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Ukraine-Krieg: Wehrpflichtige sollen im Wohnort bleiben – Selenskyj kritisiert eigene Militärführung

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Die Kämpfe im Ukraine-Krieg halten an. Selenskyj drängt weiter auf Lieferung moderner Raketenabwehrsysteme. Der News-Ticker am Mittwoch, 6. Juli.

+++ 15.30 Uhr: Dieser Ticker ist beendet. Weitere Entwicklungen im Ukraine-Krieg können Sie im neuen Live-Ticker nachlesen.

Update vom Mittwoch, 06. Juli, 07.30 Uhr: Der Mittwoch ist für die Ukraine der 133. Kriegstag seit Beginn der russischen Invasion Ende Februar. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinen Appell zur Lieferung moderner Raketenabwehrsysteme im Krieg gegen Russland bekräftigt. Die Führung in Kiew werde nicht einen Tag in ihren Bemühungen nachlassen, eine ausreichende Zahl dieser Waffen zu erhalten, sagte er am Dienstag in einer Videobotschaft.

Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat am 24. Februar 2022 begonnen. Im November konnten die ukrainischen Streitkräfte die Stadt Cherson befreien. Doch für die Menschen vor Ort ist die Lage noch immer katastrophal. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Hier kämpfen sie um die Verteilung von Hilfsgütern im Zentrum der Stadt.
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat am 24. Februar 2022 begonnen. Im November konnten die ukrainischen Streitkräfte die Stadt Cherson befreien. Doch für die Menschen vor Ort ist die Lage noch immer katastrophal. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Hier kämpfen sie um die Verteilung von Hilfsgütern im Zentrum der Stadt. © BULENT KILIC/afp
Am 24. Februar beginnt Russland mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus.
Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus. © Aris Messinis/afp
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine.
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine. © Sergei Malgavko/dpa
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet.
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet. © Sergei Mikhailichenko/afp
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin. © Andrej Ivanov/afp
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion.
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion. © Facebook/afp
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden.
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden. © Daniel Leal/afp
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen.
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen. © Daniel Leal/afp
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen.
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. © Nikolay Doychinov/afp
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland.
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland. © Aris Messinis/afp
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg.
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg. © Fadel Senna/afp
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke.
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke. © Aris Messinis/afp
Mitten Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland.
Mitten im Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland. © Genya Savilov/afp
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland.
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland. © Michael Kappeler/dpa
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen.
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen. © Sergej Supinsky/afp
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen.
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen. © Aris Messinis/afp
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen.
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen. © Aris Messinis/afp
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind.
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind. © Aris Messinis/afp
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest.
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest. © Alexander Nemenov/afp
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes.
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes. © Yasuyoshi Chiba/afp
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben.
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben. © dpa
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol.
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol. © Dmytro ‚Orest‘ Kozatskyi/afp
Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz in der Bundeswehr.
Am 21. Juni treffen die ersten schweren Waffen aus Deutschland in der Ukraine ein. Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz der Bundeswehr. Sie sieht aus wie ein riesiger Kampfpanzer und kann Ziele in 40 Kilometern Entfernung treffen.  © Sven Eckelkamp/Imago
bombardiert die russische Luftwaffe ein Einkaufszentrum in der ostukrainischen Stadt Krementschuk
Am 27. Juni bombardiert Russland ein Einkaufszentrum im 100 Kilometer von der Frontlinie entfernten Krementschuk. Zum Zeitpunkt des Angriffs befinden sich laut ukrainischen Angaben etwa 1000 Menschen in dem Gebäude, mindestens achtzehn Menschen werden getötet. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnet die Attacke als „absoluten Horror“.  © STR/afp
