VonVictoria Krumbeckschließen
Der Streit der Bundesregierung kommt bei den Wählern nicht gut an. Eine Mehrheit ist für das Ende Ampel-Koalition. CDU/CSU liegen in Umfragen weit vorne.
München/Berlin - Streit war das, was die Ampel-Koalition in den letzten Monaten ausgezeichnet hat. Die jüngsten Probleme konnten SPD, Grüne und FDP nach langen Verhandlungen zunächst beilegen. Der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki schwärmt schon fast von der Beziehung zwischen der FDP und SPD, eine andere Koalition komme für ihn nicht infrage. Anders sehen das die Wähler und Wählerinnen. Die Mehrheit lehnt die Ampel-Koalition ab.
Umfrage zeigt: Mehrheit der Deutschen will das Ampel-Aus
Etwa 55 Prozent der Befragten wünscht sich kein weiteres Regieren der Ampel-Koalition. Das geht aus einer Insa-Umfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut im Auftrag der Bild durchführte. Nur etwa 30 Prozent der Befragten sehen eine Fortsetzung der Regierung als wünschenswert an. Vor allem die FDP-Wähler scheinen unzufrieden zu sein. Nur einer knappe Mehrheit (51 Prozent) wünscht sich den Fortbestand der Ampel. Unter den SPD-Anhängern sind es 61,5 Prozent und bei den Grünen 65,3 Prozent.
Ein Aus der Ampel wünschen sich auch 56 Prozent der Linkspartei-Wähler, 73 Prozent der Union-Wähler und 83 Prozent der AfD-Wähler. „Die Ampel-Koalition hat derzeit die Mehrheit der Deutschen gegen sich. Egal, ob Heizungs-Debatte, Migrations- oder Verkehrspolitik, die Ampel-Koalition scheint nicht die Interessen der Bevölkerung zu vertreten“, erklärte INSA-Meinungsforscher Hermann Binkert der Bild.
Keine Mehrheit mehr für Ampel-Koalition - Weitere Umfrage bestätigt Eindruck
Die absolute Mehrheit erreichen die Regierungsparteien auch in der Sonntagsfrage nicht. Die SPD kommt bei Insa auf 21 Prozent der Stimmen, die Grünen auf 16 Prozent und die FDP auf acht Prozent. Deutlich vorne liegt die CDU/CSU, die mit 27 Prozent die stärkste Kraft ist. Auch Umfrageergebnisse der Forschungsgruppe Wahlen bestätigen den Verlust der Koalitionsmehrheit im Parlament. Die Ampel-Regierung würde hier lediglich 43 Prozent der Stimmen erreichen, die CDU/CSU allein sogar 30 Prozent.
Bis zur nächsten Bundestagswahl dauert es allerdings noch zwei Jahre und die Umfragen sind nur eine Momentaufnahme. Probleme könnten in der aktuellen Lage auch andere Bündnisse haben: Ein Politikwissenschaftler erklärte Merkur.de, dass jede andere Koalition mindestens gleich große Schwierigkeiten hätte, sich zu einigen. (vk)
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