VonErkan Pehlivanschließen
In den USA stürzt eine F-35 ab. Der Tarnkappenjet gilt als eines der modernsten Kampfflugzeuge der Welt. Die Suche gestaltet sich schwierig.
Charleston – Offenbar ist die Tarnkappenfähigkeit des Tarnkappenbombers F-35 besser als angenommen. US-Behörden brauchten Stunden, um die Trümmer einer am Sonntag abgestürzten F-35 zu lokalisieren. US-Behörden zufolge wurden Trümmerteile am Montagabend (18. September) etwa zwei Stunden nordöstlich des Luftwaffenstützpunkts Joint Base Charleston entdeckt. Weite Einzelheiten wurden jedoch nicht genannt.
Absturzort bleibt zunächst unklar
Der Pilot der F-35B Lightning II konnte sich noch vor dem Absturz mit seinem Schleudersitz retten und wurde ins Krankenhaus gebracht. Er sei in einem „stabilen Zustand“, hieß es von den Behörden. „Der Jet befand sich im Autopilot-Modus, als der Pilot den Schleudersitz betätigte“, sagte Jeremy Huggins, ein Sprecher der Joint Base Charleston. Die Behörden hielten es für möglich, dass das Flugzeug noch einige Zeit in der Luft bleiben könnte.
Da die F-35 auch nach dem Betätigen des Schleudersitzes noch weiter geflogen ist, fragen sich Beobachter, ob das „Zombie-Flugzeug“ noch weiter lautlos über dem amerikanischen Festland unterwegs war, bis es sein Treibstoff komplett aufgebraucht hat und abgestürzt ist. Das Militär bat nach dem Verschwinden des Jets die Öffentlichkeit um Hilfe bei der Suche nach dem F-35. Das sorgte für Spott. „Dem US-Militär fehlt ein F-35. Wenn Sie einen finden, könnte es deren Jet sein“, hatte der US-Sender CNN am Nachmittag getitelt. Die Maschine soll zwischen 80 und 100 Millionen US-Dollar kosten und gilt als Prestigeprojekt in den USA.
Absturz von „Maisfeldbomber“ in Montana
Ähnliche Fälle hatte es schon in der Vergangenheit schon gegeben. 1970 geriet eine F-106 ins Trudeln. Der Pilot musste den Schleudersitz über Montana betätigen. Das Betätigen des Schleudersitzes war offenbar genau das, was die Maschine brauchte. Das Flugzeug landete sanft auf seinem Bauch auf einem Ackerfeld. Noch anderthalb Stunden soll das laufende Triebwerk den Rumpf des Flugzeugs vor sich geschoben haben, bevor der Treibstoff zu Ende ging.
Mig-23 fliegt ohne Pilot von Polen bis Belgien
Ein außergewöhnlicher Fall ist auch der einer sowjetischen MiG-23 vom 23. Juli 1989. Während des Starts von einem Stützpunkt in Polen versagte der Nachbrenner der MiG und das Flugzeug verlor an Leistung. Der Pilot musste den Schleudersitz betätigen. Auch hier was das Flugzeug im Autopilot-Modus. Das Flugzeug stürzte nicht ab und flog in Richtung Westen. Das Flugzeug schlug nicht auf dem Boden auf. Es war auf Autopilot und flog Richtung Westen. Erst im belgischen Bellegem, nahe der französischen Grenze, stürzte das Kampfflugzeug in ein Haus ein. Ein Student kam dabei ums Leben.
Die beiden Beispiele zeigen, dass Kampfflugzeuge im Autopilot-Modus durchaus noch lange weiterfliegen können, bis ihr Treibstoff ausgeht. Zu hoffen bleibt dabei, dass die Maschinen nicht über bewohntes Gebiet abstürzen. (erpe)
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