Waffenlieferungen

Unterstützung der Ukraine: Europa zeigt sich weiterhin hilfsbereit

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Spricht sich für die Unterstützung der Ukraine aus: Der slowakische Premierminister Eduard Heger

Nachlassende Hilfsbereitschaft Europas für die Ukraine in der Krise sollte keine Option sein, so der slowakische Ministerpräsident Eduard Heger. Großbritannien liefert deshalb weiterhin Waffen ins Kriegsgebiet.

Bad Staffelstein - «Wir können uns in Europa nicht erlauben, bei der Hilfe für die Ukraine müde zu werden», sagte Heger am Donnerstag bei der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im oberfränkischen Kloster Banz. «Wir müssen zugeben, dass die Ukraine wichtig für die gesamte europäische Region ist», sagte Heger, der als Gast der Landesgruppe bei den Beratungen der Bundestagsabgeordneten dabei war.

Es sei im nationalen Interesse der europäischen Staaten und im Interesse Europas, der Ukraine zu helfen. Russlands Staatschef Wladimir Putin führe inzwischen einen hybriden Krieg gegen halb Europa. «Wir müssen den Konflikt verstehen, in dem wir uns befinden», sagte Heger. Langfristig werde es große Vorteile geben, wenn der Konflikt bestanden werde. Die Einigkeit der europäischen Staaten sei das, was Putin am meisten fürchte.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt trat in diesem Zusammenhang für EU-Partnerschaften unterhalb der Vollmitgliedschaft für Länder wie die Ukraine und Moldawien ein. Die EU müsse sich weiter entwickeln. «Diese Länder werden sich in naher Zukunft sehr schwer tun, die Erfordernisse zu erfüllen, um eine Vollmitgliedschaft zu erreichen», sagte Dobrindt. Eine Partnerschaft unterhalb der Vollmitgliedschaft könne gegebenenfalls in kürzerer Zeit erreicht werden. Dies sei auch ein Modell, das auch für das aus der EU ausgetretene Großbritannien vorstellbar sei.

London: Erneute Lieferung von Drohnen und Artilleriegeschützen in die Ukraine

Großbritannien unterstützt die Ukraine erneut mit Waffen in ihrem Kampf gegen den russischen Angriff. In den kommenden Wochen würden Hunderte Drohnen sowie Panzerabwehrwaffen und Artilleriegeschütze geliefert, kündigte das Verteidigungsministerium in London am Donnerstag an. Dazu zählen mehr als 20 Panzerhaubitzen vom Typ M109 sowie 36 Geschütze vom Typ L119, an denen ukrainische Soldaten derzeit in Großbritannien ausgebildet werden. Hinzu kommen Artillerieaufklärungsradar und 50 000 Schuss Munition für alte Artilleriegeschütze aus Sowjetzeiten.

«Der Umfang und die Bandbreite der von uns bereitgestellten Ausrüstung demonstrieren die Stärke unserer Entschlossenheit», sagte Verteidigungsminister Ben Wallace einer Mitteilung zufolge. Großbritannien ist einer der größten Waffenlieferanten für die Ukraine. (dpa)

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