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„Flanken bröckeln“: Prigoschin befürchtet Zusammenbruch von Wagner-Söldnern im Ukraine-Krieg

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Wagner-Chef Prigoschin setzt einen wütenden Telegram-Eintrag ab. Nahe Bachmut wird ein AFP-Journalist getötet. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Hinweis der Redaktion: Dieser Ticker ist beendet. Die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg finden Sie in unserem neuen News-Ticker.

Update vom 10. Mai, 21.08 Uhr: Die schweren Verluste Russlands im Ukraine-Krieg zeigen offenbar Wirkung: Mit einer plötzlichen Offensive hat die Ukraine die Truppen von Putin an der Front bei Bachmut offenbar erfolgreich zurückgedrängt. Die Wagner-Gruppe hat der regulären Armee jetzt schwere Vorwürfe gemacht. „Angesichts fehlender Munition droht sich der Fleischwolf nun in umgekehrter Richtung zu drehen“, warnte Söldner-Boss Jewgeni Prigoschin am Mittwochabend auf Telegram.

Wegen hoher Verluste habe Wagner den Flankenschutz regulären Einheiten der russischen Armee überlassen müssen. „Es besteht jetzt die ernsthafte Gefahr der Einkesselung von Wagner durch den Zusammenbruch der Flanken“, schrieb Prigoschin und fügte hinzu: „Die Flanken weisen bereits jetzt Risse auf und bröckeln.“

Ukraine-Krieg: Russlands Reservisten müssen zu Übungen erscheinen

Update vom 10. Mai, 18:06 Uhr: Panik bei Russlands Reservisten: Mitten im Ukraine-Krieg hat der Kreml sie zu alljährlichen Übung einberufen. Ein Erlass verpflichtet sie zur Teilnahme, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete. Präsident Wladimir Putin soll das Dekret selber unterzeichnet haben, hieß es. Angesichts der Kämpfe in der Ukraine würden aber nun viele Reservisten zweifeln, ob es sich in ihrem Fall nur um Übungen handelt oder ob sie an die Front im Nachbarland geschickt werden sollen. Schon bei den jüngsten Einberufungen von Rekruten hatten es viele junge Männer vorgezogen, ins Ausland zu flüchten. Den Angaben zufolge kämpfen derzeit rund 150.000 Reservisten im Ukraine-Krieg.

Krieg in der Ukraine: Schweiz soll eingezogenes Oligarchen-Geld für Wiederaufbau stellen

Update vom 10. Mai, 17.29 Uhr: Die traditionell neutrale Schweiz hatte kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs beschlossen, sich den EU-Sanktionen gegen Russland anzuschließen. Die Banken im Land sind seitdem verpflichtet, Informationen über von diesen Sanktionen betroffene Menschen oder Unternehmen weiterzugeben. Die Summe dieser gesperrten Gelder und Vermögenswerte beträgt 7,5 Milliarden Franken.

Das Wirtschaftsministerium in Bern erklärte an diesem Mittwoch (10. Mai), in der EU liefen Diskussionen darüber, ob Vermögenswerte der russischen Zentralbank für Investitionen genutzt und deren Erträge für den Wiederaufbau der Ukraine verwendet werden sollen. „Die Schweiz verfolgt diese Diskussionen genau“, hieß es dazu.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

Ukraine-Krieg: Trauer und Entsetzen nach Tod von Kriegsreporter nahe Bachmut

Update vom 10. Mai, 16.22 Uhr: Mit Trauer und Entsetzen haben Kollegen und Politiker auf den Tod des französischen AFP-Journalisten Arman Soldin reagiert. Soldin starb bei einem Raketenangriff in der Ostukraine. Er wurde nur 32 Jahre alt. Soldin, ein begeisterter Fußballspieler, wurde von Kollegen als „mutig, kreativ und hartnäckig“ beschrieben. Er war Teil eines fünfköpfigen Teams von AFP-Reportern, das ukrainische Soldaten an der Front begleitete.

