Ukraine-Krieg

Ukraine: Selenskyj würdigt Freiheitskampf und Durchhaltevermögen der Ukrainer

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Anlässlich des «Tages der Würde und Freiheit» schwor der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sein Volk darauf ein, weiter durchzuhalten.

Zum «Tages der Würde und Freiheit» hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Widerstandswillen seines Volkes gewürdigt.

Kiew - «Wir sind bereit, das Letzte zu geben. Bereit, bis zum Schluss zu kämpfen», sagte Selenskyj am Montag in einer Videobotschaft anlässlich des sogenannten «Tages der Würde und Freiheit». Die Ukraine habe einen sehr hohen Preis für die Freiheit gezahlt und werde ihn auch weiterhin zahlen, sagte der Staatschef mit Blick auf die Tausenden Kriegsopfer.

Jeder habe gesehen, wozu die Ukrainer fähig seien und welche Verteidiger sie hätten, sagte Selenskyj. «Wie wir einer der größten Armeen der Welt widerstehen und eine der besten Armeen der Welt werden können.» Hartgesottenen Kämpfern hätten sich Musiker, Schauspieler, Olympiasieger, IT-Spezialisten, Wissenschaftler und Geschäftsleute angeschlossen. Hunderttausende Ukrainer seien nicht in Flugzeuge gestiegen, sondern hätten in der Schlange vor Einberufungsbüros gestanden, um die Ukraine zu verteidigen.

Selenskyj lobte auch den Mut von Zivilisten, die feindliche Panzer und gepanzerte Mannschaftswagen «mit bloßen Händen» gestoppt hätten und trotz Schüssen und Blendgranaten zu Kundgebungen gegen die russischen Besatzer gegangen seien. Ärzte operierten trotz Bombenangriffen, Felder würden «unter Bomben und Kugeln» bestellt.

Mit dem «Tag der Würde und Freiheit» erinnert die Ukraine an den Beginn der blutigen Euromaidan-Proteste 2013/14. Auslöser war damals der Beschluss des russlandfreundlichen Präsidenten Viktor Janukowitsch, ein Assoziierungsabkommen mit der EU nicht zu unterzeichnen.

Ost-Ausschuss: Russland von Sanktionen «deutlich getroffen»

Nach Ansicht des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft wirken die westlichen Sanktionen gegen Russland. Ein Wirtschaftsrückgang in diesem Jahr von vier Prozent klinge nicht nach allzu viel, sagte der Geschäftsführer des Ausschusses, Michael Harms, am Montag im ARD-«Morgenmagazin». Aber auch im nächsten Jahr werde es einen Rückgang geben. «Russland ist schon deutlich getroffen», sagte Harms weiter. Gerade die Technologieabhängigkeit des Landes sei das «schärfste Schwert», das man habe. Es beraube Moskau mittelfristig jeder Entwicklungsperspektive.

Die Mehrheit der deutschen Wirtschaft unterstützt demzufolge die Sanktionen weiter. Auch wenn diese «auch große Auswirkungen» auf die deutsche Wirtschaft hätten, sagte Harms. Über Einzelheiten der Maßnahmen könne man sprechen, etwa die Wirkung auf den Energiemarkt hätte man «vielleicht besser berechnen können». Russland verkaufe nun etwa weniger Gas und Öl, nehme jedoch mehr ein. «Aber hinterher ist man immer klüger.» Das Preisschild sei für Moskau sehr hoch.

Zu den Hauptaufgaben des Ost-Ausschusses gehören der Aufbau und die Pflege wirtschaftlicher Beziehungen mit Osteuropa. Eine Rückkehr zu normalen Wirtschaftsbeziehungen mit Russland sieht Harms in absehbarer Zeit nicht. Eine Grundbedingung dafür wäre ein fairer und nachhaltiger Friedensschluss in der Ukraine. (dpa)

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