Hintergrund und Geschichte

Die Islamische Republik Iran – die Geschichte des Mullah-Regimes

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Seit der Islamischen Revolution ist Israel der Erzfeind des Mullah-Regimes im Iran. Das sah vor der Ausrufung der Islamischen Republik in Teheran noch anders aus.

Der Nahe und Mittlere Osten sind seit Jahrzehnten von komplexen Spannungen geprägt. Konflikte wie der Krieg in Israel und dem Gazastreifen verdeutlichen die weitreichenden regionalen Verflechtungen, in denen auch der Iran eine zentrale Rolle spielt. Das Mullah-Regime, das seit 1979 die Macht über den Iran von Teheran ausübt, hat die geopolitische Landschaft der Region nachhaltig verändert.

NameIslamische Republik Iran
HauptstadtTeheran
Fläche1,6 Mio. km²
Einwohnerzahl87,8 Millionen (Stand: 2024)
AmtssprachePersisch
StaatsformTheokratische Präsidialrepublik
Oberster Geistiger FührerAyatollah Ali Khameini
PräsidentMassud Peseschkian (seit 2024)
HauptreligionSchiitischer Islam
WährungIranischer Rial
Quelle: Statistisches Bundesamt

Doch wie ist die Islamische Republik Iran entstanden? Was waren die Gründe, dass das Mullah-Regime die Macht übernehmen konnte? Wie haben sie die Beziehungen zwischen dem Iran und Israel entwickelt? Und wie ist die aktuelle Lage im fast 90 Millionen Einwohner zählenden Iran heute?

Entstehung der Islamischen Republik Iran – die Vorgeschichte

Vor 1979 war der Iran als Kaiserreich Persien bekannt. Regiert wurde dieses seit 1925 von einem Schah. Die Geschichte des Landes reicht Jahrtausende zurück, mit einer reichen kulturellen Tradition und einer strategisch wichtigen geopolitischen Lage, wie unter anderem die Encyclopedia Britannica in ihrem Bericht über den Iran schreibt.

Unter der Herrschaft von Schah Mohammad Reza Pahlavi, der 1941 den Thron bestieg, wurden weitreichende soziale und wirtschaftliche Reformen im Iran durchgeführt. Diese als „Weiße Revolution“ bekannten Maßnahmen umfassten Landreformen, Industrialisierung und die Ausweitung von Frauenrechten. Trotz wirtschaftlicher Fortschritte wuchs die Unzufriedenheit in der Bevölkerung aufgrund der autoritären Herrschaft des Schahs, der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich und der Kritik an der angeblichen kulturellen Verwestlichung des Iran.