Dieses Satellitenbild von Maxar Technologies zeigt einen Überblick über die Schlangeninsel im Schwarzen Meer.
Nach wiederholten ukrainischen Angriffen zieht sich das russische Militär Ende Juni von der Schlangeninsel südlich von Odessa zurück. Russland spricht von einem „Zeichen des guten Willens“. Die Die Ukraine feiert die Rückeroberung dagegen als Sieg. „KABOOM! Keine russischen Truppen mehr auf der Schlangeninsel“, schreibt der Leiter des Präsidialamts, Andrij Jermak, auf Twitter. „Unsere Streitkräfte haben großartige Arbeit geleistet.“ © dpa
In der Nacht auf den 29. Juli brannte nach einer Explosion ein Gefängnis in Oleniwka, in der von pro-russischen Separatisten besetzten Donezk-Region, aus.
In der Nacht auf den 29. Juli kommen bei einem Angriff auf ein Gefängnis in Oleniwka in der Donezk-Region Dutzende ukrainische Kriegsgefangene ums Leben. Der ukrainische Generalstab beschuldigt Russland, damit Folter von Gefangenen und Hinrichtungen verschleiern zu wollen. Prorussische Separatisten hingegen bezichtigten die Ukraine, für den Angriff verantwortlich zu sein © afp
Auf dem Gelände des Militärflugplatzes Saki nahe Nowofjodorowka kommt es zu heftigen Explosionen.
Am 9. August erschüttern mehrere Explosionen eine russische Luftwaffenbasis auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim. Mehrere Flugzeuge werden zerstört. Eine Woche später detoniert auf der Krim ein russisches Munitionslager. Rusland spricht von einem „Sabotageakt“. © dpa
Dieses Satellitenbild von Planet Labs PBC zeigt das von russischen Truppen besetzte Kernkraftwerk Saporischschja.
Das Atomkraftwerk Saporischschja ist schwer umkämpft. Das Artilleriefeuer lässt international die Angst vor einer Atomkatastrophe steigen. Am 25. August wird das AKW erstmals in seiner Geschichte vom Stromnetz getrennt. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig den Beschuss des Kraftwerksgeländes und der Umgebung vor. © Planet Labs Pbc/dpa
Rauch steigt über einem Feuer in einem Naturschutzgebiet in der Nähe der Stadt Mykolajiw nach einem Beschuss durch die Streitkräfte der Ukraine auf.
Am 29. August gelingt den ukrainischen Truppen an mehreren Stellen in der Oblast Cherson ein Vorstoß über feindliche Frontlinien. Das russische Verteidigungsministerium bestätigt eine ukrainische Offensive bei den von Russland besetzten Gebieten in der Oblast Cherson und der Oblast Mykolajiw. © Kherson Region Emergency Service/Imago
Einheiten der ukrainischen Streitkräfte sind in der Region Charkiw unterwegs.
Im September erobert die Ukraine im Zuge ihrer Gegenoffensive in der Oblast Charkiw die strategisch bedeutsamen Städte Kupjansk und Isjum von Russland zurück und durchbricht die Frontlinie an mehreren Stellen.  © Imago
Im Zuge ihrer Gegenoffensive im Raum Charkiw gelingt es den ukrainischen Streitkräften in wenigen Tagen erhebliche Gewinne zu erzielen. In dieser Phase gelingt ihnen Anfang Oktober auch die Rückeroberung von Lyman in der Oblast Donezk.
Im Zuge ihrer Gegenoffensive im Raum Charkiw gelingt es den ukrainischen Streitkräften in wenigen Tagen erhebliche Gewinne zu erzielen. In dieser Phase gelingt ihnen Anfang Oktober auch die Rückeroberung von Lyman in der Oblast Donezk.  © YASUYOSHI CHIBA/afp
Mitten im Krieg bringt der britische Streetart-Künstler Banksy den Menschen in der Ukraine mit mehreren Werken seine Solidarität zum Ausdruck. So wirft ein kleiner Judoka in den Ruinen eines Kindergartens in Borodyanka nahe Kiew einen erwachsenen Kämpfer zu Boden, dessen Gestalt ein wenig der des russischen Präsidenten Wladimir Putin ähnelt.
Mitten im Krieg bringt der britische Streetart-Künstler Banksy den Menschen in der Ukraine mit mehreren Werken seine Solidarität zum Ausdruck. So wirft ein kleiner Judoka in den Ruinen eines Kindergartens in Borodyanka nahe Kiew einen erwachsenen Kämpfer zu Boden, dessen Gestalt ein wenig der des russischen Präsidenten Wladimir Putin ähnelt. © GENYA SAVILOV/afp
Im November erobert die ukrainische Armee auch die Stadt Cherson zurück. Am 11. November gab Russland den Rückzug von 30.000 Soldaten aus dem westlich des Dnepr liegenden Teil der Cherson-Region bekannt. Zwei Tage später feiern die Menschen die Befreiung der Stadt, die ukrainischen Soldaten werden herzlich begrüßt.
Im November erobert die ukrainische Armee auch die Stadt Cherson zurück. Am 11. November gab Russland den Rückzug von 30.000 Soldaten aus dem westlich des Dnepr liegenden Teil der Cherson-Region bekannt. Zwei Tage später feiern die Menschen die Befreiung der Stadt, die ukrainischen Soldaten werden herzlich begrüßt.  © afp

Aus ukrainischen Orten wurde unterdessen von erneuten Raketenangriffen berichtet. Wie es in Berichten des Kyiv Independent heißt, seien im Oblast Charkiw weitere Zivilisten bei einem russischen Beschuss verletzt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft des Gebiets Charkiw beschossen russische Streitkräfte am Dienstag das Dorf Pechenihy. Dabei sei unter anderem ein Kleinkind verletzt und zahlreiche Wohngebäude zerstört worden.

