Ukraine-Krieg

Sjewjerodonezk vor Eroberung: Was die Stadt für Putins Sieg bedeutet

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Donbass unter der Kontrolle Russlands: Russische Soldaten auf einer Straße in der ukrainischen Region Luhansk, zwischen Lyssytschansk und Sjewjerodonezk. Die Kämpfe gehen weiter.
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Die Aufrüstung der Ukraine schreitet voran und Moskau verstärkt seine Angriffe. Sjewjerodonezk könnte fallen. Das könnte den Verlauf des Kriegs verändern.

Kiew – Dieser Tage blickt die Welt auf die Ostukraine – genau genommen auf Sjewjerodonezk. Während nach über 3,5 Monaten Ukraine-Krieg die Kämpfe auch weiterhin toben und Russlands Präsident Wladimir Putin an seiner Kriegsrhetorik festhält, könnten die Kämpfe im östlichen Landesteil eine Blaupause für den weiteren Verlauf des Ukraine-Kriegs werden. Denn: Nach Wochen der ausgeglichenen Kämpfe und Verluste auf beiden Seiten scheint es so, als würde die russische Armee mit voller Härte zurückschlagen und immer mehr Gelände gewinnen. Der Preis soll hoch sein: Britische Beobachter berichten von großen Verlusten auf Seite der russischen Streitkräfte.

Wladimir Putin will Sjewjerodonezk erobern: Stadt in der Ostukraine konnte fallen

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Februar 2022 zeichnete sich zunächst ein deutliches Bild: Die russischen Streitkräfte rückten unter schweren Verlusten bis kurz vor Kiew vor und nahmen bedeutende Städte ein. Den Ukrainern gelang es immer wieder, den russischen Vormarsch schmerzlich zurückzustoßen. Am wenigsten rechnete wohl Putin selbst mit der hohen Widerstandsfähigkeit von Präsident Selenskyjs Truppen. Doch offenbar hat Russland einen entschiedenen Vorteil, der sich immer stärker bemerkbar macht, je länger die Kämpfe andauern: mehr Material und mehr Soldaten.

Diesen Umstand spielte Putins Armee bereits bei der langwierigen Eroberung von Mariupol aus. Erst vor wenigen Tagen war die ukrainische Hafenstadt am Schwarzen Meer gefallen. Bis zuletzt hatten ukrainische Kämpfer auf dem Fabrikgelände von Asovstal ausgeharrt und gegen die russischen Aggressoren gekämpft. Auch tausend Elite-Kämpfer des Asow-Bataillons sollen in die Kämpfe involviert gewesen sein. Doch am Ende siegte die Taktik Russlands und nahezu die gesamte Stadt wurde bei den Kämpfen massiv zerstört. Das gleiche Schicksal könnte nun auch die umkämpfte ostukrainische Großstadt Sjewjerodonezk ereilen.

Sjewjerodonezk gleicht Mariupol: Putins Armee setzt auf starke Zerstörung

Denn ähnlich wie in Mariupol setzt die russische Armee auf heftige Artillerieangriffe, die den Vormarsch der eigenen Truppen begleiten. Das Ziel ist es offenbar, kritische Infrastruktur zu zerstören und sie nicht zu erhalten. Wie lange oder ob die ukrainischen Verteidiger den russischen Angriffen standhalten können, ist derzeit ungewiss. Das britische Verteidigungsministerium spricht gegenwärtig von örtlichen Geländegewinnen. Am Vormittag des 2. Juni war die Hauptstraße in die Stadt Sjewjerodonezk hinein vermutlich noch unter Kontrolle der Ukraine. Sollte es allerdings Putins Armee gelingen, die Stadt einzunehmen, könnte sie das Gebiet Luhansk sichern und sich stärker auf das angrenzende Gebiet Donezk konzentrieren.

Karte von Sjewjerodonezk: Tag 99 des Ukraine-Kriegs bringt viel Zerstörung in der Ostukraine

Dass es erst über drei Monate nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs zu einer möglichen Eroberung der Stadt Sjewjerodonezk kommt, könnte einen einfachen Grund haben: Die Taktik von Russland setzt auf Zermürbung. Unter großen Aufgebot von Truppen und Material schickt Kremlherrscher Putin seine Truppen seit Wochen in die Ukraine. Die Kosten – rein wirtschaftlich betrachtet – sollen immens sein. Doch am Ende scheint sich Masse auszuzahlen.