Israel im Krieg mit Iran: Raketen fliegen, Menschen werden evakuiert

Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv.
Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv. Ausgelöst werden sie vom Iron Dome, dem Raketenschutzschirm über Israel, der hier ballistische Geschosse aus dem Iran abfängt. © Ohad Zwigenberg/dpa
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran.
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran. © Ilia Yefimovich/dpa
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen.
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen. © IMAGO/FatemehBahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Iran von Raketen aus Israel angegriffen – Gebäude stark beschädigt. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Israelischer Angriff beschädigt Gebäude in Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff.
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff. © IMAGO/Samir Abdalhade
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Ariel Schalit/dpa
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Der Iron Dome in Aktion
Der Iron Dome in Aktion: Raketen aus dem Iran, die in Richtung Tel Aviv flogen, werden von dem Flugabwehrsystem Israels abgefangen.  © Oded Balilty/dpa
dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen.
Doch auch dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen. Immer wieder kommen ballistische Geschosse durch und richten wie hier in Tel Aviv große Schäden an. © Baz Ratner/dpa
Raketenangriffe aus dem Iran
Aufgrund der Raketenangriffe aus dem Iran müssen immer wieder Gebäude und Bezirke in Tel Aviv und anderen Teilen Israels evakuiert werden. Diese Personen mussten ihr Wohnhaus in der israelischen Millionenmetropole aufgrund eines Raketeneinschlags verlassen. © Baz Ratner/dpa
Israelische Sicherheitskräfte inspizieren zerstörte Gebäude, die von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurden.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz
Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz in offiziellen Bunkeranlagen, von denen es im ganzen Land mehrere gibt. In Tel Aviv wurde eine Tiefgarage zu einem Luftschutzbunker für die Bevölkerung umfunktioniert. Eine Frau hat sich ihr Kind umgebunden und kühlt den Nachwuchs mit einem Hand-Ventilator, während sie auf das Ende der Raketenangriffe aus dem Iran wartet. © Baz Ratner/dpa
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde.
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde. © Vahid Salemi/dpa
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf.
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf. © Vahid Salemi/dpa
Israelische Luftangriffe in Teheran
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Israelischer Luftangriff auf Treibstoffdepot im Teheraner Stadtteil Shahran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Flammen erleuchten die Skyline hinter dem ikonischen Milad Tower in Teheran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv.
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
Folgen des iranischen Raketenangriffs in Bat Yam, nahe Tel Aviv
Aufräumarbeiten nach iranischem Raketenangriff in Bat Yam – Nahe Tel Aviv, Israel. © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
ranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – Vorort von Tel Aviv
Bat Yam, Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt, als es von einer iranischen Rakete getroffen wurde © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – einem Vorort von Tel Aviv
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.  © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.
Ein Gebäude in der Stadt Bat Yam, einem Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde.
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde. © IMAGO/Iranian Red Crescent
Das iranische Luftabwehrsystem feuert in der Nähe des Milad Tower Schüsse ab, die auf israelische Drohnen gerichtet sind.
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde © Vahid Salemi/dpa

Die zunehmenden Proteste gegen das Schah-Regime im Iran führten schließlich zur Islamischen Revolution von 1979. Massenproteste, an denen verschiedene Gruppen der Gesellschaft beteiligt waren, brachten die Monarchie zu Fall. Ayatollah Ruhollah Khomeini, ein schiitischer Geistlicher, der zuvor von der Schah-Herrschaft ins Exil gezwungen worden war, kehrte in den Iran zurück und wurde zur Führungsfigur der Islamischen Revolution.

Die Gründung der Islamischen Republik Iran – eine neue Ära für das Land

Am 1. April 1979 wurde die Islamische Republik Iran offiziell ausgerufen. Dies markierte den Beginn einer neuen Ära in der iranischen Geschichte. Ayatollah Khomeini übernahm die Führung des neuen Staates und etablierte ein theokratisches System, das unter dem Namen Mullah-Regime bekannt werden sollte.

Die neue Verfassung, die im Dezember 1979 per Referendum angenommen wurde, führte das Konzept der „Velayat-e faqih“ (Herrschaft des obersten Rechtsgelehrten) ein. Dieses System sieht einen Obersten geistlichen Führer als höchste religiöse und politische Autorität vor, der im schiitischen Glauben als „Mullah“ bezeichnet wird. Die höchste Instanz im Iran trägt den Titel „Großajatollah“ und steht über den gewählten Institutionen wie dem Präsidenten und dem Parlament.

Ajatollah Ali Khamenei (M), Oberster Führer vom Iran, und Hassan Ruhani (l), Präsident des Iran, bei einem Gebet anlässlich der Beerdigung des ehemaligen iranischen Justizchefs Schahrudi in Teheran (Archivbild).

In den ersten Jahren nach der Islamischen Revolution kam es zu erheblichen Umwälzungen in der Gesellschaft des Iran. Viele Anhänger des alten Regimes wurden verfolgt, und es wurden strenge islamische Gesetze eingeführt, die das öffentliche und private Leben der Bürger regelten. Der Iran-Irak-Krieg (1980–1988) festigte die Macht des neuen Mullah-Regimes weiter und prägte die politische und wirtschaftliche Entwicklung des Landes in den folgenden Jahrzehnten.