Arman Soldin, der nun bei einem Raketenangriff starb, im November 2022 in der Ukraine

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron twitterte: „Mutig war er seit den ersten Stunden des Konflikts an der Front, um die Fakten zu recherchieren, um uns zu informieren.“ Wenig später sprach auch das ukrainische Verteidigungsministerium Soldins Familie und den Kollegen auf Twitter sein „aufrichtiges Beileid“ aus. „Er hat sein Leben dafür geopfert, der Welt die Wahrheit zu berichten.“ US-Außenminister Antony Blinken sagte, er sei angesichts der Todesnachricht „am Boden zerstört“, und weiter:. „Unsere Gedanken sind bei ihnen und der gesamten AFP-Familie.“

Ukraine-Krieg: Putin-Sprecher reagiert auf Tod des Ukraine-Reporters Soldin

Update vom 10. Mai, 14.43 Uhr: Nach dem Tod eines AFP-Journalisten in der Ostukraine hat Moskau sein Bedauern ausgedrückt und eine Untersuchung der Todesumstände gefordert: „Wir müssen die Umstände des Todes des Journalisten verstehen“, erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Die Behauptungen der Ukraine, dass Russland für den Tod verantwortlich sei, dürften „nicht für bare Münze“ genommen werden. „In dieser Angelegenheit können wir nur unsere Trauer ausdrücken.“

Ukraine-Krieg: USA bestätigen ukrainischen Abschuss russischer Hyperschallrakete

Update vom 10. Mai, 12.00 Uhr: Das US-Verteidigungsministerium hat den ukrainischen Abschuss einer russischen Hyperschallrakete mit dem Patriot-System bestätigt. Die Ukrainer hätten mithilfe des US-Flugabwehrsystems die Rakete abgefangen, sagte Pentagon-Sprecher Pat Ryder am Dienstag (Ortszeit) in Washington. Ryder bestätigte auch die Information der Ukrainer, dass es sich um eine Rakete des Typs Kinschal gehandelt habe. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte diese als „unverwundbar“ gegen westliche Abwehrsysteme gelobt.

Am Samstag hatte die ukrainische Luftwaffe den erfolgreichen Abschuss einer solchen Hyperschallrakete verkündet. Die von Moskau als eine der besten Raketen überhaupt angepriesene Kinschal (Russisch: „Dolch“) war den Angaben zufolge mithilfe des US-Abwehrsystems Patriot über der Region Kiew abgefangen worden. Die extrem schnell und hoch fliegenden und dennoch manövrierfähigen Raketen setzen russischen Streitkräfte mindestens seit März im Krieg in der Ukraine ein, etwa zur Zerstörung von Treibstoff- und Waffenlagern.

Ukraine-Krieg: AFP-Journalist stirbt nach Raketenangriff

Update vom 10. Mai, 10.20 Uhr: Der AFP-Journalist Arman Soldin ist bei einem Raketenangriff im Osten der Ukraine getötet worden. Wie Mitglieder seines Teams berichteten, ereignete sich der tödliche Angriff am Dienstagnachmittag (9. Mai) am Rande von Tschassiw Jar nahe der seit Monaten umkämpften Stadt Bachmut.

Das AFP-Team geriet unter Beschuss, als es mit ukrainischen Soldaten in der Region war. Die übrigen vier Mitglieder des Teams blieben unverletzt. AFP-Reporter sind regelmäßig in der Region, um über die Kämpfe zu berichten.

Generalinspekteur zu Ukraine-Offensive: „Planungen laufen“

Update vom 10. Mai, 8.50 Uhr: Die Ukraine kommt nach Einschätzung von Generalinspekteur Carsten Breuer mit Vorbereitungen für eine Offensive gegen russische Angreifer voran. „Mir wurde erläutert, wie der Kampf an vorderster Linie geführt wird. Der Boden ist immer noch morastig und feucht. Teilweise stehen noch große Seen auf den Feldern. Die Voraussetzungen für eine umfassende Offensive waren in den letzten Wochen noch nicht gegeben“, sagte Breuer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin nach einem Besuch in der Ukraine. „Mir ist in allen Gesprächen aber deutlich geworden, dass Planungen für die ukrainische Offensive laufen.“