Nach heftiger Kritik an Meldeauflagen für Wehrpflichtige rüffelte Selenskyj die Militärführung: „Ich verspreche dem Volk, die Sache zu klären, und bitte weiter den Generalstab, derartige Entscheidungen nicht ohne mich zu treffen.“ Zuvor hatten Armeeoberbefehlshaber Walerij Saluschnyj und der Generalstab mitgeteilt, dass wehrpflichtige Ukrainer für das Verlassen des Meldeorts eine Erlaubnis benötigen. Nach Kritik in sozialen Netzwerken hieß es, dass dies nur für das Verlassen des Regierungsbezirks notwendig sei. Grundlage sei ein Gesetz von 1992.

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, hat die Militärführung im Ukraine-Krieg wegen Meldeauflagen wehrpflichtiger Ukrainer kritisiert und drängt auf Lieferung moderner Raketenabwehrsysteme. (Archivbild)

Ukraine-News: Wehrpflichtige sollen im Wohnort bleiben – Selenskyj verspricht „Klärung“

+++ 21.55 Uhr: Nach einer militärischen Anordnung, dass wehrpflichtige Ukrainer den Regierungsbezirk ihrer Meldeadresse nicht mehr verlassen dürfen, wird die Militärführung der Ukraine nicht nur massiv aus der Bevölkerung heraus kritisiert, sondern auch von Staatsoberhaupt Wolodymyr Selenskyj. Dieser forderte Verteidigungsminister, Generalstabschef und Armeeoberbefehlshaber am Dienstagabend dazu auf, ihm bei der nächsten Generalstabs-Sitzung detailliert Bericht über ihre Entscheidung zu erstatten und versprach der Bevölkerung „die Sache zu klären“. Den Generalstab bat er im gleichen Atemzug, solche Entscheidungen künftig nicht ohne ihn zu treffen.

News zum Ukraine-Krieg: Heftige Gefechte in der Region Charkiw

+++ 21.00 Uhr: In mehreren Dörfern in der ukrainischen Region Charkiw haben ukrainische Streitkräfte russische Angriffe abgewehrt und die Angreifer zum Rückzug gezwungen. Das berichtete ein Sprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums. Demnach hätten die russischen Besatzer ihre Anstrengungen nun darauf konzentriert, bereits besetzte Positionen zu halten.

News zum Ukraine-Krieg: Angriff auf Marktplatz in Slowjansk – Mehrere Menschen sterben

+++ 19.35 Uhr: „Massive“ russische Raketenangriffe auf die Stadt Slowjansk haben am Dienstag mindestens zwei Menschen das Leben gekostet. Das meldete der Gouverneur der Region Donezk, Pawlo Kyrylenko, über die sozialen Medien. Sieben weitere Menschen würden nach dem Angriff wegen Verletzungen behandelt. Wie der Bürgermeister Wadym Liach mitteilte, habe der Angriff dem zentralen Markt der Stadt in der Ostukraine gegolten. Dieser sei nach Berichten von Journalistinnen und Journalisten vor Ort nach mehreren Raketeneinschlägen in Brand geraten.

Den Angriff auf den Markt bezeichnete Kyrylenko als „Terrorismus“: „Wieder einmal zielen die Russen absichtlich auf Orte, an denen sich Zivilisten aufhalten“, warf der ukrainische Politiker dem russischen Militär vor. Slowjansk, das vor Beginn des Ukraine-Krieges 100.000 Einwohner zählte, steht bereits seit Tagen unter Raketenbeschuss. Bereits Ende Juni hatte ein Angriff auf ein Einkaufszentrum in Krementschuk den UN-Sicherheitsrat auf den Plan gerufen. Der Angriff, der mehrere zivile Opfer gefordert hatte, wurde auch von Teilnehmenden des G7-Gipfels als „Kriegsverbrechen“ verurteilt.

