Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien Russland und Ukraine sowie ihren Verbündeten. Insbesondere die Angaben zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Update vom 11. Januar, 22.44 Uhr: Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban gilt als Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Zuletzt blockierte Ungarn EU-Hilfsgelder für die Ukraine, doch nun kommt offenbar Bewegung in den Streit: Die Außenminister Ungarns und der Ukraine, Peter Szijjarto und Dmytro Kuleba, wollen am 29. Januar im ukrainischen Uschhorod über ein Treffen ihrer Staatschefs verhandeln. Das geht aus Mitteilung aus Kiew und Budapest vom Donnerstag hervor. An der geplanten Zusammenkunft von Viktor Orban und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj soll demnach auch Andrij Jermak, der Chef Selenskyjs Büro, teilnehmen. In Budapest galt es allerdings als unsicher, ob es noch vor dem EU-Gipfel im Februar zum Treffen Orbans mit Selenskyj kommen könnte.
Warnung vor Gegenoffensive: Selenskyj lehnt Waffenstillstand im Ukraine-Krieg ab
Update vom 11. Januar, 21.20 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ruft dazu auf, ein Einfrieren des Krieges zu vermeiden, damit Russland keine Gelegenheit habe, eine „mächtige Gegenoffensive“ vorzubereiten. „Wir müssen verhindern, dass der Konflikt einfriert. Wir dürfen nicht zulassen, dass Russland sich in einem Jahr, zwei Jahren, drei Jahren oder fünf Jahren auf eine mächtige Gegenoffensive vorbereitet. Das dürfen wir nicht zulassen“, sagte Selenskyj auf einer Pressekonferenz in Riga, wie Ukrainska Pravda berichtet.
Es sei notwendig, den Krieg zu beenden, bevor es zu diesem Szenario kommen könne. Selenskyj wies darauf hin, dass die Sanktionen bei einem Einfrieren des Krieges mit der Zeit nachlassen würden und eine neue Rhetorik entstehen werde: „Was ist der Zweck eines neuen Sanktionspakets, wenn es keine Feindseligkeiten gibt?“ Selenskyj warnte, Russland bereite sich auf Rache vor und die Ukraine wolle dies verhindern.
Ermittler finden Beweise: Russland hat offenbar Raketen aus Nordkorea in der Ukraine eingesetzt
Update vom 11. Januar, 19.48 Uhr: Ukrainische Ermittler haben erste vorläufige Beweise dafür gefunden, dass Russland bei dem Angriff auf Charkiw am 2. Januar möglicherweise in Nordkorea hergestellte Raketen eingesetzt hat. Das erklärte der Generalstaatsanwalt der Ukraine, Andrii Kostin, in einer landesweiten Nachrichtensendung, wie Ukrainska Pravda berichtete. Demnach hätten wissenschaftliche und technische Untersuchungen die nordkoreanische Herkunft der Kurzstreckenrakete bestätigt. Kostin zufolge läuft aktuell eine umfassende Kommissionsprüfung, um diese Tatsache endgültig zu bestätigen. An den Orten der jüngsten Angriffe in den Oblasten Charkiw und Odessa arbeiten die Staatsanwälte auch mit anderen Fragmenten anderer Raketen.
Update vom 11. Januar, 18.28 Uhr: Der Kommandeur der ukrainischen Bodentruppen, Oleksandr, warnt vor einer Wiederaufnahme der russischen Offensive an der Siwerschtschyna-Front. Entsprechende Vorbereitungen seien im Gange, so Syrskyi in einer Nachricht auf Telegram. Die russischen Streitkräfte würden daher die Storm-Z-Einheiten (Strafeinheiten des russischen Militärs) verlegen und Angriffskompanien bilden. Syrskyi sagte außerdem, dass die Lage an der Ostfront weiterhin schwierig sei. Moskau setze seine Offensive an den Fronten Kupjansk, Lyman und Bachmut fort. Sie würden vor allen Dingen versuchen, ukrainische Einheiten aus dem Kupjansk-Wald zu vertreiben und Synkiwka einzunehmen. Ziel sei eine Blockade von Kupjansk.
Ukraine soll Energie-Knotenpunkt in Belgorod mit Kamikazedrohne angegriffen haben
Update vom 11. Januar, 17.09 Uhr: Die Behörden der Oblast Belgorod (Russland) behaupten, die Streitkräfte der Ukraine hätten eine Kamikaze-Drohne eingesetzt, um eine Stromversorgungsanlage im Bezirk Wolokonovsky zu beschädigen. „Es gibt keine Verletzten durch die abgeworfenen Splittermunition. Eine Stromversorgungsanlage wurde beschädigt, rund 50 Haushalte sind vorübergehend ohne Strom“, heißt es laut Ukrainska Pravda in einer Telegram-Nachricht des Gouverneurs der Oblast. Die Rettungskräfte warten für ihren Einsatz noch auf eine Genehmigung des Verteidigungsministeriums.
Update vom 11. Januar, 15.22 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht in Russland einen Mangel an Waffen. Das sagte er während eines Briefings in Tallinn. Die Russische Föderation würde deshalb eine Pause auf dem Schlachtfeld begrüßen – die Russen nutzen sie, um ihre Waffen aufzufüllen: „Wir wissen, wie viele Drohnen und Artillerie sie pro Tag produzieren. Und wir sehen, was ihnen fehlt, und dass sie ein großes Defizit an Drohnen und Artillerie haben. Auch an Raketen“, sagte der ukrainische Staatschef.
