Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien Russland, der Ukraine und ihren Verbündeten. Insbesondere die Angaben zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Hinweis der Redaktion: Dieser Newsticker ist beendet. Die aktuellen militärischen Entwicklungen im Ukraine-Krieg vom Mittwoch (19. Juli) lesen Sie in unserem neuen Ticker.
Update vom 18. Juli, 22.20 Uhr: Das US-Militär widerspricht Behauptungen, die Gegenoffensive der Ukraine sei gescheitert. Dies sei keineswegs der Fall, erklärte am Dienstag Generalstabschef Mark Milley bei einer Pressekonferenz: „Es ist weit davon entfernt, gescheitert zu sein. Ich denke, es ist viel zu früh, um so eine Einschätzung abzugeben. (...) Es wird lang dauern. Es wird schwer werden. Es wird blutig sein.“ Für die ukrainischen Vorstöße kursierten verschiedene Szenarien. Auf dem Papier sei es aber anders als in der Realität, in der komplexe Minenfelder, Stacheldraht und russische Schützengräben überwunden werden müssten. „Der echte Krieg ist unberechenbar.“
Russische Offensive in Kupjansk soll Schwächen zeigen
Update vom 18. Juli, 20.30 Uhr: Russlands neue Offensive in Richtung Kupjansk im Nordosten der Ukraine soll nicht so verlaufen wie erhofft. Das berichtet die ukrainische Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar auf Telegram. „Die Offensive des Feindes an der Kupjansker Front ist derzeit erfolglos“, teilte sie mit. Auch in Bachmut hätten derzeit die ukrainischen Truppen die Oberhand. Maljar warnte jedoch vor russischen Minenfeldern: „An der Südflanke um Bachmut sind unsere Truppen heute, wie an allen Tagen zuvor, vorgerückt. Die Kämpfe an der Nordflanke wurden heute fortgesetzt. Der Feind versucht, verlorene Stellungen zurückzuerobern. Unsere Soldaten haben es mit dicht verminten Gebieten und intensivem feindlichen Feuer zu tun.“
Ukraine kämpft lieber gegen Putins Truppen als gegen „unbequeme“ Wagner-Söldner
Update vom 18. Juli, 16 Uhr: Den ukrainischen Verteidigern soll es leichter fallen, bei Bachmut gegen die regulären russischen Truppen zu kämpfen, als gegen die Wagner-Söldner, die „unbequeme Feinde“ seien und die Stadt im vergangenen Jahr eingenommen hatten. Das teilte Oberst Oleksandr Bakuli der BBC mit. Mit „ein wenig Anstrengung“ könnten Kiews Truppen Bachmut in Kürze einnehmen, sagte er. Die Zahl der ukrainischen Verluste sei zudem während der Gegenoffensive niedriger als bei der Verteidigung der Stadt 2022. Der eher langsame Vormarsch habe zu einer besseren Moral beigetragen, sodass „die Verluste leichter zu ertragen sind“, sagte Bakulin.
Update vom 18. Juli, 12.40 Uhr: Russische Truppen sind nach Angaben aus dem Kreml in Richtung Kupjansk bis zu zwei Kilometer vorgerückt. Das berichtet die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Kupjansk liegt in der Oblast Charkiw im Nordosten der Ukraine.
Update vom 18. Juli, 11.55 Uhr: Russland hat nach eigenen Angaben in der Nacht die ukrainischen Hafenstädte Odessa und Mykolajiw aus der Luft angegriffen. Dabei habe es sich um einen „massiven Vergeltungsschlag“ gehandelt, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Dienstag (18. Juli) mit.
Alle Ziele seien demnach getroffen worden. Am Montag hatte Russland die Ukraine für den Angriff auf die Krim-Brücke verantwortlich gemacht.
London: Russland mit Problemen in Bachmut
Update vom 18. Juli, 10.10 Uhr: Nach Einschätzung britischer Militärexperten kommen die russischen Kräfte um die ostukrainische Stadt Bachmut immer mehr in Bedrängnis. Bislang hielten sie der dort der mit erheblichem Aufwand vorangetriebenen ukrainischen Gegenoffensive aber Stand, so die Einschätzung im täglichen Kriegs-Geheimdienstbericht des Verteidigungsministeriums in London vom Dienstag (18. Juli).
Die russischen Truppen versuchten hingegen laut den Briten in den Wäldern westlich der Stadt Kremina nahe Sjewjerodonezk vorzustoßen sowie um Awdijiwka nahe Donezk. Beiden Seiten sei es jedoch nur marginal gelungen, vorzurücken.
Aktuelle Zahlen aus dem Ukraine-Krieg: Kiew meldet hohe Verluste Russlands
Update vom 18. Juli, 9.25 Uhr: Russland scheint im Ukraine-Krieg weiter hohe Verluste zu erleiden. Laut Angaben der Ukraine sollen mittlerweile mehr als 239.000 russische Soldaten gefallen und mehr als 4100 Panzer vernichtet worden sein. Diese aktuellen Angaben der ukrainischen Militärführung lassen sich nicht unabhängig prüfen. Russland selbst macht keine Angaben über die eigenen Verluste im Ukraine-Krieg.
