Ukraine-Treffen in Paris: Putin-Scherge sieht Treffen für „europäische Särge“
VonSimon Schröder
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Zwei hochrangige US-Vertreter sind in Paris, um mit Europa und der Ukraine über einen möglichen Frieden im Ukraine-Krieg zu beraten.
Paris – Die US-Administration und einige europäische Länder treffen sich am Donnerstag (17. April) in Paris, um über einen möglichen Frieden im Ukraine-Krieg zu sprechen. Aus Washington ist dafür der Außenminister Marco Rubio und der US-Sondergesandte und Berater Donald Trumps Steve Witkoff angereist. Erst vergangene Woche hatte sich Witkoff zum bereits dritten Mal mit Kreml-Chef Wladimir Putin in St. Petersburg getroffen.
Laut dem US-Außenministerium sollen die Gespräche „Präsident Trumps Ziel voranbringen, den russisch-ukrainischen Krieg zu beenden und das Blutvergießen zu stoppen“. Außerdem kamen Unterhändler der Ukraine in die französische Hauptstadt. Der Chef der Kiewer Präsidialverwaltung, Andrij Jermak, schrieb auf X, er werde von Außenminister Andrij Sybiha und Verteidigungsminister Rustem Umjerow begleitet. Geplant seien mehrere bilaterale Treffen mit Vertretern der Staaten aus der sogenannten „Koalition der Willigen“.
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland
Ukraine-Treffen in Paris: Gespräch zwischen Witkoff und Macron geplant
Laut Medienquellen ist ein Gespräch zwischen Witkoff und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron vorgesehen, während parallel dazu Außenminister Rubio mit seinem französischen Amtskollegen Jean-Noël Barrot konferiert.
In Paris treffen somit zwei fundamental verschiedene Konzepte zur Beendigung des seit über drei Jahren währenden Konflikts aufeinander. Trump will ein rasches Ende des Krieges und eine Wiederannäherung zwischen den USA und Russland. Nach ihren Gesprächen mit Putin haben Trump und Witkoff hervorgehoben, dass der russische Präsident ihrer Einschätzung nach an Frieden interessiert sei.
Bei Ukraine-Treffen in Paris: USA und Europa treffen aufeinander – zwei unterschiedliche Herangehensweisen
Die amerikanische Seite tendiert dazu, Druck auf die Ukraine auszuüben und wirft ihr vor, in einem nicht gewinnbaren Konflikt zu kämpfen. Trump bezichtigt die Ukraine immer wieder, sie seien am Ausbruch des Konflikts schuld und hätten den russischen Angriffskrieg schon früher beenden können. Der Kreml hingegen unternimmt zwar große Anstrengungen, den Dialog mit den Amerikanern auszuweiten. In der Ukraine hält er aber unverrückbar an seinen Kriegszielen fest. Tatsächlich verlaufen die Gespräche zwischen den USA und Russland zunehmend schleppend.
Frankreich verfolgt dagegen wie Großbritannien und andere europäische Länder den Ansatz, die Ukraine vor Verhandlungen möglichst stark zu machen und sie militärisch zu unterstützen. Paris und London sind auch die Wortführer bei Überlegungen, die Sicherheit der Ukraine künftig durch Soldaten aus europäischen Ländern zu unterstützen.
EU-Bodentruppen in der Ukraine? Medwedew kontert Vorschlag vor Ukraine-Treffen scharf
Dabei könnte es am ehesten um eine Ausbildungs- und Ausrüstungsmission für die ukrainische Armee fernab der Front gehen. Die russische Führung weist die potenzielle Stationierung europäischer Streitkräfte – besonders aus Nato-Mitgliedsstaaten – auf ukrainischem Territorium entschieden zurück. Allerdings trauen sich die Europäer bislang nicht recht ohne eine Absicherung ihrer Mission durch die USA.
Gegen diesen Vorschlag gab es aus Moskau heftigen Gegenwind. Dmitri Medwedew, ehemaliger Präsident Russlands und Leiter des russischen Sicherheitsrates, erklärte auf der Social-Media-Plattform X: „Offenbar sind die Spitzen der ukrainischen Faschistenclique nach Paris gekommen, um mit dem Vereinigten Königreich, Deutschland und Frankreich darüber zu sprechen, wie viele europäische Särge sie nach dem Einsatz der Truppen der ‚Koalition der Willigen‘ in der Ukraine zu akzeptieren bereit sind.“
Donald Trump konnte sein Wahlversprechen bisher nicht in die Tat umsetzten, den Ukraine-Krieg innerhalb von 24 Stunden nach Amtsantritt zu beenden. Bei den Gesprächen zwischen Russland und den USA war Europa bisher außen vor. Witkoff erklärte nach seinem letzten Treffen mit Putin, die Ukraine könnte die fünf von Russland kontrollierten Gebiete an Putin abgeben. Russland hingegen spielt bei den Verhandlungen wie es scheint auf Zeit. Einen 30-tägigen Waffenstillstand, wie von den USA und der Ukraine vorgeschlagen, hatte der Kreml abgelehnt. (sischr/dpa)