VonAndreas Schwarzkopfschließen
Demokratische Kräfte haben den Putsch des südkoreanischen Präsidenten Yoon zwar vereitelt, doch werden sie ihn nicht so schnell los, wie sie sich das wünschen. Der Kommentar.
Die demokratischen Kräfte in Südkorea haben mit ihrem bemerkenswerten Widerstand den versuchten Putsch von Präsident Yoon Suk-yeol nach wenigen Stunden beendet. Damit haben sie nicht nur einen Rückfall in die Diktatur verhindert, sondern auch gezeigt, wozu Menschen fähig sind, die ihre Freiheit schätzen. Das stimmt hoffnungsfroh. Und Yoon hätte es wissen müssen. Schließlich haben dauerhafte Proteste der Menschen die Diktatur in Südkorea 1987 beendet.
Nach Kriegsrecht-Wirrwarr: Südkoreas Probleme sind nicht mit Yoons Rücktritt gelöst
Yoons politische Zukunft ist damit zwar Vergangenheit. Sie werden ihn wohl aus dem Amt jagen, was er nur mit seinem Rücktritt verhindern kann. Doch damit sind die innen- wie außenpolitischen Probleme des Landes nicht gelöst. Dazu zählen etwa die Schwierigkeiten im Gesundheitssystem oder die zunehmend aggressive Politik des verfeindeten Nordkorea. Allerdings wird es eine Weile dauern, bis eine neue Regierung in Seoul sich ihnen wieder widmen kann.
Dabei müsste sich das südostasiatische Land wie viele andere Staaten auf die kommende US-Präsidentschaft von Donald Trump vorbereiten. Der hatte sich während seiner ersten Amtszeit mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un getroffen und so Südkorea schon einmal in eine schwierige Situation gebracht.
Rubriklistenbild: © Lee Jin-man/AP/dpa