Das politische System der Islamischen Republik Iran – Aufbau des Mullah-Regimes

Die Islamische Republik Iran ist eine theokratische Präsidialrepublik. An der Spitze des Staates steht der Oberste Führer, derzeit Ayatollah Ali Khamenei. Der schiitische Islam ist die vorherrschende Glaubensrichtung im Iran und bildet die Grundlage des politischen Systems des Mullah-Regimes.

In der Islamischen Republik Iran finden regelmäßig Wahlen statt, jedoch unter strengen Auflagen. Der Wächterrat, ein von religiösen Autoritäten dominiertes Gremium, prüft alle Kandidaten auf ihre Eignung und kann Bewerber ausschließen. Trotz dieser Einschränkungen spielen Wahlen eine wichtige Rolle in der iranischen Politik, da sie eine begrenzte Form der politischen Partizipation ermöglichen.

Die Situation von Frauen in der Islamischen Republik Iran

Die Lage der Frauen in Islamischen Republik Iran ist komplex. Einerseits haben Frauen Zugang zu Bildung und sind in vielen Berufen vertreten. Das Schah-Königreich sprach in den 1960er Jahren den Frauen das Wahlrecht zu. Abtreibungen wurden erlaubt und das Scheidungsrecht säkularisiert.

Mit der Islamischen Revolution verschlechtere sich die Lage im Iran für Frauen aber deutlich. Das Mullah-Regime beschränkte den Zugang zu Bildung und erließt strenge Kleidervorschriften. Dabei beriefen sich die geistigen Führer des Iran auf die in der Islamischen Republik angewandte Scharia. Vor Gericht zählt die Aussage einer Frau im Iran beispielsweise nur halb so viel wie die eines Mannes.

Anhängerinnen und Anhänger des Mullah-Regimes demonstrieren in Teheran.

Gegen die religiös begründete Diskriminierung von Frauen im Iran gab es vor allem im 21. Jahrhundert immer wieder Proteste. Vor allem in Teheran sammelten sich seit 2022 hunderttausende Menschen, um gegen die Scharia und die Unterdrückung von Frauen zu demonstrieren. Das Mullah-Regime reagiert mit harten Maßnahmen auf die Proteste. Mehrere hundert Menschen sollen im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei gestorben sein. Mehr als 15.000 Menschen wurden festgenommen.

Ende Dezember 2025 begannen neue Proteste gegen das Mullah-Regime. Ausgelöst wurden die Demonstrationen durch eine massive Wirtschaftskrise und einen plötzlichen Absturz der landeseigenen Währung Rial. In Teheran gingen daraufhin wütende Händler auf die Straße. Danach weiteten sich die Proteste auf das gesamte Land aus. Die Proteste sind die größten seit denjenigen 2022/2023, die gewaltsam niedergeschlagen worden waren.

Die Medien und das Mullah-Regime: Pressefreiheit in der Islamischen Republik Iran

Die Medienlandschaft in der Islamischen Republik Iran unterliegt starken Einschränkungen. Die Pressefreiheit im Mullah-Regime ist begrenzt, und viele internationale Medien sind zensiert oder blockiert.

Soziale Medien spielen eine zunehmend wichtige Rolle, werden aber ebenfalls vom Staat kontrolliert. Vor allem der Kurznachrichtendienst Twitter (heute X) stieg im Zuge der Proteste gegen das Mullah-Regime zur Kommunikationsplattform des Widerstands auf.

Die Islamische Republik Iran und ihre Beziehungen zu Israel

Die Beziehungen zwischen dem Iran und Israel haben sich seit der Islamischen Revolution drastisch verschlechtert. Unter der Herrschaft des Schahs galt der Iran noch als einer der wenigen Verbündeten des 1948 gegründeten Staates Israel. Das Kaiserreich Persien war eines der wenigen arabischen Länder, das das Existenzrecht Israels anerkannte und wirtschaftliche Beziehungen mit ihm unterhielt.

Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern 

Vor 60. Gründungstag von Israel
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen entschied 1947 über die Teilung Palästinas in zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen. Im Teilungsplan wurde auch festgelegt, dass die Briten ihr Mandat für Palästina bis August 1948 niederlegen. Großbritannien hatte nach dem Ersten Weltkrieg das Gebiet besetzt und war 1922 offiziell mit dem Mandat über Palästina beauftragt worden. Am 14. Mai 1948 wurde auf Grundlage des UN-Beschlusses der jüdische Staat gegründet. © dpa
Proklamation des Staates Israel
Nach der Unterzeichnung der Proklamationsurkunde am 14. Mai 1948 im Stadtmuseum von Tel Aviv hält eine nicht identifizierte Person das Schriftstück mit den Unterschriften in die Höhe. Links ist David Ben Gurion zu sehen, der erste Ministerpräsident Israels. © dpa
Israelischer Unabhängigkeitskrieg
Ein historisches Datum für den Staat Israel. Doch die arabischen Staaten Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten und Irak erkannten die Gründung nicht an und überschritten nur einen Tag später mit ihren Armeen die Grenzen. So begann der Palästina-Krieg, der im Januar 1949 mit dem Sieg Israels endete. Das Foto zeigt israelische Mitglieder der paramilitärischen Organisation Haganah im August 1948.  © AFP
Operation Yoav
Die israelische Armee konnte während des Krieges 40 Prozent des Gebiets erobern, das eigentlich laut dem ursprünglichen UN-Plan zur Teilung für die arabische Bevölkerung vorgesehen war. So wurde auch der westliche Teil von Jerusalem von Israel besetzt.  © Imago
Waffenstillstand Israel Palästina 1949
Die Vereinten Nationen vermittelten zwischen Israel und Ägypten, und so kam es zwischen den beiden Ländern am 24. Februar 1949 zu einem Waffenstillstandsvertrag. Andere arabische Kriegsgegner folgten mit Waffenstillständen bis Juli 1949. Laut Schätzungen starben bei dem Krieg, den die arabischen Länder gestartet hatten, mehr als 6000 Israelis und 6000 Araber.  © ACME Newspictures/afp
Arafat. Geschichte des Krieges in Israel
Jassir Arafat gründete 1959 die Fatah, eine Partei in den palästinensischen Autonomiegebieten. Laut ihrer Verfassung war ihr Ziel, auch mit terroristischen Mitteln die Israelis aus Palästina zu vertreiben und Jerusalem als Hauptstadt zu installieren. Ebenfalls als Ziel rief die Fatah die „Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“ aus.  © PPO/afp
Arafat
1993 erkannte die Fatah mit ihrem Vorsitzenden Jassir Arafat das Existenzrecht Israels im Osloer-Friedensprozess an, und wollte den Terror als Waffe nicht mehr nutzen. Allerdings gab es immer wieder Bombenattentate in Israel. 2011 suchte Arafat den Schulterschluss mit der Hamas. Gemeinsam planten sie, eine Übergangsregierung zu bilden, was bis heute nicht umgesetzt wurde. Innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ist die Fatah die stärkste Fraktion. © Aleksander Nordahl/Imago
1974 Arafat vor UN
Im Oktober 1974 erkannte die Vollversammlung der Vereinten Nationen die PLO als Befreiungsbewegung an. Daraufhin wurde Arafat als Vertreter eingeladen. Am 13. November 1974 eröffnete Arafat die Debatte in der Vollversammlung. Er beendete die Rede mit dem Satz: „Ich bin mit einem Olivenzweig in der einen und dem Gewehr des Revolutionärs in der anderen Hand hierhergekommen. Lasst nicht zu, dass der grüne Zweig aus meiner Hand fällt!“ © dpa
Kampfflugzeug im Sechs-Tage Krieg