Der ranghöchste deutsche Soldat war in der vergangenen Woche in der Ukraine und hatte dort Armeechef Walerij Saluschnyj und den ukrainischen Verteidigungsminister Olexij Resnikow getroffen. Breuer informierte sich über praktische Erfahrungen mit der deutschen Militärhilfe, darunter moderne Flugabwehrsysteme, Panzerhaubitzen und auch der Kampfpanzer Leopard 2. Dieser wird demnach inzwischen in Kämpfen eingesetzt. „Was man mir verdeutlichte ist, dass er im Gefecht ist“, sagte Breuer.

Der Generalinspekteur war zuerst in Polen und dann zwei Tage in der Ukraine. Er versicherte danach, die Unterstützung der Ukraine stehe „an vorderer Stelle“. Breuer sagte: „Ich habe nichts von Kriegsmüdigkeit erlebt, sondern einen nahezu schon unbändigen Willen, diesen Krieg nicht nur zu beenden, sondern auch zu gewinnen.“

Ukraine-Krieg: Neue US-Hilfe angekündigt

Update vom 9. Mai, 20.30 Uhr: Die US-Regierung kündigt neue militärische Unterstützungen für die Ukraine an. Geliefert werden sollen unter anderem Luftabwehrsysteme und Artillerie-Munition, teilte Regierungssprecherin Karine Jean-Pierre mit. Damit werde der Ukraine geholfen, die Russen über einen langen Zeitraum abzuschrecken.

US-Außenminister Anthony Blinken betonte unterdessen, die Ukraine habe, was „sie braucht, um weiterhin erfolgreich bei der Rückeroberung von Gebieten, die Russland in den vergangenen 14 Monaten gewaltsam besetzt hat“ zu sein. Blinken äußerte sich bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem britischen Amtskollegen James Cleverly - dieser zeigte sich zurückhaltender.

Ukraine-Offensive ohne „Durchbruch“? Just enger Verbündeter bremst nun - „Das ist kein Film“

Update vom 9. Mai, 20.00 Uhr: Großbritanniens Außenminister James Cleverly hat Hoffnungen an die erwartete ukrainische Frühjahrsoffensive gegen Russland gedämpft. Die Ukrainer hätten zwar gezeigt, dass sie ihr Land sehr erfolgreich verteidigen könnten, es werde aber „möglicherweise keinen einfachen, schnellen und entscheidenden Durchbruch geben“, sagte Cleverly bei einem Besuch der US-Denkfabrik Atlantic Council in Washington.

Die Ukrainer hätten immer wieder die Erwartungen an sie übertroffen, sagte Cleverly. Er schränkte jedoch ein: „Wir müssen realistisch sein. Das ist das wahre Leben, kein Hollywoodfilm.“ Cleverly rief die westlichen Verbündeten Kiews zur „Entschlossenheit“ auf, weiter „das Richtige“ zu tun, wie auch immer sich der Krieg entwickle und auch bei einer „verbalen Eskalation“ durch den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Großbritannien gilt als einer der entschiedendsten Verbündeten der Ukraine.

Update vom 9. Mai, 16.13 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium hat nach eigenen Angaben bei seinen nächtlichen Raketenangriffen den Nachschub des ukrainischen Militärs erfolgreich bekämpft. Die ukrainische Führung hatte zuvor mitgeteilt, dass 23 der 25 russischen Raketen abgefangen worden seien.

Die herabstürzenden Trümmerteile hätten Schäden in der Hauptstadt Kiew sowie in den Gebiet Dniproeptrowsk und Tscherkassy verursacht, teilten die ukrainischen Behörden mit. Über mögliche Opfer gibt es bislang keine Informationen. Unabhängig lassen sich die Angaben beider Kriegsparteien nicht überprüfen.