News zum Ukraine-Krieg: Selenskyj rechnet nicht mit Kriegseintritt von Belarus

+++ 17.13 Uhr: Obwohl es „Provokationen“ vonseiten des nördlichen Nachbarlands gebe, gehe die Ukraine derzeit nicht von einem Eingreifen aus Belarus in das Kriegsgeschehen im Ukraine-Krieg aus. Das sagte der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, am Dienstag in einer übertragenen Video-Ansprache bei einer Veranstaltung der Gruppe The Economist in Griechenland.

Die Einschätzung erfolgte wenige Tage nachdem der belarussische Diktator Alexander Lukaschenko – ein enger Verbündeter seines russischen Amtskollegen Wladimir Putin – dem ukrainischen Militär am Sonntag Angriffe auf Belarus vorgeworfen hatte, die von belarussischer Seite abgefangen worden wären. Die Ukraine gab ihrerseits an, es hätte bereits mehrere Angriffe aus Belarus gegeben. Dennoch glaube Selenskyj nicht, „dass Belarus sich nicht in diesen Krieg hineinziehen lassen wird.“

Russland mit neuer Mobilisierung im Ukraine-Krieg: Ukrainer müssen an Wohnort bleiben

+++ 14.30 Uhr: Das ukrainische Verteidigungsministerium hat Männern im wehrpflichtigen Alter das Verlassen ihres Wohnortes untersagt. Als Grundlage dafür nannte das Ministerium das Wehrpflichtgesetz aus dem Jahr 1992. Konkret betrifft das Männer im Alter zwischen 18 und 60 Jahren. Für das Verlassen des Wohnortes ist nun eine Sondergenehmigung notwendig. An den Grenzen von Regierungsbezirken sollen fortan Kontrollen stattfinden.

+++ 13.45 Uhr: In Russlands Innenpolitik bleibt eine erneute Mobilisierung angesichts schwerer Verluste im Ukraine-Krieg eine heikle Thematik. Hintergrund ist Wladimir Putins anfängliche Kriegsprognose von 15 Tagen als Dauer der Invasion. Diese wurde bekanntermaßen bei weitem nicht eingehalten. In der Zwischenzeit hat die Duma ein Gesetz gebilligt, wonach das Maximalalter Wehrpflichtiger angehoben wird: ein Hinweis für eine neue Mobilisierung. Sergej Schoigu, russischer Verteidigungsminister, hat dem nun abermals widersprochen. Es würden keine Wehrpflichtigen zur „Spezialoperation“ in die Ukraine geschickt, diktierte er der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Brisant an Schoigus Aussage: Im März hatte das Verteidigungsministerium noch konträre Angaben gemacht und bestätigt, dass eine Reihe von Wehrpflichtigen in den Konfliktregionen eingesetzt worden seien.

+++ 12.30 Uhr: In der Region Donezk toben schwere Gefechte zwischen der ukrainischen und der russischen Armee. Der ukrainische Generalstab berichtet, dass mehrere Angriffe abgewehrt werden konnten. Russische Einheiten seien nördlich von Slowjansk zurückgeworfen worden. Das Wärmekraftwerk Wuhlehirsk sei zudem weiterhin umkämpft. Allerdings gebe es nicht nur Kämpfe in der Region Donezk, sondern auch in den Gebieten Charkiw, Donezk, Cherson, Saporischschja und Mykolajiw. In Mykolajiw wurden am Morgen Raketenangriffe gemeldet (s. Update v. 08.45 Uhr).

+++ 11.30 Uhr: Der Außenminister der Ukraine, Dmytro Kuleba, hat Partnerstaaten dazu aufgefordert, Russlands Zugang zum Seeverkehr zu beschränken. „Russlands exportorientierte Wirtschaft ist stark auf den Seetransport durch ausländische Flotten angewiesen“, schrieb er am Dienstagvormittag auf Twitter.