Vom 5. Juni bis 10. Juni 1967 fand der Sechstagekrieg zwischen Israel auf der einen und Ägypten, Jordanien und Syrien auf der anderen Seite statt. Auslöser war die ägyptische Blockade der Seestraße von Tiran für die Israelis, die so abgeschnitten waren. Außerdem hatte der ägyptische Präsident den Abzug der Blauhelme erzwungen, die die nördliche Grenze Israels sicherten. Als Drohung schickte Ägypten dann 1000 Panzer und 100.000 Soldaten an die Grenzen zu Israel. Als Reaktion auf die Bedrohung flogen die Israelis einen Präventiv-Schlag. Auf dem Foto sieht man ein ägyptisches Kampfflugzeug. Während des Krieges konnte Israel die Kontrolle über den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem erlangen. Weil Israel seine Angreifer besiegen konnte, machte der Staat am 19. Juni 1967, neun Tage nach seinem Sieg, Ägypten und Syrien ein Friedensangebot. Darin enthalten die Aufforderung, Israel als Staat anzuerkennen. © AP/dpa
Arabisch-israelischer Krieg
Am 6. Oktober 1973, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, startete eine arabische Militärkoalition unter Führung Ägyptens und Syriens einen Überraschungsangriff, gleichzeitig auf die Sinai-Halbinsel und die Golanhöhen. Nach anfänglichem Erfolg der arabischen Kriegsparteien gelang es Israel, sich zu behaupten. Erst mit dem Friedensvertrag sechs Jahre später am 26. März 1979, normalisierten sich die Beziehungen zwischen Ägypten und Israel. Ägypten war der erste arabische Staat, der das Existenzrecht Israels anerkannte. © afp
Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten, Jimmy Carter schüttelt dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat die Hand.
Das Friedensabkommen vom 26. März. 1979 war ein wichtiger Meilenstein. US-Präsident Jimmy Carter gratulierte damals dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat und dem israelischen Premierminister Menachem Begin vor dem Weißen Haus. Nach den Camp-David-Verhandlungen unterzeichneten sie den Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern dort. © Consolidated News Pictures/afp
Beschuss im Libanonkrieg
1982 begann mit dem Libanonkrieg der erste große israelisch-arabische Konflikt, der von Israel gestartet wurde. Die Kriegsparteien waren die israelische Armee und verbündete Milizen auf der einen, die PLO und Syrien auf der anderen Seite. Israel besetzte im Rahmen des Krieges zwischen 1982 und 1985 den Süden Libanons. Später richtete Israel daraufhin dort eine „Sicherheitszone“ ein, die aber Angriffe der Hisbollah aus dem Libanon auf nordisraelische Städte nicht verhindern konnte. Am 25. Mai 2000 zog die israelische Armee aus dem Südlibanon ab.  © Dominique Faget/afp
Soldaten und Kinder bei der Intifada 1987
Am 8. Dezember 1987 brach im Westjordanland und im Gazastreifen ein gewaltsamer Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung aus. Diesen Aufstand nennt man Intifada. Auf dem Foto ist zu sehen, wie israelische Soldaten Kinder anweisen, das Gebiet zu verlassen, als Hunderte von Demonstranten Steine und Flaschen schleudern.  © Esaias Baitel/afp
Hamas-Kundgebung im Gaza-Streifen
Die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation), die ihre Zentrale in Tunis hatte, wollte einen eigenen palästinensischen Staat ausrufen, hatte aber keine Kontrolle über die entsprechenden Gebiete. Im Zuge dessen kam es zu einem Gewaltausbruch, der erst 1991 abnahm. 1993 wurde schließlich mit dem Osloer Abkommen die erste Intifada beendet. © Ali Ali/dpa
Der PLO-Führer Yasser Arafat und der israelischen Premierminister Yitzahk Rabin schütteln sich 1993 die Hände.
Nach Jahrzehnten von Gewalt und Konflikten unterschrieben am 13. September 1993 Israels Außenminister Shimon Peres und Mahmoud Abbas, Verhandlungsführer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), unter Aufsicht der russischen und amerikanischen Außenminister die „Osloer Verträge“. Das Foto des Händedrucks zwischen Palästinenservertreter Jassir Arafat und dem israelischen Ministerpräsident Yitzhak Rabin und US-Präsident Bill Clinton wurde weltberühmt. © J. David Ake/afp
Yasir Arafat, Shimon Peres und Yitzhak Rabin erhalten den Friedensnobelpreis
Nach der Unterzeichnung der Osloer Verträge bekamen Jassir Arafat, Schimon Peres und Yitzhak Rabin den Friedensnobelpreis für 1994. Hier die Preisträger zusammen mit ihrer Medaille und ihrem Diplom im Osloer Rathaus. Die Friedensverträge wurden damals als wichtiger Startpunkt für Frieden in der Region gesehen. © Aleksander Nordahl/Imago
