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Die Ukraine versucht sich durch die russischen Minenfelder zu kämpfen. Für die gefährliche Arbeit sind besondere Fahrzeuge erforderlich.
Kiew – Ukrainische Soldaten sind offenbar in speziellen Fahrzeugen unterwegs, um russische Minen in der Süd- und Ostukraine zu lokalisieren und auszugraben. Durch die Aktion soll die russische Verteidigungslinie geschwächt werden, die bereits im vergangenen Herbst als Vorbereitung auf die ukrainische Großoffensive aufgebaut wurde. Die Arbeit des „Minenräumens“ gilt als hochgefährlich.
Ukraine mit Minenräumfahrzeugen auf dem Weg in russisch besetzte Gebiete
Unter den Spezialfahrzeugen sollen sich laut Informationen des Wirtschaftsmagazins Forbes auch äußert seltene Fahrzeuge befinden, darunter der einzigartige ukrainische Minenräumpanzer BMR-64. Der Panzer wird nicht aus dem Westen geliefert, sondern von der Ukraine selbst hergestellt. Dabei handelt es sich um einen T-64A-Panzer, der leichter als sonst ist, da ihm unter anderem die Kanone entfernt wurde. Anschließend wird er mit Minenwalzen ausgestattet, die Minen bei Kontakt auslösen.
Die von Russland erbauten Minenfelder erweisen sich als eines der größten Hindernisse für den Vormarsch der ukrainischen Truppen. Als sie Anfang Juni versuchten, die Felder der russischen Verteidigungslinie zu überqueren, konnten die Minenräumfahrzeuge offenbar nicht alle Minen ausfindig machen und zerstören. Dadurch gerieten anschließende Fahrzeuge das Feld in Probleme: Bei der Katastrophe im Minenfeld bei Saporischschja wurden insgesamt 25 Fahrzeuge, darunter zahlreiche wichtige Panzer, zerstört.
Ukrainische Minenräumfahrzeuge im Krieg gegen Russland: Das sind die Schwachstellen
Dass es so weit kommen konnte, liegt laut Forbes daran, dass die sowjetischen Räumfahrzeuge nur Minen in zwei schmalen Kanälen direkt vor den Ketten des Fahrzeugs aufspüren können. Dadurch besteht die Gefahr, dass in der Mitte einer Angriffsspur intakte Minen liegen bleiben. Gleichzeitig wurden die ukrainischen Soldaten an jenem Tag aus der Luft beschossen. Damit scheiterte die Offensive.
Nach dem jüngsten Vorfall haben russische Soldaten seit Ausbruch des Krieges insgesamt zwei BMR-64 Fahrzeuge zerstört. Wie viele der Minenräumpanzer BMR-64 die Ukraine seitdem noch hat, weiß niemand genau. Möglich ist, dass weitere neue Fahrzeuge seit dem Einmarsch von Russland in der Produktion sind. (Nadja Zinsmeister)
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