Krieg gegen Russland

Ukraine fehlen offenbar Soldaten: Militär kündigt Mobilisierung an – für „alle unter 60“

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Im Krieg gegen Russland ging die Ukraine zuletzt in die Offensive. Dennoch reicht das Personal nicht aus. Die Mobilisierung in der Ukraine hat die höchste Stufe erreicht.

Kiew – Die Ukraine berichtet immer wieder von der erfolgreichen Abwehr russischer Vorstöße – dennoch gibt es im Krieg gegen Russland noch immer fast im ganzen Land Warnungen vor russischen Angriffen. Die personelle Lage in der ukrainischen Armee ist offenbar angespannt: Sie müsse dringend verstärkt werden, sagte der oberste Militärkommissar von Kiew, Jurij Maksymow. Die Ukraine will deshalb nochmals mobilisieren.

In der Ukraine hat die Mobilisierung die höchste Stufe erreicht. (Symbolbild)

Mobilisierung in der Ukraine: Vorladungen für Wehrfähige unter 60

In einem Interview mit dem ukrainischen Fernsehsender tsn sagte Maksymow, im Ukraine-Krieg bestehe Bedarf an zusätzlichem Personal. Die Ukraine müsse ihr Potenzial noch weiter erhöhen. Deshalb werde die Mobilisierung in der Ukraine weitergehen. „Wir alle sehen, dass unsere Armee selbstbewusst Offensivaktionen in bestimmte Richtungen durchführt“, lobte der Militärkommissar die Armee. Doch eine weitere Mobilisierung der Wehrkräfte bezeichnete er als notwendig.

Am Samstag (22. Oktober) unterzeichnete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selensky ein Gesetz über die freiwillige Registrierung von Frauen für militärische Dienste. Für Männer besteht weiterhin die Pflicht zum Wehrdienst. Alle Wehrpflichtigen unter 60 müssten laut dem Militärkommissar bald mit einer Vorladung rechnen. Verweigerern droht eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahre.

Krieg gegen Russland: Höchste Mobilisierungsstufe in der Ukraine

„Wir befinden uns jetzt auf der höchsten Mobilisierungsstufe“, erklärte Maksymow. Es seien auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, die bereits ausgereist waren, in die Ukraine zurückgekehrt, um ihr Land zu verteidigen, erklärte er.

„Es gibt Soldaten, die aus Frankreich zurückgekehrt sind, unsere Bürger aus den USA, Israel, Polen und Portugal, die zurückgekehrt sind“, sagte der Kommissar. Einige Bürger seien sogar aus Russland wiedereingereist. Rückkehrer aus Russland wurden allerdings einer detaillierten Überprüfung unterzogen. (sf)

Rubriklistenbild: © Imago/Stian Lysberg Solum

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