Ukraine-Politik

Neue Umfrage: Scholz in Bayern abgestraft - auch Söder büßt ein

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Rückschlag für Olaf Scholz: Auch in Bayern verliert der Kanzler an Rückhalt. Beim Tempolimit sind die Bayern uneins – anders als bei längeren AKW-Laufzeiten.

München – Der Blick auf die Umfragewerte ist für Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) derzeit kein Vergnügen. Im Ukraine-Konflikt zeigt sich die Ampel-Koalition uneins – und in den Umfragen geht es bergab. Vor allem das Ansehen des Kanzlers leidet. Auch im Freistaat.

Bei einer Mehrheit der Bayern hat Scholz offenbar den Rückhalt verloren. Inzwischen sind 59 Prozent mit seiner Arbeit eher unzufrieden oder sehr unzufrieden. Das geht aus demBayern-Wählercheck“ des Senders Sat.1 hervor. Bei der letzten Umfrage im Februar hatten noch 49 Prozent so geantwortet.

Bayern-Umfrage: 59 Prozent nehmen Ampel als uneinig wahr

Auch um das Ansehen der Koalition ist es nicht gut bestellt. 59 Prozent der Befragten äußerten den Eindruck, die Ampel-Regierung wirke nicht einig und geschlossen - auch jeweils mehr als 40 Prozent der FDP-, Grünen- und SPD-Anhänger antworteten entsprechend. Fast die Hälfte aller Befragten findet, die Bundesregierung habe zu wenig zur Unterstützung der Ukraine getan. Nur 37 Prozent der Umfrage-Teilnehmer sind aber für ein sofortiges Embargo für russisches Gas und Öl. 55 Prozent befürchten, Deutschland könne wegen Waffenlieferungen in den Krieg hineingezogen werden.

Bayern-Umfrage: Zustimmung für Markus Söder niedrig

Vom Ampel-Zoff in Berlin kann Ministerpräsident Markus Söder in München allerdings nicht profitieren. Der CSU-Chef büßte der Umfrage zufolge Rückhalt in der Bevölkerung ein. Nur noch 56 Prozent der Bayern halten Söder für einen guten Ministerpräsidenten. Es ist das schwächste Ergebnis für Söder in den vergangenen Monaten. Vor einem Jahr sagten noch 70 Prozent, der Ministerpräsident mache einen guten Job. Auch andere Umfragen bescheinigten Söder zuletzt ein Zustimmungstief.

Kann vom Ampel-Zwist in Berlin nicht profitieren: Ministerpräsident Markus Söder

Die CSU bleibt im Bayern die mit Abstand stärkste Partei – allerdings auf einem deutlich niedrigeren Niveau als in der Vergangenheit. Laut Umfrage würden 38 Prozent der Wähler den Christsozialen ihre Stimme geben. Damit kommt die Partei allerdings auch erstmals seit der Bundestagswahl wieder auf ihr Ergebnis bei der letzten Landtagswahl (37,2 Prozent). Die Grünen bekämen bei einer hypothetischen Wahl am Sonntag der Erhebung zufolge in Bayern 16, die SPD 13, die AfD 9, die Freien Wähler 8, die FDP 7 und die Linke 3 Prozent.

Bayern-Umfrage: Nur Grünen-Wähler gegen längere AKW-Laufzeiten

Angesichts steigender Energiepreise könnte die Atomkraft vor einer Renaissance stehen. Markus Söder würde die Kernkraftwerke gerne länger laufen lassen. Atomkraft sei besser als Kohle, findet Söder. Eine Mehrheit der Bayern (59 Prozent) stimmt längeren Laufzeiten für die Meiler zu – quer durch alle Parteien reicht die Zustimmung. Nur die Anhänger der Grünen sprechen sich mehrheitlich dagegen aus.

Beim Thema Tempolimit sind die Bayern gespalten – eine knappe Mehrheit von 51 Prozent spricht sich dafür aus, die Geschwindigkeit auf Autobahnen auf 130 Stundenkilometer festzuschreiben. Die Tempolimit-Befürworter sind unter den Anhängern von CSU (46 Prozent Zustimmung), FDP (47 Prozent) und AfD (49 Prozent) allerdings in der Minderheit.

Für den repräsentativen „Sat.1 Bayern-Wählercheck“ hat das Umfrageinstitut GMS zwischen dem 20. und 25. April 1005 Menschen in Bayern befragt. (fh mit dpa)

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa/dpa-Bildfunk

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