Bill Clinton, König Hussein und Rabin bei der Friedenssitzung
1994 folgten Friedensverhandlungen zwischen Jordanien und Israel 1994 im Weißen Haus. Auf dem Foto ist zu sehen, wie der jordanische König Hussein und der israelische Premierminister Yitzahk Rabin bei der Friedenssitzung sich die Hände schütteln. © Imago/ ZUMA Press
Sarg von Yitzhak Rabin, Geschichte des Kriegs in Israel
Mit der Hoffnung auf Frieden in der Region wurde der Hass von israelischen Extremisten größer. Diese wollten Abkommen mit den arabischen Staaten und der PLO nicht akzeptieren. So wurde Yitzhak Rabin zur Zielscheibe und wurde 1995 im Anschluss an eine große Friedenskundgebung in Tel Aviv von einem rechtsextremen Juden ermordet. Das Foto zeigt den Sarg des Premierministers in Jerusalem bei seiner Beerdigung.  © Jim Hollander/dpa
Junge schießt mit Katapult bei der zweiten Intifada, Geschichte des Krieges in Israel
Obwohl es in den 1990er Jahren mit den Osloer Verträgen große Hoffnung auf Frieden gab, hatte sich die Situation nach der Ermordung von Yitzhak Rabin massiv aufgeheizt. 2000 kam es zur zweiten Intifada, dem gewaltvollen Aufstand der Palästinenser mit Straßenschlachten. Die zweite Intifada dauerte bis 2005. © Imago/UPI Photo
Israelische Soldaten 2006, Geschichte des Krieges in Israel
2006 kam es wieder zwischen Israel und dem Libanon zum Krieg. Die Auseinandersetzung wird auch 33-Tage-Krieg oder zweiter Libanon-Krieg genannt, weil sie nach gut einem Monat am 14. August 2006 mit einem Waffenstillstand endete. Das Foto zeigt einen israelischen Soldaten im Libanon-Krieg im Jahr 2006. Eine israelische Artillerieeinheit hatte soeben an der libanesisch-israelischen Grenze in den Libanon gefeuert. Fast 10.000 israelische Soldaten kämpften in der Nähe von etwa einem Dutzend Dörfern im Südlibanon gegen Hisbollah-Kämpfer.  © Menahem Kahana/afp
Israelisches Militär feuert auf Ziele im Libanon
Auslöser des Libanon-Kriegs waren anhaltende Konflikte zwischen der Terrororganisation Hisbollah und der israelischen Armee. Um die Angriffe zu stoppen, bombardierte die israelische Luftwaffe die Miliz aus der Luft und verhängte eine Seeblockade. Die Hisbollah antwortete mit Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Später schickte Israel auch Bodentruppen in den Süden von Libanon.  © Atef Safadi/dpa
Angriff im Süden von Beirut
Die libanesische Regierung verurteilte die Angriffe der Hisbollah und forderte internationale Friedenstruppen, um den Konflikt zu beenden. Am 14. August 2006 stimmten schließlich nach einer UN-Resolution die Konfliktparteien einem Waffenstillstand zu. Sowohl die Hisbollah als auch Israel sahen sich als Sieger.  © Wael Hamzeh/dpa
Krieg in Israel
2014 startete die israelische Armee (IDF) mit der Operation Protective Edge am 8. Juli eine Militäroperation, weil die Hamas aus dem Gazastreifen immer wieder Israel beschoss. Ab dem 26. Juli 2014 folgte eine unbefristete Waffenruhe, die kanpp neun jahre währte.  © Abir Sultan/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Am 7. Oktober 2023 startete die Hamas einen Überraschungsangriff auf Israel mit Raketenbeschuss und Bodeninfiltrationen aus dem Gazastreifen, was zu schweren Verlusten und der Entführung zahlreicher Geiseln führte. Hier ist eine Gesamtansicht der zerstörten Polizeistation in Sderot nach den Angriffen der Hamas-Terroristen zu sehen.  © Ilia Yefimovich/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Bei dem Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen auf Israel wurden rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Seitdem wurden laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen Zehntausende Menschen getötet, darunter auch viele Frauen und Minderjährige. © Ilia Yefimovich/dpa

