eine Familie aus dem Dorf Lapajiwka, darunter ein 15-jähriges Mädchen. Das Wohnhaus der Familie wurde durch den Angriff vollständig zerstört.
Ein weiteres Familienmitglied sowie zwei Bewohner benachbarter Häuser erlitten Verletzungen unterschiedlichen Schweregrads und wurden ins Krankenhaus gebracht. Nach Behördenangaben war der kombinierte Angriff in der Nacht zum 5. Oktober der schwerste Angriff auf die Region Lwiw seit Beginn des russischen Angriffskriegs.
Update, 13:02 Uhr: Russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine haben in der Nacht zu erheblichen Stromausfällen geführt. Betroffen sind die Regionen Saporischschja, Sumy und Tschernihiw, wie die BBC berichtet. In Saporischschja seien Zehntausende Menschen ohne Strom. In Tschernihiw und Sumy kommt es stündlich zu Stromausfällen.
Derzeit laufen Notfallmaßnahmen, um die Stromversorgung so schnell wie möglich wiederherzustellen. „Das Energieministerium dankt den Energiearbeitern, die unter Einsatz ihres Lebens weiterhin ihre Aufgaben erfüllen und die Funktionsfähigkeit des Stromnetzes sicherstellen“, heißt es in der Erklärung des Ministeriums.
Massive russische Angriffe im Ukraine-Krieg: Moskau überzieht Ukraine mit Drohnen und Marschflugkörpern
Erstmeldung: Im Ukraine-Krieg hat Russland die Ukraine in der Nacht erneut mit Drohnenschwärmen und Marschflugkörpern überzogen – auch gelenkte Flugzeugbomben und Raketen kamen zum Einsatz. Im gesamten Land herrschte Luftalarm. Landesweit hallten Explosionen durch die Nacht, teils von Einschlägen der Drohnen, teils verursacht von den Geschossen der Flugabwehr.