Ukraine-Krieg: Prigoschin sieht seine Söldner „dreist getäuscht“

Update vom 9. Mai, 14.55 Uhr: Jewgeni Prigoschin klagt in einem Telegram-Post nun in besonders hohen Tönen über Moskau. „Sie haben uns einfach und dreist getäuscht“, übersetzte die Moscow Times seine Mitteilung aus dem Russischen. Die Ukrainska Pravda ergänzte: „Wir wurden betrogen.“

Als Anlass für seine nannte der Wagner-Chef demnach, dass nicht nur die von Russland versprochene Munition ausbleibe, sondern das russische Verteidigungsministerium ihm und seinen Söldnern bei einem etwaigen Abzug aus Bachmut auch mit einer Anklage wegen „Hochverrats“ drohe. Der wahre „Verrat“ geschehe aber im Kreml, deutete Prigoschin an.

Militärparade im Ukraine-Krieg: Scholz wirft Putin „Machtgehabe“ vor

Update vom 9. Mai, 11.40 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin militärisches „Machtgehabe“ vorgeworfen. Putin lasse an diesem 9. Mai „seine Soldaten, Panzer und Raketen aufmarschieren“, sagte Scholz am Dienstag vor dem Europaparlament in Straßburg mit Blick auf die Moskauer Militärparade zum Gedenken an den Sieg über Nazi-Deutschland 1945. „Lassen wir uns nicht einschüchtern von solchem Machtgehabe! Bleiben wir standhaft in unserer Unterstützung der Ukraine“, mahnte Scholz.

In seiner Grundsatzrede zum Europatag warb Scholz für eine „geopolitische Europäische Union“, die es mit Russland, aber auch China aufnehme. Die USA blieben dabei „Europas wichtigster Verbündeter“, betonte der Bundeskanzler. In Bezug auf Peking kritisierte Scholz, „Rivalität und Wettbewerb“ hätten „seitens Chinas ohne jeden Zweifel zugenommen“.

Ukraine-Krieg: Militärparade in Moskau endet ohne Flugshow

Update vom 9. Mai, 10.45 Uhr:  Zum 78. Jahrestag des sowjetischen Sieges über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg ist die traditionelle Militärparade auf dem Roten Platz trotz klaren Himmels ohne Flugshow zu Ende gegangen. An Militärtechnik präsentierte das russische Militär am Dienstag vor allem gepanzerte Radfahrzeuge. Kampfpanzer fehlten, mit Ausnahme des historischen T-34.

Offiziell gab es bis zum Vormittag keine Erklärung für das Fehlen von Kampfpanzern und Flugzeugen. Kampfpanzer sind traditionell Teil der Parade. In den vergangenen Jahren wurde in Moskau vor allem das neueste Panzer-Modell Armata (T-14) präsentiert. Im April hatten russische Medien darüber berichtet, dass der Armata erstmals in Russlands Krieg gegen die Ukraine eingesetzt werde.

Die Flugshow wurde in den vergangenen Jahren mehrfach wegen schlechten Wetters abgesagt. In diesem Jahr hatten einige Beobachter angesichts von Sicherheitsrisiken schon gar nicht mehr mit ihr gerechnet.

Ukraine-Krieg: Von der Leyen in Kiew eingetroffen

Update vom 9. Mai, 7.45 Uhr: EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen ist am Dienstag in Kiew eingetroffen, um dort symbolisch den Europatag zu feiern. Von der Leyen reiste mit einem Nachtzug aus Polen an; später sind Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geplant. Es ist bereits ihr fünfter Besuch in der ukrainischen Hauptstadt seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine.

Ukraine-Krieg: Wagner-Boss erhält Munition für Södnertruppe

Update vom 9. Mai, 6.30 Uhr: Der russische Söldnerführer Jewgeni Prigoschin hat drei Tage nach seiner Abzugsdrohung den Erhalt neuer Munitionslieferungen für den Kampf um die ostukrainische Stadt Bachmut gemeldet. In einer am Montag verbreiteten Audiobotschaft sagte der Chef der Söldnertruppe Wagner, „nach vorläufigen Daten“ hätten die Lieferungen für seine Kämpfer begonnen. Am Freitag hatte Prigoschin in Videobotschaften mit dem Abzug seiner Kämpfer aus Bachmut gedroht und Verteidigungsminister Sergej Schoigu und Generalstabschef Waleri Gerassimow mit drastischen Worten vorgeworfen, dringend benötigte Munitionslieferungen zu verzögern.