Ukraine-Krieg: Kiew errichtet Barrikaden zur Verteidigung
Update vom 11. Januar, 13.42 Uhr: Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten weitere Barrikaden nahe der nordöstlichen Stadt Kupjansk errichtet. Damit stelle sie ihre militärische Strategie auf eine defensive Basis, wie Sky News berichtete. Laut Militäranalysten sehen in diesen Verteidigungsanlagen einen Versuch Moskaus, Angriffe zu überstehen und gleichzeitig seine Streitkräfte zu regenerieren. Dieser Strategiewechsel sei nötig, da Moskau zunehmend die Initiative auf dem Schlachtfeld ergreift.
Update vom 11. Januar, 12.10 Uhr: Eine Waffenruhe führt nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nicht zum Dialog. Lediglich Russland würde davon profitieren, es würde dem Land ermöglichen, seine Munitionsreserven aufzufüllen, sagt Selenskyj bei einem Besuch in Estland. Russland verhandele derzeit mit dem Iran über Raketenlieferungen, aus Nordkorea habe es eine Million Schuss erhalten.
Update vom 11. Januar, 10.10 Uhr: Bei dem russischen Angriff auf ein Hotel in der ukrainischen Stadt Charkiw sind den örtlichen Behörden zufolge 13 Menschen verletzt worden. Unter ihnen seien zwei ausländische Journalisten, teilte die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag im Onlinedienst Telegram mit. Es handele sich um einen Türken und einen Georgier. Zehn Menschen seien ins Krankenhaus gebracht worden.
Dem örtlichen Gouverneur, Oleh Synehubow, zufolge trafen zwei russische S-300-Raketen am Mittwochabend das Hotel. Die ukrainischen Rettungskräfte evakuierten nach eigenen Angaben insgesamt 19 Menschen.
Russland schießt ukrainische Drohnen ab
Update vom 11. Januar, 8.15 Uhr: Russlands Flugabwehr hat eigenen Angaben zufolge drei ukrainische Drohnen über russischem Gebiet abgeschossen. Die Drohnen seien am frühen Morgen über den Regionen Rostow, Tula und Kaluga abgefangen worden, teilte das russische Verteidigungsministerium auf Telegram mit. Die Mitteilungen zu den Drohnenvorfällen konnten nicht unabhängig überprüft werden. Berichte über mögliche Schäden oder Opfer gab es zunächst nicht, wie die Nachrichtenagentur dpa mitteilt.
Ukraine-Krieg: Schwere russische Raketenangriffe auf Charkiw
Erstmeldung: Kiew – Die Behörden in der ostukrainischen Großstadt Charkiw haben erneut schwere russische Raketenangriffe gemeldet. Kurz nach dem Beschuss am Mittwochabend war von mindestens neun Verletzten die Rede. Die russische Armee habe mit umfunktionierten Flugabwehrraketen vom Typ S-300 angegriffen, schrieb der Charkiwer Militärgouverneur Oleh Synjehubow auf Telegram. Es sei ein ziviles Objekt beschädigt worden. Weitere Details nannte er zunächst nicht. Neben Charkiw wurde auch aus den Regionen Donezk und Dnipropetrowsk am Abend Beschuss gemeldet.
Nach fast zwei Jahren Angriffskrieg bombardiert Russland das Nachbarland derzeit wieder besonders heftig mit Raketen, Marschflugkörpern und Kampfdrohnen. Charkiw, das nur rund 30 Kilometer von der Grenze zu Russland entfernt liegt, ist davon oft betroffen. Erst kurz vor Neujahr etwa war die Stadt von einem besonders schweren Angriff erschüttert worden, bei dem Dutzende Menschen verletzt wurden.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Selenskyj bittet um mehr Flugabwehr im Ukraine-Krieg
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte unterdessen in Litauen – bei seinem ersten Auslandsbesuch in diesem Jahr – mehr Waffenhilfe zur Abwehr der Bombardements. „Flugabwehrsysteme stehen an erster Stelle unter den Dingen, die uns fehlen“, sagte er in Vilnius nach einem Treffen mit seinem Kollegen Gitanas Nauseda. Nach Angaben Selenskyjs feuerte Russland über den Jahreswechsel mindestens 500 Raketen, Marschflugkörper und Drohnen auf die Ukraine ab. 70 Prozent davon seien abgefangen worden, sagte er. Trotzdem gab es in der Ukraine Dutzende Tote und Verletzte sowie große Schäden.
Nato-Staaten versprechen für Ukraine-Krieg weitere Hilfe
In Brüssel trat wegen der besonders massiven russischen Luftangriffe ebenfalls am Mittwoch der 2023 gegründete Nato-Ukraine-Rat zusammen. Dabei hätten zahlreiche Alliierte Pläne für die Bereitstellung von weiteren Fähigkeiten skizziert, teilte das Verteidigungsbündnis mit. Es gehe um Unterstützung im Wert von Milliarden Euro. Was konkret in Aussicht gestellt wurde, blieb zunächst offen. Als ein Beispiel für Hilfszusagen nannte die Nato aber die geplante Bereitstellung von weiteren Flugabwehrsystemen. (Red. mit Agenturmaterial)