VonAndreas Schwarzkopfschließen
Die USA, Japan und Südkorea fühlen sich von China und Nordkorea bedroht und wollen deshalb enger zusammenarbeiten, müssen dafür aber einige Probleme lösen. Der Kommentar.
Frankfurt – Niemand sollte sich von den harmonischen Bildern vom Gipfel zwischen den USA, Japan und Südkorea täuschen lassen. Die Regierungen des Trios eint zwar die Sorge um eine chinesische und nordkoreanische Bedrohung. Doch wer genau hinschaut sieht die Differenzen.
Engere Kooperation im Pazifik: USA-Japan-Südkorea-Bündnis gegen Nordkorea und China
Seoul etwa hält sich gegenüber Peking zurück. Zum einen ist China ein wichtiger Handelspartner. Zum anderen gibt es ohne China keine Fortschritte im Konflikt zwischen den beiden Koreas. Außerdem hat der südkoreanische Präsident Yoon Suk Yeol zwar den Dauerzwist mit Japan über Reparationen wegen der Zwangsarbeit während der japanischen Kolonialzeit beigelegt, indem Seoul das Geld zunächst selbst aufbringt. Doch die Menschen in Südkorea haben damit noch nicht ihren Frieden gemacht.
Die japanische Regierung wiederum hat zwar den Etat zur Verteidigung drastisch erhöht und sich damit von der jahrzehntelangen pazifistischen Haltung verabschiedet. Doch die Bevölkerung Japans hat diese Wende noch nicht in Gänze vollzogen. Das Trio wird also viel arbeiten müssen, um das Bündnis am Leben zu halten. Deutschland und die anderen EU-Staaten sollten die erwartbaren Gipfel-Ergebnisse genau anschauen. Sollten sie womöglich mit einem Resultat nicht zufrieden sein, sollten sie das kundtun.