All das änderte sich aber im Zuge der Islamischen Revolution im Iran. Die Islamische Republik unter Herrschaft des Ajatollahs erkennt Israel nicht an. Der Kampf gegen den jüdischen Staat wurde zur Staatsdoktrin des Iran unter dem Mullah-Regime. Ex-Präsident Mahmud Ahmadineschad, der sich als Holocaust-Leugner gerierte, sagte laut einst laut mehreren Medien: „Israel muss von der Landkarte getilgt werden.“

Das Mullah-Regime und der Terrorismus: Irans Unterstützung von Terrorgruppen in der Region

Dass die Islamische Republik Iran es nicht nur bei Drohungen gegen Israel beließ, zeigt das Verhältnis des Mullah-Regimes zu mehreren israelfeindlichen Terrorgruppen in der Region. Der Iran unterstützt aktiv mehrere Terrorgruppen in der Region und bezeichnet den Zusammenschluss als „Achse des Widerstands“ gegen Israel.

Hisbollah-Miliz: Der engste Verbündete der Islamischen Republik Iran

Der engste Verbündete der Islamischen Republik Iran in der Region ist die Terrormiliz Hisbollah, die im Libanon beheimatet ist. Sie wurde in den 1980er Jahren mit iranischer Unterstützung gegründet und erhält seitdem umfangreiche finanzielle und militärische Hilfe. Die Hisbollah spielt eine wichtige Rolle in der libanesischen Politik und verfügt über ein beträchtliches Waffenarsenal.

Ajatollah Ali Khamenei inspiziert eine Einheit der iranischen Revolutionsgarden.

Laut Angaben der US-Regierung, die sich auf Geheimdienstberichte stützen, erhält die Hisbollah jährlich bis zu einer Milliarde US-Dollar aus dem Iran. Daneben liefert das Mullah-Regime auch Waffen an die Terrormiliz im Libanon und unterstützt sie bei der Ausbildung ihrer Kämpfer.

Vereint im Kampf gegen Israel: Das Mullah-Regime des Iran und die Hamas

Die Hamas wird seit den 1990er Jahren vom Iran unterstützt. Laut Angaben der US-Politik aus dem Jahr 2020 erhält die radikalislamische Gruppe rund 100 Millionen US-Dollar pro Jahr aus Teheran. Ein Geheimdienst-Bericht aus Israel aus dem Jahr 2023 geht sogar von jährlich 350 Millionen Euro aus. Nach dem Wahlsieg der eigentlich sunnitisch geprägten Hamas 2006 im Gazastreifen war es vor allem des schiitisch dominierte Mullah-Regime im Iran, das die Herrschaft der Terrorgruppe über Gaza dank seiner Unterstützung manifestierte.

