Sorgen vor dem 24. August

Wegen Putins Kriegssymbolik: Selenskyj befürchtet „widerwärtige“ Provokationen zum Unabhängigkeitstag

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Genau sechs Monate nach dem Beginn der Invasion feiert die Ukraine ihren Unabhängigkeitstag. Moskau könnte diesen Anlass für erneute Provokationen nutzen.

Kiew – Russlands Präsident Wladimir Putin ist vor allem auch ein Mann der großen Symbolik. Auch die russische Invasion in die Ukraine steht oft im Zeichen von symbolträchtigen Aktionen zu besonderen Tagen. Experten und ukrainische Beamten rechnen deswegen auch in dieser Woche mit einer weiteren Eskalation der russischen Angriffe. Denn am Mittwoch (24. August) feiert die Ukraine zum 31. Mal ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Für das Putin-Regime ein guter Anlass zur Provokation.

Ukraine-Krieg: Putins Kriegssymbolik – Russland startete Invasion direkt nach Feiertag

Schon zu Beginn des Krieges gegen die Ukraine wählte der Autokrat im Kreml einen besonderen Zeitpunkt aus, um nach jahrelangem Säbelrasseln schlussendlich in die Ukraine einzufallen. Am 23. Februar feiert die russische Bevölkerung alljährlich den „Tag des Verteidigers des Vaterlandes“, der an die Anfänge der Roten Armee erinnern soll. Nur einen Tag später, am 24. Februar, startete vor knapp sechs Monaten die russische Armee ihren Angriffskrieg.

Und auch im weiteren Verlauf des Krieges spielte die Symbolik von Feiertagen eine große Rolle. Allen voran hoben Experten und Beobachter immer wieder die Bedeutung des 9. Juni im Ukraine-Krieg hervor. Am „Tag des Sieges“ feiert Russland traditionell den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland mit prunkvollen Militärparaden in Moskau und demonstriert die Stärke der russischen Armee. Da das erklärte Ziel von Putin im Krieg auch die Entnazifizierung der Ukraine ist, bekam der Feiertag im aktuellen Konflikt noch eine ganz andere Tragweite.

Ukraine-Krieg: Putins Symbolik - Verstärkte Offensive zum Tag des Sieges im Juni

Moskau verstärkte die Bemühungen im Krieg vor dem Tag des Sieges merklich, damit Putin der russischen Bevölkerung zum Feiertage Erfolge präsentieren konnte. Zwischenzeitlich wurde auch befürchtet, dass der Kreml-Chef zum 9. Juni eine Generalmobilmachung der Truppen verkünden oder der Ukraine auch offiziell den Krieg erklären würde – Russland bezeichnet den Krieg aktuell weiterhin nur als Spezialoperation.

Der große Sieg in der Ukraine bliebt zum Tag des Sieges jedoch vorerst aus. Den russischen Truppen gelang es bis zum Stichtag nicht, die Kontrolle über die selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk zu erlangen. Ein erklärtes Ziel des Kremls. Auch die Militärparade in Moskau fiel vergleichsweise klein aus. Auf einen Überflug von Militärflugzeugen über den Kreml wurde verzichtet – angeblich wegen des schlechten Wetters.

Russlands Präsident Wladimir Putin setzt im Ukraine-Krieg auf die richtige Symbolik. Deswegen werden nun weitere Eskalationen zum Unabhängigkeitstag befürchtet.

Über zwei Monate später hat sich an der Lage im Ukraine-Krieg nur wenig verändert. Den russischen Truppen ist es zwar mittlerweile gelungen, die komplette Region Luhansk unter ihre Kontrolle zu bringen. Gerade die Kämpfe um die Städte Lyssytschansk und Sjewjerodonezk sorgten dabei jedoch für zahlreiche Verluste in den Reihen der russischen Armee. Nach diesem Teilerfolg konnte Moskau jedoch kaum weitere Gebietsgewinne verzeichnen. Im Süden des Landes wird die Ukraine nach Einschätzung diverser Beobachter sogar bald eine Gegenoffensive starten. Erstes Ziel: die strategisch wichtige Großstadt Cherson.

