VonLinus Prienschließen
Russische Truppen fuhren am Siwerskyj-Donez-Fluss in der Ostukraine eine schwere Niederlage ein. Jetzt wächst der Unmut gegenüber russischen Kommandeuren.
Belohorska - Russische Truppen haben eine nennenswerte Niederlage am Siwerskyj-Donez-Fluss erfahren. Laut Focus Online hat es knapp 500 Tote und Verletzte und bis zu 80 zerstörte Kriegsfahrzeuge gegeben. Infolgedessen gibt es jetzt auch Kritik von einer Gruppe, auf die die russische Armee eigentlich seit Beginn des eskalierten Ukraine-Konflikts zählen konnte: Russische Kriegsblogger. Kriegsforscher des Institute for the Study of War (ISW) haben in einer Analyse ihre Beobachtung so formuliert: „Die Kommentare dieser Militär-Blogger mit großer Reichweite treiben die Zweifel an der russischen Armee weiter an. Am Fortschritt in diesem Krieg und an der Kompetenz der militärischen Führung.“
Ukraine-Krieg: Russischer Blogger regt sich über die „Dummheit“ von russischen Kommandeuren auf
Ein bekannter Blogger namens Yuri Podolyaka äußerte sich infolge des Gefechts am Fluss folgendermaßen: „Ich habe lange geschwiegen. Doch der letzte Funke, der meine Ungeduld zum Überlaufen bringt, sind die Ereignisse bei Bilohorivka. Wegen der Dummheit - ich meine die Dummheit der russischen Kommandeure - verbrannte dort eines unserer Bataillone, vielleicht sogar zwei.“ Das berichtete die New York Times. Der Blogger führte weiter aus: „Ich verstehe, dass im Krieg Probleme auftreten können. Aber wenn es die gleichen Probleme drei Monate lang gibt, und sich nichts ändert, dann habe ich langsam Fragen an die Anführer dieser Operationen. Und mit mir Millionen von russischen Bürgern.“ Zuvor hatte er sich über mangelnde Ausrüstung bei der russischen Armee beschwert.
Ukraine-Krieg: „Das ist nicht Idiotie, das ist direkte Sabotage“
Der New York Times zufolge kritisierten auch zwei weitere Blogger die russischen Kommandeure. Der pro-russische Blogger Starshe Eddy kommentierte die Geschehnisse: „Dass die Kommandeure so große Teile ihrer Soldaten auf dem Silbertablett servierten, das ist nicht Idiotie, das ist direkte Sabotage.“ Der Militär-Blogger Vladlen Tatarski beschwerte sich zum einen über mangelnde Ausrüstung der russischen Truppen. Zum anderen kritisierte er jedoch auch die Kommandeure der russischen Offensive in der Ukraine: „Wir werden keine militärischen Reformen haben, solange nicht der Name des Genies offengelegt wird, das ein ganzes Bataillon geopfert hat. Dieser Mann wird öffentlich Fragen beantworten müssen.“
River crossings are very difficult operations.
— Mark Hertling (@MarkHertling) May 15, 2022
This article indicates RU journals are blaming generals for the catastrophe.
But anyone who knows anything about how armies train understands this indicates a rot from top to bottom of the RU Army. https://t.co/6aO3j2leji
Ukraine-Krieg: Flussdesaster zeigt „Verrotten der russischen Truppen von oben bis unten“
Der amerikanische Militärexperte, Mark Hertling, äußerte sich via Twitter: „Brückenüberquerungsmissionen sind äußerst schwer“. Hertling fuhr fort: „Doch jeder, der etwas davon versteht, wie Armeen Einsätze üben, versteht, dass dieses Desaster ein Verrotten der russischen Truppen von oben bis unten zeigt.“ Dies schrieb der Experte als Reaktion auf ein Artikel, der ebenfalls auf die Schuld der Kommandeure einging. (lp)