Die Huthi-Rebellen erhalten vor allem seit den frühen 2000er Jahren finanzielle und logistische Hilfe aus dem Iran. Die Islamische Republik unterstützte ihre Glaubensbrüder im Bürgerkrieg im Jemen und trug damit ihren Teil zum Sturz der jemenitischen Regierung im Jahr 2011 bei. Für die Islamische Republik Iran spielen die Huthis auf zwei Ebenen eine strategisch wichtige Rolle: zum einen im Kampf gegen Israel, zum anderen aber auch im Kampf um die Vormachtstellung in der Region mit Saudi-Arabien.

Doch der Iran nimmt nicht nur in Sachen Israel Einfluss in der Region. Auch im Bürgerkrieg in Syrien mischte das Mullah-Regime kräftig mit. Dort finanzierte der Iran die Terrorgruppe „Islamische Widerstandsfront“.

Diese Terrorgruppen unterstützt die Islamische Republik Iran

  • Hisbollah-Miliz (Libanon)
  • Hamas (Gaza/Palästina)
  • Huthis (Jemen)
  • Islamische Widerstandsfront (Syrien)

Für Israel ist besonders das iranische Raketenprogramm ein konfliktträchtiger Punkt. Die Islamische Republik Iran hat in den vergangenen Jahren sein Programm für ballistische Raketen erheblich ausgebaut. Israel sieht dies als direkte Bedrohung seiner Sicherheit – vor allem in Verbindung zum iranischen Atomprogramm. Laut Angaben aus Israel und den USA bemüht sich das Mullah-Regime seit den 1990er darum, eine eigene Nuklearwaffe zu entwickeln. Die jüngsten Angriffe auf den Iran im Krieg in Israel konzentrierten sich deshalb auch auf iranische Anlagen zur Urananreicherung.

Die Verbindungen zu Terrorgruppen in der Region ermöglichen es der Islamischen Republik Iran, seinen Einfluss auszuweiten und Druck auf Israel und andere Gegner auszuüben. Im Kontext des aktuellen Israel-Krieges haben diese Beziehungen zu Befürchtungen geführt, dass der Konflikt sich zu einem regionalen Flächenbrand ausweiten könnte.

Krisen und Probleme dominieren den Alltag in der Islamischen Republik Iran

Die aktuelle Situation in der Islamischen Republik Iran ist von vielfältigen Herausforderungen geprägt. Wirtschaftlich leidet das Land unter internationalen Sanktionen, die aufgrund des umstrittenen Atomprogramms und der regionalen Politik des Iran verhängt wurden. Dies hat zu hoher Inflation, Arbeitslosigkeit und einer Verschlechterung des Lebensstandards für viele Iranerinnen und Iraner geführt.

Auch politisch steht das Mullah-Regime zunehmend unter Druck. Interne Proteste, wie die Demonstrationen nach dem Tod von Mahsa Amini im September 2022, zeigen eine wachsende Unzufriedenheit in Teilen der Bevölkerung mit den strengen islamischen Gesetzen und der politischen Führung. Die Regierung reagiert auf diese Herausforderungen oft mit Repressionen, was zu weiteren Spannungen führt.

Rauch steigt nach Luftangriffen aus Israel über der iranischen Hauptstadt Teheran auf.

Im internationalen Kontext versucht der Iran, seinen Einfluss in der Region auszubauen, was zu Konflikten mit anderen Regionalmächten und westlichen Staaten führt. Das umstrittene Atomprogramm des Iran bleibt ein zentraler Streitpunkt in den Beziehungen zu westlichen Ländern.

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