Gefechte in Cherson

Ukrainische Schnellboote attackieren russische Stellungen – heftige Gefechte auf dem Dnipro

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Ein russischer Soldat in der Nähe der ukrainischen Stadt Cherson.
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Das Gebiet Cherson ist im Ukraine-Krieg strategisch wichtig. Der Kampf gegen die Russen wird dort auch zu Wasser geführt.

Cherson – Der Dnipro bildet aktuell eine der wichtigsten Frontlinien im Ukraine-Krieg. Der Fluss verläuft durch die hart umkämpfte Region Cherson. Von dort meldete das Kommando der Spezialeinheiten der ukrainischen Streitkräfte nun einen Erfolg gegen die russischen Angreifer – mithilfe von Schnellbooten. Das ist auf dem dazu veröffentlichten Video zu erkennen.

Die Bilanz laut der ukrainischen Seite: mindestens fünf getötete Soldaten und ein zerstörtes Motorboot der Russen. Unabhängig verifizieren ließ sich das Video zunächst nicht. Anhand der Flusstrukturen der Seen und Inseln der Region konnte der Ort mit Satellitenbildern bestätigt werden, berichtete allerdings t-online.de.

Kampf an der Front in Cherson – Ukraine eröffnet Feuer

Eine ihrer Aufklärungsdrohnen habe die russischen Stellungen auf den Inseln des Dnipro entdeckt, teilte das ukrainische Kommando weiter mit. Die Ukrainer hätten dann das Feuer eröffnet. Aus den unscharfen Aufnahmen geht hervor, dass sie mithilfe von drei oder vier Schnellbooten angriffen.

Die Ukraine hatte die Stadt Cherson und Teile der gleichnamigen Region im November zurückerobert. Doch von der noch besetzten linken Uferseite des Dnipro gehen die Angriffe der Russen weiter. Allein vergangenen Donnerstag (13. Juli) seien in dem Gebiet mehr als 79 Mal Siedlungen beschossen und bombardiert sowie auf die Gebietshauptstadt Cherson 33 Granaten abgefeuert worden. Mindestens drei Zivilisten starben nach ukrainischen Angaben.

Militärische Lage in Cherson: Brückenkopf wird zum Problem

Auch im jüngsten britischen Geheimdienstbericht zur militärischen Lage im Ukraine-Krieg wird Cherson erwähnt. Ein ukrainischer Brückenkopf auf der linken – also von den Russen kontrollierten – Dnipro-Seite stelle eine zusätzliche Herausforderung für die russischen Kommandeure dar. Diese seien „wahrscheinlich besorgt über die Anfälligkeit ihrer südwestlichen Flanke“, hieß es am Dienstag (18. Juli).

Dennoch sei es den Ukrainern trotz Angriffen auf mindestens zwei Achsen bisher wohl nicht gelungen, die primären russischen Verteidigungslinien dort zu durchbrechen.

Wagner-Gruppe marschiert in Richtung Moskau: Bilder zum Putschversuch in Russland