Unabhängigkeitstag in der Ukraine – Sorge vor weitere Eskalation durch Russland

In dieser Phase des Krieges fällt nun ein weiterer Feiertag, den das Putin-Regime erneut für symbolisches Aktionen nutzen könnte. Am 24. August feiert die Ukraine den Jahrestag der Unabhängigkeit von der Sowjetunion nach dem Fall des Eisernen Vorhangs im Jahr 1991. In den vergangene Jahren veranstaltete die ukrainische Regierung dazu oft Militärparaden oder Konzerte in Kiew und weiteren Großstädten.

Genau diese Unabhängigkeit wird jedoch von der russischen Seite angezweifelt. Putin betonte in der Vergangenheit immer wieder, dass die Ukraine historisch gesehen ein Teil von Russland sei. Die ukrainische Regierung, allen voran Präsident Wolodymyr Selenskyj, rechnet deswegen mit einer weiteren russischen Eskalation am Feiertag.

Eine Militärparade zur Feier der ukrainischen Unabhängigkeit: Die Feierlichkeiten zum ukrainischen Nationalfeiertag im Jahr 2021 in Kiew.

Selenskyj besorgt über Nationalfeiertag – Moskau könnte „Widerwärtiges und Gewalttätiges“ unternehmen

Bereits am Wochenende äußerte der ukrainische Präsident in seiner täglichen Videoansprache Sorgen über den Nationalfeiertag am Mittwoch. „Wir sollten uns dessen bewusst sein, dass Russland in der kommenden Woche etwas besonders Widerwärtiges und Gewalttätiges unternehmen könnte“, so der 44-Jährige. Der 24. August markiert gleichzeitig auch sechs Monate seit dem Beginn der russischen Invasion. Mit Blick auf das zurückliegende Halbjahr fügte Selenskyj hinzu, dass „Russland in den vergangenen sechs Monaten regelmäßig jede Woche etwas Widerwärtiges und Gewalttätiges“ getan habe.

Eine mögliche Eskalation vonseiten Russlands könnte der Beginn von Prozessen in der besetzten Stadt Mariupol am Schwarzen Meer sein. Dort halten die Besatzer ukrainische Soldaten gefangenen, welche die Stadt im Stahlwerk Asowstahl über Wochen hinweg gegen die russischen Angreifer verteidigt hatte. Bereits in der vergangenen Wochen gab es Berichte, dass Russland die öffentlich wirksame Abhaltung von Tribunalen in der Stadt plane. Als möglicher Beginn wurde auch hier der 24. August genannt.

Schauprozesse in Mariupol? Selenskyj droht mit Abbruch jeglicher Verhandlungen

Mit Blick auf die möglichen Prozesse hat Selenskyj bereits Konsequenzen in Richtung Moskau angekündigt. Wenn Russland ein solches Tribunal gegen ukrainische Gefangene organisiere, dann sei das eine „Linie“, nach der keine Verhandlungen mehr möglich seien. Das erklärte der ukrainische Präsident am Montag. Die große Sorge: Vor einem international nicht anerkannten Gericht könnten demnach die ukrainischen Kriegsgefangenen auch zur Todesstrafe verurteilt werden. Damit könnte Russland ausgerechnet am Unabhängigkeitstag ein grausames Exempel statuieren. Den ukrainischen Soldaten werden von den Besatzungsbehörden Kriegsverbrechen vorgeworfen.

Selenskyj kritisierte das Verfahren gegen die Verteidiger und Helden der Ukraine als „ekelhaft und absurd“ und als Verstoß gegen alle internationalen Rechtsnormen. „Russland schneidet sich selbst von den Verhandlungen ab“, sagte er.

Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat am 24. Februar 2022 begonnen. Im November konnten die ukrainischen Streitkräfte die Stadt Cherson befreien. Doch für die Menschen vor Ort ist die Lage noch immer katastrophal. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Hier kämpfen sie um die Verteilung von Hilfsgütern im Zentrum der Stadt.
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat am 24. Februar 2022 begonnen. Im November konnten die ukrainischen Streitkräfte die Stadt Cherson befreien. Doch für die Menschen vor Ort ist die Lage noch immer katastrophal. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Hier kämpfen sie um die Verteilung von Hilfsgütern im Zentrum der Stadt. © BULENT KILIC/afp
Am 24. Februar beginnt Russland mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus.
Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus. © Aris Messinis/afp
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine.
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine. © Sergei Malgavko/dpa
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet.
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet. © Sergei Mikhailichenko/afp
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin. © Andrej Ivanov/afp
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion.
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion. © Facebook/afp
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden.
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden. © Daniel Leal/afp
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen.
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen. © Daniel Leal/afp
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen.
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. © Nikolay Doychinov/afp
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland.
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland. © Aris Messinis/afp
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg.
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg. © Fadel Senna/afp
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke.
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke. © Aris Messinis/afp
Mitten Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland.
Mitten im Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland. © Genya Savilov/afp
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland.
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland. © Michael Kappeler/dpa
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen.
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen. © Sergej Supinsky/afp
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen.
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen. © Aris Messinis/afp
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen.
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen. © Aris Messinis/afp
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind.
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind. © Aris Messinis/afp
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest.
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest. © Alexander Nemenov/afp
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes.
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes. © Yasuyoshi Chiba/afp
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben.
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben. © dpa
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol.
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol. © Dmytro ‚Orest‘ Kozatskyi/afp
Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz in der Bundeswehr.
Am 21. Juni treffen die ersten schweren Waffen aus Deutschland in der Ukraine ein. Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz der Bundeswehr. Sie sieht aus wie ein riesiger Kampfpanzer und kann Ziele in 40 Kilometern Entfernung treffen.  © Sven Eckelkamp/Imago
bombardiert die russische Luftwaffe ein Einkaufszentrum in der ostukrainischen Stadt Krementschuk
Am 27. Juni bombardiert Russland ein Einkaufszentrum im 100 Kilometer von der Frontlinie entfernten Krementschuk. Zum Zeitpunkt des Angriffs befinden sich laut ukrainischen Angaben etwa 1000 Menschen in dem Gebäude, mindestens achtzehn Menschen werden getötet. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnet die Attacke als „absoluten Horror“.  © STR/afp
Dieses Satellitenbild von Maxar Technologies zeigt einen Überblick über die Schlangeninsel im Schwarzen Meer.
Nach wiederholten ukrainischen Angriffen zieht sich das russische Militär Ende Juni von der Schlangeninsel südlich von Odessa zurück. Russland spricht von einem „Zeichen des guten Willens“. Die Die Ukraine feiert die Rückeroberung dagegen als Sieg. „KABOOM! Keine russischen Truppen mehr auf der Schlangeninsel“, schreibt der Leiter des Präsidialamts, Andrij Jermak, auf Twitter. „Unsere Streitkräfte haben großartige Arbeit geleistet.“ © dpa
In der Nacht auf den 29. Juli brannte nach einer Explosion ein Gefängnis in Oleniwka, in der von pro-russischen Separatisten besetzten Donezk-Region, aus.
In der Nacht auf den 29. Juli kommen bei einem Angriff auf ein Gefängnis in Oleniwka in der Donezk-Region Dutzende ukrainische Kriegsgefangene ums Leben. Der ukrainische Generalstab beschuldigt Russland, damit Folter von Gefangenen und Hinrichtungen verschleiern zu wollen. Prorussische Separatisten hingegen bezichtigten die Ukraine, für den Angriff verantwortlich zu sein © afp
Auf dem Gelände des Militärflugplatzes Saki nahe Nowofjodorowka kommt es zu heftigen Explosionen.
Am 9. August erschüttern mehrere Explosionen eine russische Luftwaffenbasis auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim. Mehrere Flugzeuge werden zerstört. Eine Woche später detoniert auf der Krim ein russisches Munitionslager. Rusland spricht von einem „Sabotageakt“. © dpa
Dieses Satellitenbild von Planet Labs PBC zeigt das von russischen Truppen besetzte Kernkraftwerk Saporischschja.
Das Atomkraftwerk Saporischschja ist schwer umkämpft. Das Artilleriefeuer lässt international die Angst vor einer Atomkatastrophe steigen. Am 25. August wird das AKW erstmals in seiner Geschichte vom Stromnetz getrennt. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig den Beschuss des Kraftwerksgeländes und der Umgebung vor. © Planet Labs Pbc/dpa
Rauch steigt über einem Feuer in einem Naturschutzgebiet in der Nähe der Stadt Mykolajiw nach einem Beschuss durch die Streitkräfte der Ukraine auf.
Am 29. August gelingt den ukrainischen Truppen an mehreren Stellen in der Oblast Cherson ein Vorstoß über feindliche Frontlinien. Das russische Verteidigungsministerium bestätigt eine ukrainische Offensive bei den von Russland besetzten Gebieten in der Oblast Cherson und der Oblast Mykolajiw. © Kherson Region Emergency Service/Imago
Einheiten der ukrainischen Streitkräfte sind in der Region Charkiw unterwegs.
Im September erobert die Ukraine im Zuge ihrer Gegenoffensive in der Oblast Charkiw die strategisch bedeutsamen Städte Kupjansk und Isjum von Russland zurück und durchbricht die Frontlinie an mehreren Stellen.  © Imago
Im Zuge ihrer Gegenoffensive im Raum Charkiw gelingt es den ukrainischen Streitkräften in wenigen Tagen erhebliche Gewinne zu erzielen. In dieser Phase gelingt ihnen Anfang Oktober auch die Rückeroberung von Lyman in der Oblast Donezk.
Im Zuge ihrer Gegenoffensive im Raum Charkiw gelingt es den ukrainischen Streitkräften in wenigen Tagen erhebliche Gewinne zu erzielen. In dieser Phase gelingt ihnen Anfang Oktober auch die Rückeroberung von Lyman in der Oblast Donezk.  © YASUYOSHI CHIBA/afp
Mitten im Krieg bringt der britische Streetart-Künstler Banksy den Menschen in der Ukraine mit mehreren Werken seine Solidarität zum Ausdruck. So wirft ein kleiner Judoka in den Ruinen eines Kindergartens in Borodyanka nahe Kiew einen erwachsenen Kämpfer zu Boden, dessen Gestalt ein wenig der des russischen Präsidenten Wladimir Putin ähnelt.
Mitten im Krieg bringt der britische Streetart-Künstler Banksy den Menschen in der Ukraine mit mehreren Werken seine Solidarität zum Ausdruck. So wirft ein kleiner Judoka in den Ruinen eines Kindergartens in Borodyanka nahe Kiew einen erwachsenen Kämpfer zu Boden, dessen Gestalt ein wenig der des russischen Präsidenten Wladimir Putin ähnelt. © GENYA SAVILOV/afp
Im November erobert die ukrainische Armee auch die Stadt Cherson zurück. Am 11. November gab Russland den Rückzug von 30.000 Soldaten aus dem westlich des Dnepr liegenden Teil der Cherson-Region bekannt. Zwei Tage später feiern die Menschen die Befreiung der Stadt, die ukrainischen Soldaten werden herzlich begrüßt.
Im November erobert die ukrainische Armee auch die Stadt Cherson zurück. Am 11. November gab Russland den Rückzug von 30.000 Soldaten aus dem westlich des Dnepr liegenden Teil der Cherson-Region bekannt. Zwei Tage später feiern die Menschen die Befreiung der Stadt, die ukrainischen Soldaten werden herzlich begrüßt.  © afp