Soldaten: 239.010 (+710 zum Vortag)
Panzer: 4119 (+4)
Gepanzerte Gefechtsfahrzeuge: 8051 (+17)
Artilleriesysteme: 4543(+38)
Mehrfach-Raketenwerfersysteme: 689 (+4)
Fahrzeuge und Tanklaster: 7086 (+27)
Kampf- und Aufklärungsdrohnen: 3839 (+11)
Quelle: Angaben des Generalstabs der Ukraine vom 18. Juli 2023
Anm.: Nach Berechnungen unabhängiger russischer Medien sind bisher im Ukraine-Krieg mindestens 47.000 russische Soldaten getötet worden. Das habe eine Datenanalyse ergeben, die sich auf die Zahl der eröffneten Erbfälle und die Statistik der Übersterblichkeit im vergangenen Jahr stützt, berichtete das an der Auswertung beteiligte Internetportal Meduza am Montag (10. Juli). Diese Zahlen weichen stark von denen ab, die von ukrainischer Seite veröffentlicht werden.
Update vom 18. Juli, 8.00 Uhr: Russland hat nach eigenen Angaben einen ukrainischen Drohnenangriff auf die annektierte Halbinsel Krim abgewehrt. 17 Drohnen seien „zerstört“, elf weitere mit elektronischen Mitteln unschädlich gemacht worden, erklärte das russische Verteidigungsministerium am Dienstag. Es habe keine Verletzten oder Schäden gegeben. Der von Russland eingesetzte Gouverneur der Krim, Sergej Aksjonow, bestätigte die Angaben im Online-Dienst Telegram.
Seit Beginn der ukrainischen Gegenoffensive im Juni ist es verstärkt zu Drohnenangriffen auf die Krim gekommen. Die Ukraine hat wiederholt bekräftigt, die seit der international nicht anerkannten russischen Annexion im Jahr 2014 unter Kontrolle Moskaus stehende Halbinsel zurückerobern zu wollen.
Angriff auf Odessa: Schäden am Hafen
Update vom 18. Juli, 7.30 Uhr: Bei den Angriffen auf Odessa habe die ukrainische Luftverteidigung sechs russische Kalibr-Marschflugkörper und 21 Kampfdrohnen abschießen können, teilte das Kommando Süd der ukrainischen Armee am Morgen mit. Dennoch hätten herabstürzende Trümmerteile und Druckwellen Schäden am Hafen von Odessa sowie an Privathäusern verursacht. Außerdem sei ein Bewohner verletzt worden. Auch in der angrenzenden Region Mykolajiw seien vier Drohnen abgewehrt worden.
Russland attackiert Ziele im Süden und Osten der Ukraine
Update vom 18. Juli, 5.15 Uhr: Der Süden und Osten der Ukraine sind in der Nacht nach ukrainischen Angaben Ziel russischer Angriffe aus der Luft. Die Hafenstadt Odessa sowie die Regionen Mykolajiw, Donezk, Cherson, Saporischschja und Dnipro seien von russischen Drohnenangriffen bedroht, teilt die ukrainische Luftwaffe über die Nachrichten-App Telegram mit.
Russland setze möglicherweise auch ballistische Waffen ein, um die Regionen Poltawa, Tscherkassy, Dnipro, Charkiw und Kirowohradska anzugreifen. Der Leiter der Militärverwaltung der Region Odessa, Oleh Kiper, rechnet mit mehreren Angriffswellen. Die Berichte lassen sich im Moment nicht unabhängig überprüfen.
Russland attackiert Hafenstadt Odessa
Update vom 18. Juli, 2.00 Uhr: Russland greift ukrainischen Angaben zufolge die Hafenstadt Odessa aus der Luft an. „Odessa: Luftabwehrkampf ist im Gange“, teilt der Sprecher der ukrainischen Militärverwaltung von Odessa, Serhij Bratschuk, über die Messaging-App Telegram mit.
Odessa ist ein wichtiger Schwarzmeerhafen für die Ausfuhr von Getreide. Das Abkommen zum Getreideexport aus der Ukraine ist vonseiten Russlands am Montag nicht verlängert worden. Die Ukraine will auch ohne Zusagen aus Moskau die Ausfuhren über das Schwarze Meer fortsetzen.
Folgen des Ukraine-Kriegs: Getreideabkommen offiziell abgelaufen
Das von UN und Türkei vermittelte Abkommen mit Russland zur Verschiffung ukrainischen Getreides übers Schwarze Meer ist am Montag (17. Juli) um 23.00 Uhr MESZ offiziell ausgelaufen. Russland hatte die Vereinbarung zuvor aufgekündigt. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte gesagt, erst wenn Forderungen für den Export russischen Getreides erfüllt würden, könnte sein Land zur Erfüllung der Vereinbarung zurückkehren.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Das Auslaufen des Abkommens wird international beklagt. Es weckt wieder Befürchtungen vor steigenden Preisen für Getreide und Lebensmittel. Dank der Vereinbarung hatte die Ukraine trotz des russischen Angriffskriegs seit vergangenem Sommer Getreide auf dem Seeweg exportieren können. Mehr als 1000 Schiffe brachten fast 33 Millionen Tonnen ins Ausland. Als vorläufig letztes Schiff wurde am Montag in Istanbul der Frachter „TQ Samsun“ auf dem Weg in die Niederlanden kontrolliert.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte, die Exporte auch ohne russische Zustimmung in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen und der Türkei fortzusetzen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan stellte in Aussicht, mit Kremlchef Wladimir Putin über eine Wiederaufnahme des Abkommens zu reden. (Mit Agenturen)