News zum Ukraine-Krieg: Britisches Verteidigungsministerium gibt Update

+++ 10.45 Uhr: Laut einer Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums kontrollieren russische Truppen mittlerweile das gesamte Gebiet Luhansk, nicht zuletzt durch die kürzliche Einnahme der Stadt Lyssytschansk. Die ukrainischen Streitkräfte hätten sich „entsprechend dem Plan“ aus der Stadt zurückgezogen, hieß es. Das Ministerium, welches auf Grundlage von Geheimdienstinformationen Aussagen über den Ukraine-Krieg trifft, rechnet zudem mit einer ähnlichen Entwicklung im Gebiet Donezk. „Mit ziemlicher Sicherheit“ gehe das russische Militär dort ähnlich vor, so die Analyse. Die Gefechte waren im Gebiet Luhansk vor allem durch zahlreiche Vorstöße und den massiven Einsatz von Artillerie gekennzeichnet. Die Informationen aus Großbritannien lassen sich jedoch nicht unabhängig prüfen. Die von Russland eingenommene Stadt Lyssytschansk gleicht mittlerweile einer Geisterstadt. Laut Angaben des ukrainischen Generalstabs sind 90 Prozent der 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner bereits geflohen.

+++ 10.00 Uhr: Die Verluste der russischen Armee im Ukraine-Krieg häufen sich. Mittlerweile sind mehr als 36.000 Soldaten gefallen. Das geht aus einer Statistik des ukrainischen Generalstabs hervor.

+++ 09.15 Uhr: Ukrainische Streitkräfte haben in der Nacht wohl ein Munitionsdepot der russischen Armee beschossen. Es liegt einem Bericht des Nachrichtenportals Nexta nahe der Stadt Stachanow im Gebiet Luhansk. Fotoaufnahmen zeigten eine große Rauchwolke über dem Gelände. Die Angaben lassen sich jedoch nicht unabhängig prüfen.

+++ 08.45 Uhr: Am Dienstagmorgen haben russische Truppen offenbar Mykolajiw bombardiert. Der Bürgermeister der Hafenstadt, Oleksandr Sienkevych, vermeldete mehrere Raketeneinschläge. Der Luftalarm wurde flächendeckend aktiviert, wie das Nachrichtenportal Kyiv Independent weiter berichtet. Die Angaben sind nicht unabhängig prüfbar. Zuvor wurden bereits in weiten Teilen der Ukraine der Luftalarm ausgelöst (s. Update v. 06.30 Uhr).

Ukraine-Krieg: Russland baut Verwaltung nach russischem Muster auf - Flächendeckend Luftalarm

Update vom Dienstag, 05. Juli, 06.30 Uhr: In der Nacht zum Dienstag (05. Juli) wurde in fast der gesamten Ukraine erneut Luftalarm ausgelöst. Aus dem nordöstlichen Gebiet Sumy wurde Beschuss mit Raketen und Granaten gemeldet, der mehrere Menschen verletzt habe, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Darüber hinaus seien ukrainische Positionen an weiten Teilen der Front mit Artillerie, Raketenwerfern und Mörsern beschossen worden. Die russische Luftwaffe habe zudem Stellungen ukrainischer Einheiten bombardiert. Selenskyjs Berater Olexij Arestowytsch zeigte sich zuversichtlich, dass ukrainische Truppen nach der Aufgabe von Lyssytschansk die Verteidigungslinien an anderen Frontabschnitten stabilisieren können. Insgesamt könne man jedoch sagen, dass Russlands Militär das Gebiet Luhansk erobert habe, räumte er bei Youtube ein.

News zum Ukraine-Krieg: Geheimdienst verhaftet russische Agenten

+++ 14.00 Uhr: Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU hat offenbar mehrere russische Agenten verhaftet, die Standorte stationierter ukrainischer Truppen verraten haben sollen. Insgesamt soll es sich um drei Personen handeln, wie das Nachrichtenportal Kyiv Independent berichtet. Hauptaufgabe der Agenten sei es gewesen, Kampfpositionen und Bewegungen der ukrainischen Streitkräfte auszuspähen. Zudem sei auch kritische Infrastruktur geortet worden, berichtete der Geheimdienst laut Bericht. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Erstmeldung vom Freitag, 1, Juli 2022, 06.15 Uhr: Bei einem russischen Raketenangriff auf ein Wohngebäude in der südukrainischen Region Odessa sind nach ukrainischen Angaben mindestens 14 Menschen getötet worden. Die ukrainischen Rettungsdienste sprachen am Freitag von 14 Toten und 30 Verletzten. Unter den Verletzten seien drei Kinder. Die Rettungsarbeiten würden andauern, sie würden aber durch ein Feuer erschwert.

Nach ukrainischen Angaben wurde das Wohngebäude durch den Angriff teilweise zerstört. Die Rettungskräfte hatten zunächst von sechs Toten und sieben Verletzten gesprochen. Später stieg die Zahl der Toten auf zehn und dann auf 14. (marv/tu/cs/tab/nak/hg mit dpa/AFP)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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