Unabhängigkeitstag in der Ukraine: Versammlungsverbot in Kiew – Charkiw verhängt Ausgangssperren

Bereits am Samstag rief der ukrainische Präsident die Bevölkerung wegen der drohenden Eskalation zum Zusammenhalt auf. „Eines der Hauptziele des Feindes ist es, uns zu demütigen“ und „Mutlosigkeit, Angst und Konflikte zu säen“, sagte Selenskyj. Aber „wir müssen stark genug sein, jeder Provokation zu widerstehen“ und „die Besatzer für ihren Terror bezahlen zu lassen“, fügte der Präsident hinzu.

Überall in der Ukraine bereiten sich die Beamten auf eine mögliche Eskalation am Mittwoch vor. In der Hauptstadt Kiew sind von Montag bis Donnerstag Versammlungen jeglicher Art untersagt. In der Stadt Charkiw, die in den vergangenen Wochen immer wieder zum Ziel russischer Angriffe geworden ist, wurden sogar Ausgangssperre verhängt. Der Präsidentenberater  Mikhailo Podolyak rechnete laut der Nachrichtenagentur Interfax damit, dass Russland am Nationalfeiertag auch wieder Kiew verstärkt ins Visier nehmen könnte. (fd mit dpa)

Rubriklistenbild: © MIKHAIL KLIMENTYEV/AFP

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