Prigoschins Angaben in der nun veröffentlichten Audiobotschaft zufolge laufen in Bachmut derzeit „heftige“ Kämpfe, bei denen die Wagner-Kämpfer vorrückten. Die ukrainische Armee kontrolliere noch „rund 2,36 Quadratkilometer“ Gelände in Bachmut.

Ukraine-Krieg: Gegenoffensive verzögert sich

Update vom 8. Mai, 22.09 Uhr: Neue Regenfälle haben nach Angaben der russischen Besatzungsbehörden in der Südukraine den Beginn der erwarteten Offensive Kiews verzögert. „Wieder hat instabiles feuchtes Wetter Einzug gehalten. Der Boden muss zehn bis zwölf Zentimeter durchgetrocknet sein, damit die Technik darüber rollen kann“, sagte am Montag der Verwaltungschef des von Moskau kontrollierten Teils von Saporischschja, Jewgeni Balizki, im russischen Fernsehen. Trotzdem könne die Gegenoffensive „jeden Moment beginnen“, warnte er.

Russland startet offenbar Zwangsmobilisierung in besetztem Mariupol

Update vom 8. Mai, 18.26 Uhr: Im von Russland besetzten Mariupol beginnt offenbar die Zwangsmobilisierung der Einwohner. Das berichtet der Kyiv Independent unter Verweis auf die Stadtverwaltung. „Die Einberufungen haben in Mariupol begonnen. Die Besatzer sind bereits auf der Suche nach Bürgern, die ihre ‚Wehrpflicht‘ nicht erfüllt haben. Der Feind plant, die Männer bis August einzuziehen. Russland tötet weiterhin friedliche Ukrainer“, sagte demnach der im Exil lebende Bürgermeister Vadym Boichenko.

Update vom 8. Mai, 15.38 Uhr: „Diese Rekruten werden wahrscheinlich an die Frontabschnitte in der Ukraine geschickt, wo die Verlustzahlen extrem hoch sind“: Moskau lockt Einwanderer aus Zentralasien mit hohem Soldaten-Sold und einem Schnellverfahren zur Einbürgerung – und ist damit zumindest teilweise erfolgreich. Das schätzen britische Geheimdienste in ihrem jüngsten Ukraine-Bericht, den das Verteidigungsministerium in London veröffentlichte.

Anwerber seien in Moscheen und Immigrations-Zentren unterwegs. Angeboten werden demnach Vorab-Prämien von umgerechnet 2165 Euro und eine Besoldung von bis zu 3770 Euro im Monat. Ziel sei es, so 400.000 Freiwillige für den Einsatz im Angriffskrieg gegen die Ukraine zu gewinnen. Warum bemüht sich das russische Verteidigungsministerium derartig? „Die Behörden versuchen ziemlich sicher, jegliche offene Zwangsmobilisierung zu verzögern, solange es geht, um Unzufriedenheit im eigenen Land zu minimieren“, hieß es in der Mitteilung der Briten.

Neue russische Angriffe: Moskau startet weitere Attacken im Ukraine-Krieg

Update vom 8. Mai, 14.11 Uhr: Russland hat am frühen Nachmittag wohl weitere Attacken im Ukraine-Krieg gestartet. Nach Angaben der regionalen Militärverwaltung in Cherson wurde die Region dabei getroffen. Auch in Stanislaw soll es russische Vorstöße gegeben haben. Mindestens sechs Zivilisten seien zum Teil schwer verletzt worden.

Update vom 8. Mai, 13.10 Uhr: Verschnaufpause im Ukraine-Krieg? Zumindest der Luftalarm wurde in weiten Teilen des Landes wieder beendet – auch in der Hauptstadt Kiew. Einzig für die Gebiete der Krim und Luhansk gilt weiterhin die Warnung vor möglichen russischen Luftangriffen.

