Trumps „letzte Chance“ für den Iran: USA bieten neue Gespräche an – unter einer Bedingung
VonBedrettin Bölükbasi
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Die USA wollen der Diplomatie mit dem Iran eine finale Chance geben, ehe sie zum Angriff übergehen. Dabei könnte auch Chamenei zum Direktziel werden.
Update vom 22. Februar, 17.20 Uhr: Der Iran plant ein weiteres Treffen mit den USA in Genf am Donnerstag (26. Februar). Dies verkündete der iranische Außenminister Abbas Aragtschi im US-Sender CBS News, wie Al Jazeera berichtet. Demnach sagte Aragtschi, man habe mit den USA Vorschläge mit Blick auf die Anreicherung von Uran ausgetauscht. Die Technologie sei eine nationale Errungenschaft des Iran, weshalb man sie nicht aufgeben werde – eine Lösung sei möglich. Gleichzeitig bekräftigte der Außenminister, man werde im Falle eines US-Angriffs die amerikanischen Stützpunkte in der Region attackieren.
Erstmeldung: Die Lage um den Iran heizt sich zunehmend an. Sowohl die USA als auch der Iran bereiten sich auf einen möglichen Krieg vor. Eine weitere Verhandlungsrunde, die die Regierung von US-Präsident Donald Trump nun anbietet, könnte die letzte Ausfahrt vor einem amerikanischen Angriff auf den Iran sein.
Irans Außenminister Abbas Araghchi (l.) und US-Präsident Donald Trump: In Genf könnten Vertreter beider Seiten eine neue Gesprächsrunde im Streit um das iranische Atomprogramm beginnen.
Trump gibt dem Iran eine „letzte Chance“: USA warten auf Vorschlag aus Teheran
Das amerikanische Nachrichtenportal Axios berichtet unter Berufung auf amerikanische Beamte, die USA seien bereit für eine weitere Verhandlungsrunde in Genf am Freitag (27. Februar). Die Bedingung hierfür: Der Iran muss ziemlich genau innerhalb von 48 Stunden einen detaillierten Vorschlag für einen Nukleardeal mit den USA einreichen.
„Wenn Iran einen Vorschlagsentwurf vorlegt, sind die USA bereit für ein Treffen am Freitag in Genf, um detaillierte Verhandlungen aufzunehmen und zu sehen, ob wir ein Atomabkommen erreichen können“, sagte ein hochrangiger US-Beamter gegenüber dem Nachrichtenportal.
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Außerdem betonte er, Washington und Teheran könnten über eine vorübergehende Abmachung auf dem Weg zu einem vollen Deal sprechen. Sollte der Iran zu Beginn der neuen Woche einen Entwurf liefern, so werden Trumps Nahostgesandter Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner am Freitag nach Genf reisen, um eine neue Verhandlungsrunde zu starten.
Ein iranischer Beamter sagte gegenüber dem arabischen Sender Al Jazeera, zu erwarten, dass die Verhandlungen zu 100 Prozent mit Erfolg enden würden, sei falsch. „Wir müssen realistisch sein“, so der Beamte. Er sagte zudem, die iranischen Streitkräfte seien im Status „voller Bereitschaft“, um für „Abschreckung gegen Bedrohungen“ zu sorgen. „Im Falle eines Angriffs werden die Interessen von Washington in der Region ins Visier genommen“, erklärte die iranische Quelle. Mit der Bereitschaft des Militärs gehe man sicher, dass die USA bei den Verhandlungen den Iran nicht täuschen könnten.
Der Iran plant jedenfalls nicht nur im eigenen Territorium, sondern wohl auch gemeinsam mit schiitischen Milizen in der Region. Israelische Medien berichten von einer außerordentlichen Aktivität bei der Hisbollah im Libanon. Demnach werden Raketenwerfer in Position gebracht: Sollte es einen Angriff auf den Iran geben, wird die Milizgruppe wohl Israel attackieren. Laut dem Sender Al Arabiya werden die Vorbereitungen der Hisbollah direkt von Offizieren der iranischen Revolutionsgarde geleitet. (Quellen: Axios, Al Jazeera, Al Arabiya, eigene Recherche) (bb)