Wladimir Putins Truppen könnten erneut Fluss bei Sjewjerodonezk überqueren: Auswirkung für Ukraine-Krieg ungewiss

Um die Region um Sjewjerodonezk zu sichern, wird derzeit vermutet, dass Russland erneut versuchen könnte, den Fluss Siwerski Donez zu überqueren, der eine natürliche Verteidigungslinie der ukrainischen Truppen darstellt. Dadurch würde der russischen Armee das Gebiet Luhansk nahezu offen stehen. Wie aus Informationen des britischen Verteidigungsministeriums hervorgeht, über die auch die Deutsche Presse-Agentur berichtet, würden sich zwei potenzielle Stellen zur Flussüberquerung derzeit anbieten. Diese liegen Sjewjerodonezk und der Nachbarstadt Lyssytschansk sowie nahe der kürzlich eroberten Stadt Lyman. Um den Vormarsch von Putins Truppen auszubremsen, hätten ukrainische Kämpfer mehrere Brücken zerstört.

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Indem die ukrainischen Einheiten mögliche taktische Pausen der russischen Streitkräfte ausnutzen und Verteidigungspositionen vorbereiten, könnte der Vormarsch Russlands verlangsamt werden. Doch es ist anzunehmen, dass Putins Armee auch in den kommenden Tagen die eigenen Bemühungen weiter auf Sjewjerodonezk konzentrieren könnte. Sollte es schließlich gelingen, die Region einzunehmen, hätte Russlands Präsident Wladimir Putin zumindest einen Teilerfolg im Ukraine-Krieg erzielt: Die Eroberung des östlichen Landesteils der Ukraine zählt zu seinem erklärten Ziel und rückt damit in greifbare Nähe.

Luhansk und Donezk für Putin: Westen versucht, mit Sanktionen gegen Kremlherrscher vorzugehen

Ob sich Putin gar mit den Regionen Luhansk und Donezk zufriedengeben könnte, ist indes ungewiss. Doch während der Westen immer schärfere Sanktionen gegen Putin und seine Oligarchen beschließt, um so ein Ende der Kämpfe herbeizuführen, ist in der westlichen Politik derzeit wohl die Angst groß, dass die russische Invasion durch mögliche Erfolge in der Ostukraine wieder an Fahrt gewinnen könnte. Nicht von ungefähr werden etwa die USA vor wenigen Tagen eine Lieferung von Mehrfachraketenwerfern an die Ukraine bestätigt haben. Und auch Deutschland hatte angekündigt, Verteidigungssysteme von Typ Iris-T liefern zu wollen.

Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat am 24. Februar 2022 begonnen. Im November konnten die ukrainischen Streitkräfte die Stadt Cherson befreien. Doch für die Menschen vor Ort ist die Lage noch immer katastrophal. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Hier kämpfen sie um die Verteilung von Hilfsgütern im Zentrum der Stadt.
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat am 24. Februar 2022 begonnen. Im November konnten die ukrainischen Streitkräfte die Stadt Cherson befreien. Doch für die Menschen vor Ort ist die Lage noch immer katastrophal. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Hier kämpfen sie um die Verteilung von Hilfsgütern im Zentrum der Stadt. © BULENT KILIC/afp
Am 24. Februar beginnt Russland mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus.
Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus. © Aris Messinis/afp
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine.
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine. © Sergei Malgavko/dpa
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet.
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet. © Sergei Mikhailichenko/afp
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin. © Andrej Ivanov/afp
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion.
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion. © Facebook/afp
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden.
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden. © Daniel Leal/afp
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen.
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen. © Daniel Leal/afp
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen.
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. © Nikolay Doychinov/afp
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland.
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland. © Aris Messinis/afp
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg.
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg. © Fadel Senna/afp
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke.
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke. © Aris Messinis/afp
Mitten Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland.
Mitten im Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland. © Genya Savilov/afp
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland.
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland. © Michael Kappeler/dpa
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen.
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen. © Sergej Supinsky/afp
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen.
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen. © Aris Messinis/afp
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen.
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen. © Aris Messinis/afp
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind.
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind. © Aris Messinis/afp
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest.
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest. © Alexander Nemenov/afp
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes.
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes. © Yasuyoshi Chiba/afp
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben.
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben. © dpa
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol.
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol. © Dmytro ‚Orest‘ Kozatskyi/afp
Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz in der Bundeswehr.
Am 21. Juni treffen die ersten schweren Waffen aus Deutschland in der Ukraine ein. Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz der Bundeswehr. Sie sieht aus wie ein riesiger Kampfpanzer und kann Ziele in 40 Kilometern Entfernung treffen.  © Sven Eckelkamp/Imago
bombardiert die russische Luftwaffe ein Einkaufszentrum in der ostukrainischen Stadt Krementschuk
Am 27. Juni bombardiert Russland ein Einkaufszentrum im 100 Kilometer von der Frontlinie entfernten Krementschuk. Zum Zeitpunkt des Angriffs befinden sich laut ukrainischen Angaben etwa 1000 Menschen in dem Gebäude, mindestens achtzehn Menschen werden getötet. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnet die Attacke als „absoluten Horror“.  © STR/afp
Dieses Satellitenbild von Maxar Technologies zeigt einen Überblick über die Schlangeninsel im Schwarzen Meer.
Nach wiederholten ukrainischen Angriffen zieht sich das russische Militär Ende Juni von der Schlangeninsel südlich von Odessa zurück. Russland spricht von einem „Zeichen des guten Willens“. Die Die Ukraine feiert die Rückeroberung dagegen als Sieg. „KABOOM! Keine russischen Truppen mehr auf der Schlangeninsel“, schreibt der Leiter des Präsidialamts, Andrij Jermak, auf Twitter. „Unsere Streitkräfte haben großartige Arbeit geleistet.“ © dpa
In der Nacht auf den 29. Juli brannte nach einer Explosion ein Gefängnis in Oleniwka, in der von pro-russischen Separatisten besetzten Donezk-Region, aus.
In der Nacht auf den 29. Juli kommen bei einem Angriff auf ein Gefängnis in Oleniwka in der Donezk-Region Dutzende ukrainische Kriegsgefangene ums Leben. Der ukrainische Generalstab beschuldigt Russland, damit Folter von Gefangenen und Hinrichtungen verschleiern zu wollen. Prorussische Separatisten hingegen bezichtigten die Ukraine, für den Angriff verantwortlich zu sein © afp
Auf dem Gelände des Militärflugplatzes Saki nahe Nowofjodorowka kommt es zu heftigen Explosionen.
Am 9. August erschüttern mehrere Explosionen eine russische Luftwaffenbasis auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim. Mehrere Flugzeuge werden zerstört. Eine Woche später detoniert auf der Krim ein russisches Munitionslager. Rusland spricht von einem „Sabotageakt“. © dpa
Dieses Satellitenbild von Planet Labs PBC zeigt das von russischen Truppen besetzte Kernkraftwerk Saporischschja.
Das Atomkraftwerk Saporischschja ist schwer umkämpft. Das Artilleriefeuer lässt international die Angst vor einer Atomkatastrophe steigen. Am 25. August wird das AKW erstmals in seiner Geschichte vom Stromnetz getrennt. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig den Beschuss des Kraftwerksgeländes und der Umgebung vor. © Planet Labs Pbc/dpa
Rauch steigt über einem Feuer in einem Naturschutzgebiet in der Nähe der Stadt Mykolajiw nach einem Beschuss durch die Streitkräfte der Ukraine auf.
Am 29. August gelingt den ukrainischen Truppen an mehreren Stellen in der Oblast Cherson ein Vorstoß über feindliche Frontlinien. Das russische Verteidigungsministerium bestätigt eine ukrainische Offensive bei den von Russland besetzten Gebieten in der Oblast Cherson und der Oblast Mykolajiw. © Kherson Region Emergency Service/Imago
Einheiten der ukrainischen Streitkräfte sind in der Region Charkiw unterwegs.
Im September erobert die Ukraine im Zuge ihrer Gegenoffensive in der Oblast Charkiw die strategisch bedeutsamen Städte Kupjansk und Isjum von Russland zurück und durchbricht die Frontlinie an mehreren Stellen.  © Imago
Im Zuge ihrer Gegenoffensive im Raum Charkiw gelingt es den ukrainischen Streitkräften in wenigen Tagen erhebliche Gewinne zu erzielen. In dieser Phase gelingt ihnen Anfang Oktober auch die Rückeroberung von Lyman in der Oblast Donezk.
Im Zuge ihrer Gegenoffensive im Raum Charkiw gelingt es den ukrainischen Streitkräften in wenigen Tagen erhebliche Gewinne zu erzielen. In dieser Phase gelingt ihnen Anfang Oktober auch die Rückeroberung von Lyman in der Oblast Donezk.  © YASUYOSHI CHIBA/afp
Mitten im Krieg bringt der britische Streetart-Künstler Banksy den Menschen in der Ukraine mit mehreren Werken seine Solidarität zum Ausdruck. So wirft ein kleiner Judoka in den Ruinen eines Kindergartens in Borodyanka nahe Kiew einen erwachsenen Kämpfer zu Boden, dessen Gestalt ein wenig der des russischen Präsidenten Wladimir Putin ähnelt.
Mitten im Krieg bringt der britische Streetart-Künstler Banksy den Menschen in der Ukraine mit mehreren Werken seine Solidarität zum Ausdruck. So wirft ein kleiner Judoka in den Ruinen eines Kindergartens in Borodyanka nahe Kiew einen erwachsenen Kämpfer zu Boden, dessen Gestalt ein wenig der des russischen Präsidenten Wladimir Putin ähnelt. © GENYA SAVILOV/afp
Im November erobert die ukrainische Armee auch die Stadt Cherson zurück. Am 11. November gab Russland den Rückzug von 30.000 Soldaten aus dem westlich des Dnepr liegenden Teil der Cherson-Region bekannt. Zwei Tage später feiern die Menschen die Befreiung der Stadt, die ukrainischen Soldaten werden herzlich begrüßt.
Im November erobert die ukrainische Armee auch die Stadt Cherson zurück. Am 11. November gab Russland den Rückzug von 30.000 Soldaten aus dem westlich des Dnepr liegenden Teil der Cherson-Region bekannt. Zwei Tage später feiern die Menschen die Befreiung der Stadt, die ukrainischen Soldaten werden herzlich begrüßt.  © afp

