Unterstützung „auf nie dagewesenem Niveau“

USA besorgt über zunehmende Militärpartnerschaft zwischen Russland und Iran

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John Kirby

Die USA prangern eine zunehmende militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Iran an.

Washington, D.C. in den USA - Inzwischen biete Moskau Teheran Unterstützung „auf nie dagewesenem Niveau“ an und verwandele dadurch die Beziehung zwischen beiden Staaten in eine „vollwertige Verteidigungspartnerschaft“, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA, John Kirby, am Freitag. Moskau dementierte derweil erneut, dass es Waffenlieferungen aus dem Iran erhalte.

Die Zusammenarbeit zwischen Moskau und Teheran sei „schädlich“ für die Ukraine, die Nachbarstaaten des Iran und die gesamte Welt, sagte Kirby. Westliche Staaten werfen Teheran vor, Russland Kampfdrohnen für dessen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu liefern. Der Iran hatte im November bestätigt, Drohnen an Russland geliefert zu haben. Diese seien jedoch vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine geliefert worden, hieß es aus Teheran.

Auch Russlands UN-Botschafter dementierte am Freitag bei einer Sitzung des Sicherheitsrates zum Ukraine-Krieg erneut die Berichte über Waffenlieferungen aus Teheran an sein Land. „Der militärisch-industrielle Komplex Russlands ist sehr stark und braucht von niemandem Unterstützung“, sagte Wassili Nebensia.

Dagegen berichtete Kirby von Geheimdienstinformationen, denen zufolge Moskau und Teheran eine „gemeinsame Produktionslinie für Kampfdrohnen in Russland“ in Erwägung zögen. „Wir fordern den Iran dringend auf, seinen Kurs zu ändern“, erklärte Kirby. Er gab zudem US-Sanktionen gegen drei in Russland ansässige Unternehmen bekannt, die am „Erwerb und Einsatz iranischer Drohnen“ beteiligt seien.

Washington will der Ukraine ein weiteres Hilfspaket im Umfang von 275 Millionen Dollar (rund 260 Millionen Euro) zukommen lassen. Damit solle die ukrainische Luftabwehr insbesondere im Einsatz gegen Drohnen gestärkt werden, sagte Kirby.

Die ukrainischen Behörden meldeten am Samstag, dass Angriffe mit „Kamikaze-Drohnen“ in der südukrainischen Hafenstadt Odessa für massive Stromausfälle gesorgt hätten. Abgesehen von Einrichtungen wie Krankenhäusern und Entbindungsstationen gebe in der gesamten Stadt nach den nächtlichen Angriffen keine Stromversorgung mehr, teilte der stellvertretende Leiter des ukrainischen Präsidialbüros, Kyrylo Tymoschenko, im Messengerdienst Telegram mit.

Mit dem einbrechenden Winter hatte Russland mit den Angriffen auf die Energie-Infrastruktur der Ukraine begonnen. Die Angriffe, die dafür sorgen, dass Millionen von Menschen bei eisigen Temperaturen ohne Strom und Heizung ausharren müssen, werden von der Führung in Kiew als Kriegsverbrechen bezeichnet. ju/ans

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