Geheimwaffe gegen Trump: Michelle Obama bleibt als Biden-Ersatz im Gespräch
VonJens Kiffmeier
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Panik bei den Demokraten: Biden schmiert in den Umfragen gegen Trump ab – und plötzlich taucht ein altes Gerücht wieder auf. Übernimmt Michelle Obama?
Washington – Neue Umfragen haben in den USA ein kleines Beben ausgelöst: Nach einem Absturz von US-Präsident Joe Biden im Stimmungsbild zur US-Wahl 2024 brodelt die Gerüchteküche. So könnten die Demokraten vielleicht noch einen Kandidatenwechsel vornehmen. Das jedenfalls hat jetzt der republikanische Senator Ted Cruz vermutet, der zugleich auch einen schillernden Namen wieder ins Spiel brachte: Michelle Obama. Doch was ist dran? Steigt die frühere First Lady noch in den Wahlkampf ein? Die Spekulation ist jedenfalls nicht neu.
Für die Demokraten sieht es aktuell tatsächlich nicht gut aus im Rennen um das Weiße Haus. Im kommenden Jahr will US-Präsident Joe Biden bei der US-Wahl für eine weitere Amtszeit kandidieren – möglicherweise gegen seinen alten Rivalen Donald Trump. Doch der 80-jährige Amtsinhaber schwächelt. Biden steht mit seiner Kandidatur unter Druck.
Laut einer aktuellen Umfrage der New York Times in Zusammenarbeit mit dem Sienna College liegt Biden in gleich fünf wichtigen Swing States hinter Trump – nämlich in Georgia, Arizona, Michigan, Nevada und Pennsylvania. Dabei ist sein möglicher Herausforderer aktuekll noch in vier Gerichtsprozessen angeklagt. 2020 hatte Biden noch alle fünf Bundesstaaten gewonnen.
Gerücht zur US-Wahl 2024: Wechsel von Kandidat Joe Biden auf Michelle Obama?
In der Regierungspartei wächst die Nervosität wegen der US-Wahl 2024. Als einer der wenigen traute sich David Axlrod nach vorne. Angesichts der schrumpfenden Zustimmungswerte solle Biden darüber nachdenken, ob das Festhalten an seiner Kandidatur, die durch ständige Debatten über sein Alter überschattet werde, „wirklich weise“ sei, schrieb der Politikstratege in mehreren sozialen Medien. Die Demokraten sollten eventuell einen „fliegenden Wechsel“ in Erwägung ziehen. Einen konkreten Namen für einen alternativen Kandidaten nannte er nicht. Auch nicht für eine Kandidatin wie Michelle Obama.
Brisant jedoch: Axlrod ist nicht irgendwer. Er war der Wahlkampfmanager von Barack Obama und ermöglichte dessen historischen Einzug in das Weiße Haus als erster Schwarzer Präsident in der US-Geschichte. In den zwei Amtszeiten diente er Obama als Top-Berater. Vor diesem Hintergrund befeuerte er mit seinen Posts erwartungsgemäß die Spekulationen um Michelle Obama.
Trump-Herausforderer gesucht: Republikaner heizen Spekulation um Michelle Obama an
Axlrod habe mit seiner Aussage der früheren Präsidentengattin den Boden für eine eigene Kandidatur bereiten wollen, mutmaßte Ted Cruz umgehend beim US-Sender Fox News. Es sei nun umso wahrscheinlicher, dass die Demokraten Joe Biden als Präsidentschaftskandidaten loswerden und durch Michelle Obama ersetzen wollten, sagte der Republikaner.
Das Gerücht ist nicht neu. Erstmals tauchte ihr Name im Frühjahr 2023 auf. Damals veröffentlichte das Portal The Hill eine Analyse, derzufolge Michelle Obama in den parteiinternen Vorwahlen mit 48 zu 36 Prozent gegen Biden gewinnen würde. Umfragewerte für ein direktes, mögliches Duell mit Trump gibt es allerdings nicht.
Lange stand Barack Obama an der Seite seines Nach-Nachfolger Biden, der ihm in der eigenen Amtszeit als Vizepräsident gedient hatte. Nachdem Biden Trump aus dem Amt gejagt hatte, gratulierte Michelle Obama ihm überschwänglich. „You did it, Joe“, jubelte sie auf X, früher Twitter. Doch zuletzt waren erste leichte Meinungsverschiedenheiten deutlich geworden. So hatte sich Barack Obama deutlich von Bidens Kurs im Israel-Krieg abgegrenzt. Anders als Biden wollte Obama sich nicht uneingeschränkt hinter Israel stellen – was Trump schon mal für einen Angriff nutzte.
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Absage an die Demokraten: Michelle Obama schließt Präsidentschaftskandidatur aus
Der Beginn für ein Zerwürfnis der beiden Lager? Den Gerüchten um Michelle Obama gibt auch dies neue Nahrung. Allerdings hat sie bislang immer wieder eine Rückkehr ins Weiße Haus kategorisch ausgeschlossen. Bereits 2018 hatte sie erklärt, dass sie „nicht die gleiche Leidenschaft für Politik“ habe wie ihr Ehemann.
Und auch Axlrod ruderte bereits zurück. Laut Politico fühlte sich der Politikstratege plötzlich überinterpretiert. Jedenfalls wollte er nach Ted Cruz‘ Auftritt nichts mehr von seiner Empfehlung an Biden wissen. „Es wäre übertrieben zu sagen, ich hätte ihm gesagt, er solle aussteigen“, schrieb Axlrod bei X. „Das habe ich nicht getan.“ Ob er damit die angestoßene Debatte wieder einfangen kann, bleibt abzuwarten. Solange sich die Umfragen nicht ändern, wird Michelle Obamas Name sicherlich immer wieder im US-Wahlkampf auftauchen. (jeki)