Aufrüstung des Militärs

Um von Schwächen Russlands abzulenken: Putin prahlt mit neuer Hyperschallrakete Zirkon  

+
Putin will Hyperschallrakete einsetzen – dient Ankündigung zur Ablenkung der Schwächen Russlands?
  • schließen

Angesichts der Verluste im Ukraine-Krieg will Putin die neue Hyperschallrakete Zirkon einsetzen. Lenkt der Kreml-Chef von den Schwächen der Russen ab?

Moskau – Putin soll angesichts des Ukraine-Kriegs und der Verluste Russlands die neue Hyperschall-Seerakete Zirkon in den Dienst gestellt haben. Der Kreml-Chef ist zuversichtlich, dass die Hyperschallrakete Russland vor äußeren Drohungen schützen wird und die Interessen Russlands absichert. Das teilte Wladimir Putin in einer Videoschalte zur Inbetriebnahme der Zirkon-Rakete am Mittwoch mit. Im Zuge der Übertragung versprach Putin auch, die russischen Truppen mit modernsten Waffen aufzurüsten. Wie gefährlich sind die russischen Hyperschallraketen und was für eine Gefahr könnten sie im Ukraine-Krieg darstellen?

Putin will Hyperschallrakete einsetzen – dient Ankündigung zur Ablenkung der Schwächen Russlands?

Vermutungen legen nahe, dass Putin in der öffentlichen Zeremonie am 04. Januar 2023, in der er mit der neuen Hyperschallrakete prahlt, von den Schwächen der russischen Armee im Ukraine-Krieg ablenken möchte. Mehr als zehn Monaten nach Ausbruch der Kampfhandlungen, die eigentlich als begrenzte Operation vorgesehen war, wird Putin von einer zunehmenden Anzahl der Russen nicht mehr als der starke Kriegsherr wahrgenommen, als der er sich präsentieren will. 

Denn neben den bereits erlittenen Verlusten häufen sich die Berichte über die mangelhafte Ausrüstung der russischen Armee und dem schlechten Zustand der Soldaten. Die Ukraine rechnete deshalb häufiger damit, dass das Ende Putins nahe rückt, weil Russland mit derartigen Nachschubproblemen zu kämpfen hat.

Nach Verlusten im Ukraine-Krieg: Putin stellt Hyperschallrakete Zirkon in den Dienst

Die Hyperschallrakete Zirkon ist eine der neuartigen Hyperschallwaffen. Abgefeuert wurde die Rakete wohl erstmals von der Admiral Gorschkow, einer russischen Seekriegsflotte. Die Admiral Gorschkow soll auf eine lange Seereise in den Atlantischen und Indischen Ozean geschickt werden, um Russlands Seemacht zu demonstrieren und wurde als erste Fregatte mit neuen Raketen ausgestattet. Die Zirkon hat laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern und dient in erster Linien zur Schiffsbekämpfung. Nach russischen Angaben kann die Hyperschallrakete auf bis zu 9000 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Deshalb sei sie von der Flugabwehr nicht aufzuhalten.

Doch bislang ließ sich nur schwer unabhängig prüfen, ob die Hyperschallwaffen wirklich so gut funktionieren, wie Russland behauptet. Selbiges gilt für die Hyperschallwaffe Kinschal, die laut russischen Angaben schon im Ukraine-Krieg eingesetzt wurde. Auch wenn sich die Angaben über die Hyperschallraketen bislang nicht prüfen ließen, gilt als sicher, dass die Hyperschallraketen eine neue strategische Gefahr darstellen könnten. In der Politik kam deshalb auch die Debatte auf, ob Deutschland in die Abwehr von Hyperschallraketen investieren soll. (mit Material der dpa)

Kommentare