Update vom 8. Mai 2023, 12.30 Uhr: Kiew bereitet sich offenbar auf einen neuen Angriff aus Russland vor. Laut Informationen der Ukrainska Pravda heulten um 11.56 Uhr die Sirenen in der Hauptstadt. Die Bevölkerung wurde angewiesen, Luftschutzbunker aufzusuchen. Auch in anderen Städten wurde gegen Mittag Luftalarm ausgelöst. Dies gilt laut dem Nachrichtenportal als Hinweis darauf, dass im Ukraine-Krieg mit neuen Raketenangriffen zu rechnen sei.

Russland attackiert zahlreiche Landesteile der Ukraine

Erstmeldung vom 8. Mai, 2023: Kiew - Russland hat im Ukraine-Krieg erneut Kiew unter Beschuss genommen. Mindestens fünf Menschen seien infolge eines russischen Luftangriffs auf die Hauptstadt verletzt worden. Das meldete Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko am Montagmorgen (8. Mai). Der Angriff sei zum Teil mit Drohnen durchgeführt worden. Die ukrainische Luftwaffe konnte nach eigenen Angaben 30 unbemannte Flugkörper abschießen.

Auch aus anderen Landesteilen der Ukraine wurden im Krieg mit Russland Luftangriffe gemeldet. Laut den örtlichen Behörden sei dabei in Odessa ein Lebensmittellager in Brand geraten. Die dortige Attacke sei mit einem russischen Marschflugkörper des Typs Ch-22 erfolgt.

Russland fliegt Luftangriff auf Kiew

Insgesamt sollen bei den Angriffen in der Nacht und den frühen Morgenstunden zehn Gebiete in der Ukraine attackiert worden sein. Neben Kiew sollen dabei weitere 126 Städte oder Siedlungen getroffen worden sein. 28 Menschen wurden verletzt und drei getötet. Das meldet das ukrainische Verteidigungsministerium auf seinem Telegram-Kanal.

Aufnahmen, die aus Kiew stammen sollen, dokumentieren die massiven Zerstörungen der Stadt im Ukraine-Krieg. Aufnahmen von Susplina, dem öffentlichen-rechtlichen Rundfunks der Ukraine, zeigen ein Hochhaus, bei dem drei Stockwerke getroffen wurden. Der Sender hatte ein Video des Gebäudes auf Twitter veröffentlicht.

Tschechien warnt Kiew

Infolge der Attacken Russlands am Wochenende hatte Petr Pavel am Sonntag (7. Mai) eine eindringliche Warnung in Richtung Kiew geschickt. Laut des tschechischen Präsidenten habe die Ukraine den Überraschungsmoment ihrer Frühjahrsoffensive verloren. Das berichtet die britische Tageszeitung Guardian. Pavel ist General im Ruhestand und war ehemals der wichtigste Militärberater der NATO. Laut des tschechischen Präsidenten und hochdekorierten Kriegshelden fehle es der Ukraine im Kampf gegen Russland trotz westlicher Hilfen nach wie vor an den Mitteln für eine erfolgreiche Gegenoffensive. „Offenbar haben sie immer noch das Gefühl, nicht alle [notwendigen Mittel zu] haben, um eine erfolgreiche Operation zu starten“, so Pavel gegenüber dem Guardian. Kiew müsste sich auf „schreckliche Verluste“ einstellen und könnten sich ein Scheitern er Operation nicht erlauben.

Hauptstadt Kiew: Daten und Fakten

NameKiew
Einwohner2,884 Millionen
Gründung6. bis 9. Jahrhundert
BürgermeisterVitali Klitschko

Zumindest auf Nachschub können die ukrainischen Truppen und Präsident Wolodymyr Selenskyj aber hoffen. Die EU-Staaten hatten sich ebenfalls am Wochenende darauf geeinigt, weitere Munition nach Kiew in den Ukraine-Krieg zu schicken.

Ebenfalls am Wochenende kam es über dem Schwarzen Meer zum nächsten Zwischenfall mit russischen Kampfflugzeugen. Diesmal meldete eine polnische Maschine im Einsatz für die EU-Behörde Frontex die Annäherung einer Maschine des Typs SU-35. (dil mit Agenturen)

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