Neben den amerikanischen Raketenwerfern vom Typ Himars will auch Deutschland Systeme vom Typ Mars II liefern. Beide Systeme gelten als modern und könnten in Kombination mit weiteren Waffen, wie das Verteidigungssystem Iris-T, der Ukraine zu deutlich mehr Schlagkraft bei den Kämpfen im östlichen Landesteil verhelfen. Ein Problem gibt es allerdings: Zwar konnten die USA in der jüngsten Vergangenheit schnell Lieferungen an die Ukraine realisieren, doch insbesondere Deutschland hinkt seinen Versprechen nach wie vor hinterher. Von den schweren Waffen, die die Bundesregierung von Olaf Scholz ankündigte, sind bisher noch keine geliefert worden.

Ukraine-Krieg: Westen will Kiew im Kampf gegen Putin unterstützen – Zeitfenster für Sjewjerodonezk könnte sich schließen

Dabei ist Zeit der entscheidende Faktor im jetzigen Verlauf des Ukraine-Kriegs. Wladimir Putin kann bei seinen Ressourcen weiter aus dem Vollen schöpfen und seine Truppen in die Kämpfe schicken. Die Ukraine hält noch dagegen, doch benötigt dringend die Unterstützung der westlichen Welt, um in Sjewjerodonezk gegen den Aggressor bestehen zu können. Sollte sich das Zeitfenster schließen und Luhansk an Putin fallen, sind die Auswirkungen für den weiteren Verlauf des Ukraine-Kriegs kaum vorhersehbar.

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