Chinesischer Ballon nur ein Fehler?

Biden deutet Fehleinschätzung an: Wohl doch keine China-Spionage durch drei Flugobjekte

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US-Präsident Joe Biden. (Archivbild)
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Viel Wirbel um nichts? Bei drei abgeschossenen Flugobjekten über der USA könnte es sich doch um eine Fehleinschätzung handeln – das erklärte Biden.

München – Am 4. Februar wurde ein chinesischer Spionageballon im Südosten der USA von der amerikanischen Luftwaffe abgeschossen, nachdem das Objekt bereits vor Tagen entdeckt worden war. Darauf folgten drei weitere mysteriöse Flugobjekte, die über Nordamerika abgeschossen wurden.

Schnell verbreiteten sich Spekulationen - von neuen Spionageballons bis hin zu einer angeblichen „Alien-Invasion“. Doch nun stellt sich heraus, dass zumindest hinter dem Abschuss der drei Objekte womöglich eine Fehleinschätzung der USA steckt.

„UFOs“ über den USA: Wohl doch keine chinesische Spionage bei drei Objekten

Die Regierung von Präsident Joe Biden sah sich im Laufe der gesamten Ballon-Debatte mit massiver Kritik konfrontiert. Die Öffentlichkeit werde im Dunkeln gelassen und nicht ausreichend informiert, lautete der Vorwurf aus der Politik. Dass nicht genug Informationen preisgegeben wurden, kurbelte die Spekulationen noch stärker an. Doch am Donnerstagabend (16. Februar) stellte sich Biden persönlich vor die Kameras.

Der Präsident gab Entwarnung. Bei den drei Flugobjekten habe es sich höchstwahrscheinlich nicht um weitere Spionageballons aus China gehandelt, sagte Biden laut der US-Zeitung Washington Post. Sie gehörten womöglich Privatfirmen oder Forschungsinstituten, die das Wetter beobachteten oder wissenschaftliche Untersuchungen vornahmen, erklärte der Präsident.

Zugleich betonte er aber: „Missversteht mich nicht, denn falls irgendwelche Objekte eine Bedrohung für die Sicherheit der amerikanischen Bürger darstellen, werde ich sie abschießen.“ Er kündigte zudem neue Schritte an, die zur Fähigkeit beitragen würden, unbemannte Objekte im amerikanischen Luftraum zu identifizieren. Bidens Pressekonferenz lieferte jedoch keine Antwort auf die Frage, wem genau die Objekte gehörten.

Chinesischer Spionage-Ballon: USA beobachteten chinesisches Objekt seit Abflug

Auch über den chinesischen Spionage-Ballon kamen neue Details ans Licht. Tatsächlich könnte es sich bei dem Überflug des chinesischen Ballons im US-Luftraum über einen einfachen Fehler in Verbindung mit schlechten Wetterverhältnissen handeln. Gegenüber Washington Post erklärten US-Beamte, man habe den Ballon seit seinem Abflug von der chinesischen Insel Hainan ohnehin schon beobachtet.

Danach ist der Ballon offenbar in Richtung der amerikanischen Insel Guam im Pazifik geflogen, hat dann jedoch unerwartet eine nördliche Route verfolgt und ist bis zu den Aleuten-Inseln in Alaska geflogen. Laut den Beamten erwägen US-Analysten nun die Möglichkeit, dass es nicht Chinas Absicht gewesen sei, den Ballon über das US-Kernland zu bringen. Nach den Aleuten sei der Ballon schließlich in Kanadas Luftraum eingetreten. Anscheinend hat dann starker Wind den Ballon nach Süden, in den amerikanischen Luftraum geschoben. (bb)

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