Ukraine Städte wohl geplündert

Russische Soldaten schicken Kriegsbeute angeblich in die Heimat - und verkaufen sie in Belarus?

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Im Ukraine-Krieg werden russische Soldaten beschuldigt, hunderte Zivilisten getötet und Dörfer geplündert zu haben. Berichte kommen auf, was die Truppen mit ihrer Beute angeblich anfangen.

Butscha - Die Bilder des Massakers von Butscha haben die Welt entsetzt. Russischen Soldaten wird vorgeworfen, hunderte Zivilisten im Vorort Kiews ermordet zu haben. Eine abschließende Klärung der Verantwortlichkeit steht noch aus. Nun kommen Berichte auf, dass die russischen Soldaten in Butscha und in anderen Städten, die sie im eskalierenden Ukraine-Konflikt besetzt hatten, Leichen plünderten und die Beute in ihre Heimat schickten. In Belarus entstünden angeblich Märkte, auf denen die Kriegsbeute von russischen Soldaten verkauft werde.

Zerstörte Häuser in Butscha

Ukraine-Krieg: Russische Soldaten schickten scheinbar Kriegsbeute in ihre Heimat

Wie der Focus berichtete, hat das Hacker-Kollektiv „Hajun Project“ am 1. April einen Livestream des russischen Kurierdienstes CDEK analysiert: „Russische Soldaten wurden dabei gesehen, wie sie in Bündel verpackte Gegenstände vor einem CDEK Kurierservice in Mazyr aus russischen Kamaz-Militärfahrzeugen abluden“, wie die Hacker via Telegram teilten. Ihrer Einschätzung nach beinhalteten die Pakete Gegenstände, die die Soldaten in der Ukraine geplündert hätten. Am nächsten Tag seien die Pakete dann verschickt worden.

Die Hacker belegten laut internationalen Medienberichten wie von Business AM ihre Einschätzungen mit Aufzeichnungen von Videokameras des besagten Kurierdienstes. Die Aufzeichnungen würden einen Paketshop in Mazyr zeigen. Es seien Kisten und in Plastik verpackte Bündel zu sehen. Männer in Uniform verpacken übereinstimmenden Medienberichten zufolge Gegenstände, wie E-Scooter, Autobatterien, Alkohol, Tüten eines ukrainischen Einkaufszentrums und Klimaanlagen und geben den Mitarbeitern des Kurierservices ihre Personalien. Einige Tage später lagen dem „Hajun Project“ die Namen der Personen vor, die die Pakete anscheinend nach Russland verschickt hatten. Der ukrainische Minister für digitale Transformation, Mikhailo Fedorov, sagte der Jerusalem Post zufolge: „Sie raubten Zivilisten in Butscha, Irpin, Hostomel aus und töteten sie. Dann schickten sie ihre Beute an ihre Familien.“

Ukraine-Krieg: Märkte für Kriegsbeute angeblich in Belarus

Die Jerusalem Post berichtete von Märkten in Belarus, auf denen unter anderem „Waschmaschinen und Geschirrspüler, Kühlschränke, Schmuck, Autos, Fahrräder“ verkauft werden würden. Es handle sich um Kriegsbeute aus der Ukraine. Das „Hajun Project“ berichtete Focus zufolge auch von abgefangenen Telefonaten russischer Soldaten, in denen sie schildern würden, dass sie Dörfer geplündert hätten. Diese Nachricht lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. (lp)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Anatolii Siryk

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