Söldner der Wagner-Gruppe posieren in Rostow am Don vor Panzern.
Söldner der Wagner-Gruppe posieren in Rostow am Don vor Panzern. © IMAGO/Erik Romanenko
Die Stadt Rostow am Don wurde von der Wagner-Gruppe besetzt. Hier stehen zwischen den Zivillisten bewaffnete Soldaten und Panzer auf den Straßen.
Die Stadt Rostow am Don wurde von der Wagner-Gruppe besetzt. Hier stehen zwischen den Zivillisten bewaffnete Soldaten und Panzer auf den Straßen. © Sergey Pivovarov/IMAGO
Nahaufnahme der Ausrüstung. Die Soldaten in Rostow am Don sind mit kugelsicheren Westen ausgestattet.
Die Soldaten in Rostow am Don sind mit kugelsicheren Westen ausgestattet und schwer bewaffnet. © Erik Romanenko/IMAGO
Auf der schusssicheren Weste eines Soldaten in Rostow am Don steht auf einem Aufnäher: „Mama hat gesagt: Anziehen“. (Yandex Image Translator)
Auf der schusssicheren Weste eines Soldaten in Rostow am Don steht auf einem Aufnäher: „Mama hat gesagt: Anziehen“. (Yandex Image Translator) © Erik Romanenko/IMAGO
Die bewaffneten Wagner-Söldner in Rostow am Don bewachen auch mit militärischen Fahrzeugen die Stadt.
Die bewaffneten Wagner-Söldner in Rostow am Don bewachen auch mit militärischen Fahrzeugen die Stadt. © Erik Romanenko/IMAGO
Die Soldaten in Rostow am Don stehen inmitten der Bevölkerung wache und werden teilweise von Zivilisten angesprochen.
Die Soldaten in Rostow am Don stehen inmitten der Bevölkerung wache und werden teilweise von Zivilisten angesprochen. © IMAGO/Erik Romanenko
Soldaten der Wagner-Gruppe bewachen das südliche militärische Hauptquartier in Rostow am Don mit Scharfschützen.
Soldaten der Wagner-Gruppe bewachen das südliche militärische Hauptquartier in Rostow am Don mit Scharfschützen. © IMAGO/Erik Romanenko
In Moskau sind rund um den Kreml alle Straßen und Kreuzungen weiträumig abgesperrt und bewacht.
In Moskau sind rund um den Kreml alle Straßen und Kreuzungen weiträumig abgesperrt und bewacht. © Kirill Zykov/IMAGO
Das Moskauer „Grabmal des unbekannten Soldaten“ an der Mauer des Kremls. Zusätzlich zu den üblichen Wachen in prunkvoller Uniform sind hier Polizisten postiert.
Das Moskauer „Grabmal des unbekannten Soldaten“ an der Mauer des Kremls wird zusätzlich zu den üblichen Wachen von der Polizei bewacht. © Ilya Pitalev/IMAGO
Eine Polizistin in Moskau steht hinter der Absperrung des Roten Platzes neben einem Einsatzwagen. Im Hintergrund sind die farbigen Kuppeln der Basilius Kathedrale zu sehen.
Der Rote Platz in Moskau ist weiträumig abgesperrt und wird von der Polizei bewacht. © IMAGO/Ilya Pitalev
Wagner-Gebäude in mehreren russischen Städten, wie hier in St. Petersburg, werden von Polizisten bewacht.
Wagner-Gebäude in mehreren russischen Städten, wie hier in St. Petersburg, werden von Polizisten bewacht. © IMAGO/Alexander Galperin
Die russische Polizei sperrt Straßen in der Region Moskau und kontrolliert die Dokumente von Fahrzeugen, die sie passieren möchten.
Die russische Polizei sperrt Straßen in der Region Moskau und kontrolliert die Dokumente von Fahrzeugen, die sie passieren möchten. © IMAGO/Kirill Kallinikov
In der Region Moskau wird die Autobahn M2 bei Podoslk von mehreren LKW blockiert.
In der Region Moskau wird die Autobahn M2 bei Podoslk von mehreren LKW blockiert. © IMAGO/Vitaliy Belousov
Den Menschen, die in Staus auf russischen Autobahnen festsitzen, wird Trinkwasser zur Verfügung gestellt.
Den Menschen, die in Staus auf russischen Autobahnen festsitzen, wird Trinkwasser zur Verfügung gestellt. © IMAGO
In der russischen Stadt Rostow am Don stehen Soldaten in den Straßen Wache und beobachten die Lage.
Die Soldaten stehen in den Straßen Wache und beobachten die Lage. © IMAGO/Erik Romanenko

Region Cherson ist im Ukraine-Krieg strategisch wichtig

Cherson in der Südukraine kämpft weiterhin mit den Flutfolgen nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms Anfang Juni.  Das verheerende Hochwasser forderte viele Todesopfer. Die Überflutung erhöhte auch die internationalen Sorgen um die Sicherheit des nahe gelegenen AKWs Saporischschja. Das Kühlbecken des Kernkraftwerks wurde zuvor mit dem Wasser aus dem inzwischen ausgetrockneten See versorgt.

Die Ukraine hatte stets erklärt, alle von russischen Truppen besetzten Gebiete zu befreien. Könnte die ukrainische Armee Cherson zurückerobern, wäre für die der Weg frei zu der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Dort kam es jetzt erneut zu einer Explosion auf der Krim-Brücke. (frs mit dpa)

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