VonFelix Busjaegerschließen
Russlands Armee hat wohl Probleme beim Nachschub. Das berichtet das britische Verteidigungsministerium. Die Folgen für den Ukraine-Krieg könnten groß sein.
Kiew/Moskau – Ein russisches Durchmarschieren nach Kiew ist im Ukraine-Krieg gescheitert: Nach über drei Wochen gerät die Invasion von Präsident Wladimir Putin immer weiter ins Stocken. Militärexperten weltweit sind sich inzwischen sicher: Moskau hat sich verkalkuliert und nicht mit einer starken Widerstandskraft der Ukrainer gerechnet. Nun wurde bekannt: Putins Armee steckt nach Einschätzungen der britischen Geheimdienste in ernsthaften Schwierigkeiten. Die Versorgung der russischen Truppen mit Lebensmitteln und Benzin gelinge nur unzureichend und würde den weiteren Vormarsch der Soldaten ausbremsen.
Ukraine News: Schnelle Invasion der Ukraine durch Putins Armee gescheitert
Bereits vor einigen Tagen hatte Wolfgang Richter, Oberst a.D. und Wissenschaftler der Stiftung Wissenschaft und Politik, gegenüber kreiszeitung.de ein ähnliches Szenario gezeichnet: Der anfängliche Versuch der russischen Truppen, die ukrainische Regierung in einem schnellen Handstreich durch pro-russische Politiker zu ersetzen, sei inzwischen gescheitert. „Russlands Bodentruppen sind schon jetzt strategisch überdehnt. Die einzige Möglichkeit ist es jetzt, den militärischen Druck vor Ort zu erhöhen, um bessere Verhandlungsbedingungen zu schaffen.“
Wie das britische Verteidigungsministerium am Donnerstag, 17. März, mitteilte, hätten die Geheimdienste des Königreichs nun herausgefunden, dass die logistischen Probleme von Putins Armee die russische Invasion der Ukraine stark ausbremsen würden. Die Versorgungsprobleme der Truppen werden zudem dadurch begünstigt, dass Russland derzeit nicht die Lufthoheit in der Ukraine habe und bei seinen Manövern kaum über unbefestigtes Gelände bewege, heißt es in einem Update, das unter anderem auf Twitter veröffentlicht wurde. Es gilt zudem als unwahrscheinlich, dass es bei einem Angriff auf Kiew zu einem Häuserkampf kommt.
Putins Armee hat Nachschubprobleme: britisches Verteidigungsministerium sieht Vielzahl an Problemen
Wie das britische Verteidigungsministerium außerdem in der Nacht zu Freitag mitteilte, sei aus vorangegangenen Gründen eine effektive Nachschubversorgung nicht gegeben. Wie Wissenschaftler in diesem Zusammenhang ebenfalls anmerkten, würde Putins Armee zudem auf eine starke Eisenbahn-Infrastruktur setzen, um die Truppen zu versorgen. Da es im gegenwärtigen Krieg in der Ukraine allerdings keine klare Frontlinie gibt und sich die russischen Angriffe auf den Osten und Norden des Landes verteilen, ist wohl anzunehmen, dass diese Versorgungstrasse ebenfalls nicht ausreichend genutzt werden kann.
Erschwerend kommt hinzu: Die ukrainischen Streitkräfte leisten im Ukraine-Krieg, in dem auch vor dem Einsatz russischer Chemiewaffen gewarnt wird, erheblichen Widerstand und Gegenangriffe auf Versorgungskonvois würden immer wieder dazu führen, dass Russland gezwungen ist, viele Soldaten dafür einzusetzen, ihre eigenen Versorgungswege zu verteidigen. Durch diese Schutzmaßnahmen der russischen Armee würde sie deutlich an Kampfkraft in der Offensive verlieren, heißt es seitens des britischen Geheimdienstes. Außerdem kann Russland nicht mehr im vollen Maße auf die Unterstützung von China bauen.
Ukraine-Krieg: Folgen von Versorgungsengpässe in Putins Armee könnten kriegsentscheidend sein
Während in der Ukraine weiter gekämpft wird und die Kampfkraft des Asow-Bataillons für Aufsehen sorgt, könnten die Nachschubprobleme der russischen Armee sich in den kommenden Kriegstagen weiter zuspitzen. Die Folgen für den Ukraine-Krieg könnten dadurch weitreichend sein: Mehrere Wissenschaftler prognostizierten bereits, dass die kommenden Tage kriegsentscheidend sein könnten und ein Verhandlungsfrieden zwischen Russland und der Ukraine unumgänglich ist. Sollten sich nun die Versorgungsengpässe in Putins Armee weiter verschärfen, könnte der russische Vormarsch zunehmend zum Erliegen kommen.
Was zunächst vielleicht positiv klingen mag, könnte allerdings auch einen gegenteiligen Effekt auslösen: Wenn die Invasion von Wladimir Putin, beziehungsweise die Truppenbewegungen einfrieren, besteht die Gefahr, dass Bomben- und Raketenangriffe intensiviert werden, um die Moral der Ukrainer brechen. Andererseits könnte der Engpass beim Nachschub auch das Ende der russischen Invasion der Ukraine von Wladimir Putin, der über ein großes Vermögen verfügen soll, einläuten. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
