Alice Weidel, Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, und Tino Chrupalla, Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion, äußern sich vor der Fraktionssitzung der AfD im Deutschen Bundestag.
Das Meinungsforschungsinstitut sieht die Zustimmung zur AfD so hoch wie nie. SPD und Union verlieren dagegen.
Update vom 3. Juni, 12.40 Uhr: Die AfD gewinnt laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA weiter an Zustimmung. Die Partei erreicht mit 19 Prozent nun sogar den höchsten Wert, den sie bei INSA jemals erreicht hat. Das hatte die Bild-Zeitung berichtet. Weil die SPD in dem Sonntagstrend einen Punkt verliert, liegt sie mit ebenfalls 19 Prozent jetzt gleichauf mit der AfD.
Die CDU, die wegen des AfD-Höhenflugs in die Kritik geraten war, verschlechtert sich erneut. Aktuell kommt die Union nur noch auf 27 Prozent. Die weiteren Ampelparteien FDP (9 %) und Grüne (13 %) stagnieren. Nur die Linke kann ihren Wert verbessern, kommt nun auf fünf Punkte und würde damit den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen.
Grüne wenden sich wegen AfD-Höhenflug an Union
Update vom 2. Juni, 17.14 Uhr: Die Grünen haben CDU und CSU eingeladen, gemeinsam mit ihnen der AfD entgegenzutreten. Die Bundesgeschäftsführerin der Partei, Emily Büning, kommentierte die zuletzt relativ guten Umfragewerte der AfD mit den Worten: „Die aktuellen Umfragen sind ein Warnsignal und Auftrag für alle demokratischen Parteien. Wir laden die Union ein, mit uns zusammen, die Feinde der Demokratie zu bekämpfen.“
Ungeachtet parteipolitischer Differenzen verbinde die „Demokratinnen und Demokraten in Regierung und Opposition“ dagegen der Wunsch nach Sicherheit, Stabilität und guter Politik für die Zukunft Deutschlands. SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert hat der AfD vor dem Hintergrund ihres Umfrage-Hochs vorgeworfen, die Bevölkerung zu verunsichern. „Sie schürt Ängste und gaukelt den Menschen vor, dass eine gute Zukunft ohne jeden Wandel möglich sei“, sagte der Politiker.
Umfrage sieht AfD-Hoch – Klatsche für Habeck und Co.
Erstmeldung vom 2. Juni, 06.40 Uhr: Berlin – Die nächste Umfrage sieht hohe Zustimmungswerte für die AfD: Im neuen ARD-„Deutschlandtrend“ zog sie mit der SPD gleich. Beide Parteien kommen in der am Donnerstagabend (1. Juni) veröffentlichten Erhebung von Infratest dimap auf 18 Prozent und teilen sich Platz zwei in der Wählergunst. Die Zufriedenheit mit der Ampel-Regierung fiel zugleich auf einen Tiefstand.
Die Umfragewerte der AfD steigen schon länger. Bei mehreren anderen Instituten lag sie zuletzt mit recht geringem Abstand hinter der SPD und vor den Grünen.
AfD-Chef Tino Chrupalla wertete dies als Bestätigung für den Kurs seiner Partei und hob besonders eine klare Abgrenzung zu den Grünen hervor. „Die Bürger sehen, wohin die wertegeleitete Politik der Grünen führt. Nämlich zu Wirtschaftskrieg, Teuerung und Deindustrialisierung“, sagte er den Funke-Zeitungen. Chrupalla betonte zugleich, die AfD sei „keine bloße Protestpartei“ – er sehe vielmehr einen Trend, dass „immer mehr Bürger uns aus Überzeugung wählen“.
Im „Deutschlandtrend“ gaben allerdings 67 Prozent der AfD-Anhänger an, die Partei aus Enttäuschung über die anderen Parteien wählen zu wollen. Nur 32 Prozent begründeten ihre Tendenz mit Überzeugung.
Umfrage: SPD und Grüne verlieren, CDU/CSU weiter vorn
Die AfD gewann in der Umfrage zwei Prozentpunkte im Vergleich zu Anfang Mai hinzu, die SPD büßte einen Prozentpunkt ein. Klar stärkste Kraft ist weiterhin die Union mit 29 Prozent (-1). Die Grünen verlieren einen Punkt und kommen auf 15 Prozent, der schwächste Wert seit September 2021.
Nach ARD-Angaben ist dies für die AfD der Bestwert in der Sonntagsfrage im „Deutschlandtrend“. Nur im September 2018 hatte die Partei diesen Wert schon einmal erreicht. Zwei Drittel der AfD-Anhänger nannten demnach bei der Frage nach den drei wichtigsten Themen die Zuwanderung. Für die Erhebung befragte das Institut Infratest dimap im Auftrag der ARD 1302 Wahlberechtigte am Dienstag und Mittwoch dieser Woche.
Kabinett Scholz: Nach dem Ampel-Aus kommt Rot-Grün ohne Mehrheit
CDU-Generalsekretär Mario Czaja hat das Umfrage-Hoch der AfD auf Verunsicherung durch die Politik der Ampel-Koalition zurückgeführt. „Aber natürlich müssen wir uns auch selbstkritisch die Frage stellen, warum diese Enttäuschten sich den extremen Rändern zuwenden“, sagte der Oppositionspolitiker den Funke-Zeitungen.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte die AfD im März 2021 als rechtsextremistischen Verdachtsfall eingestuft - eine Einschätzung, die rund ein Jahr später in erster Instanz durch das Verwaltungsgericht Köln bestätigt wurde. Die Partei setzt sich dagegen juristisch zur Wehr. Das Verfahren beim Oberverwaltungsgericht in Münster läuft noch. (dpa/AFP/frs)