USA greifen Iran an: Trumps radikaler Schritt offenbart gänzlich neue Kriegsziele
VonHannes Niemeyer
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Die USA greifen gemeinsam mit Israel den Iran an. Erinnerungen an den Juni 2025 werden wach. Doch im Vergleich zum Atomanlagen-Bombardement haben sich die Vorzeichen geändert.
Rauch stieg am Samstag plötzlich über Teheran auf. In einer gemeinsamen Aktion haben Israel und die USA einen Angriff auf den Iran gestartet. US-Präsident Donald Trump bestätigte kurz darauf in einem langen Video auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social, die USA habe „große Kampfeinsätze“ gestartet. Erinnerungen werden wach an den Juni 2025.
US-Angriff im Iran: Vor Trumps Eskalation veränderten sich die Vorzeichen gewaltig
Nun eskaliert die Lage im Iran erneut. Wieder unter großer Beteiligung der USA hat es einen Angriff gegeben. Die Vorzeichen sind allerdings anders, als sie noch im Juni 2025 waren. Hinter Trumps erneutem Angriff auf den Iran steckt diesmal ein völlig verändertes Ziel. Denn die Verhandlungen rund um das Atomprogramm des Iran laufen seit Monaten zwischen beiden Ländern – und blieben zuletzt absolut ergebnislos.
Ein Zustand, der Trump erboste. Und der seine Wut mehr und mehr nicht nur gegen das Atomprogramm, sondern auch gegen das Regime des Iran richtete. „Nicht glücklich“ sei er mit den bisherigen Ergebnissen, äußerte der US-Präsident noch am Freitag. Schon als die Proteste der iranischen Bevölkerung gegen die Mullah-Führung im Land zu Beginn des Jahres eskalierten und von Irans Regime blutig niedergeschlagen wurden, hatte Trump der Führung des Landes mit Konsequenzen gedroht. Damals hatte er der Bevölkerung mitgeteilt, dass die USA „ihnen zu Hilfe kommen“ würden. Doch zunächst blieb der Militärschlag aus.
Trump offenbart mit Angriff im Iran gänzlich neues Kriegs-Kalkül
Nun offenbart Trump zu seinem neuen Angriff: Dem US-Präsidenten geht es nicht mehr vorrangig um die Atomanlagen, weit abseits der zivilen Bevölkerung. Auch die New York Times erkennt in Trumps Rede zum US-Angriff, dass sich die Strategie eher in Richtung der Ausschaltung der iranischen Führung und der Vorbereitung eines Umsturzes entwickelt. Dafür spricht: Diesmal waren die Explosionen auch in den bewohnten Gebieten, besonders in Teheran. Schnell hieß es, es soll Angriffe etwa auf eine Residenz des geistlichen Oberhauptes, Ayatollah Chamenei, gegeben haben. Ebenfalls schreibt das Medium, die israelisch-amerikanische Militäroperation habe zum Ziel, so viele führende Persönlichkeiten der Islamischen Republik zu treffen, wie möglich.
Israel im Krieg mit Iran: Raketen fliegen, Menschen werden evakuiert
Für die neue Entwicklung in den Kriegszielen spricht derweil auch der Fakt, dass Trump sich in seinem Video auch direkt an die iranische Bevölkerung wandte. Dem Volk stellte er „Freiheit“ in Aussicht. Gleichzeitig rief er die Menschen dazu auf, die Regierung in Teheran zu stürzen. „Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung“, sagte der US-Präsident. „Ihr werdet sie übernehmen können. Das wird wahrscheinlich eure einzige Chance in Generationen sein.“
US-Angriff im Iran zielt eher auf Regime-Sturz ab – doch Trump hat Ausgangsziel noch im Hinterkopf
Die Ausgangsziele aus dem Angriff vom Juni 2025 sind bei Trump dennoch im Hinterkopf, zeigen weitere Sätze seiner Rede. „Dieses terroristische Regime darf nie eine Atomwaffe besitzen“, sagte Trump zu den Angriffen. Man wolle außerdem das iranische Raketenprogramm „dem Erdboden gleichmachen“ und die Marine des Landes vernichten. Die iranischen Soldaten rief Trump auf, sich zu ergeben, dann würden sie „absolute Immunität“ erhalten. Die Alternative sei der „sichere Tod“. (Quellen: AFP, Tagesschau, zdf heute, New York Times, eigene Recherche) (han)