UN-Generalsekretär Guterres

UN: Guterres hofft bei Libyen-Diplomatie auf Deutschland

+
UN-Generalsekretär António Guterres

Die Hoffnung auf Frieden in Libyen ist vorerst enttäuscht worden. Für zukünftige Diplomatie setzt UN-Generalsekretär António Guterres auf Deutschland.

New York - Angesichts der vorerst enttäuschten Friedenshoffnungen in Libyen setzt UN-Generalsekretär António Guterres auf Deutschland. Auf die Frage, ob die Bundesregierung erneut eine internationale Konferenz zu dem nordafrikanischen Krisenland einberufen sollte, sagte Guterres am Mittwoch in New York: «Die deutsche Außenministerin (Annalena Baerbock) hat bereits angedeutet, dass Deutschland über diese Möglichkeit nachdenken würde. Und das unterstütze ich ausdrücklich.»

Der noch unter der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeleitete sogenannte Berlin-Prozess mit mehreren hochrangig besetzten Konferenzen sei «das nützlichste internationale Instrument gewesen, das wir hatten, um das Schlimmste zu vermeiden». Leider sei es unmöglich gewesen, eine vollständige Lösung zu erreichen.

Das ölreiche Land in Nordafrika ist nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 in einen Bürgerkrieg versunken. Bis heute ringen zahlreiche Milizen und zwei maßgebliche politische Lager um Macht. Mehrere ausländische Staaten, darunter die Türkei und Russland, sind an dem Konflikt beteiligt. Alle Initiativen, den Konflikt beizulegen, blieben erfolglos. Für vergangenen Dezember geplante Wahlen wurden abgesagt.

Ein Sprecher der Auswärtigen Amtes hatte zuvor in Berlin gesagt, Deutschland sei weiterhin im Berlin-Prozess aktiv. Zuletzt hatte die Regierung vergangene Woche ein Treffen von Vertretern der Konfliktparteien auf unterer Ebene in Berlin abgehalten. Dabei sei es auch darum gegangen, wie man einen politischen Prozess unterstützen könne, sagte der Sprecher. Baerbock wird kommende Woche zur Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York erwartet - dabei könnte es auch zu einem Treffen der Ministerin mit Guterres kommen. (dpa)

Kommentare